e-Democracy
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: Fördert das Internet die Diskussionskultur?
: Fördert das Internet die Diskussionskultur? Sehr interessant ist der Artikel „Internet fördert Diskussionskultur nur teilweise“ bei Science.ORF.at. Der Artikel bezieht sich auf den englischsprachigen Artikel „Happy accidents – Deliberation and online exposure to opposing views“ bei Eurozine.
Das Internet, allen voran E‑Mail und World Wide Web, hat das Kommunikationsverhalten der Menschen dramatisch geändert. Doch wurde es tatsächlich auch „demokratischer“ und offener, wie vielfach behauptet?
Der Sozialwissenschaftler Bernard Manin von der Pariser „Ecole des Hautes Etudes“ und der Politologe und Post-Doc Azi Lev-On von der University of Philadelphia kommen in einem aktuellen Artikel zu einem ambivalenten Befund. Einerseits begünstige die Struktur des Internets die Kommunikation von Gleichgesinnten und verringere somit den Kontakt von Andersdenkenden. Andererseits sei eben diese Struktur noch immer so fehleranfällig, dass viele mit Meinungen konfrontiert werden, die sie gar nicht gesucht haben – und so vielleicht erst recht in ihrem Weltbild erschüttert werden.
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: Electronic Voting rückt näher
: Electronic Voting rückt näher Richard Sietmann ist für Heise gerade auf einem internationalen Workshops on Electronic Voting in Bregnenz und berichtet ausführlich darüber. Das ist sicherlich eher eine Qual als eine spannende Sache. Hier gibt es die ersten beiden Berichte: eVoting: „Allmählich wird es ernst“.
Die elektronische Stimmerfassung soll „alle Prinzipien demokratischer Wahlen und Abstimmungen beachten“, heißt es darin unter Bezugnahme auf die Grundsätze allgemeiner, freier, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahlen; des weiteren soll eVoting „so zuverlässig und sicher sein wie demokratische Wahlen und Abstimmungen ohne elektronische Hilfsmittel“. Als dritten Kernpunkt stellte Remmert die Empfehlung heraus, dass, solange die Zugänge zum Online-Voting nicht universell verfügbar seien, sie nur ergänzend zu den bisherigen Wahlformen der Präsenz- und Briefwahl eingesetzt werden dürften.
Kleine News am Rande: Der Europarat plant für 2008 ein Forum zur „Future of Democracy“. Damit ist natürlich die Stimmabgabe mittels Computer alle paar Jahre gemeint, da soll nicht wirklich über die Zukunft der Demokratie durch neue Partizipationsmodelle und dergleichem geredet werden.
Hier gehts weitgehend um die Frage des Stimmtausches: eVoting: Nur die letzte Stimme zählt.
Ein Problem mit Online-Wahlen ist die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Dieses soll nach herrschender Meinung nicht nur sicherstellen, dass der Wähler sein Votum frei von Druck oder Beeinflussung abgibt, sondern zugleich allen anderen Wählern die Gewissheit geben, dass sich der Gleichheitsgrundsatz – „ein Wähler, eine Stimme“ – nicht durch Stimmenkauf aushebeln lässt. Wenn nun aber jeder von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus seine Stimme online abgeben kann, ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Familie, Arbeitskollegen oder Interessengruppen in ungebührlicher Weise auf die Entscheidung Einfluss nehmen. „Es erscheint nahezu unmöglich, in unbeaufsichtigten Distanzwahl-Szenarien die familiäre Stimmabgabe durch technische Maßnahmen zu verhindern“, konzediert denn auch der Kommentar-Anhang zu den eVoting-Standards des Europarats.
So, und um diese Informationen nochmal richtig einzuordnen, sollte man sich den Artikel „Demokratie-Auflösung, Abteilung Wahlcomputer“ von Andreas Bogk in seinem Blog mal durchlesen. Er hat sich die Stellungnahme des Bundesministeriums des Inneren zu den Wahleinsprüchen wegen Verwendung von Wahlgeräten mal genauer angesehen und diese kommentiert. Vertrau keinem Wahlcomputer, den Du nicht selbst gefälscht hast…
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: TAZ über den Berliner Internetwahlkampf
: TAZ über den Berliner Internetwahlkampf Die TAZ schreibt sympathisch über den Berliner Internetwahlkampf: Wähler fischen im virtuellen Netz.
