e-Democracy
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: Neighbourhood Fix-It
: Neighbourhood Fix-It „Neighbourhood Fix-It“ ist wieder eine minimale, dafür aber praktische Seite von MySociety.org. Auf der Plattform können der Stadtverwaltung lokale Probleme von defekten Strassenlampen bis zu Verunreinigungen von Gebäuden gemeldet werden.
Reporting a problem is very simple:
1. Enter a postcode or street name and area;
2. Locate the problem on a high-scale map;
3. Enter details of the problem;
4. Submit to the council.Mehr gibts bei der BBC: Civic site makes complaints heard.
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: Diebold überlegt Ausstieg aus Wahlcomputer-Markt
: Diebold überlegt Ausstieg aus Wahlcomputer-Markt Die Firma Diebold überlegt wohl laut einer AP-Meldung den Ausstieg aus dem Wahlcomputer-Markt: Diebold weighs strategy for voting unit. Als Grund wird ein Verlust an Reputation angesehen. Es macht sich nicht gut im Bankensektor und anderen Sicherheits-relevanten Branchen, wenn man die Sicherheit von (vergleichsweise einfachen) Wahlcomputern nicht in den Griff bekommt und alle sich über sie lustig machen…
Diebold Inc. saw great potential in the modernization of elections equipment. Now, analysts say, executives may be angling for ways to dump its e‑voting subsidiary that’s widely seen as tarnishing the company’s reputation.
[…]
The criticism is particularly jarring for a nearly 150-year-old company whose primary focus has long been safes and automated teller machines. „This is a company that has built relationships with banks every day of every year. It pains them greatly to see their brand tarnished by a marginal operating unit,“ said Gil Luria, an investment analyst who monitors Diebold for Wedbush Morgan Securities Inc. -
: Estland wählt digital
: Estland wählt digital In Estland wird am 26. Februar erstmals eVoting bei einer nationalen Parlamentswahl eingesetzt: Estonia to e‑Vote.
Introduced for municipal elections in 2005, any Estonian voter with a computer-readable voter ID card can exercise their democratic rights online. Almost all of the country’s registered voters – over 940,000 people – now hold such cards. To cast ballots voters access the electoral Web site in an three day advance-voting period, swipe their chip-card through a card reader and punch in a pin number. The card readers are available in public libraries and internet access points. They are also available to the public for as little as 100 kroons (8.39 USD).
Playfuls.com: Estonians Look Forward To World-beating Cyber-ballot.
„Estonia is smaller (population 1.35 million) than traditional high-tech innovators such as Japan and Finland, and it’s always easier to try things out in a small society,“ explained Andres Kasekamp, professor of Baltic politics at Tartu University. „Politicians have also pursued a liberal policy regarding innovation – they’ve been keen to reduce the footprint of government generally, and this seems to be part of that ideology,“ he added.
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: Umfrage zu Online-Demokratie
: Umfrage zu Online-Demokratie Ich heiße Yana Breindl und studiere Information und Kommunikation an der Université Libre de Bruxelles (ULB). Ihm Rahmen meiner Abschlussarbeit zum Thema Online-Demokratie suche ich politisch engagierte Personen, die bereit sind, ca. 10 Minuten ihrer Zeit dem Ausfüllen meines Online-Fragebogens zu widmen und damit meine Untersuchung zu erweitern und zu unterstützen. Ich habe diesen Fragebogen ausgearbeitet um die Haltung der Internetbenutzer(innen), besonders der politisch engagierten, gegenüber der Online-Demokratie festzustellen. Sie erreichen ihn unter folgenden Link: http://www.ulb.ac.be/intranet/e‑democratie
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: Handyinfoticker
: Handyinfoticker Bei Indymedia gibt es ein Interview und etwas Hintergrund zum Thema „Handyinfoticker“. Das ist ein WAP-Service, der bei Demonstrationen und ähnlichem mittels der WAP-Technik aktuelle Berichte versendet. Klingt etwas veraltet, aber darauf geht Jens beim Bildschirmarbeitsplatz genauer ein: Dresden digital mobil.
