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Google baut eine Paywall für Medien auf der ganzen Welt

Handverlesene Partner dürfen die Bezahlschranke von Google als erste nutzen Public Domain Screenshot/Google

Google wird künftig zum Abo-Shop für Zeitungen. Der Internetkonzern kündigte gestern an, Verlegern eine eigene Paywall-Lösung zur Verfügung zu stellen und eingeloggten Google-Kunden die bezahlten Nachrichteninhalte in der Websuche vorrangig anzuzeigen. Die bisherigen Maßnahmen des kalifornischen Unternehmens zur Förderung des Journalismus, die Digital News Initiative, wird im selben Atemzug in „Google News Initiative“ (GNI) umbenannt.

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Der neue Bezahldienst von Google startet mit ausgewählten Nachrichtenseiten, darunter der New York Times, der Financial Times und La Repubblica in Italien. Deutsche Zeitungen sind keine darunter. Google wird damit noch unmittelbarer Teil des Ökosystems des Nachrichtengeschäftes, wie der Konzern ankündigt:

Als Teil der Google News Initiative, unseren firmenweiten Bemühungen zur Unterstützung des Journalismus im digitalen Zeitalter, starten wir heute einen wichtigen Schritt, Nachrichten-Verlegern neue Einnahmequellen jenseits der Werbung zu erschließen. Wir planen, „Subscribe with Google“ wachsen und sich entwickeln zu lassen. Wir helfen Verlegern dabei, mögliche Abonnenten zu identifizieren, ihre Abozahlen zu steigern und finanzielle Nachhaltigkeit zu erreichen.

Wieviel Google von den Verlegern für seine Hilfe verlangen wird, geht aus der Ankündigung nicht hervor. In den vergangenen Jahren führten viele Nachrichtenseiten Bezahlschranken für ihre Inhalte ein. Allerdings ist bisher für die meisten Zeitungen und Nachrichtenseiten die Haupteinnahmequelle weiterhin Werbung. Einen immer größeren Anteil der digitalen Werbeeinnahmen schlucken allerdings die Datenkonzerne Google und Facebook, nach Schätzungen der Industrie im Vorjahr rund 84 Prozent. Um Kritik der Verlage an der Zerstörung ihres Geschäftsmodells abzuwehren, finanzierte Google mit der Digital News Initiative allein in Europa in den vergangenen zwei Jahren Innovationsprojekte im Journalismus mit rund 100 Millionen Euro. Indessen bauten die beiden Konzerne ihre Dominanz am Werbemarkt weiter aus.

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3 Kommentare
  1. Das heißt dann wohl, wenn man eine Zeitung abonnieren will, braucht man einen Google-Account. Und somit bekommt Google noch mehr Daten. Gutes Geschäft… Jedenfalls für Google.

    1. Wenn es um eine Zeitung geht die diese Google Paywall nutzt – ja, sehe ich auch so.
      Und ein Google Account ist so ziemlich das letzte was ich je haben will.

      Die Zeitungen wären aber gut beraten wenn sie nicht NUR darauf setzen würden. Aber der verkappten Geldgier namens Sparwut folgend werden sie es wohl tun. Müssen sie sich doch so nicht um zwei Systeme kümmern.

      Wieso eigentlich bekommt Google (lt. Artikel) immer mehr Werbeeinnahmen (von den Zeitungen?) statt weniger (wenn diese selbst Erfolgreicher wären!)?

  2. War ja klar, dass Google irgendwann da reingrätscht. Sorry an alle, aber ihr hattet eure Chance, ein einfaches, allgemeines Bezahlsystem zu bauen. Jetzt setzt halt mal wieder Google die Standards.

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