Demokratie

Unregulierte soziale Netzwerke zerstören Demokratie

Ein Ausschuss des britischen Parlaments geht mit Facebook, Google & Co. hart ins Gericht. In einem umfangreichen Bericht fordern die Abgeordneten konkrete Maßnahmen, um das giftige Ökosystem aus Online-Werbung, Wahlbeeinflussung und Datenmissbrauch in den Griff zu bekommen.

Facebook, Google, Twitter & Co. sind wie Giftmüll für unsere Gesellschaften, solange sie weitgehend unreguliert bleiben. CC0 NeuPaddy

IT-Konzerne wie Facebook, Twitter oder Google und ihr giftiges Ökosystem haben mitgeholfen, die Volksabstimmung zum EU-Austritt des Vereinigten Königreichs zu beeinflussen, den Völkermord an der Rohingya-Minderheit in Myanmar umzusetzen und hätten zudem die Grundrechte von Millionen von britischen Bürgern mit Füßen getreten. Es sind gewichtige Anschuldigungen, die im Zwischenbericht des Ausschusses für Digitales, Kultur, Medien und Sport des britischen Parlaments stecken, der am Sonntag veröffentlicht wurde.


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Über ein Jahr lang befragten die Abgeordneten Dutzende Zeugen, holten über 150 schriftliche Stellungnahmen ein und reisten sogar bis nach Washington, um dem Phänomen der Ausbreitung von Falschnachrichten und gezielt gestreuten irreführenden Informationen auf den Grund zu gehen. Im Zentrum standen soziale Netzwerke, deren Geschäftsmodelle und wie sich diese auf Wahlentscheidungen auswirken, etwa auf das Brexit-Referendum. Neue Fahrt nahm die Untersuchung nach dem Bekanntwerden des Datenskandals um Facebook und Cambridge Analytica auf. Am Ende wurde daraus ein Verfahren, schreibt die von Beginn an berichtende Guardian-Journalistin Carole Cadwalladr, das die „gesamte Struktur, Maschinerie und Zukunft unserer Demokratie“ unter die Lupe nahm.

Der 89 Seite starke und weitreichende Zwischenbericht nimmt kein Blatt vor den Mund. Insbesondere Facebook kommt darin schlecht weg. Das soziale Netzwerk habe sich bei den Untersuchungen unkooperativ gezeigt, ganz abgesehen von den fragwürdigen Methoden, die zum Alltagsgeschäft des Konzerns gehören. „Facebook hat alle Informationen“, schreiben die Abgeordneten. „Außenstehende haben sie nicht, außer Facebook entscheidet sich, sie zu veröffentlichen. Facebook war unwillig, Informationen mit dem Ausschuss zu teilen, was nichts Gutes verheißt für künftige Transparenz.“

IT-Konzerne sind nicht „neutral“

Das will das britische Parlament nun ändern und fordert konkrete Maßnahmen. Bislang hätten sich diese wenigen, monopolistisch agierenden Anbieter etwa hinter der fadenscheinigen Ausrede versteckt, „neutrale“ Plattformen zu sein, um sich der Regulierung zu entziehen. Aber sie seien keineswegs neutral, so wie auch der Begriff „Plattform“ irreführend sei: „Das Wort ‚Plattform‘ suggeriert, dass diese Unternehmen passiv handeln und einfach nur Informationen veröffentlichen, die ihre Nutzer hochladen – ohne selbst zu beeinflussen, was wir sehen oder nicht“, heißt es im Bericht. Aber das würde nicht stimmen, schließlich sei genau das ihr Geschäftsmodell: „Sie wollen uns einnehmen („engage“), von dem Moment an, zu dem wir uns einloggen, um Umsätze zu erwirtschaften mit den Werbeeinblendungen, die wir sehen.“

Aber statt sie in veraltete Schubladen wie „Plattform“ oder „Verleger“ zu stecken, brauche es ein gänzlich neues Konzept für die Regulierung sozialer Netzwerke. Dieses soll bis Ende des Jahres entstehen und von der Regierung in einen Gesetzentwurf gegossen werden. Letztlich sollen die Konzerne unter anderem haftbar gemacht werden können für „schädigende und illegale“ Inhalte, die sie verbreiten. Im Blick haben die Abgeordneten dabei sowohl Inhalte, die Nutzer den Betreibern melden, als auch Inhalte, bei denen es den Konzernen „leicht fallen sollte, sie selbst zu erkennen“.