Dazu kommen Datenschutz und Befindlichkeiten. Eine Subskribentenliste ist bei einem Push-Dienst zwingend notwendig und könnte im schlimmsten Fall beschlagnahmt oder sonstwie in falsche Hände geraten. Bei seinem WAP-Angebot speichert der Server einfach keine Zugriffsdaten und gut ist es. Je länger ich über das Problem nachdenke, desto mehr gewinnt die technisch unterlegene WAP-Lösung. Auch faszinierende Spielereien wie Location-Based-Services für den mobiltelefonierenden Gegendemonstranten von heute („… Sie sind im Begriff, in die XY-Allee einzubiegen. Am Ende dieser Straße wartet eine Polizeikontrolle. Soll ich mit Google Earth eine Alternativroute berechnen?“) bleiben da aufgrund der erschreckenden Anzahl von persönlichen Daten, die zum Betrieb notwendig sind, eher ein Phantasieprodukt. WAP-Ticker statt dem, was technisch noch denkbar ist, sind ein bißchen wie VHS statt Betamax: Es ist ganz furchtbar, aber irgendwie geht es.
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: Den Koalitionsvertrag in Österreich neu verhandeln
: Den Koalitionsvertrag in Österreich neu verhandeln Die Grünen in Österreich lassen in einem Wiki den Koalitionsvertrag zwischen SPÖ und ÖVP unter dem Motto „Neu verhandeln“ neu schreiben: Die Koalition im Wikipedia-Test.
Ganz wie das Vorbild Wikipedia, auf dessen frei zugänglicher Software die grüne Seite auch basiert, ist der Prozess transparent: Änderungen lassen sich nachvollziehen und können in eigenen Foren diskutiert werden. Anders als bei der Online-Welt-Enzyklopädie, die eigene Administratoren quasi als „Wissens-Sheriffs“ einsetzt, haben die Grünen vorerst aber nicht vor, inhaltlich einzugreifen. „Rassistische, sexistische und andere politisch nicht korrekte Texte werden entfernt. Wir haben aber nicht vor, die Seiten zu redigieren“, meint Vassilakou. Mit Kampfpostern aus anderen Parteien wird gerechnet. „Aber da _glauben wir an die Kraft der Selbstregulation“, meint die grüne Gemeinderätin Marie Ringler, die die Idee für den Koalitionspakt-Elchtest im Netz hatte.
Dreißig Tage will die Oppositionspartei das rot-schwarze Koalitionsübereinkommen der Kritik der Internet-Community überlassen, danach soll erste Bilanz gezogen werden. Als Vergleich ist das rot-schwarze Original in einer „Read only“-Version abrufbar. „Wir wollten ganz einfach die Alltagspraktiken der Internetgeneration in die Politik transferieren“, sagt Ringler.
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: Immer weniger Zeit für Politiker im Fernsehen
: Immer weniger Zeit für Politiker im Fernsehen Diese Zahlen sollten eigentlich jedem Politiker klar machen, dass die Zukunft politischer Kommunikation im Netz liegt: Schrumpfendes Zeitfenster für Politiker in den Medien.
Auf der anderen Seite habe sich auch die Darstellung von Politik in den Medien geändert. Diese ist geprägt von Personalisierung und Emotionalisierung, die Politik wird zudem immer schlechter dargestellt und als unfähig, Probleme zu lösen. Und sie wird zerstückelter dargestellt: So sei die Zeit, die Politiker im Fernsehen zur Verfügung ständen, um ungeschnitten ihre Statements abzugeben, von 35 Sekunden im Jahre 1983 auf 15 Sekunden im Jahre 1998 gesunken (US-Politiker haben in der Regel nur noch sechs Sekunden Zeit). Politik wird auch zunehmend als Unterhaltung dargeboten, als Paradebeispiel dafür stünden die Talk-Shows – für die Sender billig zu produzieren, für die Politiker wegen des großen Publikums attraktiv.
In sechs Sekunden hat man ja schon Probleme, eindimensionale Botschaften zu vermitteln.