Bei ihren Wahlkampfauftritten im Internet setzen die Parteien mehrheitlich auf Seriosität. Nur die Linkspartei hat jugendkonforme Gimmicks im Angebot. Moderne Kommunikationsformen wie Blogs fehlen fast überall
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: WSFII: Airjaldi Summit – freifunk.net goes Dalai Lama!
: WSFII: Airjaldi Summit – freifunk.net goes Dalai Lama! Vom 22. Oktober bis 3. November treffen sich Aktivisten aus der ganzen Welt in Dharamsala (Indien). Airjaldi Summit, der diesjährige Höhepunkt der World Summits on Free Inforamtion Infrastruktures (WSFII), bietet Netzwerkaktivisten aus der ganzen Welt Gelegenheit sich kennen zu lernen und gemeinsame Strategien zum Aufbau freier Kommunikationsinfrastrukturen zu entwickeln und umzusetzen.
Bereits während der freifunk.net summer convention 2004 „fresh air – free networks“ in Djursland, entstand bei einigen Leuten die Idee, vielleicht eines Tages eine ähnliche Veranstaltung außerhalb der reichen Länder Europas und Nordamerikas auf die Beine zu stellen. Die Motivation hierzu resultierte vor allem aus der Tatsache, dass gerade in so genannten „Entwicklungsländern“ das Interesse an kostengünstiger Informationsinfrastruktur besonders groß ist.
Allein nach Djursland kamen über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen und 5 Kontinenten. Dies unterstrich das große Verlangen der Menschen aus allen Teilen der Welt, am lokalen und globalen Wissens- und Informationsaustausch zu partizipieren. Hält man sich vor Augen wie vergleichsweise Preiswert man z.B. mit wireless LAN (WLAN) flächendeckende Kommunikationsnetze aufbauen kann, wird schnell klar warum gerade diese Technologie weltweit so viel Hoffnungen und Motivation freisetzt. Erst recht, weil die Installation nicht von großen Firmen oder Organistationen durchgeführt werden muss, sondern die Menschen, sofern sie über das notwendige Know-how und die vergleichsweise geringen finanziellen Mittel verfügen, sich ihre eigenen Netze aufbauen können. Eine Konsequenz aus der Summer Convention 2004 war deshalb auch die Gründung des „Djurslands International Institute of Rural Wireless Broadband“ (DIIRWB). Dort lernen nun Menschen aus allen Teilen der Welt, wie sie gemeinschaftlich ihre eigenen Netze bauen können.
So unterschiedlich die Kulturen dieser Welt und erst recht die konkreten lokalen Bedürfnisse vor Ort auch sein mögen, die Anforderungen an die einander verbindende Infrastruktur sind doch recht gleich. Dies war eine der Lehren, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Djursland in ihre jeweilige Heimat mitnahmen. Einige kannten dieses Gefühl bereits seit der BerLon und den darauf folgenden internationalen Veranstaltungen CopenhagenInterpolation und der ersten freifunk.net summer convention 2003 – eben jener Ursuppe von Veranstaltungen, aus der sich im Jahr 2004 die Idee der World Summits on Free Information Infrastruktures (WSFII – sprich: „wissfi“) – einer weltumspannende Veranstaltungsreihe rund um „Freie Kommunikations-Infrastrukturen“ entwickelte.
WSFII hat einem klaren Fokus auf „Graswurzel“ und „do-it-yourself“, den konsequenten Einsatz von Open-Source-Systemen und die offene und praxisnahe Weitergabe von Wissen bis hin zur gegenseitigen Unterstützung bei der Installation neuer Systeme. Im September 2005 fand in London die erste offizielle WSFII Vorbereitungskonferenz statt. Während des einwöchigen Workshops im Vorfeld der Konferenz arbeiteten zwei internationale Teams an sehr wichtigen Themen. Das so genannte „Book-Sprint-Project“ , initiiert von Tomas Krag aus Dänemark, begann mit der Erstellung eines kostenlosen Lehrbuchs zum Aufbau von Funknetzen, während die „WSFII Organizers Group“ sich mit den Vorbereitung eines ersten World Summits außerhalb der hiesigen Sphären beschäftigte.
