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  • : Unregulierte soziale Netzwerke zerstören Demokratie
    Facebook, Google, Twitter & Co. sind wie GiftmĂŒll fĂŒr unsere Gesellschaften, solange sie weitgehend unreguliert bleiben.
    Unregulierte soziale Netzwerke zerstören Demokratie

    Ein Ausschuss des britischen Parlaments geht mit Facebook, Google & Co. hart ins Gericht. In einem umfangreichen Bericht fordern die Abgeordneten konkrete Maßnahmen, um das giftige Ökosystem aus Online-Werbung, Wahlbeeinflussung und Datenmissbrauch in den Griff zu bekommen.

    1. August 2018 35
  • : Google muss Milliardenstrafe fĂŒr faule Taktiken bei Android zahlen
    EU-Kommissarin Margrethe Vestager
    EU-Kommissarin Margrethe Vestager
    Google muss Milliardenstrafe fĂŒr faule Taktiken bei Android zahlen

    Die WettbewerbshĂŒter in BrĂŒssel verurteilen Googles KnebelvertrĂ€ge, die der Konzern GerĂ€teherstellern und App-Entwickler aufzwingt. EU-Kommissarin Margrethe Vestager verhĂ€ngt eine Rekordstrafe gegen den Datenriesen, und das nicht zum ersten Mal. Doch das Bußgeld ist nur ein kleiner Stich gegen Googles Marktdominanz.

    18. Juli 2018 14
  • : Google gibt externen Firmen Zugriff auf Gmail-Konten von Nutzern [Update]
    Gmail-Logo
    Gmail ist fĂŒrs erste EU-rechtlich kein Telekommunikationsdienst
    Google gibt externen Firmen Zugriff auf Gmail-Konten von Nutzern [Update]

    Google erlaubt externen Softwareentwicklern weiterhin den Zugriff auf E‑Mails von Millionen Gmail-Nutzern. Vor einem Jahr versprach der Internetgigant zwar, die Inhalte der Mails von Kunden nicht mehr fĂŒr maßgeschneiderte Werbung zu analysieren. Doch das setzte der umstrittenen Datenpraxis des Konzerns offenbar kein Ende.

    Hunderte Firmen haben Zugriff auf private Nachrichten von Gmail-Nutzern, berichtet nun das Wall Street Journal:

    „[
] der Internetgigant erlaubt es hunderten externen Entwicklerfirmen, die Inboxen von Millionen von Gmail-Nutzern zu scannen, die sich fĂŒr E‑Mail-basierte Dienstleistungen wie Onlineshopping-Preisvergleiche, automatisierte Reiseplaner und andere Tools angemeldet haben. Google tut wenig, um deren Vorgehen zu kontrollieren.

    Meist werden die E‑Mails maschinell ausgewertet, um Werbung besser individualisiert ausliefern zu können. Doch in einigen FĂ€llen haben auch die Mitarbeiter der Firmen selbst zu Schulungszwecken Zugriff auf die Daten, berichtet die US-Zeitung. Wer Gmail verwendet, sollte darauf gefasst sein.

    Update: Zahlreiche Leser haben uns darauf hingewiesen, dass in den beschriebenen FĂ€llen Gmail-Nutzer den externen Anbietern ĂŒber den OAuth-Standard die Genehmigung zum Auslesen ihrer E‑Mails erteilt hĂ€tten. FĂŒr Leute mit IT-VerstĂ€ndnis ist die Bedeutung der Genehmigung sicher offenkundig, aber vielen Nutzern war wohl nicht klar, dass sie einem derartig weitgehenden Zugriff auf ihre privaten Mails durch externe Firmen und deren Mitarbeiter zugestimmt haben.

    2. Juli 2018 31
  • : EuropĂ€ische Polizei zeigt Behörden in Nordafrika, wie man das Internet ĂŒberwacht
    In Algerien haben die sĂŒdlichen Mittelmeeranrainer die Herausgabe von Cloud-Daten mit Google und Facebook diskutiert.
    EuropĂ€ische Polizei zeigt Behörden in Nordafrika, wie man das Internet ĂŒberwacht

    Die EuropĂ€ische Union unterstĂŒtzt afrikanische Mittelmeer-Staaten bei der Internet-Kontrolle. AutoritĂ€re Regime lernen, soziale Netzwerke auszuforschen und elektronische Kommunikation zu ĂŒberwachen. Das Polizeiprogramm ist seit 2004 Teil der EU-Nachbarschaftspolitik.