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: Spass mit Wahlcomputern: Einfach Schlüssel nachbauen
: Spass mit Wahlcomputern: Einfach Schlüssel nachbauen Lustig und erschreckend zugleich. Die US-Firma Diebold, bekannt durch ihre Wahlcomputer, hat mal wieder ein kleines Sicherheitsproblem. Und zwar hatte man Bilder des einzigen Schlüssels, der anscheinend alle Wahlcomputer der Firma öffnen kann (!) auf der eigenen Webseite präsentiert. Die hat jemand genommen und anhand des Bildes einfach mal den Schlüssel nachgebaut. Was anscheinend erfolgreich war. Diebold entfernte erstmal schnell das Bild von der eigenen Webseite. Das ist aber längst im Umlauf:

Die Story ist fast so gut wie der Hotelbar-Schlüssel, welcher identisch mit den Diebold-Schlüsseln war.
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: UK: Open Access für öffentliche Daten
: UK: Open Access für öffentliche Daten In Grossbrianien scheint sich ein Mentalitätswandel anzubahnen. Die Regierung hat verkündet, dass erste öffentliche Datenbanken kostenfrei der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden: Government looks at data shake-up.
The way the government makes its vast amounts of data available to the public could be about to change. It has decided to make access to a database of UK laws completely free for the public to access and re-use.
It marks a „sea-change“ in the way government information becomes available to the public, a senior civil servant has told the BBC News website. It is a victory for campaigners who think public sector information should be free for the public to use.
Die Frage ist noch, welche Daten gemeint sind. Explizit werden Gesetzestexte genannt. Geodaten wären aber noch interessanter. Und die Daten des Einwohnermeldeamtes wird man sicherlich aus Datenschutzgründen nicht öffnen.
Vielleicht sind auch mittelfristig offene APIs gemeint. Mit den ganzen Daten kann man viele innovative Dinge anstellen.
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: Avaaz – MoveOn wird global
: Avaaz – MoveOn wird global Die US-Kampagnenplattform MoveOn wird global: Unter dem Label „Avaaz.org – The World in Action“ läuft eine Zusammenarbeit mit einigen Gruppen von allen Kontinenten, um eine globale Gemeinschaft bei Rapid-Response Aktionen zu nutzen und zu erreichen. Das erste Kampagnenthema ist auch die neueste Irak-Initiative von Bush.
Avaaz.org is a community of global citizens who take action on the major issues facing the world today.The aim of Avaaz.org is to ensure that the views and values of the world’s people shape global decisions. Avaaz.org members act for a more just and peaceful world and a more progressive globalisation.
Sicher eine interessante Sache, die man mal im Auge behalten sollte.
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: Die Zukunft der elektronischen Demokratie?
: Die Zukunft der elektronischen Demokratie? In Bremen findet seit gestern eine internationale Konferenz zum Thema “e‑Demokratie” statt, veranstaltet von HansePassage und eVoice. Das Publikum sind überwiegend Leute von verschiedenen Stadtverwaltungen aus dem Verbund der „Neuen Hanse“, dazu ein paar Forscher. Es gibt Vorträge von Bürgermeistern über deren „best practice“, von Leuten wie Tom Steinberg vonMySociety.org, ein „Futurologe“ macht die Moderation, und mir haben sie sogar extra einen Laptop zum Bloggen zur Verfügung gestellt.
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: Kandidatenwatch gestartet
: Kandidatenwatch gestartet Zum Bundestag-Start von Kandidatenwatch.de hat tagesschau.de den Hamburger Wissenschaftler Hans J. Kleinsteuber befragt: „Bislang gibt es nur ein Abtasten“.
tagesschau.de: Welche Chancen eröffnet das Internet für Politiker, die nicht im Rampenlicht stehen?
Kleinsteuber: Politiker, die auf das Internet gesetzt haben, haben dadurch viel Prominenz gewonnen. Der bekannteste Fall ist der in den USA zuvor unbekannte Präsidentschaftskandidat Howard Dean, der vor allem jüngere und eher ungebundene Wähler motiviert hat. Das Internet kann bestehende Hierarchien erschüttern und den Druck von unten ein wenig zu verstärken.
Abgeordnetenwatch ist ein Teil der vielen unterschiedlichen Internet-Strategien – und es ist wirklich eine gute Strategie. Zusätzlich gibt es viele NGOs, die das Internet nutzen, um politische Forderungen zu stellen und um Abläufe zu beobachten.
