Informationstechnologie

  • : Games, Open Source und Innovation auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg
    Games, Open Source und Innovation auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg

    foto 2 Heute war ich beruflich auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg im Olympiastadium. Meine Firma newthinking communications hatte zusammen mit dem G.A.M.E – Bundesverband (Dem Verband der deutschen Spieleentwicklerfirmen) ein Forum zum Thema „Innovationsträger Games“ organisiert. Eine spannende Veranstaltung, wie ich auch im Nachinein noch finde, denn normalerweise lerne ich bei von uns organisierten Veranstaltungen zu den üblichen (in diesem Blog thematisierten) Themen nur noch wenig. Leider hatte ich mein Notebook nicht dabei, so dass ich hier nur noch auf die Schnelle vor dem nächsten Termin wiedergeben kann, was ich während der Veranstaltung im Kopf mitgebloggt habe.

    Klaus Goldhammer, Geschäftsführer der Goldmedia GmbH, verglich in seiner Präsentation über die „Gamesbranche Berlin-Brandenburg im europäischen Vergleich“ den Standort Berlin mit anderen europäischen Metropolen. Während in Grossbritanien und Frankreich u.a. durch eine nationale Förderung der Games-Industrie viele Arbeitsplätze in vielen Unternehmen geschaffen wurden, hinkt Berlin ohne nationale Förderung noch hinterher. Dabei ist das Potential gerade in Berlin sehr gross. In der Games Academy werden die Arbeitskräfte von morgen anwendungsorientiert ausgebildet. Die deutsche Spieleindustrie ist mit 1,3 Mrd Euro Umsatz im letzten Jahr jetzt schon zu einem innovativen Wirtschaftsfaktor herangewachsen. Grosse Events wie die gerade zu Ende gegangene Games Convention in Leipzig zeigen das grosse Interesse an neuen interaktiven und digitalen Inhalten. Anwesende Vertreter von Berliner Computerspiele-Unternehmen wiesen auf einen nicht genannten Standortvorteil hin: Gerade das dynamische und moderne Berlin zieht viele Talente aus ganz Europa an, welche in der Stadt leben wollen und dafür Gehaltseinbußen gerne in Kauf nehmen.

    Holger Diener, Leiter „Digital Entertainment Technologie“ der Fraunhofer Institute, aus Rostock führte in einem sehr anschaulichen Vortrag zum Thema „Games for Innovation“ in viele Bereiche ein, wo Games-Technologie bereits eingesetzt wird. Viele Unternehmen adaptieren Benutzerschnittstellen, welche zuerst in der Computerspiele-Industrie geschaffen wurden. Bestes Beispiel ist SAP, die ihre Produktionsketten anhand von Spielesimulationen verdeutlichen wollen. Andere benutzerinterfaces führten in der Vergangenheit zu einer Unübersichtlichkeit.

    foto 3Bernd Beyreuther, Geschäftsführer der Radon Labs GmbH aus Berlin stellte die selbst entwickelte „Open Source Games Engine NEBULA II“ vor. Der Sourcecode von NEBULA II wurde 1998 unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Radon Labs profitiert bei der Weiterentwicklung von globalen Netzwerkeffekten. Eine weltweite Community senkt Produktionskosten, indem sie in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Gerade der Bereich „Testing“ macht ca. 20 Prozent bei einer Spieleproduktion aus. Hier helfen hunderte bis tausende von Entwicklern mit, die bereits durch den offenen Sourcecode mit der Engine in Kontakt kamen und teilweise auch eigene Weiterentwicklungen beisteuern. Die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern fällt so auch einfacher. Neue Entwickler haben zumeist schon im Vorfeld Erfahrungen gesammelt und müssen nicht neu in das System eingearbeitet werden. Zum Geschäftsmodell von Radon Labs gehört Support und Beratung, sowie externe Tools wie beispielsweise ein Plugin für die 3D Modellierungssoftware Maya. Mit Maya werden die meisten Spiele designed und mit dem Plugin können Geschäftsprozesse vereinfacht werden. Und natürlich eigene Spiele-Produktionen, diese auch tweilweise für grosse Publisher. Die Engine bietet zudem grosse Chancen für kleine Entwicklerschmieden. Diese müssen nicht zuerst grosse Investitionen in die Entwicklung der technologischen Basis entwickeln, sondern können direkt mit dem Entwickeln von Computerspielen beginnen. Das Wachstum bei Radon Labs ist rasant. Letztes Jahr hatte die Firma noch 20 Angestellte und derzeit arbeiten 35 zumeist junge Menschen in dem Unternehmen. Bis Ende des Jahres wird gar eine Aufstockung auf 50 Arbeitsplätze geplant. In diesem Jahr sollen 40 Spiele in Deutschland erscheinen, welche auf NEBULA II aufbauen.

