Bundespolizei

  • : Stapeln, schichten, rastern: Die Umsetzung der EU-Richtlinie über die Verwendung von Fluggastdaten
    Flugzeug auf dem Flughafen Düsseldorf. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/danielmennerich/6945002469/sizes/h/">Daniel Mennerich</a>
    Stapeln, schichten, rastern: Die Umsetzung der EU-Richtlinie über die Verwendung von Fluggastdaten

    Gemäß der PNR-Richtlinie müssen Fluggesellschaften eine Fülle von Daten sammeln und vor jedem Flug an die Grenzbehörden weitergeben. Darunter sind Meldedaten, Sitzplatz und Flugnummer sowie Essenwünsche, Kreditkartendaten oder IP-Adressen. In PNR-Zentralstellen der Mitgliedstaaten werden die Informationen auf „verdächtige und ungewöhnliche Reisemuster“ untersucht.

    11. November 2016
  • : Intelligente Videoüberwachung: Regierung will Folgen der Grundrechtseingriffe später reflektieren – vielleicht.
    Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Überwachungskameras_Autohof_in_Thüringen_an_A9_03.06.2013_10-07-08.JPG">Wikipedia</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.de">CC BY 3.0</a>
    Intelligente Videoüberwachung: Regierung will Folgen der Grundrechtseingriffe später reflektieren – vielleicht.

    In Zukunft soll „intelligente Videotechnik“ auffälliges Verhalten erkennen und Gesichtserkennung leisten können. Das bedeutet einen noch tieferen Eingriff in die Privatsphäre durch Überwachungskameras. Aber die Regierung macht sich zu diesem Effekt bisher nur wenig Gedanken, zeigt ihre Antwort auf eine Kleine Anfrage von Konstantin von Notz.

    27. Oktober 2016
  • : BKA schult Geheimdienste in Ägypten zu Verfolgung von „Extremismus“ im Internet
    BKA schult Geheimdienste in Ägypten zu Verfolgung von „Extremismus“ im Internet

    Trotz Verfolgung der Opposition, Misshandlungen, Folter und Todesurteilen baut das BMI die Zusammenarbeit mit Ägypten aus. Das BKA arbeitet dazu mit zwei berüchtigten Geheimdiensten zusammen. Im Fokus stehen „Extremismus“ und „Terrorismus“, zwei Etiketten, wegen denen auch Tausende gemäßigte Muslimbrüder im Gefängnis sitzen.

    16. Oktober 2016
  • : Bundesjustizministerium plant Gesetz für Abhörmaßnahmen aus dem europäischen Ausland [Update]
    Surveillance Cat (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC BY-NC 2.0</a> by Nick Southall via <a href="https://www.flickr.com/photos/njsouthall/3798311555/">flickr</a>)
    Bundesjustizministerium plant Gesetz für Abhörmaßnahmen aus dem europäischen Ausland [Update]

    Mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie wollen die EU-Mitgliedstaaten die Rechtshilfe in Strafsachen vereinfachen. Ein Anordnungsstaat darf bei einem Vollstreckungsstaat bestimmte Ermittlungen anfordern. Geregelt werden die Überwachung von Bankgeschäften und Telekommunikation sowie der Einsatz verdeckter ErmittlerInnen. Auch Einsätze von Trojanern wären EU-weit möglich.

    28. September 2016
  • : Körperscanner und Alarmsysteme: EU-Kommission fordert neue Standards an europäischen Flughäfen
    Der Quick Personal Scanner 200 von Rhode&Schwarz am Flughafen Hannover. (Bild: Bundespolizei).
    Körperscanner und Alarmsysteme: EU-Kommission fordert neue Standards an europäischen Flughäfen

    Wie angekündigt legte die EU-Kommission heute einen Vorschlag für einheitliche Luftsicherheitskontrollen an Flughäfen vor. Geplant ist ein EU-weites Zertifizierungssystem für „Durchleuchtungsgeräte“ sowie für standardisierte Alarmsysteme. Die Bundespolizei ist schon einen Schritt weiter.

    7. September 2016
  • : Projektgruppe arbeitet schon an Kameraüberwachung mit automatisierter Gesichtserkennung an Bahnhöfen
    Symolbild Gesichtserkennung. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/jurvetson/6866541534/sizes/o/">jurvetson</a>
    Projektgruppe arbeitet schon an Kameraüberwachung mit automatisierter Gesichtserkennung an Bahnhöfen

    Bilder von Überwachungskameras an Bahnhöfen und Flughäfen sollen anlasslos und automatisch mit Datenbanken abgeglichen werden. Taucht das Gesicht eines „Verdächtigen“ auf, schlägt das System Alarm. Eine Projektgruppe im Innenministerium arbeitet schon an der Einführung des Systems, für das Datenschützer keine gesetzliche Grundlage sehen.