Bei tagesschau.de gibt es auch noch ein kleines Dossier zum Thema „Elektrisiert das Internet die Demokratie?“
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: Großbritannien hat ein Petitionssystem
: Großbritannien hat ein Petitionssystem Auf der Website ihres Premierministers nutzen Briten seit wenigen Wochen die Beta-Version eines Petitionssystems – E‑Petitions. Dort können Bürger ihre Petitionen Online veröffentlichen und von Zustimmenden unterschreiben lassen. Das System wurde von mySociety gestaltet, die auch Projekte wie HearFromYourMP.com oder TheyWorkForYou.com bauten.
Um eine Petition einzureichen, müssen Briten ihren Namen und ihre Adresse sowie ein Anfangs- und Enddatum ihrer Petition angeben. Um Betrug verhindern zu können, muss außerdem eine E‑Mail-Adresse angegeben werden, auf die ein Link zur Bestätigung geschickt wird. Nachdem die E‑Mail-Adresse verifiziert wurde, beginnen Regierungsmitarbeiter mit der Überprüfung des Petitionsinhalts. Um akzeptiert zu werden, muss eine Petition parteineutral formuliert sein, darf keine falschen oder demagogischen Äußerungen enthalten, darf keine Rechte wie zum Beispiel die Privatsphäre verletzen und muss auf anstößige Formulierungen verzichten. Darüber hinaus werden Petitionen abgelehnt, welche Dinge fordern, die außerhalb des Handlungsspielraumes der Regierung stehen. Auch Äußerungen, die keine Handlungen fordern, die unverständlich oder Werbung sind oder die mit bestehenden Petitionen übereinstimmen werden abgelehnt.
Falls die Petition nicht akzeptiert werden kann, wird der Petitionssteller benachrichtigt und kann seine Petition überarbeiten.
Falls die Petition akzeptiert wurde, können Unterstützer diese unterschreiben. Dafür müssen sie auch ihren Namen, ihre Adresse und eine E‑Mail-Adresse angeben, um die Einzigartigkeit der Unterschriften sicherzustellen. Im Sinne der Transparenz werden auch abgelehnte Petitionen veröffentlicht. Allerdings nur solche, die weder Spam sind, noch kriminelle Informationen oder Beleidigungen beinhalten. Trotz der Effektivierung von Demokratie durch Online-Tools kann also auch bei E‑Petitions nicht auf menschliche Sachbearbeiter verzichtet werden. -
: Offener Brief an Merkel wegen IT-Gipfel: Unterzeichner gesucht
: Offener Brief an Merkel wegen IT-Gipfel: Unterzeichner gesucht Die Bundesregierung veranstaltet ja am 18. Dezember in Potsdam ihren „nationalen IT-Gipfel“. Wie hier schon berichtet wurde, ist die Zivilgesellschaft in der Vorbereitung komplett ausgesperrt gewesen und wird auch zum Gipfel selber nicht eingeladen. Das verstößt ziemlich drastisch gegen die von der Regierung mit verabschiedeten Prinzipien der UN-Informationsgipfel von Genf und Tunis, nach denen die Informationsgesellschaft nur inklusiv und mit Beteiligung aller entwickelt werden kann und soll.
Ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Gruppen hat nun als Protest einen offenen Brief an die Kanzlerin verfasst, der in den nächsten Tagen veröffentlicht wird. Hier kann man den Brief lesen und sich als UnterzeichnerIn eintragen.
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: Crashkurs Petitionsrecht
: Crashkurs Petitionsrecht Gestern AbendLetzte Woche las ich bei Don Dahlmann einen Hinweis, der mich doch ein wenig die Stirn runzeln ließ:Und wenn man möchte, dass man auch in Zukunft seine Wahl selber mittels Kugelschreiber ausfüllen kann, dann kann man bei einer Petition unterschreiben, die die Abschaffung von Wahlmaschinen fordert. Bekommt man 50.000 Unterschriften zusammen, geht die Sache vor den Petitionsausschuss.
Es geht, der politisch interessierte Blogleser ahnt es bereits, um die durch den Chaos Computer Clubs unterstützte Petition von Tobias Hahn zur Streichung des § 35 Bundeswahlgesetz (Stimmabgabe mit Wahlgeräten) (Background hier, hier und hier. Kurzfassung: Ist sinnvoll, unterschreibt das bitte.).