In der Praxis dürfte dies wohl auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz hinauslaufen, anders lässt sich die täglich auflaufende Datenmenge sonst kaum bewältigen. Allerdings ist diese Technologie aus vielen Gründen noch lange nicht so weit, um zuverlässig Inhalte zu erkennen und richtig einzustufen. „Die Heilung könnte schlimmer sein als die Krankheit“, warnen die Fakten-Checker von „Full Fact“, die als Sachverständige vom Ausschuss befragt wurden. „Wir müssen so handeln, dass sowohl die Meinungsfreiheit gewahrt bleibt als auch der Schaden, der von Desinformation ausgeht, limitiert wird.“

Neue Transparenzregeln

Weniger kontrovers, leichter umsetzbar und vermutlich effektiv dürften die anderen Vorschläge sein, die der Ausschuss unterbreitet. So wie die Firmen etwa dem Finanzamt Rechenschaft schuldig sind, sollen sie künftig ihre Sicherheitsmechanismen und Algorithmen gegenüber Regulierern offenlegen. Für mehr Transparenz sollen neue Regeln für politische Kampagnen sorgen. Alle digitalen Anzeigen sollten ein einfach zugängliches Impressum aufweisen und offenlegen, wer die Anzeige veröffentlicht und wer sie bezahlt hat. Briefkastenfirmen, hinter denen sich anonyme Geldgeber verstecken können, um nicht nachvollziehbar politische Anzeigen zu schalten, sollen der Vergangenheit angehören. Ein öffentliches Register mit allen digitalen Anzeigen steht ebenfalls im Pflichtenheft. Und Nutzer sollten in der Lage sein, bestimmten Formen von Microtargeting zu widersprechen.

Diese hoch umstrittene manipulative Form der auf einzelne Nutzer zugeschnittenen Wahlwerbung, verknüpft mit irreführenden Informationen, hatte für Großbritannien schwerwiegende Folgen. Wie der Bericht offenlegt, gab es zahlreiche zwielichtige Verbindungen zwischen Facebook, Cambridge Analytica sowie anderen Datenfirmen und der auf den EU-Austritt drängenden Leave-Kampagne. Diese hatte teils illegal und mit Hilfe von Psychogrammen gezielt „Dark Ads“ auf sozialen Netzwerken ausgespielt und soll damit entscheidend das Ergebnis der Brexit-Abstimmung beeinflusst haben.

Russland steckt tief drin

Dabei erhielt die Brexit-Austrittskampagne tatkräftige Unterstützung aus Russland, das an einer Destabilisierung des Westens interessiert ist. Den Verflechtungen widmet der Bericht ein eigenes Kapitel. Erst im Laufe der Untersuchung hätten sich auf jedem Schritt des Weges die vielen Verbindungen zu Russland offenbart, sagte der konservative Ausschussvorsitzende Damian Collins dem Guardian. „Es gab keinen Punkt, an dem wir dachten ‚Oh, es ist nicht so schlimm wie befürchtet'“, sagte er. „Die Verbindungen scheinen nur tiefer und signifikanter geworden zu sein.“

Bislang fielen solche Formen der unlauteren Beeinflussung leicht, da praktisch unreguliert teils legal, teils illegal beschaffte Nutzerdaten nach Gutdünken ge- und missbraucht werden können. Der Bericht samt seinen Empfehlungen wird sicherlich noch für heiße Diskussionen sorgen, stellt aber in seiner Gesamtheit den ersten nennenswerten Schritt dar, um die stetig und ungehindert wachsende Macht der großen Plattformen einzuhegen. Ein noch weitergehender Bericht soll im Herbst folgen, der tiefer die Rolle und Mechanismen von Online-Werbung beleuchten wird.

Ob jedoch die britische Regierung, die ausgerechnet von den EU-Austrittsverhandlungen überfordert ist, tatsächlich ein stimmiges Gesetz entwickeln kann, steht auf einem anderen Blatt. Alleine auf das Vereinigte Königreich ist das Problem freilich nicht beschränkt. So warnt die EU-Kommission gebetsmühlenartig vor möglicher Meinungsmanipulation im Internet. Die Botschaft scheint aber bei den meisten EU-Mitgliedstaaten noch nicht so richtig angekommen zu sein. Ergebnislos blieb bisher ein von der EU-Kommission angestoßener Verhaltenskodex für Online-Plattformen, der Desinformation in ihren Netzen eindämmen soll. Ursprünglich für Juli geplant, wurde die Veröffentlichung jedoch auf September verschoben.