    22. August 2016
  • : Erstmal haben: Regierung will Zentralstelle für Entschlüsselung. Wofür genau weiß sie noch nicht.
    Bundesinnenministerium träumt von einer zentralen Entschlüsselungsstelle - <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC0</a> von <a href="http://www.lifeofpix.com/gallery/keys-series/">Leeroy</a>
    Erstmal haben: Regierung will Zentralstelle für Entschlüsselung. Wofür genau weiß sie noch nicht.

    Im Innenministerium wird eine neue Entschlüsselungsinstitution geplant: Die Zentralstelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich, kurz ZITiS. In ihrer Sommerpressekonferenz hat Kanzlerin Merkel sie zur Chefsache gemacht, doch wesentliche Fragen bleiben ungeklärt – ein Kompetenzchaos mit Verfassungsproblemen bahnt sich an.

    30. Juli 2016
  • : Regelmäßige Amtshilfe: Verfassungsschutz nutzt „Funktechnik“, Forensik und Drohnen der Bundespolizei
    Drohne "FanCopter", die auch die Bundespolizei benutzt. (Bild: Wikipedia)
    Regelmäßige Amtshilfe: Verfassungsschutz nutzt „Funktechnik“, Forensik und Drohnen der Bundespolizei

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz wird in technischen Angelegenheiten regelmäßig von der Bundespolizei unterstützt. Dies teilte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesinnenministeriums, Günter Krings, auf eine Schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Martina Renner mit. Die Zusammenarbeit erfolge „auf dem Gebiet der Funktechnik“.

    28. Juni 2016
  • : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 25: Bundesregierung auf Überwachungskurs
    Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/7914989@N06/11603535444/">Klaus</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">[CC BY-SA 2.0]</a>
    Netzpolitischer Wochenrückblick KW 25: Bundesregierung auf Überwachungskurs

    Die netzpolitische Woche zusammengefasst: Die Bundesregierung winkt das Anti-Terror-Paket durch den Bundestag und ist auch in anderen Bereichen auf einem Überwachungskurs. In Berlin kamen polizeiliche Videoüberwachung und auf EU-Ebene Netzsperren ins Gespräch. Fadenscheinige Abmahnanwälte gibt es nun auch für Creative-Commons-lizenzierte Werke.

    24. Juni 2016
  • : Große Koalition winkt Anti-Terror-Gesetz durch (Update)
    Der Bundestag hat dem Anti-Terror-Paket am Freitagnachmittag zugestimmt.
    Große Koalition winkt Anti-Terror-Gesetz durch (Update)

    Der Bundestag hat heute das Anti-Terror-Paket im Expressverfahren beschlossen. Im Paket enthalten sind unter anderem Ausweiszwang bei Prepaid-Karten und erweiterter Informationsaustausch zwischen Geheimdiensten. Die Opposition äußert starke grundrechtliche Bedenken und kritisiert die Entstehung des Gesetzes als „parlamentarisches Armutszeugnis“.

    24. Juni 2016
  • : Grundrechteabbau im Eilverfahren: Große Koalition verschärft Anti-Terror-Paket nochmal
    Foto: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Georg_Maa%C3%9Fen#/media/File:Hans-Georg_Maa%C3%9Fen_01.jpg"> Sandy Thieme</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY SA 3.0</a>]
    Grundrechteabbau im Eilverfahren: Große Koalition verschärft Anti-Terror-Paket nochmal

    Kurz vor der finalen Abstimmung haben Abgeordnete von Union und SPD heute einen Änderungstrag beschlossen, der eine Ausweitung der Überwachung von Minderjährigen vorsieht. Verfassungsschutz-Präsident Maaßen bedankte sich dafür bereits am Montag und entlarvt damit das undemokratische Verfahren.

    22. Juni 2016
  • : Bundestagsanhörung zu Anti-Terror-Paket: Eklat und verfassungsrechtliche Bedenken (Updates)
    CC by 2.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:UEFA_Euro_2012_qualifying_-_Austria_vs_Germany_2011-06-03_(16).jpg
    Bundestagsanhörung zu Anti-Terror-Paket: Eklat und verfassungsrechtliche Bedenken (Updates)

    In drei Tagen will die Große Koalition ein weitreichendes Überwachungsgesetz beschließen. Sachverständige bezeichneten das Gesetz im Innenausschuss heute als verfassungswidrig. Die Abgeordneten der Oppositionsfraktionen verließen die Anhörung aus Kritik am undemokratischen Hauruckverfahren.

