Digital Rights

  • : Start der gemeinsamen Aktensammelstelle des CCC und FoeBuD e.V.
    Start der gemeinsamen Aktensammelstelle des CCC und FoeBuD e.V.

    Mit dem Motto „Befreite Dokumente“ für alle im Internet abrufbar ging heute die gemeinsame Aktensammelstelle von FoeBuD und CCC zum Informationsfreiheitsgesetz online.

    Der Bielefelder FoeBud e.V. hat gemeinsam mit dem Chaos Computer Club ein Internetportal eingerichtet, in dem Bürgerinnen und Bürger Akten einstellen und anderen zugänglich machen können, die sie zuvor über das neue Informationsfreiheitsgesetz (IFG) angefordert haben. Damit können andere die hohe Gebühr (bis zu 500 Euro) für die Akteneinsicht sparen und die Behörden werden von doppelter Arbeit entlastet. Die gemeinsame Aktensammelstelle ist ab sofort unter http://www.befreite-dokumente.de zu erreichen.

    „Wir möchten den Bürgern das Informationsfreiheitsgesetz schmackhaft machen und zeigen, dass es tatsächlich genutzt wird“, erläutert Mitinitiator Frank Rosengart vom Chaos Computer Club, „zudem kritisieren wir die hohen Gebühren und möchten die Behörden ermuntern, die Akten von sich aus zu veröffentlichen“.

    Auf der Internetplattform http://www.befreite-dokumente.de können Bürger, Journalisten oder Anwälte sehr einfach die Akten der Öffentlichkeit zugänglich machen, die per IFG von den Behörden „freigekauft“ wurden. So können die Kosten für eine Recherche minimiert werden und der Staat wird transparenter. Akten, die bereits digital vorliegen, können direkt eingespielt werden. Ansonsten gibt es auch eine Faxnummer, an die man die Akte schicken kann. Auch der Postweg steht offen. Die Aktensammelstellte fungiert als „Marktplatz“, wo sich Interessierte finden können, um die Kosten für eine Anfrage zu teilen.

    „Es ist eigentlich die Aufgabe der Behörden, eine solche Plattform bereit zu stellen, aber das wir noch einige Jahre dauern“, bedauert Axel Rüweler vom FoeBuD e.V. „Die hohen Gebühren kann sich kaum jemand leisten und stehen im krassen Gegensatz zu dem, was das Gesetz eigentlich bezwecken sollte. Mit dem Portal versuchen wir, den Gebühren ein wenig entgegenzuwirken, aber der Gesetzgeber ist aufgefordert hier, für Abhilfe zu sorgen.“

    Hintergrund:
    Das „Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes“ oder kurz Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ist seit dem 1.1.2006 in Kraft. Das IFG regelt den Zugang zu Akten und Dokumenten und gibt jedem interessierten Bürger die Möglichkeit, beliebige Akten ohne Begründung
    anzufordern oder einzusehen, sofern nicht wichtige Gründe dagegen sprechen. In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gibt es vergleichbare Gesetze seit Jahren. Das Auswärtige Amt war zuletzt in die Kritik geraten, weil es für vier Seiten Fotokopien 106 Euro Gebühren verlangte.

    6. März 2006 5
  • : Ubiquitäres Computing im Inforadio
    Ubiquitäres Computing im Inforadio

    Das Inforadio Berlin (UKW 93.1) strahlt gerade eine Sendung aus zum „flächendeckenden“ Computing, auch mit (wenn auch schwachen) kritischen Untertönen.
    Insgesamt war die Stoßrichtung unkonkret und von der Richtung her akadamisch-weltfremd. „Die Informatisierung der Gesellschaft“ ist ein schönes Forschungsmotto, ja sicher doch, aber RFID und die Datenspuren, die wir alle so tagtäglich und unfreiwillig hinterlassen geben problemlos mehr Stoff her als akademische Diskussionen, nämlich praktischen Nutzen. Neben Kühlschränken, die automatisch frische Milch nachbestellen und der Servicewerkstatt, der man keinen Kaufbeleg außer dem eingebauten RFID-Chip mehr präsentieren muss (was wir uns als Verbraucher noch nie wirklich gewünscht haben) auch noch universelle Datenformate und eine maschinenbestimmte Kommunikationen – zum Nutzen auch von Geheimdiensten und zur Bildung von Konsumentenprofilen ohne Zustimmung. Verzeiht wenn ich etwas zynisch werde, ich hatte einfach im Beitrag mehr erwartet.

