Digital Rights

  • : iRights.info bekommt Klicksafe-Preis
    iRights.info bekommt Klicksafe-Preis

    Die Verbraucher-Aufklärungsplattform iRights.info erhält den „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“. Neben Ruhm und Ehre gibt es 1000 Euro Preisgeld. Das freut mich als Mitglied des Beirates von iRights.info.

    Passend dazu sei auch nochmal auf die Aufklärungs-Broschüre von iRights und Klicksafe hingewiesen: „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt“

    Eine Broschüre von irights.info und der EU-Initiative Klicksafe erklärt kurz und prägnant, welche Regeln des Urheber- und Persönlichkeitsrechts Nutzer beachten müssen, wenn sie Internetplattformen wie MySpace, YouTube, Clipfish oder flickr verwenden möchten.

    Die gibts hier als PDF.

    31. Januar 2008
  • : Wir sind eine Art Internet-Post
    Wir sind eine Art Internet-Post

    „Wir sind eine Art Internet-Post“, meint Peter Sunde, Sprecher des der PirateBay, der in der Taz portraitiert wurde: Unerschrockener Pirat.

    Heute ist übrigens wieder eine grössere Werbe-Kampagne der „Internet-Post“ gestartet worden: In Schweder hat ein Staatsanwalt Anzeige gegen die Betreiber wegen Verschwörung zum Verstoß gegen das Urheberrecht erhoben. Das führt sicherlich wieder zu mehr Medienaufmerksamkeit, kostenlose Werbung, mehr Nutzern und einer grösseren Akzeptanz. Für den Fall, dass man das Verfahren verliert, wovon man nicht ausgeht, hat man sich schon gerüstet. Die Server sollen mittlerweile global verteilt stehen, so dass die schwedische Regierung nicht mehr einfach die Seite durch eine Polizei-Razzia abschalten kann. Die Administratoren verkünden, dass man nicht wisse, wo die Server stehen würden.

    Dann mal viel Glück.

    31. Januar 2008
  • : Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy
    Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy

    Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy“ ist ein neues Handbuch für politische Blogger. Es beschreibt auf 21 Seiten (PDF), wie man Weblogs und soziale Medien nutzen kann, um damit auf politische Themen aufmerksam zu machen. Da die Hauptzielgruppe eher Menschen in repressiven Staaten sind, werden selbstverständlich auch Informationen geboten, wie man die eigene Identität sinnvoll schützen kann.

    netzpolitik.org ist als Beispiel eines „Issue Blog“ aufgeführt. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Beispiel und weiterführende Informationen. Insgesamt ist es schön gemacht und bietet einen guten Überlick, wie man Blogs für die eigenen politischen Anliegen nutzen kann.

    blog_advocacy.jpg

    Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy explains how activists can use blogs as part of campaigns against injustice around the world. Blogging can help activists in se veral ways. It is a quick and inexpensive way to create a presence on the Internet, to disseminate information about a cause, and to organize actions to lobby decision-makers.

    The goal of Blog for a Cause!: is twofold: to inform and to inspire. The guide is designed to be accessible and practical, giving activists a number of easy-to-follow tips on how to use a blog to further their particular cause.

    Auf meiner To-Liste steht schon länger, sowas mal auf deutsch und vielleicht ausführlicher zu machen. Wenn jemand Lust und Geld hat, sowas zu finanzieren, könnte man dies schneller realisieren.

    Auf der kommenden re:publica haben wir dazu auch ein Panel: „Advocacy 2.0″. Darauf freue ich mich schon.

    30. Januar 2008 4
  • : BVerfG: Zuständigkeit in Sachen „Vorratsdatenspeicherung“ geklärt
    BVerfG: Zuständigkeit in Sachen „Vorratsdatenspeicherung“ geklärt

    Beim Bundesverfasungsgericht hat man endlich die „Zuständigkeit in Sachen „Vorratsdatenspeicherung“ geklärt“:

    Der gemäß § 14 Abs. 5 BVerfGG zuständige Ausschuss („6er-Ausschuss“) hat am 29. Januar 2008 die Verfassungsbeschwerdeverfahren zur Vorratsdatenspeicherung teils dem Ersten Senat, teils dem Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts zugewiesen. Zu den dem Ersten Senat zugewiesenen Verfahren gehören insbesondere die Verfassungsbeschwerde der Beschwerdeführer Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (u.a.) sowie die Verfassungsbeschwerde der von Rechtsanwalt Meinhard Starostik vertretenen Beschwerdeführer („Massenverfassungsbeschwerde“). Dem Zweiten Senat sind die Verfassungsbeschwerden zugewiesen, die sich im Schwerpunkt gegen strafverfahrensrechtliche Vorschriften richten.

    30. Januar 2008 5
  • : dpa erklärt Creative Commons
    dpa erklärt Creative Commons

    Wir bekommen mittlerweile recht häufig Anfragen von Journalisten, um Creative Commons zu erklären. Aktuell ist wieder ein Artikel daraus entstanden, der gut lesbar und fehlerfrei ist: „Kopieren erwünscht: Creative Commons frischt Urheberrecht auf“ vom dpa-Themendienst, hier im Angebot der Aachener Zeitung. Es freut uns jedes Mal, wenn die Vermittlung geklappt hat und sich Wissen um Creative Commons weiter verbreitet.