    19. Juni 2018
  • : Wie „DIE ZEIT“ Firmenbotschaften ins Klassenzimmer bringt
    Schulunterricht: Mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Google und Facebook.
    Wie „DIE ZEIT“ Firmenbotschaften ins Klassenzimmer bringt

    Als Richard Gutjahr von einer ZEIT-Tochterfirma gefragt wurde, ob einer seiner Artikel ĂŒber Hatespeech fĂŒr Schulmaterial verwertet werden darf, machte ihn ein Detail stutzig: Neben seinem Text sollte das Logo eines großen Rechtsschutzversicherers platziert werden. Der Journalist schaute sich die BroschĂŒre „Medienkunde 2018/2019“ und die dazugehörige Internetseite etwas genauer an. Werbung im Klassenzimmer? In einem Blogeintrag beleuchtet er das trickreiche Konzept von „ZEIT fĂŒr die Schule“ und dem dort bereitgestellten Unterrichtsmaterial.

    Tipps fĂŒr SchĂŒler*innen ĂŒber den sicheren Umgang mit Smartphones und Tablets – geschrieben von Google? TatsĂ€chlich. In einer geschickt getarnten „Anzeigenveröffentlichung“ auf der Webseite hebt der US-Konzern hervor, wie „zum Beispiel“ Google-Projekte bei der Medienerziehung helfen können. Ein „Positiv­beispiel fĂŒr eine besonders gelungene Integration digitaler Medien“ ist laut des Google-Artikels dann der YouTube-Kanal einer Schule. Die ArbeitsblĂ€tter zu Fake-News werden „in Zusammenarbeit“ mit Facebook prĂ€sentiert. Die Telekom-Stiftung darf ihr Logo ĂŒber eine Pro- und Kontra-Liste des Smartphone-Einsatzes im Unterricht setzen.

    Auf Nachfrage teilt DIE ZEIT Gutjahr mit, die Expertise der Kooperationspartner kĂ€me dem Projekt zu Gute und die inhaltliche Hoheit liege ausschließlich bei ZEIT fĂŒr die Schule. Doch:

    Das ist natĂŒrlich nur die halbe Wahrheit. Denn auf der Webseite ZEIT fĂŒr Schule, also jener Anlaufstelle, auf der man sich die ZEIT-BroschĂŒren und ‑ArbeitsblĂ€tter herunterladen soll, stehen die erwĂ€hnten ZEIT-Artikel Seite an Seite mit gefĂ€rbten PR-Texten der Sponsoren. [
] So gesehen lautet die vielleicht wichtigste Lektion, die Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit Gratis-Angeboten lernen sollten – egal ob sie von Google, Facebook oder DIE ZEIT stammen: There is no such thing as a free lunch.

    Wer an Schulen wirbt, verfolgt damit klar kalkulierte, kommerzielle Absichten. Sei es direkt durch Verkaufsangebote (wie bei den Schnupper-Abo-Angeboten der ZEIT) oder indirekt durch langfristigen Image-Gewinn bei Kindern, Eltern oder Lehrern.

    18. Juni 2018 5
  • : Das Leistungsschutzrecht – ein Zombie-Gesetz aus Deutschland wird bald in ganz Europa RealitĂ€t
    Zombie
    Das Leistungsschutzrecht: Ein Untoter sucht Deutschland heim
    Das Leistungsschutzrecht – ein Zombie-Gesetz aus Deutschland wird bald in ganz Europa RealitĂ€t

    Seit fĂŒnf Jahren gibt es in Deutschland das Leistungsschutzrecht. Eigentlich hat es nie funktioniert – doch die Bundesregierung will das bis heute nicht zugeben, wie ihre Antwort auf eine Anfrage der GrĂŒnen zeigt. Trotz allem könnte das umstrittene Gesetz bald auf EU-Ebene eingefĂŒhrt werden.

    30. Mai 2018 11
  • : EuropĂ€ische Behörden sind schlecht vorbereitet auf die Datenschutz-Grundverordnung
    Big Data an die Wand klatschen: Hier ein Eindruck aus Frankreich
    EuropÀische Behörden sind schlecht vorbereitet auf die Datenschutz-Grundverordnung

    Die neuen europĂ€ischen Spielregeln könnten zu Milliardenstrafen gegen Internetkonzerne wie Facebook fĂŒhren. Doch in zahlreichen EU-LĂ€ndern klagen DatenschĂŒtzer ĂŒber fehlendes Personal und mangelnde Kompetenzen. In Deutschland gibt es zudem Unklarheit ĂŒber den Ablauf kĂŒnftiger Verfahren.