35 Kommentare
  1. Wie kann man die Anti-Russland-Propaganda wirklich so übernehmen. Ich mein, nicht das ich nicht glauben würde, dass das passiert sein könnte, aber Beweise gab es bisher keinen einzigen. Außerdem muss eine Demokratie „Meinungsbeeinflussung“ aushalten können. Das ist jedenfalls besser als wenn uns vorgeschrieben wird, was die richtige Meinung sein soll von den derzeit regierenden.

    Wie wäre es wenn wir wieder Notstandsgesetze für sowas einführen? Ist doch auch noch nie schiefgegangen.

      1. Ich versteh nicht warum es eine „conclusion“ braucht. Kontroversen gibt es und gab es immer und sollten auch öffentlich ausgetragen werden können. Nur wird hier ein Elefant in den Raum getragen, der niemand stört, nur die denen manche Ergebnisse von Wahlen nicht paßen. Vielleicht schafen wir auch einfach Wahlen ab, dann müsste man nicht darüber streiten.

        Auf die Idee zu kommen, dass es Menschen gibt die tatsächlich den Brexit gut finden, ohne Beziehung nach Russland zu haben, scheint man in manchen Kreisen (vor allem in deutschland) nicht mehr zu kommen. Aber so einfach wie ihr es euch damit macht, ist die Welt nicht und Wahlen drückten genau das aus.

        https://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/john-lydon-trump-brexit-nigel-farage-support-sex-pistols-singer-good-morning-britain-a7652981.html

        1. Ich halte den Verweis auf Russland für klassisches Igor-blaming. Es war nicht der Russe, sondern die Privatschule: Meine Idee ist, dass die Politiker und ihre Untertanen in GB nicht auf die gleichen Schulen gehen usw, die kennen einander gar nicht, wissen nicht, wie ihre Bevölkerung tickt, was deren Probleme und Vorstellungen von der Welt sind. Die Politiker wussten einfach echt nicht, dass es so ausgehen wird, weil die so weltfremd sind, wie man es in Deutschland gar nicht werden kann (oder nur mit mehr Aufwand).
          Da braucht’s keine Russen, damit das so endet. Das nicht-vorstellen-können und nicht-hereinversetzen-wollen ist so oft ein Problem, im Großen, wie im Kleinen, Links wie Rechts, hier wie im Rest der Welt.

  2. Plötzlich entdeckt das britische Parlament sein Herz für Freiheit und Demokratie, wie rührend. Welches westliche Land hat noch gleich den Überwachungsstaat auf ein nie zuvor gesehenes Niveau gehoben und sich dabei keinen Deut um Transparenz, Rechtstaatlichkeit und Angemessenheit geschert?

    1. Nicht ganz, plötzlich entdeckt die „Brexit-Partei“, das der Brexit echt „Kacke“ und vor allem Teuer ist und sucht jetzt den/die Schuldigen!
      Klar, Facebook, Twitter und ähnliche Kommunikationsplattformen.
      Ganz Klar auch, der Russe ist schuld am Brexit, nicht die Partei, die den „Exit“ wollte!

  3. „Die Botschaft scheint aber bei den meisten EU-Mitgliedstaaten noch nicht so richtig angekommen zu sein.“

    Tatsächlich nicht?
    Die Botschaft ist, unsere Meinung wird nicht wie gewünscht manipuliert. Infolgedessen muss das Netz mehr/besser kontrolliert werden. Dafür gibt es jedes Jahr neue Gesetze. Ich hab keine sorge, dass diese „Botschaft“ zu Gesetzen führen wird, die das Netz noch mehr einschränken wird.

    1. Die Botschaft ist, dass vollkommen intransparent agierende IT-Konzerne ein äußerst lukratives Geschäftsmodell erschaffen haben, dessen algorithmische Entscheidungssysteme auf „Engagement“ ausgerichtet sind und das Manipulationen, durch wen auch immer, Tür und Tor öffnet. Einige nicht gut durchdachte Lösungsansätze könnten tatsächlich „schlimmer sein als die Krankheit“, wie es im Artikel heißt. Andere sind IMHO längst überfällig, um Online-Wahlkämpfe künftig transparenter ablaufen zu lassen. Aber die Black Boxen und ihre toxischen Anreizsysteme weiterhin komplett unreguliert zu lassen, wäre fatal.

