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Facebook beendet Experiment mit eigenem Newsfeed für Medieninhalte

Facebooks Newsfeed ist zu einem wichtigen Verteilerkreis für Nachrichten geworden. CC-BY-NC 2.0 MjZ Photography

Facebook gibt seinen Versuch auf, einen zweiten Newsfeed für Medieninhalte zu schaffen. Der Internetkonzern ist zuletzt wegen der Verbreitung von Falschmeldungen und Hassbotschaften unter Druck geraten und bemüht sich darum, den Fokus des sozialen Netzwerkes weg vom Konsum von Nachrichten und hin zu „bedeutungsvollen Interaktionen“ mit anderen Menschen zu verlagern. Die Ankündigung dieser Umstellungen sorgte allerdings bei vielen Medienproduzenten für Panik. Im Facebook-Newsfeed finden Nachrichtenseiten und Unterhaltungsangebote viele ihrer Leser.

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Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet über Facebooks Experiment:

Im Testlauf gab es zwei verschiedene Ströme an Posts. Einer war fokussiert auf Bilder und andere Updates von Freunden und der Familie, ein zweiter nannte sich „Explore Feed“. Diese widmete sich den Inhalten von Facebook-Seiten, die der Nutzer likt, etwa Medienseiten und Sport-Teams. Das soziale Netzwerk hat sich dafür entschieden, den Test zu beenden und einen einzigen Feed beizubehalten. Nutzer hätten der Firma in Umfragen erzählt, dass ihnen die Änderungen nicht gefielen, sagte Adam Mosseri, der führende News-Feed-Entwickler bei Facbeook, in einer Stellungnahme. [Eigene Übersetzung]

Das Experiment mit den getrennten Feeds begann im Oktober und fand in Bolivien, Kambodscha, Guatemala, Serbien, der Slowakei und Sri Lanka statt. Facebook testet neue Produkte und Ideen häufiger in kleineren Märkten. In den Testländern sorgte das Experiment jedoch für harte Kritik von Journalisten. Denn durch die Änderungen verloren regierungskritische Medien, die Nachrichten vor allem über soziale Medien verbreiten, klar an Reichweite.

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