    Tom Putzki, Vorsitzender von G.A.M.E. und Leiter der Presseabteilung von Phenomedia aus Bochum sprach zuletzt über den „Investitionsfaktor Gamestechnologie“. Nationale Förderung nach dem Vorbild der Filmförderung gibt es in Deutschland noch nicht. Hier sind uns viele andere Länder weit voraus. Ein Einwand aus dem Publikum (Eine Vertreterin der Filmbranche) zeigte Defizite im Verständnis auf. „Filme seien ja Kultur und Spiele könne man doch nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehen“. Dass Computerspiele längst Teil der digitalen Kultur sind, wird leider noch nicht von allen Menschen so gesehen. Und gerade die Filmbranche fürchtet sich ein wenig vor einem kleineren Stück vom Kuchen der deutschen Kulturförderung, sollten Computerspiele endlich auch mal in Deutschland stärker gefördert werden. Der Standort hat dies verdient und Berlin liegt weit vorne.

    foto 1Die Zusammenarbeit mit dem Medienboard bei der Planung und Durchführung war echt nett. Solche unkomplizierten Kooperationspartner hat man immer gerne. Und unser Logo macht sich ganz gut in Mitten der vielen Kooperationspartner der Medienwoche. Die Links zu den Präsentationen werde ich später noch hinzufügen, vielleicht komme ich auch noch dazu, den Text zu erweitern.

    31. August 2005
  • : Eco feiert 10 Jahre Internet
    Eco feiert 10 Jahre Internet

    Die Interessenvertretung der deutschen Provider, der ECO-Verband, schaut auf 10 Jahre Internet zurück und wagt einen unglaublichen Ausblick ins Jahr 2015, der zu dem völlig unerwarteten Ergebnis kommt:

    Das Internet wird in zehn Jahren für den überwiegenden Teil der Bevölkerung in Deutschland zu einem ebenso selbstverständlichen Kommunikationsmittel des Alltags wie heute das Telefon gehören. Bürgerinnen und Bürger, öffentliche Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sind bis dahin zu über 90 Prozent vom Datennetz abhängig, ähnlich wie heute schon von der Strom- und Wasserversorgung, das zumindest prognostiziert der eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft in seiner „Internet-Agenda 2015“.

    Kommt mir vor wie das Jahr 2005. (Ich weiss, ich bin nicht repräsentativ)

    [via Golem]

    30. August 2005
  • : FAZ über Strategien von Google und Yahoo
    FAZ über Strategien von Google und Yahoo

    Google und Yahoo streiten sich ja bekanntlich um die „Vorherrschaft“ im Netz. Die Frankfurter Allgemein Zeitung beschreibt die Strategien der beiden Konzerne und stellt sie gegenüber: Duell der Titanen.

    „Der entscheidende Unterschied zu den Medienunternehmen des 20. Jahrhunderts ist die Technologie. Die Menschen stellen sich ihr Medienprogramm künftig aus einem riesigen Angebot selbst zusammen. Die Suche nach den Inhalten stellt daher die kritische Anwendung für Medienunternehmen dar“, sagt Jeff Weiner, einer der Köpfe hinter der Suchtechnik bei Yahoo. Weiner erwartet einen Paradigmenwechsel für Medienunternehmen: Die Menschen konsumieren nicht nur die Inhalte, die ihnen Zeitungen, Fernsehsender oder Musikkonzerne vorsetzen, sondern sie produzieren ihre eigenen Inhalte. Millionen Nutzer – sogenannte Micropublisher – schreiben heute Tagebücher (Weblogs), produzieren persönliche Radiosendungen (Podcasts), arbeiten am Online-Lexikon Wikipedia mit, publizieren ihre privaten Fotos in Bilderdiensten wie Flickr oder stellen anderen ihre Musik oder Filme zur Verfügung.