      1. Vielleicht wäre es sinnvoll zu analysieren und darzulegen, was Mechanik und Wirkung „Sozialer Medien“, oder spezielle aus dieser Klassifizierung, im Gegensatz z.B. zu der „althergebrachten“ von TV, Radio und Print wäre.

        Legendenbildung, Sprachsetzung, Framing, Diskursaneignungen, Faktenfälschungen, Wahlbeeinflussung, Propaganda, Populismus gab es schon immer, in direkter oder indirekter Form – von einem gedachten innen, wie von einem vermeintlich außen. Das sind alles mehr, oder minder, legitime Steuerungsmittel in einer sozialen warenhaften Gesellschaft – keine Neuerfindung.

      2. „intransparent agierende IT-Konzerne ein äußerst lukratives Geschäftsmodell erschaffen haben, dessen algorithmische Entscheidungssysteme auf „Engagement“ ausgerichtet sind und das Manipulationen, durch wen auch immer, Tür und Tor öffnet.“

        Es geht in der Aufmerksamkeitsökonomie halt nun mal darum sich von der Aufmerksamkeits-Torte das dickstmögliche Stück abzuschneiden. Die alten Gatekeeper haben neue Konkurrenten bekommen und heulen jetzt halt.

        „Manipulationen, durch wen auch immer“ gab es doch schon immer, jetzt sind es bloß andere, die die Aufmerksamkeit der Massen als Gatekeeper oligopolisieren.

        Aber wollen wir wirklich in eine Welt zurück, in der man Deutschland noch mit ARD, ZDF und BILD regieren konnte? Waren wir da wahrhaftiger informiert, freier und glücklicher?

        Wie wollen wir es denn haben, positiv beschrieben?

        Wollen wir, daß Otto Normalbürger weiterhin im Internet frei seine Meinung publizieren kann, oder wollen wir das nicht? Ist Artikel 5 GG wirklich dadurch nicht mehr tragbar, daß ein jeder sich die Publikation seiner Meinung, auch wenn er denn bullshit meinen sollte, tatsächlich auch leisten und relevant große Zielgruppen erreichen kann?

        „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ (GG)

        „Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung … Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend, denn es ermöglicht erst die ständige geistige Auseinandersetzung, den Kampf der Meinungen, der ihr Lebenselement ist.“ (BVerfG 1958)

  4. Das halte ich für ausgemachten Unsinn. Bestimmte Praktiken, wie zum Beispiel die Schattenprofile von Facebook gehören schlicht ebenso verboten, wie das Datensammeln von Betriebssystemherstellern, Providern und sonstigen Schnüfflern. Aber Zensoren, wie z.B. die Stasi-Stiftung braucht kein Mensch. Denn bei denen geht es nicht um Demokratie, sondern um Unterdrückung missliebiger Meinungen. Die kämpfen um die „Macht“, die „Meinungshoheit“. Nur, das Internet als solches kann man für den Fall, dass sie gewinnen, gleich ausgeschaltet lassen. So ein Netz hätte keinerlei Wert für die Menschen.

  5. Ein Verbot von Werbung auf den „Plattformen“ würde Wunder wirken.
    Das Finanzierungsmodell von Facebook, Google und Co. ist auf Dauer so nicht zu tolerieren.
    Klar definierte Leistungen, Transparenz, Datensicherheit und selbstverständlich auch eine zu zahlende Nutzungsgebühr für den Verbraucher sollten Pflicht werden.
    Das „wir bekommen eure Daten, verkaufen diese an Dritte mit mehr oder weniger legalen Interessen und stellen euch dafür einen kostenlosen Service zur Verfügung“ läd direkt zu den bekannten Manipulationen ein.
    Zerschlagen sollten die erwähnten Konzerne aber allein schon wegen ihrer marktbeherrschenden Stellung.

  6. Wie kommt man eigentlich auf die Idee kommt, dass Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt die Demokratie zerstören könnten. Die USA dürfen die angebliche Einmischung in ihre Präsidentschaftswahlen nach ihrem Recht beurteilen. Bei uns sollte aber gelten: Eine Meinung oder eine Information ist immer zulässig und zwar unabhängig davon, von wem oder wie diese verbreitet oder vertreten wird. Zensur kann und darf es dagegen nicht geben.