    Ein netten Aufhänger hatte sich die Redaktion gesucht: das Zitat von Ken Olson, Gründer von DEC, der neben der amüsanten Fehleinschätzung, dass niemand einen Rechner zu Hause haben wolle, Jahre später noch folgendes gesagt hat (bestimmt haben sie das Zitat auch aus der Wikipedia ;)

    „I’m quoted all the time as saying (early during the PC revolution) that there was no reason to have a computer in the home. What I said, I said very carefully and knew exactly what I was saying because I had prepared it. I said, ‚I don’t think we want our personal lives run by computer.’ If you steal something from the refrigerator at midnight, you don’t want it entered into the computer.“

    Darauf baute ein Gutteil des Beitrags auf, was ich salopp kommentiere: wir wollen beim Datenverkehr nicht ertappt werden, wir wollen nicht belauscht werden, und doch haben wir keine Kontrolle darüber (außer durch totale Entsagung von der Technik). Der Handy-Trick gegen RFID wurde nicht erwähnt, nicht die kommende Vorratsdatenspeicherung, nicht die Alufolie. Nicht der Zuschlag dafür, dass wir das ganze mitfinanzieren. Auch die informationelle Selbstbestimmung kam nicht vor, dafür aber die digitale Langzeitdatenspeicherung und das digitale Vergessen. Bei einer etwa engen Zentrierung auf RFID auch nicht verwunderlich; das mach in etwa soviel Sinn wie allein das unter allgegenwärtige Computer zu subsummieren.

    Womöglich wird der Beitrag nochmals wiederholt, ich konnte das gerade nicht beim Sender finden. Es wäre eine Chance gewesen, zumindest eine kritische Stimme unterzubringen, die nicht nur aus der akademischen Elfenbeinwelt kommt. Beispiele und Gegenargumente, sogar aktuelle statt visionäre, gibt es schon heute.

    Update: Danke für den Hinweis in den Kommentaren, der Beitrag ist jetzt als MP3 verfügbar.

    4. März 2006 5
  • : Projekt Sonniges und Grünes Internet
    Projekt Sonniges und Grünes Internet

    Wenn die Situation in China nicht so Ernst wäre, könnte man die folgende Meldung der chinesischen Botschaft in Deutschland glatt als Satiretext werten: „Projekt Sonniges und Grünes Internet“. Es geht um ein Programm für ein „sicheres Internet“ der chinesischen Regierung, welches heute mit blumigen Worten vorgestellt wurde. Darin finden sich Stilblüten wie:

    Aber gleichzeitig sind die Internet-Surfer permanent mit schädlichen E‑Mails, pornographischen oder anderen illegalen Informationen sowie Computer-Viren konfrontiert.

    Was mit „anderen illegalen Informationen“ gemeint ist, dürfte den LeserInnen dieses Blogs vermutlich hinreichend bekannt sein. Für neue LeserInnen sei nur mal eine Ansammlung von Stichwörtern präsentiert: Menschenrechte, Dalai Lama, Proteste, Kritik an der Staatsführung oder schlechten Arbeitsbedingungen, Religionen, Ökologie, Freiheit…

    Bei folgendem Abschnitt handelt es sich leider nicht um die Beschreibung einer Informationsökologie-Strategie, obwohl sie beinahe danach klingt:

    Das chinesische Ministerium für Informationsindustrie als zuständige Behörde für die Internet-Branche in China hat nun eine neue Offensive zur Reinhaltung des Internets und Schaffung einer harmonischen Netzumwelt gestartet. Am Dienstag startete das Ministerium in Beijing das „Projekt Sonniges und Grünes Internet“.

    Eine Weiterentwicklung der massiven Zensur‑, Überwachungs- und Kontrollinfrastruktur wird gleich mit angekündigt:

    „Das Ministerium für Informationsindustrie wird gemeinsam mit den Behörden bei der Entwicklung von IT-Produkten, der Verwaltung des Internetbetriebs sowie bei Informationsdienstleistungen eine Serie von reichhaltigen Aktivitäten in verschiedener Form entfalten. Ziel ist, das Internet sauber zu halten, eine vernünftige Internetanwendung für die Gesellschaft zu gewährleisten, schädlichen und illegale Informationen herauszufiltern und damit ein gesundes Aufwachsen der Jugendlichen zu garantieren.“

    Aber irgendwie klingt das auch ein wenig nach deutscher Jugendschutz-Rhetorik.