    30. Januar 2008 2
  • : Anklage gegen den CCC?
    Anklage gegen den CCC?

    Update: Danke, Herr Mürell meint das ernst und hat noch Kommentatoren in Blogs und Bloggern mit Klage gedroht. Das wird dann eine Massenklage.

    Keine Ahnung, ob die Quelle verlässlich ist: In den Kommentaren hat jemand Links zu Scanns eines Artikels der Offenbach Post vom 29.1. gesetzt. In dem Artikel steht, dass der Obertshausener Wahlleiter Oskar Mürell den Chaos Computer Club wegen „Verunglimpfung“ verklagen will. Er fühle sich durch Internet-Berichte verunglimpft, er habe Wahlbeobachtern den Zugang vor offiziellen Öffnung der Wahllokale verweigert. „Diesen Vorwurf werden er nicht auf sich sitzen lassen“, wird Mürell laut der Quelle von der Offenbach Post zitiert. Eine frühere Zulassung sei ungesetzlich gewesen.

    Lustig ist der Absatz:

    „Möglicherweise wollten die CCC-Leute an den Wahlcomputern Manipulationen vornehmen, da sie ja den Einsatz solcher Computer zuvor gerichtlich verbieten lassen wollten“.
    […]
    „Wer etwas anderes behauptet, lügt“, so der Wahlleiter. „Ich habe eine absolut weiße Weste und lasse mich nicht von den CCC-Leuten verunglimpfen. Ich werde gegen sie daher Anzeige erstatten.“

    Kann jemand die Quelle verifizieren oder ist das ein gut gemachter Fake?

    Sollte daraus ein Verfahren entstehen, könnte das interessant werden und wichtige Fragen klären. Vor allem, wo viele der Wahlbeobachter nicht Mitglied im CCC waren.

    Für die Stichwahl in Langen am 10. Februar werden übrigens noch Wahlbeobachter gesucht.

    29. Januar 2008 24
  • : re:publica’08: Die kritische Masse – Programm veröffentlicht, Vorverkauf hat begonnen.
    re:publica’08: Die kritische Masse – Programm veröffentlicht, Vorverkauf hat begonnen.

    Wir haben heute das Programm für die kommende re:publica´08 in einer Beta-Version veröffentlicht. Das ist noch phasenweise sehr unvollständig, bietet aber jetzt schon zwei Monate vor der Konferenz einen guten Überblick über die Themenvielfalt. Vieles fehlt auch noch und wir warten auf einige Zusagen. Beiträge werden in den kommenden Tagen daher sicher noch aktualisiert. Wir bezeichnen intern das derzeitige Programm als Version 0.5. Es werden sich noch Programmpunkte zeitlich ändern, andere hinzukommen. Wir bemühen uns, in den kommenden zwei Wochen das Programm zumindest in weiten Teilen zeitlich fest zu machen.

    Auch der Vorverkauf ist gestartet. Die re:publica´08 kostet soviel wie im Vorjahr: Der Eintrittspreis beträgt regulär 60 Euro, 40 Euro für Blogger, die vorher ein re:publica’08-Banner in ihr Blog integrieren und 100 Euro pro Person für Unternehmen. Wir bieten die Möglichkeit, Karten im Vorverkauf über die Plattform Amiando zu erwerben. Für die Teilnehmer, die gerne anonym teilnehmen möchte, werden wir noch Angebote schaffen. Auch während der Konferenz-Tage sind wahrscheinlich noch Tages-Karten vor Ort zu erwerben.

    Ein Wiki bietet die Möglichkeit, sich schon im Vorfeld zu organisieren. Eine Pressemitteilung mit detaillierteren Informationen werden wir am Mittwoch verschicken. Weitere Informationen gibt es hier in den kommenden Tagen.

    29. Januar 2008 4
  • : Deutschlandfunk: Schutz für den Kopierschutz
    Deutschlandfunk: Schutz für den Kopierschutz

    Die Sendung „Computer und Kommunikation“ im Deutschlandfunk hat am Samstag über „Schutz für den Kopierschutz – EU-Kommission will Digitales Rechtemanagement gesetzlich verankern“ berichtet

    Die Musikbranche, aber auch Fachverlage und vor allem Filmproduzenten würden sich am liebsten gegen jede digitale Kopie wehren – auch gegen den Willen der Verbraucher – wenn das denn möglich wäre. Denn bislang konnte kein DRM-System Hackern lange widerstehen. Jetzt sollen Gesetze die Technik stützen.

    Ich wurde dafür zu den Entwicklungen in Frankreich und auf EU-Ebene interviewt. Hier ist die MP3 dazu.