Es dauerte noch einige Iterationen bis sowohl das Buch unter dem Titel „Wireless Networking in the Developing World“ fertig gestellt als auch der Veranstaltungsort für WSFII 2006 festgelegt waren. Doch beide Projekte waren ein großer Erfolg. Das Buch kann heute bereits in englischer und spanischer Sprache kostenlos aus dem Internet herunter geladen werden, und die Freifunker dieser Welt treffen sich dieses Jahr zum Airjaldi Summit, gefolgt von 10 Tagen voller Workshops, in Dharamsa, Indien, zum World Summit of Free Information Infrastructures – an einem ganz besonderen Ort, ist dies doch die Exilheimat Ihrer Heiligkeit, des Dalei Lamas, der alle Teilnehmenden herzlich empfangen wird.
Die lokale Infrastruktur in Dharamsala ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologietransfer à la WSFII funktioniert. Der Campus der Tibetischen Exilgesellschaft ist per Wireless LAN mit dem Internet verbunden. Der aus Israel stammende IT Experte Yahel Ben-David und sein Team haben in Indien ein Mesh-Netz gespannt, das ganz ähnlich der freifunk.firmware in Deutschland, auf der Open Source Software OpenWRT (einem internationalen Projekt) und dem OLSR-Protokoll von Andreas Tønnesen aus Norwegen basiert um den Menschen aus Tibet die Kommunikation mit sich und dem Rest der Welt zu ermöglichen. Das geht dann auf ähnliche Weise natürlich auch in anderen Teilen Indiens, Afrikas oder Latein Amerikas und dem Rest der Welt. So klein ist der WSFII-Globus!
Nicht alles ist dauerhaft nur per E‑Mail und elektronsicher Kommunikation möglich. Hin und wieder – diese Erfahrung teilen wohl alle „E‑Worker“ – muss man sich auch begegnen. Denn erst in der persönlichen Begegnung erlebt man die Gemeinsamkeiten tatsächlich, die die Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt miteinander verbindet. Treffen sind eine notwendige Voraussetzung, um den Grundstein künftiger Zusammenarbeit zu legen, schaffen Vertrauen und erleichtern Abstimmungs- und Koordinationsprozesse. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele engagierte Menschen aus der ganzen Welt nach Dharamsala kommen, um gemeinsam daran zu arbeiten, die Digitale Spaltung in der gesamten Welt zu reduzieren.
Wer selbst nicht im Oktober nach Dharamsala zu kommen vermag, kann doch einen wichtigen Beitrag zum Erfolg dieser Veranstaltung leisten. Die OPLAN Foundation sammelt Geld, um möglichst vielen Entwicklern und Interessierten aus der ganzen Welt die Reise nach Dharamsla zu ermöglichen. Wer also dennoch mithelfen will, dass dieses Treffen ein möglichst großer Erfolg wird, kann und sollte Geld spenden. Das Geld wird vor allem zur Deckung der Reise- und Unterbringungskosten benötigt, aber auch um beispielsweise das Buch „Wireless Networking in the Developing World“ in weitere Sprachen zu übersetzen.
[Von Jürgen Neumann geschrieben]
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: Frankreich: PCs und Breitband für sozial Schwache
: Frankreich: PCs und Breitband für sozial Schwache Früher konnte man in Deutschland als schwächer Gestellter nur die GEZ-Gebühren erlassen bekommen. Die französische Regierung geht in Punkto Informationsverbreitung einen Schritt weiter und plant, 1,2 Millionen Armen einen Rechner und einen preiswerten Online-Zugang anzubieten: Wie The Register vermeldet , will die Regierung unter Dominic de Villepin Bürgern einen Breitband-Anschluss samt Rechner für einen Euro pro Tag subventionieren. Auf Basis eines Dreijahresvertrags sollen Internet-Provider einen Billig-PC liefern und einen DSL-Zugang für höchstens 15 Euro pro Monat anbieten. Beides zusammen soll für nicht mehr als 365 Euro im Jahr angeboten werden. Unklar ist jedoch, wie die Internet-Provider auf diese Ansage reagieren können und wollen.