Allerdings braucht es keine 50.000 Unterschriften, damit eine Petition vom Petitionsausschuss des deutschen Bundestages berücksichtigt wird. Das ergibt sich bereits aus Artikel 17 des Grundgesetzes:
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: Urheberrechts-Anhörung im Bundestag filmen?
: Urheberrechts-Anhörung im Bundestag filmen? Gestern hatte ich schonmal über unsere Idee geschrieben, einfach mal die kommenden Urheberrechtsanhörungen im Bundestag zu filmen und die einzelnen Beiträge der Sachverständigen im Internet zur Verfügung zu stellen. Gründe dafür gibt es einige. Immerhin ist es eine öffentliche Sitzung, Plätze sind limitiert und man muss in Berlin vor Ort sein, technisch ist es problemlos möglich und es würde die Transparenz enorm fördern. Bürger könnten sich mit den unterschiedlichen Argumenten besser auseinandersetzen und die letztendliche Entscheidung durch das Parlament evt. besser verstehen. Zumindest dienen diese Anhörungen theoretisch der Meinungsbildung, auch wenn das Ergebnis vorher meist schon feststeht.
Wie ich gestern schon schrieb, ist das aber nicht so einfach. Mitarbeiter von verschiedenen Bundestagabgeordneten haben mich immer wieder an das Sekretariat des Rechtsausschusses verwiesen. Dort hab ich gerade eine freundliche Verantwortliche erreicht und die Situation besprochen. Wie alle anderen war sie erstmal etwas verwirrt, was wir genau dort tun wollen. Sie erklärte mir das Prinzip des Bundestags-Fernsehen und dass die Aufzeichnungen ja Fernsehsendern zur Verfügung gestellt würden. Sie verstand aber auch schnell, dass ich damit nichts anfangen könnte, weil ich nach traditioneller Sichtweise nicht als Fernsehsender gelten würde (Obwohl es hier NetzpolitikTV gibt). Auf das Argument, dass man doch alles mitschreiben könne, konnte ich auch nur antworten, dass wir gerne modernerer Medienformen als die Schrift nutzen wollen würden und das ja mittlerweile auch problemlos gehen würde. Foto- und Videoaufnahmen sind im Bundestag übrigens generell nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.
Kommen wir zu ihrem stärksten Argument: Man müsste erstmal die Sachverständigen fragen. Denn diese würden ja hauptsächlich gefilmt und ihre Stellungnahmen könnte man doch auch in schriftlicher Form im Netz finden. Ich erwiderte, dass die Frage- und Antwortrunde doch viel spannender sei, weil die Sachverständigen dort zumeist frei sprechen und nicht alles vom Blatt ablesen würden. Aber das scheint genau das Problem zu sein, dass man genau dies befürchte. Youtube-Politics lässt grüssen. Man könnte aber auch davon ausgehen, dass die Sachverständigen ein Interesse daran haben könnten, für ihre Meinungen ein grösseres Publikum zu erreichen.
Weiterer Verlauf ist jetzt, dass ich eine offizielle Anfrage stelle, dieses Medium hier erkläre und eine Ausnahmegenehmigung erfrage. Das Sekretariat ist nur der Ansprechpartner in Verwaltungsfragen, hier gehts wohl um eine politsiche Frage, die der Ausschussvorsitz oder sonstwer entscheiden muss. Ich bleibe auf jeden Fall dran. Meiner Meinung nach sollte der Bundestag in seiner Arbeit transparenter werden und Foto- sowie Filmaufnahmen zulassen – auch bei Anhörungen, wo die Lobbyisten auflaufen. Alles andere ist nicht mehr wirklich zeitgemäss. Und wozu hat der Bundestag denn diese transparente Kuppel bekommen?
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: Bericht der CCC-Wahlbeobachtergruppe von der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus
: Bericht der CCC-Wahlbeobachtergruppe von der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus Beim Chaos Computer Club gibt es jetzt den kompletten „Bericht der CCC-Wahlbeobachtergruppe von der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus“.