    28. Januar 2008 4
  • : Stadt Langen warnt vor Wahlbeobachtern des CCC
    Stadt Langen warnt vor Wahlbeobachtern des CCC

    Man fragte sich ja gestern, woher in einigen Kommunen die Abneigung gegenüber Wahlbeobachtern kam. Das Foto eines offiziellen Schreibens des Wahlleiters der Stadt Langen im Landkreis Offenbach-Land offenbart deutliche Warnhinweise der Verwaltung:

    “Die geplanten Störungen und Angriffe des CCC (Chaos-Computer-Clubs), die sich als Wahlbeobachter ausgeben […] wollen. […]

    Da sich die CCC-Wahlbeobachter in Chats und mittels eines Wikis koordinieren (!), musste man zu drastischen Massnahmen greifen:

    1. Generelles Handyverbot in allen Wahllokalen für die Besucher
    2. Keine Foto- und Filmaufnahmen im Wahllokal
    3. Keine Interviews, bzw. Befragungen mit Besuchern im Wahllokal
    4. Keine Benutzung von Notebooks im Wahllokal
    5. Beachtung der Bannmeile von 10m

    Fragt sich, wie der Aufwand und die Verbote demokratisch zu halten sind…

    Vielleicht hat ja einer der mitlesenden Journalisten mal Lust, bei der Kommune anzurufen und nachzufragen. Der Versender des Schreibens ist ein Herr Emrich, Wahlleiter und Leiter des Dezernat 11.

    In Langen gibt es in zwei Wochen eine Oberbürgermeister-Stichwahl, wie mit Wahlcomputern. Dafür werden noch Wahlbeobachter gesucht.

    28. Januar 2008 30
  • : CCC-PM: Schwerwiegende Wahlcomputer-Probleme bei der Hessenwahl
    CCC-PM: Schwerwiegende Wahlcomputer-Probleme bei der Hessenwahl

    Pressemitteilung des Chaos Computer Club: Schwerwiegende Wahlcomputer-Probleme bei der Hessenwahl – Wahleinsprüche und Nachwahlen erwartet.

    January 27, 2008 (presse@ccc.de)

    Beim Einsatz der NEDAP-Wahlcomputer bei den heutigen Wahlen zum hessischen Landtag kam es zu gravierenden Problemen und Unregelmäßigkeiten.

    Neben massiver Behinderung der Wahlbeobachtung in mehreren Gemeinden kam es zu einer Reihe von Vorfällen, welche die Behauptungen des hessischen Innenministeriums über die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Wahlcomputer klar widerlegen. In mindestens einer Gemeinde wurden die Computer über Nacht in den Privatwohnungen von Parteimitgliedern gelagert. Dies sei „gängige Praxis“, bestätigten Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Wahlbeobachtern. Alle neun Wahlcomputer der Gemeinde Niedernhausen seien privat gelagert worden.

    „Die Lagerung der Wahlcomputer über Nacht zu Hause bei Lokalpolitikern ist das Albtraum-Szenario für eine Innentäter-Manipulation, auch nach der Logik des hessischen Innenministeriums. So etwas haben selbst wir uns nicht vorstellen können“, sagte der Sprecher des Chaos Computer Club (CCC), Dirk Engling.

    In zwei Wahllokalen waren Wahlbeobachter des CCC für längere Zeit alleine mit den bereits angelieferten Wahlcomputern, bevor der Wahlvorstand eintraf. Manipulationen hätten problemlos vorgenommen werden können.

    In mindestens einem Wahllokal versagte die NEDAP-Technik: Ein Wahlcomputer in Viernheim zeigte nach Inbetriebnahme um kurz vor 8 Uhr nur eine Fehlermeldung an. Eine normale Wahl war somit unmöglich. Erst nach einer Stunde war ein Ersatzcomputer im Wahllokal eingetroffen. In dieser Zeit konnten viele Wähler ihr Wahlrecht nicht ausüben.

    In Obertshausen wurde interessierten Bürgern das Betreten des Wahllokals durch einen Mitarbeiter des Ordnungsamts verweigert, sogar die Festnahme wurde den Beobachtern angedroht. „Von Offenheit und der rechtlich verbürgten Öffentlichkeit der Wahl hat der Wahlleiter von Obertshausen offenbar noch nichts gehört“, kommentierte CCC-Sprecher Dirk Engling. Schon im Vorfeld versuchten einige Wahlleiter, aktiv eine Wahlbeobachtung zu behindern.

    Die Beobachtungen von über 50 interessierten Bürgern ergaben weiterhin, dass ein großer Teil der älteren Wähler entgegen den Behauptungen im Vorfeld der Wahl Probleme hatte, die Stimme an den Computern abzugeben. Viele waren so überfordert, dass Wahlhelfer ihnen bei der Stimmabgabe Hilfestellung geben mussten.

    Der CCC besuchte auch die Verantwortlichen in den hessischen Gemeinden, die sich nach einer Testphase gegen die umstrittenen Wahlcomputer entschieden hatten. Als kleines Dankeschön überbrachten CCC-Aktivisten den Wahlhelfern in den entsprechenden Wahllokalen leckere Kekse zur Stärkung bei der Auszählung. Dabei ergaben sich interessante Einblicke in die Gründe für die Ablehnung der NEDAP-Wahlcomputer.