    9. Mai 2018 13
  • : BroschĂŒre: Android-Smartphone von Google befreien
    Laut Urteil des BGH muss Google nicht automatisch Suchergebnisse entfernen, wenn Nutzer:innen dies fordern.
    BroschĂŒre: Android-Smartphone von Google befreien

    Das Handybetriebssystem Android stammt nicht nur aus dem Hause Google, sondern ist auch mit dessen Apps und Diensten durchsetzt. FĂŒr alle, die sich nicht von Google oder sonstiger vorinstallierter Spyware ĂŒberwachen lassen wollen, lohnt sich ein Blick in die neue BroschĂŒre von systemli.org.

    30. April 2018 10
  • : Bundestag ĂŒberlegt, digitale Plattformen zur Öffnung zu verpflichten
    Die Idee der PlattforminteroperabilitĂ€t, die nun im Bundestag diskutiert wird, wĂŒrde es möglich machen, mit Facebook-Nutzern zu kommunizieren, auch wenn man nicht selbst dort angemeldet ist.
    Bundestag ĂŒberlegt, digitale Plattformen zur Öffnung zu verpflichten

    Auf Antrag der GrĂŒnen debattierte der Bundestag, wie sich die Marktmacht von Google und Facebook beschrĂ€nken lĂ€sst. Breiten Anklang fand dabei ein Vorstoß dazu, Dienste wie die von Facebook frei verwendbar wie E‑Mail zu machen. In die Regulierungsdebatte kommt Bewegung.

    28. April 2018 10
  • : Gericht: Google muss auf E‑Mails von Kunden antworten
    Deutsche VerbraucherschĂŒtzer klagen: Support-Adressen von Google sind tote BriefkĂ€sten.
    Gericht: Google muss auf E‑Mails von Kunden antworten

    Das Kammergericht Berlin hat einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen Google Recht gegeben. Demnach muss der Internetkonzern auf E‑Mails von Kunden antworten und darf nicht mit automatisch erzeugten Standardantworten reagieren. Der Konzern verweist seine Kunden nĂ€mlich gerne an Kontaktformulare auf der eigenen Seite, statt Beschwerden einfach ĂŒber Email zu beantworten.

    Der vzbv schreibt dazu:

    Kommerzielle Betreiber von Webseiten sind nach dem Telemediengesetz dazu verpflichtet, ihren Kunden eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation zu ermöglichen – zum Beispiel fĂŒr Fragen zum Vertrag oder zu den angebotenen Produkten. DafĂŒr mĂŒssen sie eine E‑Mail-Adresse angeben. Die von Google im Impressum genannte Adresse entpuppte sich allerdings als „toter Briefkasten“. [
] Google verwies in der Antwort-Mail vor allem auf seine Hilfeseiten, ĂŒber die „gegebenenfalls“ auch Kontaktformulare erreichbar seien.

    Die Berliner Richter urteilten, dass es Kunden nicht zuzumuten sei, sich durch Formulare auf der Google-Seite durchklicken zu mĂŒssen. Vielmehr sei E‑Mail ein einfaches und schnelles Mittel zur Kommunikation. Das Urteil des Kammergerichts ist noch nicht rechtskrĂ€ftig. Wegen der grundsĂ€tzlichen Bedeutung der Rechtssache hat das Gericht die Revision beim Bundesgericht zugelassen.

    24. April 2018 4
  • : Google ist das neue Lehman Brothers: Wo Finanzmarkt und Internet einander Ă€hneln
    FinanzmÀrkte sind komplexe Gebilde. Hier im Bild: Eine neurologische Klinik in den USA.
    Google ist das neue Lehman Brothers: Wo Finanzmarkt und Internet einander Àhneln

    Wie beim Finanzcrash vor zehn Jahren sind wir heute in einer Logik des „too big to fail“ gefangen. Dabei gibt es eine allgemeine Formel, um Systeme wie das Internet und den Finanzmarkt gleichermaßen positiv zu gestalten. Ein Gastbeitrag.

