e-Democracy
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: Interview zu politischen Podcasts
: Interview zu politischen Podcasts Für einen Beitrag über Podcasts in der kommunalen Politik bin ich zu meinen Podcasts und meinen Einschätzungen gefragt worden. Da die Antworten etwas ausführlicher wurden, kann ich sie auch gleich hier mal posten:
Frage: Seit wann gibt es Netzpolitik TV auf netzpolitk.org? (ist jetzt die 41. Folge, oder?)
Antwort: Den ersten Audio-Podcast gab es 2005, der erste Video-Podcast (TV) kam wohl 2006. Aktuell ist beim TV die Folge 41. Ein paar Interviews liegen noch auf dem Rechner und kommen die nächsten Wochen online.
Frage: Kannst Du mir Nutzungszahlen/ Feedbacks nennen?
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: Hack, Mash, & Peer: Crowdsourcing Government Transparency
: Hack, Mash, & Peer: Crowdsourcing Government Transparency Interessantes Papier von Jerry Brito, Senior Research Fellow an der George Mason University: Hack, Mash, & Peer: Crowdsourcing Government Transparency.
In order to hold government accountable for its actions, citizens must know what those actions are. To that end, they must insist that government act openly and transparently to the greatest extent possible. In the twenty-first century, this entails making its data available online and easy to access. If government data is made available online in useful and flexible formats, citizens will be able to utilize modern Internet tools to shed light on government activities. Such tools include mashups, which highlight hidden connections between different data sets, and crowdsourcing, which makes light work of sifting through mountains of data by focusing thousands of eyes on a particular set of data. Today, however, the state of government’s online offerings is very sad indeed. Some nominally publicly available information is not online at all, and the data that is online is often not in useful formats. Government should be encouraged to release public information online in a structured, open, and searchable manner. To the extent that government does not modernize, however, we should hope that private third parties build unofficial databases and make these available in a useful form to the public.
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: Regierungsdaten und die unsichtbare Hand
: Regierungsdaten und die unsichtbare Hand Noch nicht zitierfähig, aber trotzdem interessant, ist die Vorab-Version eines Papers von David Robinson, Harlan Yu, William Zeller und Edward W. Felten zu „Government Data and the Invisible Hand“.
If the next Presidential administration really wants to embrace the potential of Internet-enabled government transparency, it should follow a counter-intuitive but ultimately compelling strategy: reduce the federal role in presenting important government information to citizens. Today, government bodies consider their own websites to be a higher priority than technical infrastructures that open up their data for others to use. We argue that this understanding is a mistake. It would be preferable for government to understand providing reusable data, rather than providing websites, as the core of its online publishing responsibility.
Die endgültige Version wird im „Yale Journal of Law & Technology Volume 11, 2008–2009 Fall Issue“ stehen.
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: CFP08: Irreführende Informationen in Wahlkämpfen
: CFP08: Irreführende Informationen in Wahlkämpfen Ich sitze gerade bei der „Computers, Freedoms and Privacy Konferenz“ in New Haven in einem Tutorial über „E‑Deceptive Campaign Practices: Elections 2.0″. Hier geht es darum, die mit Hilfe von Technik irreführende Informationen im Wahlkampf verbreitet werden können, bzw. was man dagegen machen kann. Es geht quasi um Informatonskrieg und Manipulation.
In der Einführung gab Tova Wang von der US-Wahlrechts-Organisation „Common Cause“ einen Überblick, wie im letzten Wahlkampf mit irreführenden Mitteln gekämpft wurde. Sie brachte weitgehend Beispiele aus dem 2004er Wahlkampf, wo Wähler mit Falschinformationen versorgt wurden, um sie am wählen zu hindern.
* In einigen schwarzen Gemeinden in Milwaukee wurden vor der Wahl Flugblätter verteilt, wonach man nicht mehr wählen dürfte, wenn man schonmal bei einer Wahl gewesen ist. In dem Flyer wurde mitgeteilt, dass darauf 20 Jahre Strafe stehen. Sie las den ganzen Flyer vor, der hat sicherlich mit seinen drastischen Worten viele abgeschreckt.
* Andere Flyer aus Kentucky: Demokraten wählen Donnerstags und Republikaner am Dienstag. (Nagut, das sorgte für lachen im Publikum, aber ist doch eine ernste Sache).