    Bei früheren Wahlen hatte Weiterstadt mit Computern abstimmen lassen. „Wir waren unter den ersten, die Wahlcomputer eingesetzt haben. Nach der ersten Wahl hatten wir jedoch das Gefühl, dass der Aufwand im Vorfeld zu groß war“, sagte Herr Gerald Eberlein, Wahlleiter aus Weiterstadt. „Ich hatte einfach nur ein unsicheres Gefühl dabei“, begründete er nun die Abkehr von den umstrittenen Computern.

    In Erzhausen wurde auch wieder auf Papier gewählt. „Wir hatten die Computer wegen des Kumulierens und Panaschierens gemietet, die versprochene Zeitersparnis war aber nicht eingetreten, es ist einzig teurer geworden. Deswegen haben wir wieder zu Papier gewechselt“, sagte Dieter Karl, Bürgermeister von Erzhausen, dem CCC. Die vom kommerziellen Anbieter der NEDAP-Wahlcomputer versprochene Vorteile seien gar nicht eingetreten.

    In der Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Wahlcomputern zeigt sich, dass sie nicht nur kein Personal einsparen, sondern ein Mehr an Kosten und Zeit für die Gemeinden bedeuten, der unbemerkten Manipulation des Ergebnisses Vorschub leisten sowie Senioren erhebliche Probleme bereiten.

    Die Vielzahl der Verstöße gegen die verordneten Prozeduren, die durch die Wahlbeobachter festgestellt wurden, und die Zuverlässigkeitsprobleme der NEDAP-Systeme verdeutlichen einmal mehr das grundlegende Problem von Wahlcomputern: die nicht vorhandene Überprüfbarkeit und Transparenz der Wahl. Weder Wähler noch Wahlhelfer konnten die Korrektheit der Stimmabgabe und Zählung nachvollziehen. Eine nachträgliche Neuauszählung ist de facto nicht möglich.

    „Die Wahlbeobachtung in Hessen zeigt, dass es endgültig Zeit wird, die Wahlcomputer auch in Deutschland aus dem Verkehr zu ziehen“, sagte CCC-Sprecher Dirk Engling. „Gerade angesichts des knappen Wahlausgangs in Hessen werden die untragbaren Risiken von Computerwahlen überdeutlich.“

    Der CCC dankt allen Wahlbeobachtern für ihr Engagement!

    27. Januar 2008 20
  • : Erste Berichte von der Wahlbeobachtung in Hessen
    Erste Berichte von der Wahlbeobachtung in Hessen

    Frank Rieger bietet einen kurzen Überblick über erste Berichte von der Wahlbeobachtung in Hessen.Kurz zusammen gefasst ist es schlimmer als erwartet:

    In Obertshausen wurden interessierte Buerger vor dem Wahllokal, in dem sie den Aufbau der Wahlcomputer beobachten wollten, abgefangen, das Betreten des Wahllokals verweigert, ihre Personalien festgestellt, eine Anzeige wegen Stoerung der Wahl angekuendigt und der Hinweis auf die Paragraphen im Wahlgesetz zur Oeffentlichkeit der Wahl mit dem Spruch “Sie haben hier gar keine Rechte!” beantwortet. Dann wurden sie des Bannkreises um das Wahllokal verwiesen und von einem Ordnungsamtsmitarbeiter mit dem Auto bis zur Landkreisgrenze verfolgt.

    In einem anderen Wahllokal wurde bei Eroeffnung der Wahl festgestellt, das der Computer kaputt ist. Es dauerte etwa eine Stunde bis ein Ersatzgeraet vor Ort war. Waehrenddessen wurden die Waehler abgewiesen bzw. auf eine obskure Briefwahlprozedur am Rathaus verwiesen. Da etliche der Fruehwaehler Schichtarbeiter mit knappem Zeitplan sind, wurde ihnen damit effektiv das Wahlrecht genommen.

    In einem Wahllokal übernachtete der Wahlcomputer aus praktischen Gründen sogar bei einem Parteifunktionär zuhause.

    Mathias Schindler hat erste Fotos veröffentlicht.

    Update:

    Hier gibts einen Bericht aus Lampertheim: Wahlbeobachtung Hessen, erste Eindrücke.

    So früh steht man natürlich sonntags nicht freiwillig auf. Wir wollten früh da sein, um vielleicht sogar mitzubekommen, wie die Geräte angeliefert wurden. Allerdings waren alle Wahllokale geschlossen, und vor 7:30 Uhr tat sich quasi nichts. Die Kita, an der ich mich mit einem weiteren aus dem Team postierte, hatte den Computer offenbar schon am Tag davor angeliefert bekommen. Andere Teams hatten da mehr Glück: Zwei Leute aus unserer Delegation wurden vom Hausmeister und dem anliefernden städtischen Angestellten ohne Rückfrage für Wahlhelfer gehalten und durften einen Nedap ganz allein in Empfang nehmen und sich damit über eine Viertelstunde beschäftigen, bis der erste „echte“ Wahlhelfer eintraf. Die Betonung liegt auf durften, natürlich hat niemand irgendwelche Manipulationen durchgeführt.