    24. April 2018 6
  • : Facebook und der Journalismus: Eine Geschichte voller MissverstĂ€ndnisse
    Im schmucken StÀdtchen Perugia feiert Europas Medienelite sich beim jÀhrlichen Journalismusfestival selbst. Hauptsponsoren: Facebook und Google.
    Facebook und der Journalismus: Eine Geschichte voller MissverstÀndnisse

    Europas Nachrichtenseiten sind voll vom Datenskandal um Cambridge Analytica. Beim buntesten Journalismuskongress in Europa fiel der Name der Datenfirma aber praktisch nicht, obwohl stundenlang ĂŒber Facebook debattiert wurde. Denn aus Sicht der MedienhĂ€user ist nicht die Preisgabe von Nutzerdaten das Problem mit Facebook – sondern bloß ihr geringer Einfluss auf den Internetgiganten.

    14. April 2018 11
  • : Soziologin Zeynep Tufekci: DatenportabilitĂ€t ist nicht die Lösung
    Die Soziologin Zeynep Tufekci: "Transparenz alleine hilft uns nicht weiter."
    Soziologin Zeynep Tufekci: DatenportabilitÀt ist nicht die Lösung

    Die Soziologin Zeynep Tufekci ist im globalen Kampf gegen den Datenkapitalismus und die Privatisierung öffentlicher RĂ€ume im Internet eine wichtige Stimme. In einem Interview Ă€ußert Tufekci nun Skepsis an einer fĂŒr manche zentralen Bestimmung der Datenschutz-Grundverordnung, jenes im Mai in Kraft tretenden EU-Gesetzes, auf das DatenschĂŒtzer in Europa ihre Hoffnungen setzen. Das EU-Datenschutzgesetz sieht vor, dass jeder das Recht hat, die ihn betreffenden oder von ihm zur VerfĂŒgung gestellten Daten von den sammelnden Firmen und Organisationen einzufordern. Damit sollen etwa Lock-In-Effekte vermieden werden, die das Wechseln von Dienstleistern schwierig macht.

    Das Prinzip der DatenportabilitĂ€t kann aber auch zu bisher kaum vorhergesehenen Problemen fĂŒhren, sagte Tufekci im Interview mit dem Schweizer Online-Magazin Republik:

    Ich glaube, die DatenportabilitĂ€t wird nicht das bewirken, wofĂŒr sie gedacht ist. Wenn die Facebooks und Googles dieser Welt kommen und sagen «Hey, wir bezahlen dich fĂŒr deine Daten», dann wird das eine Mehrheit der Leute tun, ob gut ausgebildet oder nicht. Es ist schwierig fĂŒr den Einzelnen zu verstehen, was diese neue Freiheit auf einer kollektiven Ebene bedeutet. Plötzlich haben wir dann eine neue Hierarchie, es gibt Menschen mit teuren Daten und Menschen mit Trashdaten.

    FĂŒr Tufekci Ă€ndern AnsĂ€tze wie jener der DatenportabilitĂ€t nichts am Hauptproblem: Die Datenansammlungen durch Quasi-Monopolisten wie Facebook und Google. FĂŒr vielversprechender hĂ€lt sie daher den ebenfalls in der Datenschutzgrundverordnung verankerten Grundsatz der Datenminimierung. „Transparenz alleine hilft uns nicht weiter“, urteilt die Soziologin.

    28. MĂ€rz 2018 2
  • : Eine kurze Geschichte der Zensur durch Youtube
    Nicht bloß Leiterin einer Technologiefirma: YouTube-Chefin Susan Wojcicki
    Eine kurze Geschichte der Zensur durch Youtube

    Seit ĂŒber einem Jahrzehnt ist Youtube die grĂ¶ĂŸte Videoplattform der Welt. Nicht selten sorgte die Google-Tochterfirma in dieser Zeit mit seinen Entscheidungen zur Löschung und Sperrung von Inhalten fĂŒr Aufsehen und ZensurvorwĂŒrfe. Die Plattform verwickelte sich damit in Konflikte im Nahen Osten ebenso wie in Debatten um Hass im Netz und Verschwörungstheorien.