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: Internetwahlen bis 2011?
: Internetwahlen bis 2011? Da will ein Professor vermutlich wieder neue Forschungsgelder für seinen Bereich haben und verspricht über dpa Internetwahlen bis 2011: Politische Wahlen per Internet sollen selbstverständlich werden.
In naher Zukunft werden die Deutschen nach Einschätzung von Rüdiger Grimm, Professor für IT-Sicherheit an der Universität Koblenz, bei politischen Wahlen auch via Internet ihre Stimme abgeben können. „Irgendjemand wird anfangen und zeigen, dass das ganz einfach und unproblematisch geht“, sagte Grimm in einem dpa-Gespräch. Dann werde diese Art des Wählens „ganz natürlich“ als Ausnahmewahl wie die Briefwahl angeboten. „In fünf Jahren wird das selbstverständlich sein.“
Otto Schily war da ja zuversichtlicher und hatte diese schon für dieses Jahr versprochen. Warum wir das nicht wirklich brauchen, und was davon zu halten ist, hat Tim schon ganz gut beschrieben.
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: Was Kampfroboter und Cthulhu mit e‑Demokratie zu tun haben
: Was Kampfroboter und Cthulhu mit e‑Demokratie zu tun haben Russlands Präsident Wladimir Putin spielt heute um 15 Uhr etwas elektronische Demokratie. Zumindest gibt es einen gemeinsamen Webcast der russischen Newsseite Yandex und der BBC in Form eines virtuellen Interviews. Auf beiden Seiten konnten Nutzer in den letzten Tagen Fragen stellen und die schon gestellten Fragen von anderen Nutzern bewerten. Die bestbewertesten werden dann wohl Putin zum beantworten vorgelegt. Bei diesem Prozess stellten sich doch leichte kulturelle Unterschiede heraus. Während auf der BBC-Seite Fragen nach Putins Vorstellungen zu Demokratie und Weltpolitik überwiegten und die meisten Punkte bekamen, sah es auf russischer Seite etwas skurriler aus, wie die Tagesschau zu berichten weiss: Wann setzt Russland riesenhafte Kriegsroboter ein?
Rund 9000 russische User sprachen sich auf der Yandex-Homepage dafür aus, den Präsidenten knallhart mit der Frage zu konfrontieren, ob und wann sein Land gigantische, menschenähnliche Kampfroboter einzusetzen gedenken pflege – die Zeichentrickserie „Transformers“ lässt grüßen. Fast ebenso interessiert die Internet-Gemeinde aus unerschöpflichen Gründen der Standpunkt des Präsidenten zum düsteren Tentakelmonster Cthulhu, einer Figur des US-Fantasyautors H. P. Lovecraft. Auch nach Aufklärung über den Marihuana-Konsum und die sexuellen Erfahrungen des Präsidenten besteht offenbar Bedarf.
Das mit den Kampfrobotern und Cthulhu interessiert mich jetzt aber auch.
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: FDP kopiert Grüne mit Wiki-Diskussion zur Digitalen Gesellschaft
: FDP kopiert Grüne mit Wiki-Diskussion zur Digitalen Gesellschaft Die FDP kopiert die Grünen mit einer Programm-Diskussion in einem Wiki zum Thema „Digitale Gesellschaft“ und verkauft das Ganze als „Unsere Liberale Kommunikationsplattform ist in der politischen Landschaft einmalig.“
Würden sie doch im politischen Alltag die nicht-kommerzielle Privatkopie ebenso unterstützen, wie sie es in der politischen Kommunikation im Netz einfach praktizieren.