    Die im Artikel vertretenen Meinungen sind weitläufig bekannt und ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, warum Netzpolitik meint, mich auch in ihrem Informationsangebot mit diesem Schwachsinn berieseln zu müssen.

    Bitte äußert Euch nur dann zu Themen, wenn Ihr in der Lage seid, das Gehirn zumindest beim Verfassen der Artikel eingeschaltet zu lassen und nicht einfach die gängige Propaganda wiederzukäuen. Menschen, die davon ausgehen, dass Ihr Euch für eine freie Gesellschaft einsetzt, könnten das sonst missverstehen.

      1. Gegen Überwachung(skapitalismus), invasives Tracking, Microtargeting, Dark Ads, Mono-/Oligopole, privatisierte Rechtsdurchsetzung, Geld aus dunklen Töpfen,

        Für Transparenz, offene Standards, demokratische Auseinandersetzung mit offenem Visier, Recht auf Privatsphäre und Datenschutz,

    1. Sorry aber wenn ich das 100. mal lesen muss die pösen pösen Flüchtlinge und Muslime sind an allem bösen Schuld dann bin ich doch für Zensur in einem Gewissen Rahmen. Das Internet ist und bleibt kein Straffreier Raum. Hetze und Co sollten dort genauso verfolgt werden wie im echten Leben auch. Niemand wird eine Kritik gegen die Regierung oder andere Institutionen löschen allerdings wenn leute gegen andere Hetzen ist das vollkommens rechtens.

      1. Lieber Tim,

        auch das ist kein Grund für Zensur!
        Besser als jede Zensur sind das ARGUMENT und der FAKT.
        Blöd daran ist doch nur, daß es Geduld, Nerven, Beharrlichkeit, Engagement, Hirn, …. bedarf.
        Zensur ist Schwäche. Selbst wenn man es Himbeereis nennt.

  7. Übersetzung: „Der Pöbel ist nicht mehr auf unsere Propaganda angewiesen um an Informationen zu kommen, sondern bekommt manchmal auch Propaganda von anderen zu sehen und kann sich selbst ein Bild machen. Wir können nicht gleichzeitig unsere Interessen durchsetzen und den Anschein von Demokratie waren, wenn der Mob einfach eigenmächtig irgendwas wählt und nicht das was wir wollen. Wir müssen das Informationsmonopol, dass wir vor diesem Internet hatten wiederherstellen.“

    1. Erstens das, aber es geht noch weiter.
      Facebook, Twitter und Google haben Monopolstellung, die dürfen eigentlich nicht einzelnen Personen die Nutzung ihres Dienstes verbieten, nur weil der Deep State deren Posts nicht mag.

      Mit diesem Gesetz werden nicht nur alternative Plattformen zur Zensur gezwungen, sondern auch die freiwillige Zensur der vom Deep State infiltrierten/gegründeten Unternehmen legalisiert.
      Während gleichzeitig die meisten Staaten auf der Welt selbst nicht zensieren dürfen.

      1. Oh, und diese „Enthüllung“ des fiesen Google-Demokratie-Hackings (Soros nicht vergessen!) kommt von den Herren Volker Rieck und Jörg Weinrich über die bekannte Wahrheitsplattform http://webschauder.de/impressum/ mit Weinrich als Vorstand des dort angegebenen Vereins. Rieck ist Geschäftsführer von FDS File Defense Service, ein „Content-Protection-Dienstleister“ für Rechteinhaber, zuweilen produziert er „Piraterie-Studien“.

        Da weiß man, was man hat. Guten Abend!

          1. Von Fake News war gar keine Rede, und ich wüsst auch nicht, wer hier den Trump macht, falls das so gemeint sein soll, dass die Medien der Feind des Volkes seien. Ich versteh mich durchaus als Teil der Medien, insofern wär das auch unsinnig.

            Ich wollte darauf hinweisen, wer hinter den Beschuldigungen steckt, so kann man sich sein eigenes Bild machen.