    2. März 2006 4
  • : Kampagne für Netz-Neutralität
    Kampagne für Netz-Neutralität

    In den USA wurde heute von einem Netzwerk verschiedenster Organisationen und kleinen Firmen eine Kampagne für den Erhalt einer Netz-Neutralität gestartet. Die Kampagne richtet sich explizit gegen AOL und Yahoo, welche in letzter Zeit vehement für eine „eMail-Tax“ Lobby betreiben. Zu den beteiligten Organisationen gehören beispielsweise MoveOn! und der konservative RightMarch. Allerdings finde ich gerade nur bei MoveOn Hintergründe zum Protest und ein Formular zum mitmachen.

    Mehr gibts beim Boston Globe: Groups mobilize against fees for bulk e‑mailings.

    While everyone hates the unsolicited messages that clog inboxes, the plan has spawned a backlash from an unusual coalition of liberal and conservative political groups that rely on bulk e‑mails to communicate with members and raise money.

    28. Februar 2006
  • : Yahoo: Verkauft Musik ohne DRM
    Yahoo: Verkauft Musik ohne DRM

    Auf dem 4th Annual Digital Music Summit Music 2.0 forderte der Yahoo Music Chef Dave Goldberg die Musikindustrie auf, ihren Glauben an Kopierschutzmechanismen aufzugeben. CNet fasst seinen Ausspruch sinngemäß zusammen: Record labels should try selling music online without copy protection.

    Eine Sprecherin von Yahoo besänftigt daraufhin die Gemüter: Goldberg habe nur eine Diskussion über Erfahrungen der Benutzer anregen wollen. Na hoffentlich hat der Goldberg selbst was anderes gemeint …

    26. Februar 2006 2
  • : Heute Abend: CR11 – Fighting The War
    Heute Abend: CR11 – Fighting The War

    Heute Abend gibt es wieder das Chaosradio. Folge 110 beschäftigt sich nach 22:00 Uhr auf Radio Fritz mit dem Thema „Fighting The War – Eine Bestandsaufnahme“.

    Der Verlust an Freiheit und Privatsphäre durch die Terrorgesetzgebung und Überwachungswahnsinn in den letzten Jahren wird zunehmend spürbar. Die Politik dreht frei und setzt zunehmend auf Verbote, Repression, Einschränkung von Meinungs- und Bewegungsfreiheit. Und dies weltweit.

    Als die Hacker in den 80er Jahren begannen, ihre Ideale zu verfolgen, sahen sie sich selbst als Kräfte, die diesem schon damals absehbaren Trend entgegenstanden. Heute scheint der Kampf verloren. Oder wurde nur eine Schlacht nicht gewonnen und die Zukunft sieht nicht so bedrohlich aus, wie es scheint. Chaosradio 110 wird dieses Thema breiträumig diskutieren.

    22. Februar 2006 2
  • : EU-Rat beschliesst Vorratsdatenspeicherung
    EU-Rat beschliesst Vorratsdatenspeicherung

    Die letzte Hürde ist genommen. Nachdem der Bundestag der Bundesregierung in der vergangenen Woche Grünes Licht für die vormals abgelehnte Vorratsdatenspeicherung gegeben hat, konnte Brigitte Zypries heute im EU-Rat die Richtlinie abnicken. Damit ist das EU-Verfahren jetzt durch und die nationalen Parlamente müssen die Richtlinie jetzt in nationales Recht umwandeln.

    Die Begründung von Brigitte Zypries klingt etwas zynisch, wenn man den Wunsch des Bundestages bedenkt, den Datenzugriff nicht nur auf „schwere Straftaten“ zu beschränken, sondern diesen gleich auch für alle „mittels Telekommunikation begangenen Straftaten“ erlaubt:

    Bundesjustizministerin Brigitte Zypries begrüßte nach dem Treffen den Beschluss. Für sie ist die Richtlinie „ein gutes Beispiel für einen sachgerechten Interessenausgleich zwischen den Freiheitsrechten der Bürger und dem Interesse an einer effektiven Strafverfolgung“. Bei der Aufklärung „erheblicher Straftaten“ sei es für die Sicherheitsbehörden außerordentlich wichtig auf Daten zugreifen zu können. Deutschland habe in intensiven Verhandlungen durchgesetzt, dass die Speicherpflicht im Interesse der Bürgerechte auf ein Mindestmaß beschränkt werde. Über die beständige Kritik von Datenschützern an der Überwachungsmaßnahme zeigte sich die SPD-Politikerin verwundert.