[via]
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: Online-Demonstration doch legal
: Online-Demonstration doch legal Die Online-Demonstration von „Libertad!“ und „Kein Mensch ist illegal“ gegen die Lufthansa-Webseite im Rahmen der Kampagne „Deportation Class“ im Juni 2001 war keine Gewalt, Nötigung oder Computersabotage, sondern eine legitime Form der öffentlichen Meinungsäusserung, wie das Oberlandesgericht Frankfurt jetzt entscheiden hat. Libertad fühlt sich – fünf Jahre nach der Demonstration und ein Jahr nach der haarsträubenden Verurteilung durch das Amtsgericht Frankfurt („Mausklick = Gewalt“) – durch das Urteil bestätigt:
„Das Internet ist trotz seiner Virtualität ein realer öffentlicher Raum. Wo schmutzige Geschäfte gemacht werden, dort kann und muss man auch dagegen protestieren.“
Mehr bei heise.
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: 30% weniger für die BpB dank Schäuble?
: 30% weniger für die BpB dank Schäuble? Kann man den Innenminister mal in den verdienten Ruhestand schicken, bevor der weiter Amok läuft? SPD will Schäubles Kahlschlag vereiteln
Laut Haushaltsentwurf des Finanzministeriums, der bereits in erster Lesung im Bundestag behandelt wurde, soll das Sachmittel-Budget der Bundeszentrale für politische Bildung um fünf Millionen Euro oder 30 Prozent gekürzt werden. Die Einsparung geht auf Vorschläge des CDU-geführten Innenministeriums zurück.
Irgendwie habe ich nicht das Gefühl, dass gerade in heutigen Zeiten an politischer Bildung in Deutschland gespart werden sollte. Im Gegenteil: Der der Etat sollte kräftig aufgestockt werden, um noch etwas demokratisches Bewusstsein zu retten. Sonst informieren sich die jungen Menschen nur noch im Privatfernsehen. Und wer zahlt dann die ganzen „Ersatz-Schulbücher“, die einem die ganze Schulkarriere aufgrund knapper Klassen immer begleitet haben?
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: WDR-Rundfunkrat fordert freie und unverschlüsselte Übertragung
: WDR-Rundfunkrat fordert freie und unverschlüsselte Übertragung Heise: WDR-Rundfunkrat fordert freien Zugang zu allen neuen Digitaltechnologien
Der Rundfunkrat des WDR hat sich für eine freie und unverschlüsselte Übertragung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch über neue Digitaltechnologien ausgesprochen. Konkret nannte das Gremium die drahtlose Programmübertragung auf Handys und Taschencomputer sowie per IPTV über Breitband-Datennetze. Ratsvorsitzender Reinhard Grätz wies darauf hin, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk einer „der wichtigsten Akteure und Förderer im Prozess der Digitalisierung des Rundfunks“ sei. Da die Bedeutung der traditionellen Verbreitungswege abnehme, müssten dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk grundsätzlich alle neuen Übertragungswege und ‑technologien zur Rundfunkverbreitung offen stehen, um der Allgemeinheit seine Programme frei und unverschlüsselt anbieten zu können.
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: Nur in den USA: Unsicher wählen gehen
: Nur in den USA: Unsicher wählen gehen Was schon immer befürchtet wurde, ist jetzt quasi offiziell: Die Diebold-Wahlmaschinen haben eklatante Sicherheitslücken, wie InsideBayArea berichtet: New security glitch found in Diebold system.
The hole is considered more worrisome than most security problems discovered on modern voting machines, such as weak encryption, easily pickable locks and use of the same, weak password nationwide. Armed with a little basic knowledge of Diebold voting systems and a standard component available at any computer store, someone with a minute or two of access to a Diebold touch screen could load virtually any software into the machine and disable it, redistribute votes or alter its performance in myriad ways.
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: Schwarzboxwählen: Copyright schlägt Grundprinzipien der Demokratie
: Schwarzboxwählen: Copyright schlägt Grundprinzipien der Demokratie Heise berichtet – quasi in eigener Sache – über den erfolglosen Versuch, Einblick in die Details von Wahlautomaten zu nehmen:
Die schon gleich nach dem Inkrafttreten Anfang des Jahres umstrittene Handhabung des Informationsfreiheitsgesetzes ist jetzt um eine weitere Variante bereichert worden: der Ablehnung eines Antrags auf Aktensicht unter Berufung auf das Urheberrecht.
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: Bürgerschaftliches Engagement
: Bürgerschaftliches Engagement Im März ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung in „Aus Politik und Zeitgeschichte“ eine Ausgabe zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ (PDF) erschienen. Sollte man lesen, da gibts auch Artikel wie „Kritische Bürgerinnen und Bürger – eine Gefahr für Demokratien?“.