    29. August 2005
  • : Nächste Woche: Chaosradio über Embedded Systems
    Nächste Woche: Chaosradio über Embedded Systems

    Dieses Mal nicht so kurzfristiges Announcement: Nächste Woche Mittwoch Abends zwischen 22h-1h läuft wieder das Chaosradio auf Radio Fritz. Thema diesmal ist „Embedded Systems im Heimbetrieb“. Tim Pritlove und Harald Welte werden in das Thema einführen und mit den Hörern diskutieren. Zur Vorbereitung gibt es eine Wikipedia-Seite, wo Vorschläge gemacht werden können.

    Aus der Ankündigung:

    Nahezu jedes elektronische Geraet trägt heute schon einen Kleinstcomputer in seinem Herzen. Schon ein simpler DSL-Router verfügt dabei über eine Rechenleistung, fuer die man vor wenigen Jahren noch einen teuren Desktop Computer erweben musste.

    Auf vielen dieser System lassen sich heute mehr oder weniger problemlos freie Betriebssysteme installieren. mit denen man die Werksfunktionen nicht nur signifikant erweitern kann, sondern die auch ganz neue Anwendungsgebiete fuer die kleinen Plastehelfer erschliessen koennen. Der niedrige Hardwarepreis macht die Geraete daher besonders interessant fuer findige Bastler.

    Chaosradio erklaert, welche Systeme sich besonders eignen und welche Projekte im Internet sich mit der Weiterentwicklung befassen. Wir moechten auch von Euch hoeren, welche Erfahrungen ihr schon gesammelt habt und welche Tips ihr an andere Hoerer weitergeben koennt.

    26. August 2005
  • : Bio PII ‑Abschlussbericht veröffentlicht und zurückgezogen
    Bio PII ‑Abschlussbericht veröffentlicht und zurückgezogen

    Heise berichtet über den Bio PII-Abschlussbericht: Bio PII: Biometrie im Alltagstest.

    Bio PII ist eines von zahlreichen Forschungsprojekten des BSI, die die Tauglichkeit der Biometrie im Alltagseinsatz untersuchen. Bio PII galt als wichtigster Test für die kommende Einführung des europäischen Biometriepasses. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat auf seiner Website kurzzeitig den Abschlussbericht des Projektes Bio PII veröffentlicht. Er ist offenbar wieder vom Netz genommen worden. Im heise online vorliegenden Abschlussbericht ist das Ziel so formuliert: „Die Ergebnisse von BioP II sollten zudem Hilfestellung für die Art und Weise der Einführung der neuen ePässe geben.“ Diese Hilfestellung ist nicht nur ziemlich vage ausgefallen, sondern ging offenbar am Thema vorbei, weil die Technik wie die Zielvorgaben seitens der Luftfahrtbehörde ICAO zwischenzeitlich geändert wurden.

    Wer den Bericht will und ihn noch nicht hat, kann mir eine Mail schicken.

    22. August 2005
  • : FAZ über Wahlcomputer bei der Bundestagswahl
    FAZ über Wahlcomputer bei der Bundestagswahl

    Bei der kommenden Bundestagwahl werden erstmals ca. 2100 Wahlcomputer eingesetzt. Die FAZ thematisiert dies in der heutigen Ausgabe: Bitte keine Kreuze machen! Von den 2100 Computern wird nur einer von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin geprüft. Diese checken den Code und testen alles durch. Mehr ist laut Bundeswahlordnung aber nicht vorgeschrieben. Die restlichen Computer werden einfach ohne Prüfung vom Hersteller an die Kommunen versendet, welche diese für 4100 Euro pro Computer zumeist leasen. Ein Jahr Garantie gibt es auf die Computer, aber 20 Jahre sollen diese laut gesetzlicher Vorlage laufen. Im Gegensatz zu Autos, Feuerlöschern und Fahrstühlen gibt es keinen Prüfsiegel und bisher ist eine Überprüfung anscheinend auch nicht geplant. Zwischen den Wahlterminen stehen die Computer in den Kellern der Kommunen. Ein Ausstausch der Chips soll gar ohne Lötkolben möglich sein.