    21. Februar 2006 4
  • : Anonymizertools im Boston Globe
    Anonymizertools im Boston Globe

    Interessant ist der Artikel „Beating censorship on the Internet“ aus dem Boston Globe zum Thema Anonymizertools.

    While Congress battles with US Internet companies that help China restrict its citizens’ Internet access, independent computer specialists are developing technologies that could reroute Internet information and put it beyond the reach of government censors.

    21. Februar 2006
  • : Vorratsdatenspeicherung und die SPD
    Vorratsdatenspeicherung und die SPD

    Telepolis über die Vorratsdatenspeicherung: 2006 – da sind wir völlig machtlos.

    Die VDS ist in Deutschland abgesegnet und hierbei haben sowohl der EU-Rat, das EU-Parlament als auch Tauss’ Parteimitglieder Otto Schily und Brigitte Zypriess und auch Jörg Tauss eine Rolle gespielt; die Unterschiede liegen lediglich in der Passivität oder Aktivität des Einzelnen. Wirklich machtlos aber war niemand, auch wenn es momentan chic erscheint.

    21. Februar 2006
  • : Kultureller Umweltschutz
    Kultureller Umweltschutz

    Lesenswert: James Boyle’s Kolumne in der Financial Times: Cultural environmentalism?

    But I see grounds for optimism. The existence of forums like this one shows a recognition that these are issues which deserve a public airing, and about which reasonable people can disagree. There are now a host of civil society, scientific, and civil rights groups that deal with these issues – not just the trade associations who have long held sway. We have our equivalents of Greenpeace, but also the National Trust, or the Conservation Societies.

    21. Februar 2006
  • : Internet Governance Forum tagt in Genf
    Internet Governance Forum tagt in Genf

    Gerade läuft das Vorbereitungstreffen zum Internet Governance Forum bei der UN in Genf. Monika Ermert ist für Heise dabei und hat den ersten Bericht abgeliefert: Internet Governance Forum: Wer bestimmt was im Internet? Zusätzlich dazu gibt es schon das erste Transcript der Morning-Session zum Nachlesen im freundlichen Txt-Format.

    16. Februar 2006
  • : EDRi-gram Nummer 4.3 vom 15 Februar 2006
    EDRi-gram Nummer 4.3 vom 15 Februar 2006

    Das neue EDRi-gram, Nummer 4.3 vom 15 Februar 2006 der European Digital Rights Initiative, ist soeben mit folgenden Themen erschienen:

    1.Government communication illegally wiretapped in Greece
    2. European Commission starts antitrust procedure against CISAC
    3. Dispute over data retention costs in Czech Republic
    4. French Big Brother Awards 2006
    5. Worldwide overview of freedom of information laws
    6. No private copy for DVD in France?
    7. DVD circumvention device released in Ireland
    8. Civil Rights and Consumer Protection in ICANN’s policies

    15. Februar 2006
  • : Der grosse HDTV-Schwindel
    Der grosse HDTV-Schwindel

    Drüben im Bootsektor gibts eine schön lesbare Zusammenfassung darüber, was HDTV den Konsumenten bringen wird: Der grosse HDTV-Schwindel.

    15. Februar 2006 2
  • : Hintertüren in Windows-Vista?
    Hintertüren in Windows-Vista?

    Es gibt Dinge, die mich verwundern. Glaubt man der BBC, hat Professor Ross Anderson auf einer Anhörung vor britischen Abgeordneten vorgeschlagen, dass die britische Regierung Microsoft auffordern sollte, in die Verschlüsselung der kommenden Windows-Generationen Hintertüren einzubauen: UK holds Microsoft security talks.

    Windows Vista is due to be rolled out later this year. Cambridge academic Ross Anderson told MPs it would mean more computer files being encrypted. He urged the government to look at establishing „back door“ ways of getting around encryptions. The Home Office later told the BBC News website it is in talks with Microsoft.