    Und es gibt einen Twitter-Stream.

    HIer ist ein Augenzeugenbericht aus Obertshausen.

    Um 7:18 sind wir wieder beim Altenwohnheim Waldstraße. Es stehen zwei Personen am Eingang. Ich begrüße diese und sage, dass wir die Wahl beobachten möchten. Diese verweigern uns den Zugang. Man sagt uns, dass wir “Ruhig bleiben sollen”. :-/ Ich bitte darum, mit dem Wahlvorstand zu sprechen. Daraufhin geht einer der Wahlhelfer hinein. Heraus kommt ein Beamter vom Ordnungsamt (Name vorhanden, auf Rückfrage). Dieser verbietet uns Fotographien oder Videoaufnahmen zu machen, wirft uns vor, dass wir die Wahl stören und manipulieren wollten. Ich erwiederte, dass ich nicht vorhabe die Wahl zu stören oder Wähler zu beeinflussen und einfach nur die Wahl beobachten wolle. Er zeigte uns den § 30 Hessisches Wahlgesetz ausgedruckt, ich zeigte ihm den § 29 Hessischches Wahlgesetz. Uns wurde mit Platzverweis, Festnahme und Anzeige wegen Wahlbehinderung gedroht. Unsere Personalien wurden aufgenommen. Ich dürfe nicht beobachten, wie die Checksumme ausgelesen würde, ich dürfe aber den Ausdruck sehen (ja ich
    weiß wie sinnlos Checksummen sind). Man sagte uns außerdem, dass man uns dafür verantwortlich machen würde, wenn das Wahllokal zu spät öffnen würde. Die Stadt Obertshausen würde alle rechtlichen Mittel ausschöpfen um gegen uns vorzugehen. Zu einem undokumentierten Zeitpunkt fuhr zudem ein Transporter der Stadt Obertshausen ab, mit dem vermutlich die Wahlcomputer transportiert wurden.

    27. Januar 2008 56
  • : J!Cast 50 –Kein Zugriff auf Erotikseiten?
    J!Cast 50 –Kein Zugriff auf Erotikseiten?

    Der J!Cast 50 behandelt das Thema „Kein Zugriff auf Erotikseiten? Zur Sperrungspflicht von Zugangsprovidern im Internet“:

    Access-Provider sind nach den neusten Entscheidungen der Landgerichte Kiel, Frankfurt a.M. und Düsseldorf zivilrechtlich nicht dazu verpflichtet, den Zugang zu rechtswidrigen Porno-Seiten zu sperren. Sind damit die Provider im Hinblick auf rechtswidrige Informationen im Internet endlich aus dem Schneider? Und wie verhalten sich die Urteile zu den Düsseldorfer Sperrungsverfügungen aus dem Jahre 2002? Zu den Hintergründen dieser als „Schlammschlacht in der Erotikbranche“ bekannt gewordenen Verfahren stand Rechtsassessor Kai Welp , Mitarbeiter am ITM, Eva Schröder als Gesprächspartner zur Verfügung.

    Hier ist die 10 MB grosse MP3.

    25. Januar 2008 1
  • : EU-Handelsausschuss warnt vor Open-Source?
    EU-Handelsausschuss warnt vor Open-Source?

    Na, da waren wohl mal wieder echte Experten am Werk, die im Ausschuss für internationalen Handel beim EU-Parlament in einer Stellungnahme vor Open Source gewarnt haben: EU: Neue Schutzmaßnahmen gegen Piraterie gefordert.

    Weitere Maßnahmen zum Schutz des geistigen Eigentums hält der Ausschuss für internationalen Handel beim EU-Parlament für angebracht. Im einer Stellungnahme (PDF-Datei) zur „europäischen Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung“ wird vor „bislang nicht gekannten Bedrohungen“ durch „Open-Source-gestützte Internetportale und –dienstleistungen“ gewarnt. Die damit einhergehende Verletzung „geistiger Eigentumsrechte“, „Produktpiraterie“ und „unerlaubte Digitalisierung“ müsse aufmerksam beobachtet werden.

    Politiker sind ja oft etwas überfordert von den vielen neuen Entwicklungen. Das merkt man vor allem, wenn sie von Open Source und der „damit einhergehende Verletzung „geistiger Eigentumsrechte“ schreiben. In der Schule würde man damit durchfallen.