    Die FAZ kommt zu dem Fazit:

    Die Erinnerung an die elektronischen Debakel der amerikanischen Präsidentenwahl im Jahr 2000 und auch noch vier Jahre später sollte eigentlich Grund genug sein, jede mögliche Fehlerquelle oder Manipulationsmöglichkeit zu eliminieren. Doch jahrelang stehen Tausende Geräte unbenutzt in den Rathauskellern der Republik. Auch das Büro des Bundeswahlleiters sieht dieses Problem, ist aber nicht berechtigt, den Kommunen Vorschriften zu machen. Und dort gelten Wahlgeräte oft nicht als besonders schützenswert. Sie müssen, außer am Wahltag, noch nicht einmal verplombt werden.

    21. August 2005 6
  • : Datengarten: Pile – das Ende der Turingmaschine
    Datengarten: Pile – das Ende der Turingmaschine

    Am kommenden Donnerstag, den 18. August, gibt es wieder einen Datengarten des Chaos Computer Club Berlin. Diesmal zum Thema: Pile – das Ende der Turingmaschine

    16. August 2005
  • : Sündenfall Open Hardware?
    Sündenfall Open Hardware?

    Manchmal verstehe ich einfach Spiegel-Online nicht. Da wird über Bestrebungen von IBM berichtet, Schritte in Richtung Open Hardware zu gehen und was ist die Headline bei SpOn? „Sündenfall: IBM liebäugelt mit Open Hardware“. Was bitte ist daran ein Sündenfall, wenn IBM verstanden hat, dass es mit der proprietären Entwicklung von Hardware ebenso vorbei ist, wie bei der Softwareentwicklung? Offene Prozesse bieten mehr Potential für Innovation als Forschung hinter verschlossenen Türen.

    15. August 2005 2
  • : Internet Society will offenes Internet erhalten
    Internet Society will offenes Internet erhalten

    Die Internet Society (ISOC) hat in einem Grundsatzpapier ein offenes Internet gefordert: Internet Society: Das Netz muss weltweit offen bleiben.

    Heise beschreibt detailiiert die Forderungen:

    12. August 2005
  • : Don’t klick on the blue e
    Don’t klick on the blue e

    Das ist doch mal wieder ein schönes Buch-Cover:

    Ich weiss, dass in vielen Firmen der IE noch Standard ist und Nutzer oft keine Wahlmöglichkeiten haben. Aber allen Internet Explorer-Nutzern kann ich nur empfehlen, mal Alternativen zu testen. Firefox ist eine gute Alternative und macht mehr Spass beim browsen. Neben vielen anderen Vorteilen.

    8. Juli 2005 1
  • : Chaosradio 103: User Interfaces
    Chaosradio 103: User Interfaces

    Gerade erst entdeckt: Chaosradio 103 hat auf Fritz-Radio begonnen. Läuft noch bis 1h und ist zumindest in Berlin zu empfangen. Alle anderen können die Streams nutzen. Später wirds die Sendung auch zum Download geben. Spannendes und sehr interessantes Thema diesmal: „User Interfaces“.

    Der effektive Zugang zum Computer ist so eine Sache für sich und es gibt einen schönen verwirrenden Begriff, der selbst viel darüber sagt, wie kompliziert das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ist: Benutzerschnittstelle (engl: User Interface).

    Über die Jahre gab es viele Ansätze bis sich in den 90er Jahren das Maus/Fenster-System dominant durchsetzte. Doch auch nach dieser Auslese ist die Auswahl groß: den beiden „großen“ Systemen Windows und Mac OS X stehen die freien Alternativen KDE und GNOME gegenüber. Zwar gibt es viele Gemeinsamkeiten, doch steckt der Teufel im Detail.

    Chaosradio beleuchtet die Vergangenheit und Gegenwart der User Interfaces, hinterfragt Ansätze und Auswirkung der Usability- Forschung und erklärt, warum Geek meist immer noch die Kommandozeile bevorzugt.

    Zumindest im OGG-Format gibt es jetzt schon den Bittorrent-Download.