Die „Qualität“ einer modernen Zivil- oder Bürgergesellschaft lässt sich unter anderem daran messen, wie stark sich deren Bürgerinnen und Bürger am öffentlichen Leben und am demokratischen Prozess beteiligen. Untersuchungsergebnisse belegen für Deutschland eine Zunahme freiwilligen gesellschaftlichen Engagements, das sich in vielfältigen Formen niederschlägt.
Zwischen bürgerschaftlichem Engagement, sozialer Integration und Partizipation besteht ein enger Zusammenhang: Wer sich stärker für Politik interessiert und sich mit dem demokratischen System identifiziert, ist in der Regel besser in die Gesellschaft integriert und verfügt über größere Chancen der politischen Information, Kommunikation und Teilhabe. Kritische Einmischung stellt dabei keine Gefahr für die Demokratie dar. Wissenschaftler sehen darin vielmehr eine zentrale demokratische Ressource.
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: Congresspedia
: Congresspedia Ein neues Projekt aus den USA ist die Congresspedia. Der Name sagt schon alles, es ist ein Wiki, wo Bürger gemeinschaftlich Informationen über den US-Kongress, seine Arbeit und den beteiligten Politikern sammeln sollen.
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: Modernisierung der Bundesverwaltung: Der Abschlussbericht von BundOnline
: Modernisierung der Bundesverwaltung: Der Abschlussbericht von BundOnline Dem Bürger wird es manchmal nicht leicht gemacht, wenn er heute auch im Alltag beim Umgang mit Behörden auf das Internet zurückgreifen will. Einen wesentlichen Beitrag zur IT-Servicestruktur in deutschen Amtsstuben hat die Initiative BundOnline geleistet, die gerade ihren Abschlussbericht vorgelegt hat: Für die Initiative als größten eGovernment-Projekt in Europa standen neben der Verbesserung der IT-Struktur auch Verwaltungsmanagement und Bürokratieabbau in den letzten fünf Jahren auf der Agenda. Bis zum 31. Dezember 2005 ermöglichte BundOnline 440 Online-Dienstleistungen und überholte ihr Plansoll um mehr als 60 Dienstleistungen. Ziel war eine IT-gestützte Bundesverwaltung, die man mit mehr Transparenz in den Abläufen, kürzeren Bearbeitungszeiten und den Abbau von Medienbrüchen meistern konnte.
Das Ergebnis: Bei Information, Beratung, Antragsverfahren, Förderungsabwicklung und anderen für Bürger, für die Wirtschaft und der Kommunikation zwischen den Behörden gibt es bislang 508 Offline-Angebote. Davon waren bis Ende Dezember 2005 bereits 440 im Internet abrufbar. BundOnline richtete dafür Online-Datenbanken, Informationsportale und Behörden-Websites ein.
„In einer komplexer werdenden Umwelt sind rund um die Uhr verfügbare Informations- und Aufklärungsangebote eine wichtige Orientierungshilfe für BürgerInnen, Bürger und Unternehmen. Die Online-Angebote der Bundesverwaltung leisten hier einen wesentlichen Beitrag, so z.B. das Informationsangebot der Bundeszentrale für politische Bildung, das zu Themenstellungen wie Innenpolitik, politische Grundfragen, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft etc. informiert“, resümiert der Bericht und gibt einen Ausblick auf die eGovernment-Strategie des Bundes: Ziele sind einheitliche Qualitätsstandards bei den Online-Angeboten des Bundes mit einem besonderen Fokus auf Transaktionsleistungen und auch eine Anpassung der rechtlichen Grundlagen und Verordnungen für Online-Dienstleistungen, insbesondere Anpassung von Gebührenordnungen für die elektronische Dienstleistungserbringung. Der Abschlussbericht ist auf der Seite des Bundesministerium des Inneren, genauer bei der Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Verwaltung als PDF-Datei herunterladbar.
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: Ist das die Welt in der ich Leben will?