    Hier nochmal die konkreten Formulierungen:

    VORSCHLÄGE
    Der Ausschuss für internationalen Handel ersucht den federführenden Ausschuss für Kultur und Bildung, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

    […]
    H. in der Erwägung, dass die neuen Medientechnologien, darunter auch Open-Source-gestützte Internetportale und ‑dienstleistungen und deren Entwicklung, mit immer umfangreicheren Inhalten beschickt werden müssen,
    I. in der Erwägung, dass diese Entwicklungen bislang nicht gekannte Bedrohungen mit sich bringen, die die Aufmerksamkeit der EU und ihrer Mitgliedstaaten erfordern, was die Verletzung der Rechte an geistigem Eigentum, Produktpiraterie und unerlaubte Digitalisierung betrifft,

    Und was ist jetzt eine unerlaubte Digitalisierung?

    25. Januar 2008 10
  • : Medienabhängigkeit im Bundestag
    Medienabhängigkeit im Bundestag

    Ich würde mich ja freuen, wenn die grüne Bundestagsfraktion in anderen Internetrelevanten Themen einen ähnlichen Ehrgeiz und Motivation zeigen würde, wie bei der Bekämpfung von „Medienabhängigkeit“: Grüne wollen Suchtpotenzial von Online-Rollenspielen bekämpfen. Aber schön, dass man in der eigenen Position quasi „im Halbsatz“ auch mal darauf hinweist, dass Medien nett und nützlich sind.

    25. Januar 2008 1
  • : Bayern will Trojanereinsatz zum Skype-Anhoeren
    Bayern will Trojanereinsatz zum Skype-Anhoeren

    Der Chaos Computer Club praktiziert wieder Informationsfreiheit und veröffentlicht ein Dokument aus dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz: Bayern will Trojanereinsatz zum Skype-Anhoeren.

    Das Dokument, das offenbar auch anderen Stellen zugegangen ist und bereits Gegenstand von entsprechenden Veroeffentlichungen ist, scheint uns allerdings vollstaendig veroeffentlichungswuerdig. Wir erlauben uns daher, das Dokument hiermit in gaenze der oeffentlichen Diskussion zur Verfuegung zu stellen.

    Das Papier ist ganz interessant zum lesen. Es ist derzeit unklar, wer für die Überwachungskosten bezahlen soll: Staatsanwaltschaft oder Polizei. Es gibt weiterhin detaillierte Produktangaben und Kostenaufschlüsselung. Es wird auch angeratem, Proxy-Server auf eigene Kosten anzumieten, um die IP zu verschleiern. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass mindestens ein Proxy-Server „in Übersee“ sitzt. Ob das wegen der Vorratsdatenspeicherung so sein soll… ?

    24. Januar 2008 13
  • : Myspace zum Download
    Myspace zum Download

    Durch eine Sicherheitslücke in Myspace wurden mindestens eine halbe Million privater Fotos von der Plattform heruntergeladen. Wired geht davon aus, dass es sich um einen der grössten Datenleck-Probleme in Social Networks handeln dürfte: Pillaged MySpace Photos Show Up in Massive BitTorrent Download. Der Verursacher meldete sich per eMail bei Wired und beschrieb seine Motivation:

    „I think the greatest motivator was simply to prove that it could be done,“ file creator „DMaul“ says in an e‑mail interview. „I made it public that I was saving these images. However, I am certain there are mischievous individuals using these hacks for nefarious purposes.“

    Die Sicherheitslücke war bekannt und erlaubte den Zugriff auf Fotos, die „privat geschaltet“ waren. Mehr als 44.000 Accounts wurden in 94 Stunden automatisch durchgecrawlt, um auf die Fotosammlung von einer halben Million Dateien zu kommen. Die findet man jetzt als 17GB – Datei zum Download im Netz.

    Da könnten auch Deine Bilder dabei sein.

    24. Januar 2008 8
  • : Das letzte Gefecht der elektronischen Gesundheitskarte?
    Das letzte Gefecht der elektronischen Gesundheitskarte?

    Die Taz berichtet über den Protest gegen die elektronische Gesundheitskarte: Das letzte Gefecht.

    Am Freitag wollen Ärzte, Patienten und Bürgerrechtler sich öffentlichkeitswirksam zu einem Bündnis gegen ein Stück Plastik zusammenschließen, das künftig Krankheiten, Allergien oder Röntgenbilder von Patienten ganz einfach zugänglich machen soll. Das letzte Gefecht um die Gesundheitskarte ist entbrannt. „Das Gesundheitsministerium will die Karte gegen alle Widerstände einführen“, sagt Silke Lüder von den Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs, „wir brauchen eine demokratische Diskussion.“ Ab 2008 wird die Karte in Deutschland schrittweise eingeführt. Bei dem Protest sind so gegensätzliche Organisationen wie der eher als links geltende Chaos Computer Club (CCC) ebenso dabei wie der konservative Virchowbund, einer der großen deutschen Ärzteverbände.

    24. Januar 2008 1
  • : Nachrichtenüberblick 24.1.08
    Nachrichtenüberblick 24.1.08

    Heise: Providerurteil als „Schlag gegen den Jugendschutzwahn“ begrüßt.