            Na gehen wir das mal durch:
            Auf http://webschauder.de/the-anatomy-of-an-assault-on-politics/ erschien der erste Teil am 27. Juli, zeitgleich in zwei Sprachen, der Google, aber auch Mozilla und diverse weitere des „Politik-Hacks“ bezichtigt. Autor: Volker Rieck. Ein Hinweis ist auch darunter:

            „Volker Rieck blogs regularly on Webschauder and from time to time on the US blog The Trichordist on various aspects of unregulated content distribution.“

            Am selben Tag erscheint dann bei https://thetrichordist.com/2018/07/27/article-13-anatomy-of-a-political-hack-guest-post-by-volker-rieck/ derselbe Text als Gastbeitrag von Rieck, tags drauf gefolgt von https://thetrichordist.com/2018/07/28/the-google-funded-astroturf-group-that-hacked-the-eu-copyright-vote-in-pictures/ mit dem Autor David Lowery, am 28. Juli. Er beschreibt sich ebenfalls als ein Vertreter der Künstler und Rechteverwerter und hatte schon mehrfach und auch gerade ein paar Tage zuvor, am 4. Juli, in https://thetrichordist.com/2018/07/04/is-google-running-hybrid-information-warfare-attack-on-eu-parliament/ Google im „hybrid information warfare“ gegen das EU-Parlament gesehen.

            Der zweite Artikel (auch in zwei Sprachen) ist dann dieser http://webschauder.de/assault-on-politics-2-organization/ am 3. August, diesmal von Weinrich, der gleich mal schreibt: „Arm in Arm mit Förderern von Piraterie“!

            Bei https://thetrichordist.com/2018/08/03/anatomy-of-a-political-hack-guest-post-volker-rieck/ erscheint dann derselbe Text, allerdings mit Rieck als Autor, auch am 3. August.

            In der oben verlinkten Times macht man das inhaltlich zwar etwas weniger platt und mit sehr viel weniger Getöse. Man lässt einen Teil des Geraunes weg, es gäbe eine Verbindung zu Google: Man verweist bei der Times auf seine Quelle und nennt das Ganze eine Beschuldigung, und man nimmt auch ein zurückweisendes Statement der OpenMedia (und eins von Google) dazu.

            „The Trichordist, a blog that first highlighted the connection between Google and OpenMedia, accused the search company of hacking the democratic process. OpenMedia, based in Vancouver, insisted that Google and other donors had no influence over its campaigns and said that most of its funding came from grassroots supporters.“

            Steil bleiben einige Thesen bei der Times aber dennoch.

            Bei Dailymail http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-6031363/Google-funding-campaign-group-spams-policymakers-newspapers.html übrigens ist es dann nur noch so zu lesen:
            „.. investigation by The Times suggests.“ Nunja.

            Ich finde deswegen nicht, dass sämtliche Vorhaltungen von Rieck, Weinrich oder auch Lowery von der Hand zu weisen sind. Aber wer da mit welchen Motiven und welcher Sprache Ausgangspunkt der Beschuldigungen ist, wird hoffentlich jetzt ganz gut ersichtlich.

            Bei netzpolitik.org haben mehrere Redakteure über viele Monate hinweg über den Streit im EU-Parlament berichtet, der übrigens anfangs kaum jemanden interessierte, siehe https://netzpolitik.org/tag/eu-urheberrecht/ mit vielfältigen Argumenten. Keiner wurde von Google oder irgendeiner der sonst noch beschuldigten Unternehmen bezahlt, auch nicht indirekt. Was daran bigott sein soll, erschließt sich mir nicht.

            Lesen hilft.

          2. Euer Artikel zeigt Doch selbst, dass Ihr Demokratie Hacking als Gefahr seht. Wenn Ihr Rieck oder sogar die Londoner TIMES als perso deshalb als Nichtzuläsig seht, Da diese Rieck oder The Times heißen dann nutzt Doch Euer „umfangreiches Redakteurin en Netzwerk (hüstel) um selbst bzgl dieses bisjetzt einmaligen Demokratie Hacks und des zugrundeliegenden Google Astroturfings zu recherchieren. Da nun ja sogar die EU Verwaltung selbst ermitteln will. Macht Ihr aus Guten Grund nicht, wäre ja ein Schuß ins eigene Astroturf Knie, auch wenn ich Euch absolut abnehme, dass Ihr Euch Da selbst Unwohl fühlt.

          3. Ich hab Mühe, den Kommentar zu parsen.
            Aber wo wir uns ins „eigene Astroturf-Knie“ schießen würden, hätte ich dann aber doch gern belegt.