    29. Juni 2005
  • : BITKOM kündigt Regierungsprogramm an
    BITKOM kündigt Regierungsprogramm an

    Kaum sieht es so aus, als ob die Union die nächste Regierungspartei ist, schon kündigt der Bitkom-Lobbyverband ein „Regierungsprogramm“ an.

    de.internet.com: BITKOM kündigt Regierungsprogramm für mehr staatliche Förderung an

    Mit Ex-Siemens-Chef Pierer soll ja auch einer aus dem Bitkom-Dunstkreis Wirtschaftsberater bei Merkel werden. Da kann man ja sowas schonmal machen. Wann kündigt der Bauernverband wohl sein Regierungsprogramm an? Deren Vorsitzender soll ja Verbraucherschutzminister werden, falls das Ministerium nach der Wahl noch so heissen wird…

    15. Juni 2005
  • : Geld sparen ohne Power-Sauger
    Geld sparen ohne Power-Sauger

    Es gibt ja Menschen, die ohne Probleme mit einer DSL-Flatrate im Monat viele Gigabyte Daten herunterladen. Ist ja auch praktisch, wenn man sich eben mal zum rumspielen die neue Debian Sarge mti mehr als vier GB herunterladen kann. Allerdings ist das nicht ganz so praktisch für die Provider. Diese machen eine Mischkalkulation, da nicht jeder ein „Power-Sauger“ ist und andere mit ihrer Flatrate nur mal eben ihre Mails checken. Um Geld zu sparen will 1&1 jetzt die Power-Sauger loswerden, die Daten im mittleren zweistelligen Bereich herunterladen, wie Heise berichtet:

    1&1‑Sprecher Michael Frenzel kommentiert den Vorgang so: „Unsere Kundenberater zeigen im Gespräch Einsparmöglichkeiten auf, die im beiderseitigen Interesse liegen.“ Im Klartext: Der Kunde, der den Provider mehr Geld kostet als er einbringt, möge doch durch einen Wechsel zu einem günstigeren Angebot lieber Konkurrenten zur Last fallen.

    Betriebswirtschaftlich gibt es sicherlich Gründe dafür. Fand nur den Kommentar, bzw. Klartext bei Heise grad schön.

    1&1 ist übrigens die Firma, die in Blogs gerade negative Schlagzahlen machte, weil sie per se Bittorrent verbieten wollten – alles illegales Zeug…

    8. Juni 2005
  • : Vortrag: Warum offene Standards nicht funktionieren, aber trotzdem nötig sind
    Vortrag: Warum offene Standards nicht funktionieren, aber trotzdem nötig sind

    Am kommenden Donnerstag, den 9.6.2005 gibt es um 19h im newthinking store folgenden spannenden Vortrag:

    […] Der Vortrag gibt eine Einführung in die Thematik der Interoperabilität und „Offenen Standards“. Es wird erklärt, was Interoperabilität überhaupt ist und welche Arten von Interoperabilität es gibt. Im weiteren Verlauf des Vortrags wird diskutiert, ob Offene Standards eine Lösung zur Herstellung von Interoperabilität darstellen und welche Gefahren „Offene Standards“ in der „freien Wildbahn“ überstehen müssen.

    Referent: Oliver Zendel ist Mitbegründer des LinuxTag e.V. und beschäftigt sich seit mehr als 10 Jahren mit Freier Software.

    09.06.05, 19.00h, newthinking store, Tucholskystr. 48, 10117 Berlin-Mitte

    6. Juni 2005
  • : Ahnungslose MdEP-Webmaster?
    Ahnungslose MdEP-Webmaster?

    Der Schockwellenreiter setzt süffisant die Meldung des ZDF ins richtige Licht: „Webseiten deutscher EU-Parlamentarier verletzen Trivialpatente“. So deutlich war uns das bisher kaum klar, wo doch meistens nur Webshops als Beispiele herhalten. Zudem schreckt die Bezeichnung computerimplementierter Erfindungen ab und verleitet gerade Laien zu dem Irrglauben, nur die IT-Branche müsste sich damit auseinandersetzen.

    Falsch, meinte die Initiative hessischer Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software und unterzog die Webseiten aller deutschen EU-Parlamentarier einer stichprobenartigen Patentprüfung. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Von den 99 deutschen EU-Abgeordneten besitzen 92 eine eigene Homepage. 77 dieser Webauftritte verwenden Techniken, die beim Europäischen Patentamt trotz anders lautender Rechtslage bereits patentiert wurden oder derzeit zur Patentierung angemeldet sind. Im Durchschnitt ist jede Webseite von etwa drei der zehn Patente betroffen, die zur Prüfung herangezogen wurden.