* Dazu gab es Phonecalls von Robotern, die einem mitteilten, dass das Wahllokal geändert wurde und nun woanders zu finden ist.Aber es geht ja hier vor allem um mögliche Wege, wie man irreführende Informationen mit Informationstechnologie verbreiten kann. Und da gibt es viele Beispiele:
* Nutzung von Datamining, um bestimmte Zielgruppen mit irreführenden Informationen per Mail zu beschicken.
* Pharming und Phishing von Adressen und Versenden von Massen-Spam-Mails mit irreführneden Informationen, z.B. auch Fake-Mailings von MoveOn. Oder offiziell aussehende Mails von der „Regierung“. In den USA gibts wohl immer noch viral verbreitete Mails, wo Obama als Moslem bezeichnet wird. Da bliebe immer was hängen bei den Empfängern.
* Alles geht schneller. Was früher noch Tage Vorlauf brauchte, z.B. um Flyer zu drucken und/oder zu verschicken, geht jetzt in wenigen Minuten.
* Fake-Webseiten mit falschem Inhalt. Da fällt mir gerade das Beispiel mit wto.org ein, wo The Yes Men eine Fake-Seite aufgebaut hatten.
* Denial-Of-Service Attacken gegen Webseiten.
* Domain-Übernahmen, wenn jemand den Folgeauftrag verpeilt hat.
* Nutzung von „Typo Domains“, also barackboama.com mit Weiterleitung auf Fakeseite
* Re-Routing von Webadressen zu falschen Webseiten. Da gab es ja zuletzt das Beispiel mit dem XSS-Fehler bei my.barackobama.com, was über einen bestimmten Link zu Hillaryclinton.com weiterleitete.
* SMS-Spam und Anrufe auf dem Handy mit Telefon-Robotern mit Fehlinformationen. Hier kannman sich auch GPS-Features hinzudenken, von wegen Lokalisierung und Data-Mining. Die Telefon-Roboter kann man auch problemlos über Botnets lösen, die über VOIP anrufen.Bei der Aufzählung fehlen natürlich die vielfältigen sonstigen Möglichkeiten, mittels Negative-Campaigning Informationskrieg zu führen. Das ist eine andere Debatte, die aber auch spannend wäre. Würde aber wohl dieses Panel jetzt sprengen. Sehr viel dreht sich hier vor allem um Wählerrechte, was ich nicht mitschreibe. Das ist ja alles in den USA etwas komplizierter, wo man sich erstmal zum wählen anmelden muss. Abgesehen davon ist das durchschnittliche Wissen rund um die komplizierten Mechanismen eher gering, so dass sozial benachteiligte Gruppen eher ausgeschlossen werden und nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen (können).
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: Digistan: The Hague Declaration
: Digistan: The Hague Declaration „The Digital Standards Organization“ (Digistan) hat die „The Hague Declaration“ zum Thema Offene Standards in der Verwaltung als Petition veröffentlicht.
Abgeleitet von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte argumentieren sie für die konsequente Nutzung von freien und offenen Standards in eGovernment und Verwaltungs-IT.
Wobei die Vorteile des Internets nur dann garantiert und unsere schwer errungenen Menschenrechte nur dann bewahrt werden können in unserem Übergang zu einer Digitalen Gesellschaft, welche auf einem bezahlbaren, gleichen Zugang zum Internet fußt, sofern die Offenheit des Internets auch weiterhin gewahrt bleibt; Aufgrund der einzigartigen Bedeutung, welche freie und offene digitale Standards zum Erreichen dieser Offenheit erlangen können, indem sie Wettbewerb und Innovation befördern, Kosten senken und Wahlmöglichkeiten vervielfachen; Aufgrund der einzigartigen Stellung von Regierungen durch Vorbild und Beschaffung sicher zu stellen, dass alle Bürger Nutzen von freien und offenen digitalen Standards ziehen. In der Erwägung dass jene Leistungen von besonderer Bedeutung für die wirtschaftlich, sozial und geografisch benachteiligten Menschen auf der Welt sind; In der Erwägung dass sich in zunehmendem Maße ein gemeinsames Verständnis über die Eigenschaften eines Freien und offenen digitalen Standards kristallisiert;
Fordern wir alle Regierungen auf:
1. Nur Informationstechnologie mit Unterstützung Freier und Offener Standards zu beschaffen;
2. Nur elektonische Behördendienste auf der Grundlage Freier und Offener Standards zu leisten;
3. Nur freie and offene digitale Standard in ihrem eigenem Geschäftsbereich zu verwenden.Gefunden bei der Futurezone: Haager Deklaration für Informationsfreiheit.