: Ist das die Welt in der ich Leben will? Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Corp und 1000 Bloggern? Microsoft hat ein Gesicht und eine Stimme, wird dadurch gehört und wahrgenommen. Wenn der chinesische Regierungschef Mr. Bill Gates besucht kommt das zur Prime Time auf allen Fernsehkanälen, würde er 1000 normale Blogger besuchen, so käme das höchstens in die Regionalpresse. Das Muster läßt sich beliebig fortsetzen. Der potenzielle Verlust von 200 Jobs bei Bertelsmann wiegt schwerer als 10 000 Jobs bei den namen- und gesichtslosen IT-Kein- und Kleinstbetrieben. Kein Gesicht gleich keine Stimme gleich keine Publicity.
Die Frage, die sich mir stellt: ist das wirklich so, oder kann man mit den modernen Technologien ein so lautes Rauschen erzeugen, dass man wahrgenommen wird? Kann man mit Hilfe von Blogs ein Gegengewicht zu der Lobbymaschine der allgegenwertigen Gesichter erzeugen? Ich weiß es nicht. Aber es ist es wert in einem Experiment erprobt zu werden.
Auf netzpolitik.org wird fast täglich über neue Gesetze und Entwicklungen berichtet, die unsere Welt nachhaltig verändern werden. Doch wie wird diese Welt aussehen? Lasst uns in der Bloggosphäre unsere Visionen einer Zukunft sammeln, in der wir nicht leben möchten. Wenn das Experiment klappt und wir genügend Visionen zusammenbekommen, so wird das Rauschen so laut sein, dass man uns hören wird. Wenn das Experiment nicht klappt, so bekommen wir vielleicht wenigstens ein paar anschauliche Argumente, welche Folgen diese Veränderungen dieser Zeit mit sich bringen könnten.
Wie sieht das Experiment aus: Wenn ihr Blogger seit, so berichtet über dieses Experiment und verfasst eventuell eine oder mehrere Visionen und lasst uns dies über Trackbacks wissen. Wenn ihr kein eigenes Blog habt, so könnt ihr eure Kommentare und Visionen direkt in den Kommentaren hinterlassen.
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: Schweiz: Lokalwahlen – 28 Stimmen per SMS ab
: Schweiz: Lokalwahlen – 28 Stimmen per SMS ab Das Pilotprojekt e‑voting des Kantons Zürich setzte ihr System erstmals für eine Wahl eines Parlamentes (Gemeindeparlament) und einer Exekutive (Stadtrat) ein. Vorher wurde es nur für Sachabstimmungen verwendet.
Gemäss Tagesanzeiger haben, dabei
Nur gerade 28 Personen – weniger als ein Prozent der abgegebenen Stimmen – entschieden sich, per SMS zu wählen. Über das Handy zu wählen, sei eine anspruchsvolle Übung, sagte Ko-e-Voting-Projektleiterin Elisabeth Prader auf Anfrage. Die Leute seien es sich zudem nicht gewohnt.
Kein Wunder immerhin kann man nach der Anleitung Listen kumulieren, panaschieren und zur Sicherheit darf man noch Passwörter eingeben. Insgesamt gingen 700 Stimmen ein, davon 21% über elektronische Medien. Als Randbemerkung ist noch zu sagen, dass briefliche Abstimmungen in der Schweiz unterdessen der Normalfall sind und immer weniger Leute am Abstimmungstag selber an die Urne gehen.
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: Der Bundestag spricht RSS
: Der Bundestag spricht RSS Das Internetangebot des Deutschen Bundestages verfügt jetzt auch über verschiedene RSS-Feeds:
„Aktuelle Pressemitteilungen des Deutschen Bundestages“
„Analysen und Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste“
HiB-Meldungen des Deutschen Bundestages
Ein praktischer Service für BürgerInnen, der bisher nur in der Form von Newslettern angeboten wurde. Wenngleich es nur ein sehr kleines Partizipationselement ist, so empfinde ich RSS aber als grosse Hilfe, dem Geschehen im Deutschen Bundestag besser folgen zu können als in Newslettern. Wünschenswert wäre jetzt noch die Volltextanzeige statt des Anreissers.
(Gut möglich, dass es diesen Service schon länger gibt)