    Tobias Huch und seine Erotikfirma haben im Streit um die Sperrung von Google durch Arcor zwar ihre Klage verloren. Dennoch sieht der streitlustige Unternehmer sein eigentliches Ziel erreicht: „Das ist ein Schlag gegen den Jugendschutzwahn, der in Deutschland rumgeistert.“ Mit der Klarstellung sei die Möglichkeit zur Ausübung von Zensur über den Weg der Internet-Provider im Porno-Bereich nicht mehr gegeben. „Das ist jetzt rechtskräftig – und das ist auch gut so“, erklärte Huch gegenüber heise online. Die noch verbliebene Gelegenheit für eine Klage im Hauptverfahren über den Antrag auf die einstweilige Verfügung hinaus hätte glücklicherweise keinerlei Erfolgsaussichten.

    The Register: Hogging the Trough: The EFF Strikes Back

    The FCC is to investigate Comcast’s network management practices. Last month here I gave an expert view on how the EFF, and other campaigners who called for an inquiry, don’t understand the problems. Now Peter Eckserley, a copyright academic at the EFF, has responded to my article. Let’s recap the story first. To avoid congestion on its cable network, Comcast uses a technique to throttle uploads for BitTorrent users; BitTorrent downloads continue to proceed smoothly. Net Neutrality campaigners leapt onto the issue, insisting that Comcast’s methods are illegitimate.

    Heise: Verwaltungsgericht Köln bestätigt Regulierer-Entscheidung zu VDSL.

    Nach einer Mitteilung der Bundesnetzagentur hat das Verwaltungsgericht Köln den Eilantrag der Deutschen Telekom AG gegen die im vergangenen Juni erlassene Verfügung für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung in den wesentlichen Kernpunkten abgelehnt. In dieser Verfügung hatte die Bundesnetzagentur den Ex-Monopolisten dazu verpflichtet, dass er auch Kapazitäten in Leerrohren den Mitbewerbern zur Verfügung stellen muss. Wo in den Leerrohren kein Platz mehr vorhanden ist, muss die Telekom den Zugang zu nicht genutzten Glasfaserleitungen bereitstellen. Auch in den Kabelverzweigern muss die Telekom Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) gewähren.

    Heise: Jugendmedienschutz: Selbstkontrolle will nicht an die kurze Leine.

    Das Verhältnis von Selbstkontrolleinrichtungen der Wirtschaft und der staatlichen Aufsicht im Jugendmedienschutz bleibt umstritten. Laut Dieter Frey, Rechtsanwalt und einer der Initiatoren des Kölner Forum Medienrecht konzentrieren sich darauf die laufenden Debatten zur Evaluierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV). Das Forum hatte zum Jahresauftakt Vertreter der Länder, der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), der Unternehmen und der Selbstkontrolleinrichtungen zu einer Diskussion über den „Next Generation Jugendmedienschutz“ eingeladen, um über mögliche Nachbesserungen am Staatsvertrag zu sprechen. Mit Jugendmedienschutzprogrammen und der umstrittenen Maßnahme der Sperrverfügungen befassen sich in der kommenden Woche auch zwei Arbeitskreise der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM).

    AP: Web addresses are personal info: EU

    IP addresses, a string of numbers that identifies a computer, should generally be regarded as personal information, the head of the European Union’s group of data privacy regulators said Monday. Germany’s data protection commissioner Peter Scharr leads the EU group preparing a report on how well the privacy policies of internet search engines operated by Google Inc, Yahoo Inc, Microsoft Corp and others comply with EU privacy law. He told a European Parliament hearing on online data protection that when someone was identified by an IP, or Internet protocol, address „then it has to be regarded as personal data.“

    Heise: Europarat fordert Rechte für Terrorverdächtige.

    Die Parlamentarische Versammlung des Europarates, einem weit über die EU hinausreichenden Staatenbund mit 47 Mitgliedsstaaten, hat heute eine Resolution verabschiedet, in der für Personen, die auf einer Terrorliste der Vereinten Nationen stehen, ein minimaler Rechtsschutz gefordert wird. Außerdem sollen die Verdächtigen über die Anschuldigungen informiert werden. Der Terrorismus müsse effizient bekämpft werden, allerdings müssten dabei Gesetze und Menschenrechte beachtet werden. Dabei hätten die UN und die EU eine Vorbildfunktion, heißt es in der Resolution.

    24. Januar 2008
  • : Grünen wollen Kommunikations- und Mediennutzungsgeheimnis im Grundgesetz
    Grünen wollen Kommunikations- und Mediennutzungsgeheimnis im Grundgesetz

    Die SPD führt diese Diskussion ja schon länger, aber dort ist sie vor allem taktisch motiviert: Mit einem neuen Grundrecht auf „Informationsfreiheit“ könnte man die starken Grenzen, die momentan das Post- und Fernmeldegeheimnis für Überwachungsmaßnahmen darstellen, umgehen. Das Bundesinnenministerium denkt ebenfalls darüber nach.