    Die Vice-Webseite Motherboard trug einige der vielen kontroversiellen Entscheidungen von Youtube zusammen. Autorin Jillian York urteilt dazu:

    Youtube ist, ob das den Entscheidern und FĂŒhrungskrĂ€ften dort gefĂ€llt oder nicht, bereits ein Schiedsrichter [im Streit um die freie] MeinungsĂ€ußerung, nicht bloß eine Technologiefirma. Darum spiegeln ihre Entscheidungen ihre Werte wieder, und die Werte von jenen, die die Entscheidungen treffen und umsetzen. [Eigene Übersetzung]

    27. MĂ€rz 2018 3
  • : „Handelskrieg“: Wie die Industrie gegen die Digitalsteuer der EU mobil macht
    Mensch vor einem Fenster
    Die gigantischen Profite von Internetkonzernen landen nur zum geringen Teil beim Fiskus, sondern meist bei anonymen Investoren.
    „Handelskrieg“: Wie die Industrie gegen die Digitalsteuer der EU mobil macht

    IT-Riesen wie Google oder Facebook fahren immer höhere Gewinne ein, zahlen aber in Europa kaum Steuern. Nun hat die EU-Kommission zwei VorschlĂ€ge auf den Tisch gelegt, die fĂŒr mehr Gerechtigkeit sorgen sollen. Der Industrie gefĂ€llt das gar nicht. Wir haben uns ihre Argumente gegen die Digitalsteuer angesehen.

    21. MĂ€rz 2018 8
  • : Google baut eine Paywall fĂŒr Medien auf der ganzen Welt
    Handverlesene Partner dĂŒrfen die Bezahlschranke von Google als erste nutzen
    Google baut eine Paywall fĂŒr Medien auf der ganzen Welt

    Google wird kĂŒnftig zum Abo-Shop fĂŒr Zeitungen. Der Internetkonzern kĂŒndigte gestern an, Verlegern eine eigene Paywall-Lösung zur VerfĂŒgung zu stellen und eingeloggten Google-Kunden die bezahlten Nachrichteninhalte in der Websuche vorrangig anzuzeigen. Die bisherigen Maßnahmen des kalifornischen Unternehmens zur Förderung des Journalismus, die Digital News Initiative, wird im selben Atemzug in „Google News Initiative“ (GNI) umbenannt.

    Der neue Bezahldienst von Google startet mit ausgewĂ€hlten Nachrichtenseiten, darunter der New York Times, der Financial Times und La Repubblica in Italien. Deutsche Zeitungen sind keine darunter. Google wird damit noch unmittelbarer Teil des Ökosystems des NachrichtengeschĂ€ftes, wie der Konzern ankĂŒndigt:

    Als Teil der Google News Initiative, unseren firmenweiten BemĂŒhungen zur UnterstĂŒtzung des Journalismus im digitalen Zeitalter, starten wir heute einen wichtigen Schritt, Nachrichten-Verlegern neue Einnahmequellen jenseits der Werbung zu erschließen. Wir planen, „Subscribe with Google“ wachsen und sich entwickeln zu lassen. Wir helfen Verlegern dabei, mögliche Abonnenten zu identifizieren, ihre Abozahlen zu steigern und finanzielle Nachhaltigkeit zu erreichen.

    Wieviel Google von den Verlegern fĂŒr seine Hilfe verlangen wird, geht aus der AnkĂŒndigung nicht hervor. In den vergangenen Jahren fĂŒhrten viele Nachrichtenseiten Bezahlschranken fĂŒr ihre Inhalte ein. Allerdings ist bisher fĂŒr die meisten Zeitungen und Nachrichtenseiten die Haupteinnahmequelle weiterhin Werbung. Einen immer grĂ¶ĂŸeren Anteil der digitalen Werbeeinnahmen schlucken allerdings die Datenkonzerne Google und Facebook, nach SchĂ€tzungen der Industrie im Vorjahr rund 84 Prozent. Um Kritik der Verlage an der Zerstörung ihres GeschĂ€ftsmodells abzuwehren, finanzierte Google mit der Digital News Initiative allein in Europa in den vergangenen zwei Jahren Innovationsprojekte im Journalismus mit rund 100 Millionen Euro. Indessen bauten die beiden Konzerne ihre Dominanz am Werbemarkt weiter aus.

    21. MĂ€rz 2018 4
  • : Sechs Monate und kein bisschen Bußgeld: NetzDG bleibt ohne Strafenkatalog
    Das NetzDG wird zur Hypothek fĂŒr die neue Bundesjustizministerin Katarina Barley
    Sechs Monate und kein bisschen Bußgeld: NetzDG bleibt ohne Strafenkatalog

    Eigentlich wollte die Bundesregierung in Leitlinien festlegen, wieviel die Internetkonzerne bei VerstĂ¶ĂŸen gegen das umstrittene Gesetz zahlen mĂŒssen. Eigentlich. Denn auch sechs Monate nach Inkrafttreten gibt es noch keine Regelung. Vertrauliche Emails zeigen die erfolgreiche Lobbyschlacht von Google und Facebook gegen das NetzDG.