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: Die Techies hinter den US-Netzkampagnen
: Die Techies hinter den US-Netzkampagnen In der FTD ist einer der besseren aktuellen Artikel über Politik im Netz zu finden, der nur einen komischen Titel trägt: Die Klickköpfe. Beschrieben werden die Techies hinter den Netzkampagnen. Kommt mir alles sehr bekannt vor.
Blue State Digital und ähnliche Firmen arbeiten mit flachen Hierarchien und breiten Netzwerken. Im Konferenzraum saust das Firmenmaskottchen herum, ein kleiner Spitz, und irgendwo läuft laut Musik. Die Szenerie erinnert ein wenig an die New-Economy-Firmen der 90er-Jahre. „Wir reden mit den etablierten Leuten und können viel von ihnen lernen“, sagt ein E‑Campaign-Stratege, „aber seien wir ehrlich: Wir schreiben hier die Regeln, nach denen man in den nächsten Jahrzehnten über Politik reden wird. Es ist eine permanente verfassunggebende Versammlung.“
[…]
E‑Government, Open-Source-Democracy, People-Powered-Politics: So lauten die gemeinsamen Schlachtrufe. Dahinter steht das Projekt, Demokratie in Software und Code zu übersetzen – Demokratie, wie sie Thomas Jefferson immer gefordert hatte, der in Washington mit einem pompösen Denkmal geehrt wird. -
: Matrix: Mitmach-Politik – demokratische Partizipation im Web 2.0
: Matrix: Mitmach-Politik – demokratische Partizipation im Web 2.0 Die Oe1-Radiosendung Matrix hat gestern Abend über die re:publica’08 und ihre Themen berichtet. Während der erste Teil auf demokratische Partizipationsmöglichkeiten eingeht und Abgeordnetenwatch, MySociety und mich interviewt, ist der zweite Teil ein Interview mit Peter Glaser: Mitmach-Politik – demokratische Partizipation im Web 2.0. Ich hab die halbstündige Sendung mal mitgeschnitten und packe sie in den Netzpolitik-Podcast.
Social-Software-Plattformen wie YouTube, MySpace oder studiVZ unterstützen mit ihren einfach zu nutzenden Angeboten viele Menschen darin, ihre Ansichten im Internet zu publizieren und zu kommunizieren. Auf die demokratischen Partizipationsmöglichkeiten im komplexen System moderner Demokratien hat das bis jetzt wenig Einfluss. Während in den USA kein Wahlkampf ohne ausgefeilte Online-Strategie denkbar wäre, schicken Parteien in Europa lieber elektronische Waschzettel im pdf-Format aus. Von niederschwelligen Beteiligungsmöglichkeiten an politischen Prozessen ist wenig zu sehen.
Und hier ist die 27 MB grosse MP3.
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: Politiker-Blogs in Deutschland und Malaysia
: Politiker-Blogs in Deutschland und Malaysia Die Welt hat sich die bloggenden Politker, ihr Verhalten bei Abgeordnetenwatch und die Social-Networking-Plattformen der Parteien in Deutschland mal etwas genauer angesehen und auch Markus dazu befragt:
Alle Parteien haben erkannt, dass der Auftritt im Internet sie ins Bewusstsein von Wählern zurückholt, die mit traditionellem Wahlkampf nicht erreicht werden. Die meisten Politiker experimentieren aber noch. Die Blogs von Ulrich Kelber (SPD), Dirk Niebel oder Hans-Joachim Otto (beide FDP) kranken daran, dass die Politiker sie nicht aktuell halten. „Wie ein Politikerblog funktionieren muss, das beweist nur Julia Seeliger aus dem Parteirat der Grünen“, sagt Markus Beckedahl. Auf julia-seeliger.de verbreitet die 28-Jährige grüne Ideologie, grünen Klatsch, aber auch Kritik an den Grünen – täglich. „Nur so kann ein Blog funktionieren“, sagt Beckedahl. Der Tonfall ist salopp bis schroff. Genau an diesem typischen Blogger-Ton stoßen sich viele. „Eine Anfrage ohne Anrede finde ich nicht akzeptabel“, sagt Dieter Wiefelspütz.