    Damit steht auch die Frage von silicon.de gestern: Ob die rechte Hand der EU weiß, was die linke tut? in neuen Licht da. Jörg Kantel dazu: das mit den potentiellen Verletzungen „Sollte denen vielleicht mal jemand sagen, die wissen das vielleicht gar nicht“. Im ZDF-Beitrag kommt auch Joachim Jakobs von der Free Software Foundation Europe zu Wort, die morgen am 2.6. in Brüssel eine weitere Demonstration gegen Softwarepatente organisiert. Die Demonstranten werden sich in der Nähe des EU-Parlamentsgebäudes treffen; vielleicht bekommen die Damen und Herren MdEP dass auch inhaltlich mit.

    1. Juni 2005
  • : ELSTER in der Kritik
    ELSTER in der Kritik

    Das elektronische Steuersystem (Elster) erhitzt mal wieder die Gemüter. Nachdem die FDP-Fraktion eine parlamentarische Anfrage zur tatsächlichen Effizienz der Online-Abwicklung der Umsatzsteuer-Voranmeldung an die Bundesregierung richtete, verwahrte diese sich gegen jegliche Kritik.

    In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung auf Einspareffekte, durch die Wegfall der Datenerfassung und die erhöhte Datenqualität entstünden. Konkrete Angaben über die tatsächliche Höhe der bisherigen Einsparungen legte die Bundesregierung jedoch nicht vor. Stattdessen unterstreicht sie die Plattformunabhängigkeit von Elster. „Es handelt sich um eine externe Schnittstelle, mit der aus verschiedenen Computeranwendungen steuerliche Daten auf elektronischem Weg an die Finanzverwaltung übermittelt werden können.“, heißt es in diesbezüglich im Dokument.

    Die Bundesregierung geht derzeit von rund 1.300 Software-Herstellern aus, die die „Elster“-Programmschnittstelle in ihre Steuerprogramme eingebunden hätten. Zudem wird die besonders benutzerfreundliche Gestaltung des ElsterFormular hervorgehoben, die nur geringe Kenntnisse im Umgang mit der Steuererklärung vorausetzt und um ein kostengünstige Hilfe-Hotline ergänzt wird. Das von Linux-Nutzern Elster nicht ohne Weiteres nutzen können und sich in der Regel von der (eigentlich zwingenden) elektronischen Übermittlung freistellen lassen, bleibt unerwähnt.

    Das diese „Schön-Wetter“-Darstellung von Elster bei Weitem zu kurz greift, macht ein Artikel in der aktuellen Ausgabe (#86) der Datenschleuder deutlich. Die Autorin, selbst mit jahrelanger Erfahrung in der Softwareentwicklung (insb. Datenbanken), bezeichnet Elster nach hinreichender Auseinandersetzung als „sicherheitstechnisch mittleren Alptraum“.

    Stichwort „Unzureichende Verschlüsselung“:

    Zwar haben Außenstehende keine Einsicht auf Daten und deren Übertragung, allerdings besteht kein Sichtschutz vor „Internen“, d.h. anderen Elster-Netzteilnehmern. Diese können sofern erstmal angemeldet, prinzipiell die Umsatzsteuervoranmeldung für jede verfügbare Steuernummer einreichen. Eine Authentisierung des einreichenden Teilnehmers ist nicht vorgesehen. Brisant wird dies, wenn man bedankt, dass die Angabe der Steuernummer (nur die braucht man für die UStVA) verpflichtend ins Impressum jeder Firmen-Website gehört.

    Stichwort „Transparenz“:

    Zwar vergibt die Finanzverwaltung auf Anfrage so genannten EntwicklerID und EntwicklerKIT an Softwareentwickler, allerdings handelt es sich dabei nicht um den Quellcode des Programms, so dass niemand überprüfen wie dieses tatsächlich funktioniert bzw. was mit den Daten passiert. Defizite in der Dokumentation sind also unübersehbar.

    Stichwort „Weiterentwicklung“:

    Das Entwicklungsmodell Freier Software hat sich in der Vergangenheit bewährt und zahlreiche sicherheitstechnische Entwicklungen, die heute als Standard gelten, erst vorangebracht. Um so erstaunlicher ist es, dass die Konzept der HerstellerID, nicht für Entwickler Freier Software bzw. Open Source Projekte verwendendbar ist, da die ID an Produkt und Hersteller gebunden ist. D.h. Modifizierung, Verbesserung und Weiterentwicklung von Elster-kompatibler Programme sind von vornherein ausgeschlossen. Eine GruppenID ist nicht vorgesehen.