    16. MĂ€rz 2018 6
  • : Wikipedia wird zum Prellbock fĂŒr YouTube
    YouTube verschließt die Augen vor dem eigenen Verschwörungstheorien-liebenden Algorithmus und zeigt stattdessen mit ausgestrecktem Finger auf Wikipedia.
    Wikipedia wird zum Prellbock fĂŒr YouTube

    Der Algorithmus der Videoplattform empfiehlt ĂŒbermĂ€ĂŸig oft Videos mit Verschwörungstheorien. Statt selbst zu reagieren, wĂ€lzt der Google-Konzern nun das Problem auf die gemeinnĂŒtzige Wikipedia ab.

    15. MĂ€rz 2018 14
  • : Nach zehn Wochen: Regierungspolitiker denken laut ĂŒber NetzDG-Reform nach
    Kritiker beklagen eine Löschorgie legaler Inhalte durch das NetzDG. (Symbolbild)
    Nach zehn Wochen: Regierungspolitiker denken laut ĂŒber NetzDG-Reform nach

    Die Kritik gegen ĂŒberzogenes Löschen von BeitrĂ€gen in sozialen Medien kommt langsam bei Union und SPD an. An der Problematik von privaten Unternehmen als Foren öffentlicher Meinung Ă€ndern jetzt gemachte VorschlĂ€ge allerdings wenig.

    9. MĂ€rz 2018 5
  • : Netflix wird zum Politikmedium: Barack Obama bekommt eigene Show
    Mit PlĂ€nen fĂŒr eine eigene Sendung macht Ex-PrĂ€sident Obama sein Image zur Ware. Im Bild: Puppen von Prominenten. Von links nach rechts: Ein Ninja-Turtle, Jesus, Obama und sein Nachfolger Donald Trump
    Netflix wird zum Politikmedium: Barack Obama bekommt eigene Show

    Der Videostreamingdienst Netflix plant, mit selbstproduzierten Inhalten in das politische TagesgeschĂ€ft einzugreifen. Laut einem Bericht der New York Times befindet sich Netflix in „fortgeschrittenen GesprĂ€chen“ mit Barack Obama ĂŒber eine eigene Sendung mit dem frĂŒheren US-PrĂ€sidenten. Mit der Obama-Show und angekĂŒndigten Talk-Formaten versucht Netflix, das mit dem Polit-Thriller „House of Cards“ seinen ersten großen Hit landete, zunehmend selbst die politische Agenda zu setzen.

    Die New York Times berichtet:

    Unter den Bedingungen des vorgeschlagenen Deals, der noch nicht abgeschlossen ist, bezahlt Netflix Obama und seine Frau Michelle fĂŒr exklusive Inhalte fĂŒr den Streamingdienst, der weltweit 118 Millionen Abonnenten hat. Die Zahl der Folgen und das Format fĂŒr die Sendung sind noch nicht entschieden. [
] Eine Idee fĂŒr die Sendung ist, dass Obama Unterhaltungen ĂŒber die Themen moderiert, die seine PrĂ€sidentschaft dominierten – Gesundheitsversorgung, Wahlrecht, Einwanderung, Außenpolitik und Klimawandel. Alles Themen, die die amerikanische WĂ€hlerschaft auch in der Amtszeit von PrĂ€sident Trump polarisieren.

    Der Streamingdienst bietet Obama damit kĂŒnftig ein Podium, um wieder in der US-Politik mitzumischen. Dabei könnten Technologie-Themen eine prominente Rolle spielen: Zuletzt hatte sich der frĂŒhere US-PrĂ€sident in einer nicht zur Veröffentlichung bestimmten Rede an der US-UniversitĂ€t MIT zum Plattform-Kapitalismus geĂ€ußert. Firmen wie Google und Facebook, aber auch Twitter, mĂŒssten als Teil ihres GeschĂ€ftsmodells anerkennen, dass sie kommerzielle Unternehmen seien, aber zugleich ein öffentliches Gut anböten. „Sie sind nicht nur unsichtbare Plattformen, sie formen unsere Kultur in machtvoller Weise.“ Die Worten kamen ĂŒberraschend fĂŒr einen Politiker, der in seiner Amtszeit eng mit den Technologiefirmen des Silicon Valley verbunden war.

    9. MĂ€rz 2018 5