    Nun hat auch die Bundestagsfraktion der Grünen sich dieser Diskussion angeschlossen und eine eigene Version auf dem Markt geworfen:

    Bündnis 90/Die Grünen wollen angesichts der zunehmenden technischen Möglichkeiten des Staates wie auch Dritter zur heimlichen Überwachung und Kontrolle der Menschen als datenschutzrechtliches Fundament das Recht auf informationelle Selbstbestimmung im Grundgesetz verankern. Dabei darf es keinesfalls darum gehen – wie von der Regierungskoalition angestrebt- ein geschwächtes Grundrecht zu schaffen, das Eingriffe wie die Online-Durchsuchung unter möglichst geringen Voraussetzungen gerade erst ermöglicht. Wir wollen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung modernisieren und stärken.

    Wir wollen den Vorschlag der Gemeinsamen Verfassungskommission von Bund und Ländern aus dem Jahr 1993 zur grundrechtlichen Verankerung eines eigenständigen Persönlichkeitsgrundrechts auf informationelle Selbstbestimmung aufgreifen – wir wollen dieses Grundrecht aber (analog den Vorschlägen von Roßnagel, Pfitzmann und Garstka aus dem Jahre 2001) als ein umfassendes Kommunikationsgrundrecht ausgestalten. In der digitalen Informationsgesellschaft kann das informationelle Selbstbestimmungsrecht nicht allein persönlichkeitsrechtlich ausgerichtet sein. Es muss vielmehr ein Querschnittsgrundrecht werden, das den kommunikativen Gehalt aller Grundrechte zum Ausdruck bringt, ohne deren spezielle Schutzmechanismen einzuschränken.

    Zusätzlich muss das Fernmeldegeheimnis des Art. 10 GG zu einem umfassenden Kommunikationsgeheimnis weiterentwickelt werden, das alle neuen Kommunikationsformen erfasst und eine unbeobachtete Kommunikation gewährleistet.

    Im Kern haben sie ja Recht:

    Es muss die Möglichkeit bestehen, sich in der digitalen Welt selbstbestimmter und so zu bewegen, ohne ungewollt und unbemerkt jeden Tag eine Datenspur zu hinterlassen, die anschließend ausgewertet wird.

    Das geht aber auch ohne Grundgesetzänderung: Stärkung und viel bessere Ausstattung der Datenschutzbeauftragten (ähnlich wie Gewerbeaufsicht oder Gesundheitsämter), Förderung von technischen Maßnahmen zur Datensparsamkeit, und und und. Wie man aber ernsthaft eine Verfassungsänderung fordern kann, die auch noch an den Grundrechten rumspielt, während die Überwachungsfetischisten der großen Koalition eine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag haben, ist mir schleierhaft. Das Gegenteil von „gut“ ist eben nicht immer „schlecht“, sondern auch mal „gut gemeint“. Malte Spitz aus dem Grünen Bundesvorstand ist ebenfalls nicht glücklich darüber.

    Patrick Breyer hat kürzlich eine gute Replik auf solche Forderungen geschrieben:

    Entschieden entgegen zu treten ist der Darstellung, das Grundgesetz müsse an veränderte Bedingungen wie die technische Entwicklung angepasst und „verbessert“ werden. Dies erweckt den Eindruck, das Grundgesetz sei nicht mehr auf der Höhe der Zeit und veränderungsbedürftig. Das aber ist Schäuble-Rhetorik, die wir uns nicht zueigen machen dürfen. Es wäre zwar möglicherweise nett, die Rechtsprechung des Verfassungsgerichts ins Grundgesetz zu schreiben, aber wirklich notwendig ist es nicht, denn sie gilt ohnehin. (…) Entscheidend ist vielmehr, dass die Politik wieder den Mut und den Geist aufbringen muss, auf etwas verfassungsrechtlich noch Zulässiges zu verzichten, weil es schlichtweg nicht sinnvoll und angemessen ist. Dies zu begründen und durchzusetzen, liegt schon seit Jahren außerhalb der Möglichkeiten der Mainstreampolitiker. Wer sich wirklich als Bürgerrechtspartei profilieren will, sollte für einen Stopp für
    neue Sicherheitsgesetze und eine freiheitliche Besetzung von Justiz- und Innenministerium eintreten.

    24. Januar 2008 6
  • : Man kann es ja mal versuchen
    Man kann es ja mal versuchen

    Die US-Filmindustrie hat mit manipulierten Zahlen versucht, die US-Debatte rund um Tauschbörsen-Kriminalisierung zu beeinflussen. Dumm nur, dass dies jetzt aufgeflogen ist: Zahl illegaler Downloads an US-Universitäten überschätzt.

    Der Verband der US-Filmindustrie (MPAA) wies immer wieder öffentlich darauf hin, dass Studenten an US-Universitäten für 44 Prozent der Einnahmeverluste durch illegale Downloads verantwortlich seien. Zum Beleg führte die MPAA eine Studie aus dem Jahr 2005 an. Jetzt musste die MPAA zugeben, dass die genannte Zahl weit übertrieben war.

    War natürlich „ein Versehen“, bzw. ein „menschlicher Fehler“. Eigentlich war die Zahl sehr deutlich drunter und die These nicht wirklich belegbar.

    24. Januar 2008 2