    3. Mai 2005
  • : Bekiffter Doppelklick?
    Bekiffter Doppelklick?

    Ist die Computergeschichte ein Opfer von bewusstseinsverändernden Drogen und politischem Aktionismus? Der viermal für den Pulitzer-Preis nominierte Journalist John Markoff hat ein Buch darüber verfasst, indem er darauf eingeht. Der Doppelklick soll beispielsweise von einem bekifften Xerox-Ingenieur stammen und nicht nur Steve Jobs hat sein Bewusstsein mit LSD erweitert. Im Bootsektor-Weblog findet sich ein schöner Artikel darüber, der auf ein Interview eingeht, dass das Wissenschaftsmagazin „American Scientist“ mit Markoff geführt hat.

    Many of the anecdotes you discuss involve drug use. Did the people you interviewed think that drugs enhanced the creativity of their work, or were they simply a form of recreation?

    Some but not all of the anecdotes! My view is there is no definitive evidence on the relationship between creativity and drug use. Some of the people I talked to thought that drug use enhanced creativity, but not all of them. There are some specific anecdotes, like the fact that the idea of „double-clicking“ to select was a concept that was conceived by a stoned Xerox software designer. Beyond that, things get a bit murkier. My own belief is that the creativity of the period came from the more general cultural and political chaos of the times, which jarred people out of their day-to-day routines.

    26. April 2005
  • : Jobs „relativ kurz“ verfügbar?
    Jobs „relativ kurz“ verfügbar?

    Der „Virtuelle Arbeitsmarkt“ verzeichnet 200 Millionen Seitenaufrufe und BA-Vorstandsmitglieds Heinrich Alt verkündet heute, dass der Zeitraum, in dem eine freie Stelle angeboten wird, „relativ kurz“ sei. Im Westen braucht ein Jobangebot im Schnitt 19 Tage und im Osten „nur“ elf Tage. Da fragt man sich, ob das „skandalverwitterte“ System mit schwersten Mängeln in der Anfangsphase tatsächlich zu 99,9 % verfügbar sei. Deutschland im Jahre 2005.

    20. April 2005
  • : Mehr Wikipedia-Server durch Yahoo
    Mehr Wikipedia-Server durch Yahoo

    Was macht Yahoo gerade? Eigentlich müsste man fragen, was sie nicht machen. Im Rennen um die künftige Top-Position im Suchmaschinenmarkt hatte ich sie schon fast abgeschrieben, zu gross erschien die Marktmacht von Google und Microsoft. Aber die letzten Wochen lassen aufhorchen. Erst der Kauf von Flickr, dann Yahoo 360, nicht zu vergessen die Suche nach Creative Commons Werken. Und nun? Nun sponsert Yahoo als erstes Wikipedia einige Server und nicht Google, wie es vor wenigen Wochen durch die internationale Presse geisterte. Google muss nun nachziehen. Ich bin mal gespannt, wann ich dort explizit Creative Commons Werke suchen kann und auch Wikipedia kann mehr Unterstützung gebrauchen.

    Aber so schön das ja alles ist, sollte man eines nicht vergessen: Dies sind börsennotierte Firmen, die nicht aufgrund ihres Herzens „Gutes“ tun, sondern ihren Aktienbesitzern verpflichtet sind. Und die wollen Geld verdienen. Deswegen ist es notwendig, über Alternativen nachzudenken.

    7. April 2005
  • : Slashdot veröffentlicht RSS-Studie
    Slashdot veröffentlicht RSS-Studie

    Slashdot hat heute die Ergebnisse einer RSS-Studie veröffentlicht:

    RSS Use to Increase Dramatically, Slashdot® Survey Shows

    Technology-Savvy Readers Expect Even More Targeted Information and Flexible Platforms

    The Slashdot RSS Study explores current usage of RSS feeds and future applications for fulfilling daily information needs at the desktop as well as in new media platforms. Survey highlights of the 230 respondents include:

    * 73% will increase their use of RSS feeds in the next year.
    * Most users received their feeds through a Web-based RSS syndication service but many users do not use traditional methods to read their feeds, instead relying on mobile and other devices to obtain their feeds.
    * Receiving feeds through mobile units such as cell phones, SMS messaging, voice mail, WAP or portable audio players will increase.
    * Technology will improve as RSS use increases, making RSS feeds easier for users to read and for publishers to deliver.

    24. März 2005