        1. @constanze
          http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/eu-urheberrechtsabstimmung-anatomie-eines-politik-hacks-15743044.html

          oder etwa auch die FAZ ( also die Zeitung in DT, die jenseits politischer Einordnung die zweifelslos umfangreichste Fakte Recherche Einheit beschäftigt ) auch Teil der „Nunja“ Presse ?
          Man kann man so wirklich stehen lassen. Die Message von thomas in diesen Artikel ist völlig richtig. Die Gefahr ( einfacher ) politischer Einflußnahme durch gesteuerte Populismus im Marktinteresse ist enorm. Allerdings handelt NP selbst in hohen Maße Bigott zu diesen Thema. Bzgl. der Unterstützung durch NP für den EU Demokratie Hack hilft es vielleicht der NP Redaktion da mal selbstkritischer zu agieren. Es hätte auch genügend gute Gründe gegeben, die Urheberrechtsreform wg. anderen Gründe abzulehnen, so wie ich es selbst tue. Sich allerdings solcher undemokratischen Fake, Unsinn Populismus und Baukastensysteme Politik Hack von Google zu bedienen ist unterirdisch und im Sinne Eures Autors Thomas eine Gefahr für die Demokratie. Ihr dürft Euch für die Unterstützung schämen.

          1. Nur weil derselbe Unsinn desselben Autor nun als Gastbeitrag in der FAZ steht, die immerhin offenlegt, für was der Autor steht, ändert das genau was an den Argumenten gegen die Urheberrechtsreform, über die wir viele Monate berichtet haben?
            Was soll der alberne Vorwurf, wir seien bigott? Genau nichts haben wir mit Google zu tun. Die Autoren, die über die Monate hier zu dem Thema geschrieben haben, waren und sind niemandem verpflichtet.

  8. Weil man sich auf andere Grundlagen bereits stellte ist dies so.
    Zudem hat die sogenannten neuen sozialen Medien derjenige Netzbetreiber gleichzeitig zu unterhalten. Ob diese gewünscht sind oder einfach auf das Auge gedrückt, spielt bei der Prozeßkostenhilfe keine Rolle mehr.

  9. Eine űberwiegende Leserschaft die offensichtlich AFD Sprech als Meinungsfreiheit postuliert. Herrje muss das die NP Macher schmerzen. Passt zum Artikel, guter Beweis, wie das Freie Internet Gequatsche komplett für den Arsch ist.

  10. „Unregulierte soziale Netzwerke zerstören Demokratie“ In Anbetracht der Tatsache, dass uns diverse Qualitätsmedien im Dienste von „Politikern“ tagtäglich neue Märchen auftischen, sind genau diese unregulierten Netzwerke notwendig.

    Nehmen wir mal die „globale Erwärmung“, passend zu diesem sensationellen Sommer. Vor ca. 40 Jahren heulten die Medien rum, es käme eine Eiszeit, vor 30 Jahren lagen die Wälder im Sterben und danach wurden die Ozonlöcher über den Polen immer größer. Jetzt sind die Abgase von Diesel-PKW ungeheuer schädlich, die von Transportern, LKW, Schiffen und Flugzeugen aber zu vernachlässigen. CO2 wurde zum Klimagift schlechthin ausgerufen. Da müsste man eigendlich nur die Hälfte aller Lebewesen umbringen, oder welchen Dünnschiss wollen uns diese „Wissenschaftler“ noch andrehen? Klimawandel gab es auf der Erde seit ihrer Entstehung und wenn die Pole wandern, sollte man das auch erwarten.

    Weder der „Brexit“ noch die Wahl „Trumps“ waren Folgen von Propaganda im Internet. Merkel konnte trotz krassester Fehlleistungen mittels Internet-Propaganda auch nicht gestürzt werden. Der Brexit und Trump sind Folgen mieserabelster Politik. Noch schlechter als Merkel, dass es sowas gab, hätte kaum einer geglaubt. Wobei Trump wahrscheinlich nur als „kleineres Übel“ gewann. Als solches hält er sich, trotz täglicher Hetze gegen seine Person in allen Qualitätsmedien, recht gut.

    Genau aus diesen Gründen und vielen mehr ist ein unreguliertes Internet erforderlich, auch, wenn dort viel Unsinn abgesondert wird.

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