    Ich kenne Ross Anderson eigentlich nur als Crypto-/Privacy-Befürworter und frage mich gerade nach dem Sinn der Aktion. Sollen diese Hintertüren vielleicht Hacks der DRM-Funktionalitäten ermöglichen, oder was?

    Update:

    Ross Anderson hat in den Kommentaren seines neuen Blogs die Hintergründe für seine Aussage konkretisiert:

    I’m in favour of court-mandated shortcuts past rights-management systems, on competition-policy grounds. In our APIG submission I wrote ‘In cases of abuse, judges must be able to order rights-management mechanisms unlocked’.

    I don’t see the Vista security mechanisms as being security for me, but as security for them. It’s just not the same as the key escrow debates of the 1990s – in which I opposed key escrow on principle. The technology’s being used for different things here.

    If you want privacy, use PGP – or better still, some low-observable communication technology, such as throwaway prepaid mobile phones or webmail accounts

    Ross

    Und hier ist die Stellungnahme der foundation for information policy research (fipr) zur Anhörung.

    15. Februar 2006 9
  • : Lessons from the Sony CD DRM Episode
    Lessons from the Sony CD DRM Episode

    Edward W. Felten und J. Alex Halderman haben auf Freedom to Tinker ein 27-seitiges Papier zum Sony Rootkit veröffentlicht: Lessons from the Sony CD DRM Episode.

    14. Februar 2006
  • : Kritik an Google Video DRM
    Kritik an Google Video DRM

    Sehr lesenswert ist Cory Doctorow’s Kritik am Google Video DRM: Why is Hollywood more important than users?

    With the introduction of its new copy-restriction video service, Google has diverged from its corporate ethos. For the first time in the company’s history, it has released a product that is designed to fill the needs of someone other than Google’s users.
    […]
    There’s no way Google can win the DRM wars. The end-game for the entertainment companies is to use the sweet lure of content to turn Google from an unmanageable giant into a biddable servant, dependent on long-term good relations with its licensors to preserve its customers’ investment in its video.

    The only way Google can win this game is not to play at all. The only way Google can win is to return to its customer-comes-first ethic and refuse any business-arrangement that subverts its customers’ interests to serve some other industry’s wishes.

    14. Februar 2006
  • : Net Neutrality – Netzneutralität
    Net Neutrality – Netzneutralität

    „Net Neutrality“ ist in den USA gerade ein grosses Thema. Bei der Diskussion geht es um die Frage, ob die grossen Carrier weiterhin die Neutralität des Netzes respektieren müssen, welche die Durchleitung jeder Art von Kommunikation gewährleistet, die das Internet so gross und innovativ gemacht hat. Die Telekommunikationsunternehmen würden nämlich gerne mehr vom Kuchen abbekommen, und stellen sich im Optimalfall eine Durchleitungsgebühr vor. Ich hab mir eigentlich seit einer Woche vorgenommen, einen längeren Artikel dazu zu schreiben, komme aber gerade nicht wirklich dazu. Deswegen gibt es hier nur ein paar Links zu sehr interessanten Beiträgen, grösstenteils in englischer Sprache. Wer noch weitere gute Artikel hat, bitte in den Kommentaren posten.

    Public Knowledge: “Good Fences Make Bad Broadband: Preserving an Open Internet through Net Neutrality,”

    The Nation: The End of the Internet?

    Stellungnahme von Lawrence Lessig

    BBC: Why the net should stay neutral

    David Bollier: Save the Internet!

    ZDF.heute: Wer bezahlt, hat Vorfahrt

    Kampagne auf Common Cause: Think the Internet Will Always be Open?

    Netzeitung: Google fürchtet Macht der US-Telefonfirmen

    Ed Felten in Freedom to Tinker

    Wundere mich gerade, dass es bei der englischen Wikipedia keinen Eintrag zu „Net Neutrality“ gibt. Danke für den Kommentar, es gibt eine Wikipedia-Seite zu Net Neutrality, allerdings ist diese tatsächlich noch eine Baustelle. und Wikipedia sollte mal ein wenig die MediaWiki-Technik dahingehend abändern, dass meine Suche von eben mit beiden Anfangsbuchstaben gross auch zu dieser Seite führt.

    Update: Freut mich, dass die Wikipedia-Seite zum Thema seit gestern ziemlich gewachsen ist.