Was oft auf den Generationenunterschied geschoben wird, hat also offenbar auch kulturelle Ursachen: Wenn Blogger ein wenig höflicher wären, hätten sie unter Umständen auch ein besseres Image bei Politikern und auch Journalisten, wäre hier die Message.
Wie man davon unabhängig die Vorbehalte gegenüber Bloggern bei Politikern sehr schnell abbauen kann, hat auf der anderen Seite Malaysia bewiesen, wie Techdirt berichtet:
Almost exactly one year ago, some Malaysian politicians got into a bit of an argument with some bloggers and started trashing the entire concept of blogging – leading to some politicians there declaring that all bloggers needed to register themselves with the government if they wanted to keep blogging. That resulted in an uproar, and the politicians backed down on the registration requirement. In fact, they started to check out blogs a little more carefully, and even liked what they saw. By the end of that same month, the government agreed to set up a special government agency to follow blogs and interact with bloggers to respond to any concerns they might have. Fast forward a year and not only do some of the original leading critics of blogging have their own blogs, but the ruling political party is now requiring many of its political candidates to blog. Anyone who wants a „youth post“ needs to have a blog. The guy in charge of the party’s youth wing explained: „All candidates must have blogs. If not, they are not qualified to be leaders.“ So they’ve gone from hating blogs to requiring them in about a year.
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: Bundestag modern – Back in 1998?
: Bundestag modern – Back in 1998? Es gibt Meldungen, wo man das Gefühl hat, in einer Zeitreise im Jahre 1998 gelandet zu sein. Wie diese hier: Bundestagsabgeordnete werden erstmals chatten.
E‑Government sieht anders aus. Aber was die beiden Bundestagsabgeordneten Katja Mast und Jörg Rohde am Donnerstag vorhaben, geht schon mal in die richtige Richtung. Sie werden zur Ausbildungsförderung chatten. Zum ersten Mal werden am Donnerstagnachmittag Abgeordnete des Deutschen Bundestages nach einer Plenardebatte auf der Webseite des Parlaments im Chat Rede und Antwort stehen. Das teilte die Internetredaktion von Bundestag.de am Mittwoch in einer Presseerklärung mit.
Dann dauert es nur noch schätzungswise sieben Jahre, bis man mal ein Weblog oder andere neue Medien einsetzt. Chat kann man ja schon zu den „alten Medien“ zählen, vor allem Politiker-Chats, die in der Regel sowas von langweilig und unnötig sind: Eine Frage, ein Satz Antwort und zur nächsten Frage. Manchmal gibts auch zwei Sätze Antwort. Das ist dann schon fast eine Argumentation.
Wie wäre es, wenn man die Berichterstatter der Fraktionen mal ausführlicher nach einer PLenardebatte in einem Blog argumentieren lässt, warum man wofür und wogegen war. Mit einer Feedback-Möglichkeit, die zeitunabhängig ist, wie in den Kommentaren? Wo man vielleicht noch explizit auf die Beiträge der anderen Teilnehmer und auf Kommentatoren eingeht? Naja, vielleicht in sieben Jahren…
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: Tätigkeitsbericht zum Informationsfreiheitsgesetz
: Tätigkeitsbericht zum Informationsfreiheitsgesetz Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, hat gestern dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammert, den ersten Tätigkeitsbericht zum Informationsfreiheitsgesetz für die Jahre 2006/2007 übergeben. Dazu gibt es eine sehr ausführliche Pressemitteilung, die lesenswert ist: Erster Tätigkeitsbericht zum Informationsfreiheitsgesetz übergeben.
Ich poste hier nur mal kleine Abschnitte:
Der freie Zugang zu den Akten und Informationen der öffentlichen Verwaltung ist ein neues Bürgerrecht. Es zu respektieren und seine Anwendung zu fördern, ist keine lästige Verpflichtung, sondern liegt ganz überwiegend auch im behördlichen Eigeninteresse. Informationsfreiheit ist ein wichtiges Element einer lebendigen Demokratie. Wenn die Bürgerinnen und Bürger wissen, wie staatliche Stellen handeln, fördert dies das Vertrauen in sie und führt zugleich zu einem verbesserten Verständnis von Verwaltungsabläufen. Das Informationsfreiheitsgesetz hat bereits jetzt, zwei Jahre nach seinem Inkrafttreten, ‚mehr Licht’ in die Amtsstuben gebracht. Transparenz und Offenheit des Verwaltungshandelns fördern die demokratische Meinungs- und Willensbildung. Die dadurch verbesserte öffentliche Partizipation kann und wird auch die Akzeptanz staatlichen Handelns stärken.