Es wurden von uns keine Vorkommnisse beobachtet, die auf eine Manipulation der Wahl hindeuten. Wie der Hergang zeigt, waren wir aber faktisch nicht in der Lage, eine etwaige Innenmanipulation festzustellen, selbst wenn sie stattgefunden hat, obwohl wir als größere Gruppe sicherheitstechnisch versierter Experten an vielen Stellen dreizehn Stunden lang alles beobachtet haben, was wir beobachten durften.
Ein Wahlbetrüger hätte auch aus anderen Gründen ein leichtes Spiel gehabt: Fast alle befragten Cottbusser bringen den Wahlcomputern und den handelnden Personen grenzenloses Vertrauen entgegen, und obwohl etwa jeder Dritte von der Manipulationsanfälligkeit der Geräte aus der Presse gehört hatte, schloss auch diese Gruppe von informierten Wählern jede Manipulation kategorisch aus, ohne dies sachlich begründen zu können. Die zur Entdeckung einer etwaigen Manipulation erforderliche kritische Distanz gegenüber dem Wahlsystem war nur höchst selten anzutreffen. Die wenigen Wähler, die sich über den Einsatz von Wahlcomputern empört zeigten, waren von Beruf ausnahmslos Informatiker.
Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle nicht möglich.
Anmerkung zur Methodik: Die beschriebenen Vorkommnisse sind durch Beobachtungsprotokolle mehrerer Zeugen oder Audio- und Videoaufzeichnungen belegt. Die Beobachter haben sich ausdrücklich zurückhaltend, freundlich und den Wahlablauf nicht behindernd verhalten. Sie haben sich gegenüber dem jeweiligen Wahlvorstand als interessierte Bürger bzw. Journalisten vorgestellt.
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: Bisher 10000 Unterstützer gegen Wahlcomputer
: Bisher 10000 Unterstützer gegen Wahlcomputer Letzte Woche hatte ich über die Petition gegen Wahlcomputer berichtet. In dem Artikel hatte ich 10000 Unterschriften prognostiziert. Diese Zahl wurde heute schon überschritten und können noch viel mehr werden.
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: Top 10, die die Welt des Internets und der Politik verändern
: Top 10, die die Welt des Internets und der Politik verändern
Ich seh gerade, dass PoliticsOnline und das World E- Gov Forum die Liste der „Top 10 Who are Changing the World of Internet and Politics“ veröffentlicht hat und netzpolitik.org dabei ist. Das freut mich, danke für die Stimmen. Vorausgegangen war die Nominierung von 20 Projekten, Organisationen und Einzelpersonen weltweit, die zur Wahl gestellt wurden.Diese wurden nach den folgenden Kriterien ausgesucht:
•Highly effective leaders who are making outstanding e‑political and e‑governmental achievements
•Forward-thinking organizations that have led the way in this revolution
•Innovative ideas or strategies that have forever changed the political processDie meisten Stimmen bekam Factcheck.org.
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: Großbritannien will mehr e‑Voting
: Großbritannien will mehr e‑Voting In Großbritannien gibt es neue Bestrebungen, auf E‑Voting zu setzen:
Trotz negativer Erfahrungen lässt die britische Regierung ihre E‑Voting-Pläne wieder aufleben. Das Department for Constitutional Affairs (DCA) hat jetzt eine noch bis zum 17. November laufende Ausschreibung gestartet, in der sie „zur Modernisierung der Demokratie und zur Wiedereinbindung der Bürger“ die Kommunalverwaltungen zur Durchführung von Pilotprojekten bei den Kommunalwahlen am 3. Mai 2007 auffordert. „Das Wahlverfahren muss mit den modernen Lebensstilen übereinstimmen“, heißt es in der Ausschreibung.
Mehr bei Heise. Ich frag mich ja noch, was sie mit den „modernen Lebensstilen“ meinen könnten. Vielleicht dass die Nutzer im Internet sowieso soviel Gefahren und Sicherheitslücken ausgesetzt sind, so dass man gerne auch manipulierbare Wahlcomputer für alles Mögiche einsetzen kann? Etwas weltfremd sind ja auch noch die Ansichten, dass e‑Voting „dazu beitragen kann, das Sinken der Wahlbeteiligung aufzuhalten“ und zur „Wiedereinbindung der Bürger“ genutzt werden kann.