    14. Februar 2006 11
  • : DRM in Mac OS X
    DRM in Mac OS X

    Dear People from Apple Computer, Inc.,

    I bought a DVD, saw a great scene and wanted a still of it. For my personal archive or setting it up as my background image or whatever. I just started „Grab“, the tool of your operating system for making screenshots. It told me:

    It acts without ever knowing neither the copyright-owner of the DVD content – that can be me as well – nor the purpose for which I will use the still. All in all it will be firstly a private copy. I’m the one who is responsible for my acting – not the technic I use. A friend of mine said at first „Presumable that’s what’s called DRM.“

    Why do you implement such a routine?

    Dear other reader of this public letter,

    I’m looking for a solution provided by Apple, not for tools solving the capture problem while bypassing Apples „Grab“.

    Thank you,
    Matthias , Berlin

    13. Februar 2006 6
  • : VZBV: Wo bleibt Seehofer?
    VZBV: Wo bleibt Seehofer?

    Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat sich mit einer neuen Pressemitteilung wieder zur Urheberrechtsreform geäussert. In dieser wird der Verbraucherminister Seehofer von vzbv-Chefin Edda Müller aufgefordert, seine Aufgaben auch im Urheberrecht wahrzunehmen: „Es gilt als selbstverständlich, dass der Kulturstaatsminister im Streit über das Urheberrecht die Interessen der Film- und Musikbranche vertritt – aber wo bleibt in dieser Diskussion der Minister, der für die Interessen der Nutzer verantwortlich ist?“

    Kulturstaatsminister Neumann hatte sich bei seinem Antritt sofort bei der Verwerterlobby beliebt gemacht und die Bagatellklausel im aktuellen Urheberrechtsentwurf kritisiert. Diese Bagatellklausel soll verhindern, dass die Staatsanwaltschaften durch eine „Kriminalisierung der Schulhöfe“ überlastet werden, weil ohne eine Bagatellklausel für das private Kopieren von Musik bis zu drei Jahre Gefängnis verhängt werden können. Edda Müller findet hierfür auch treffende Worte: „Mit solchen Maßnahmen wird die von der Politik immer wieder propagierte Wissensgesellschaft behindert.“

    Digital Rights Management wird zu Recht als Innovationsbremse bezeichnet:

    „Digital Rights Management trifft ausschließlich harmlose Privatnutzer – gewerbliche Raubkopierer wissen genau, wie sich DRM-Systeme ausschalten lassen,“ so Edda Müller. Der vzbv befürchtet durch die DRM-Systeme eine Einschränkung des Zugangs breiter Bevölkerungsschichten zu Informationen und Kultur. Wenn für jeden Informationsabruf, das Hören eines Musikstückes oder das Sehen eines Dokumentarfilms Geld verlangt werden kann, ohne dass eine Aufzeichnung gestattet wird, besteht die Gefahr einer Verknappung und Verteuerung von Informationen, Kulturwerken und Beiträgen der Wissenschaft. Dies kann nicht im Interesse des Allgemeinwohls liegen.

    Jetzt bin ich mal gespannt, ob Seehofer sich auch für andere Themen als VDK, Rente und Agrarwirtschaft interessiert und seiner Aufgabe nachkommt, als Minister die Interessen der Verbraucher in der Urheberrechtsdebatte zu vertreten.

    13. Februar 2006 3
  • : Bruce Sterling über die Rootkit-Debatte
    Bruce Sterling über die Rootkit-Debatte

    Bruce Sterling schreibt bei Wired über die Folgen des SonyBMG Rookits und die Auswirkungen der Debatte: The Rootkit of All Evil.

    It’s time for lawmakers, trade groups, and public-interest organizations to get down to the hard work of hammering out standards for what businesses can and can’t do to customers’ computers. Such an effort will need to be international, because the Net knows no bounds. It will need to come up with simple, understandable language for end-user licensing agreements. It will need to draw red lines around unacceptably invasive hacks and map gray areas between spying and market research.

    I’m not holding my breath, though. After all, we asked for this. We didn’t want to ruffle the feathers of the goose that laid the golden egg of technological progress, so we allowed manufacturers to claim more and more control over the ways we use their products and what they can do with our information. It should come as no surprise that they’re using that power as a cover for bigger, possibly more lucrative schemes.

    You may not be interested in the digital rights war, but that doesn’t mean you’ll have the luxury of sitting on the sidelines. Because the other side is very, very interested in you.

    11. Februar 2006