[…]In den zwei Jahren, die seit dem Inkrafttreten des IFG vergangen sind, hat sich eine Reihe von Fragen und Problemen bei der Gesetzesanwendung ergeben; insbesondere im Zusammenhang mit den zahlreichen Ausnahmeregelungen:
* Ein häufiger Ablehnungsgrund ist das angebliche Vorliegen von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen gemäß § 6 Satz 2 IFG. Die Behörden ziehen sich allerdings zu schnell hierauf zurück, ohne die betroffenen Unternehmen zu beteiligen bzw. deren Angaben zu überprüfen, oder ausreichend darzulegen, inwiefern die Offenlegung der begehrten Information zu einem konkreten wirtschaftlichen Nachteil des Unternehmens führen könnte.Vertragliche Beziehungen zwischen einem Unternehmen und der öffentlichen Hand können und dürfen für sich genommen noch kein Geschäftsgeheimnis sein. Häufig kann hier zumindest ein teilweiser Informationszugang nach § 7 Abs. 2 IFG ermöglicht werden.
* Finanz‑, Wettbewerbs- oder Regulierungsbehörden berufen sich immer wieder pauschal auf den Ausnahmetatbestand des § 3 Nr. 1d IFG. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Bereichsausnahme für diese Behörden, sondern es ist von ihnen in jedem Einzelfall konkret dazulegen, inwiefern das Bekannt werden der jeweiligen Information nachteilige Auswirkungen auf ihre Kontroll- oder Aufsichtsaufgaben haben kann.
* Häufig wird ein Informationszugang auch deshalb verweigert, weil die Information einer gesetzlichen Geheimhaltungsvorschrift unterliege (§ 3 Nr. 4 IFG). Hier ist jedoch stets sorgfältig zu prüfen, wie weit solche Spezialregelungen tatsächlich reichen. Auch stellen vermeintlich „besondere“ Amtsgeheimnisse mitunter nur Konkretisierungen des allgemeinen Amtsgeheimnisses dar, so dass sie einem Informationszugang nicht entgegenstehen können. Bei als Verschlusssachen eingestuften Dokumenten sollte ein Antrag auf Informationszugang außerdem zum Anlass genommen werden, die Einstufungsentscheidung nochmals zu überprüfen. Insbesondere bei länger zurückliegenden Einstufungen kann der Geheimhaltungsgrund inzwischen entfallen sein.
* Vertragliche Vertraulichkeitsabreden dürfen nicht dazu führen, dass das IFG leer läuft. Das Gesetz kann nicht durch vertragliche Vereinbarungen umgangen werden. Der Ausnahmetatbestand des § 3 Nr. 7 IFG soll nur Informanten schützen und ist wie alle Ausnahmetatbestände eng auszulegen.
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: Visualisierung der politischen US-Blogosphäre: PresidentialWatch08
: Visualisierung der politischen US-Blogosphäre: PresidentialWatch08 Cooles Tool zur Visualisierung der politischen US-Blogosphäre: PresidentialWatch08.

Man kann sich auch nette Trend-Berichte mit Graphen anzeigen lassen, welche Kandidaten zu welchem Zeitpunkt besondere Aufmerksmakeit in Blogs erhalten haben.
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: Petition für offene Standards in der EU
: Petition für offene Standards in der EU Auf openparliament.eu kann man eine Petition für offene Standards unterschreiben. Der gesamte Petitionstext ist in fünf Sprachen online nachzulesen. Es geht u.a. um ODF und freie Formate für Onlinemedien, und Beispiele sind Extremadura in Spanien und die Niederlande (PDF-Link).
We believe that the current situation, where the European Parliament’s ICT runs on proprietary operating systems and on software that is not interoperable with that of other vendors, where therefore citizens and stakeholder groups wishing to participate in the legislative process are forced to use the products of a single company, is in conflict with the first article of Chapter 1 in the Treaty of the European Union, which stipulates that “…decisions are taken with the greatest possible respect for openness and as near as possible to the citizens.”
A clear and simple example of this is the live web streaming from the European Parliament’s plenary sessions, a service aimed at improving insight into the democratic process, which is currently only available to those using Microsoft’s MediaPlayer. We have also understood that Members of the European Parliament are unable to access documents sent to them in formats adhering to Open Standards, including the ISO standard for electronic office documents, the Open Document Format (ODF) – the primary format for an ecosystem of office productivity applications.
The situation also has implications for competition. EU Public procurement laws are based on the principles of transparency and non-discrimination (Article 23 (8) of Directive 2004/18/EC), yet the lock-in of the European Parliament’s ICT to systems based on proprietary, closed formats means that the European Parliament is dependent on a single vendor and that companies cannot freely compete on merit to provide applications and services.
The European Parliament has recently endorsed texts that mandate the compatibility and interoperability of systems in policy fields such as rail transport and satellite radionavigation. The European Parliament clearly recognises the role of interoperability in promoting innovation and competition, and on improving user choice, while reducing technological and industrial risks as well as dependencies. We are confident that once the Parliament has taken the above into consideration, it will take action to improve interoperability between citizens and governments by moving its ICT systems to ones that are based on Open Standards.
Ich hab schon unterzeichnet, wie bisher 555 andere auch.
Update: Jetzt gibts auch die offizielle Pressemitteilung dazu. Und der Zählerstand steht bereits bei 661 Unterzeichnenden.
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: Wahlbeobachtung in Bayern: Berichte
: Wahlbeobachtung in Bayern: Berichte In einigen (oder allen?) Gemeinden wurde bei der gestrigen Bayerischen Kommunalwahl mit Barcode-Scannern und Auszählungs-Software gearbeitet. Die Stimmzettel sind zwar wie gehabt auf Papier, aber die Ermittlung der Ergebnisse fand teilweise mit dieser technischen „Hilfe“ statt. Dazu gab es bereits im Vorfeld Kritik und Diskussionen. Der CCC Regensburg hat einige Informationen dazu zusammengetragen.
Einen ausführlichen Bericht von der gestrigen Wahl gibt es jetzt aus Kleinaitingen. Unter anderem gab es große Probleme mit dem Datenabgleich von den drei verwendeten Computern:
Als es dem Ende zuging wurde noch ein dritter Rechner, ein Laptop aus der Gemeinde, zur Hilfe herangezogen.
Dieser Laptop war übrigens auch überhaupt nicht überprüft worden, sondern lag offenbar gerade irgendwo rum.
Diese Entscheidung war wohl ein Fehler. Man war zwar nun etwa 2–3 Stunden frueher fertig, aber es ergab sich am Ende folgende Problematik: die Auszaehlung war auf 3 Rechner verteilt, es wurden also Teilergebnisse ermittelt. Die Software sollte dies eigentlich einwandfrei erledigen. Man importiert am Ende an einem Rechner alle anderen Teilzaehlungen und laesst sie aufsummieren. Nun, am Ende hatte man 532 Waehler und somit 532 abgegebene Wahlzettel, jedoch gab der Computer nur 509 abgegebene Wahlzettel aus.
Fazit:
Die Zeitersparnis ist erst bei einer gewissen Menge an Waehlern und einem grossen Wahlzettel zu erkennen. Dennoch sehe ich eindeutige Probleme mit der Software und der Bedienung.
Auch die an der Auszählung Beteiligten sehen das offenbar nun so:
War zu Beginn noch ein Grossteil sehr optimistisch, kam es mir gegen Ende vor, als würde man doch eher das alte System bevorzugen.
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: Wer wählt was?
: Wer wählt was? Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet mit der Unterseite „Wer wählt was“ einen netten Überblick über aktuelle Umfrageergebnisse zum Wahlverhalten. In dem Flash-Werkzeug können innerhalb eines Tortendiagrams verschiedene Faktoren wie „Alter“ oder „Geschlecht“ abgefragt werden. Die Umfrageergebnisse werden dann den Parteien zu geordnet. Man lernt z.B. dass laut einer aktuellen infratest-dimap Umfrage 25% der 18–24-jährigen Grün wählen, aber nur 0% der Altersgruppe die FDP wählt (Kommt mir etwas komisch vor).
Oder das Linkspartei und SPD mit jeweils 33% die Rentnergeneration der ü60-jährigen ansprechen. Das wird nur noch getoppt von der Union mit 34%. Wobei man spätestens da ins grübeln kommt, wie denn die Wählerpräferenz abgefragt und anschliessend gewichtet wird. Denn schon sind 100% erreicht und die Rentner wählen gerne auch noch FDP und Grüne, wenngleich nicht ganz so stark.

Trotzdem ist das Werkzeug sehr nett und visualisiert anschaulich aktuelle Wählertrends. Diese sind etwas umfangreicher als die übliche Sonntagsfrage und so hat man ein wenig Spass, die einzelnen Zielgruppen durchzuklicken.
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: Mash-Up: Finde das Öl
: Mash-Up: Finde das Öl „Follow the Oil Money“ ist ein schönes Mash-Up-Beispiel aus den USA, was an mit öffentlich zugänglichen Daten machen kann:
This tool is a visual demonstration of the network of funding relationships between oil companies and politicians. The Relationship View and Table Views are two alternate presentations of the campaign contributions from company executives (and company Political Action Committees) to the candidate’s campaign committee.

Die Daten kommen aus verschiedenen Quellen und werden mit einem Visualisierungs-Layer zugänglich gemacht. Man kann sich als Nutzer bequem durch die Datensätze bewegen und erhält detaillierte Informationen, welche US-Politiker sich wie von der ÖL-Industrie in ihren Kampagnen finanzieren lassen. Dabei werden auch viele Netzwerke sichtbar.

Schönes Transparenz-Projekt. Wir brauchen endlich eine „Offene Regierung“ in Deutschland und Schnittstellen zu solchen Daten.
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: Parlamentarier-Nebeneinkünfte
: Parlamentarier-Nebeneinkünfte Vor ein paar Tagen berichtete die Taz über nebeneinkuenfte-bundestag.de, eine Webseite zu Parlamentarier-Nebeneinkünfte: Die große Lobbyisten-Suche.
„Als wir unsere Seite im letzen Jahr online gestellt haben“, erinnert sich Henning Wolf schmunzelnd, „setzte die dpa gleich ein paar Journalisten auf uns an“. Die Nachrichtenagentur vermutete, dass hinter der seriösen Fassade eine politische Gruppierung stehe, die bestimmte Politiker als Handlanger der Wirtschaft bloßstellen wolle. „Als die dann auf uns stießen, waren sie enttäuscht, weil das keine gute Story abgab.“
Zwar haben sich Henning Wolf und seine beiden Freunde Janek Jonas und Jonas von Poser, die sich um die Gestaltung und Programmierung von nebeneinkuenfte-bundestag.de kümmern, bei einer Hochschulgruppe von Attac kennen gelernt. Der Seite merkt man das jedoch nicht an. Henning Wolf, verantwortlich für die Inhalte, legt großen Wert darauf, dass den Benutzern keine politische Meinung aufgedrängt wird. „Wir werten nur die von den Abgeordneten selbst zur Verfügung gestellten Angaben aus,“ erklärt Wolf. Dabei ergab sich beispielsweise, dass ein Abgeordneter der CDU/CSU im vergangenen Jahr durchschnittlich über 227 Mal so viel dazu verdiente wie eine Abgeordnete der Grünen. Wolf: „Die politischen Schlussfolgerungen muss der Nutzer selbst ziehen.“
Praktische Seite und nett gemacht.
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: Konferenz zu Politik und Web 2.0
: Konferenz zu Politik und Web 2.0 Eine recht interessante Veranstaltung gibt es im April in London:
Politics: Web 2.0: An International Conference.
Royal Holloway College, University of London, April 17–18, 2008.Es ist eine akedamisch ausgerichtete Konferenz, die aber auch für Praktiker und andere Interessierte lohnenswert sein dürfte. Veranstalter ist die letztes Jahr gegründete „New Political Communication Unit“ am Department of Politics and International Relations.
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: Blogger-Portraits
: Blogger-Portraits Andreas Chudowski hat im vergangenen Jahr einige Blogger portraitiert. Die Bilder-Serie ist bei ihm auf der Webseite oder bei Zeit-Online mit Prosa dazwischen zu finden.
Man könnte fast das Gefühl haben, dass Blogger im Durchschnitt Anzüge tragen. Bis auf alle mit „Pop“ im Namen… Das Ergebnis sieht aber ganz gut aus. So ein Foto kann man ruhig mal den alten Tanten schicken:

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: Blogpiloten-Interview als MP4
: Blogpiloten-Interview als MP4 Das Blogpiloten-Interview mit mir über „Politik im Netz“ hab ich jetzt auch als MP4-Datei für NetzpolitikTV online gestellt. Die Datei ist ca. 65 MB gross.