    20. Juni 2016
  • : Eklat im Innenausschuss: Opposition verlässt Sitzung zu Anti-Terror-Paket unter Protest
    Alle "unabhängigen" Experten der großen Koalition sind dem Innenministerium unterstellt. Foto: <a herf="https://www.flickr.com/photos/cbmd/2417687306/sizes/l">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/cbmd/2417687306/sizes/l">cbmd</a>
    Eklat im Innenausschuss: Opposition verlässt Sitzung zu Anti-Terror-Paket unter Protest

    Die Große Koalition setzt dem federführenden Ausschuss im Bundestag bei einer Anhörung drei Präsidenten von Sicherheitsbehörden als unabhängige Sachverständige vor – und provoziert damit einen Eklat.

    20. Juni 2016
  • : Live-Blog aus dem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss: „Ob Snowden russischer Agent ist, kann ich nicht beurteilen.“
    Hans-Georg Maaßen. Bild: <a href="https://www.verfassungsschutz.de/en/zoom/_bfv-praesident-dr-maassen-portrait-4.jpg">Bundesamt für Verfassungsschutz</a>.
    Live-Blog aus dem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss: „Ob Snowden russischer Agent ist, kann ich nicht beurteilen.“

    In der 102. Sitzung des Untersuchungsausschusses implizierte Verfassungsschutz-Präsident Maaßen, Whistleblower Edward Snowden sei Agent eines russischen Geheimdiensts. Darüber hinaus bezeichnete er Drohnen-Morde als legal und Untersuchungsausschüsse als Hindernis für Geheimdienst-Arbeit.

    9. Juni 2016
  • : Positionspapier Innere Sicherheit: Grüne fordern weniger Geheimdienste, dafür viel mehr Polizei
    Ein Hubschrauber der Bundespolizei. Foto: <a ref="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC-NY-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/fn90/9926259953/sizes/l">Fabian Nelkel</a>
    Positionspapier Innere Sicherheit: Grüne fordern weniger Geheimdienste, dafür viel mehr Polizei

    Die Grünen wollen mehr Polizei als alle anderen Parteien im Bundestag. Gleichzeitig soll der skandalbehaftete Verfassungsschutz in einen neuen Geheimdienst und ein offen arbeitendes Institut zum Schutz der Verfassung überführt werden. Wir haben uns die neue Sicherheitspolitik der Grünen genauer angeschaut.

    7. Juni 2016
  • : Live-Blog aus dem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss: „Der Verfassungsschutz hat keine ortungsfähigen Daten.“
    Europasaal vor der Sitzung
    Live-Blog aus dem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss: „Der Verfassungsschutz hat keine ortungsfähigen Daten.“

    In der 100. Sitzung des NSA-Untersuchungsausschusses behaupten Zeugen des Verfassungsschutzes, dass Telefonnummern keine unmittelbare Ortung einer Person zulassen. Worauf sich der sogenannte Romann-Erlass dann bezog, bleibt unklar.

    2. Juni 2016
  • Wir veröffentlichen das Anti-Terror-Paket: Der Ausweis-Zwang für Mobilfunk kommt
    Bald nur noch mit Personalausweis: SIM-Karten. Bild: <a href="https://www.flickr.com/people/mroach/">mroach</a>. Lizenz: Creative Commons <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">BY-SA 2.0</a>.
    Wir veröffentlichen das Anti-Terror-Paket Der Ausweis-Zwang für Mobilfunk kommt

    Mobilfunk-Anschlüsse dürfen nicht mehr pseudonym genutzt werden, ab jetzt soll Ausweiszwang für SIM-Karten gelten. Das ist Teil des neuen Anti-Terror-Pakets, das die Bundesregierung heute beschlossen hat. Schon jetzt werden diese Daten millionenfach abgefragt.

    1. Juni 2016
  • : An Bahnhöfen lieber nicht rennen oder herumlungern: Bundespolizei erprobt Videoüberwachung mit Mustererkennung
    Möglicherweise Vorbild: Projekt "Automatisierte Detektion interventionsbedürftiger Situationen durch Klassifizierung visueller Muster" zur freiwilligen Überwachung in bestimmten Zonen.
    Möglicherweise Vorbild: Projekt "Automatisierte Detektion interventionsbedürftiger Situationen durch Klassifizierung visueller Muster" zur freiwilligen Überwachung in bestimmten Zonen.
    An Bahnhöfen lieber nicht rennen oder herumlungern: Bundespolizei erprobt Videoüberwachung mit Mustererkennung

    Die Bundespolizei will auch auf einem Berliner Bahnhof „intelligente Videotechnik“ erproben. Dies berichtet die Berliner Zeitung im Zusammenhang mit dem Ausbau der Videoüberwachung in Berlin und dem Umland durch die Deutsche Bahn AG. Es soll sich dabei um ein Pilotprojekt handeln. Welche Station mit der Technik ausgestattet wird stehe aber noch nicht fest, allerdings sei der S- und Fernbahnhof Südkreuz mit seinen großzügigen Bahnsteigen „eine Möglichkeit“. Das Projekt startet noch in diesem Jahr.

    Dem Bericht zufolge kommt eine Software zur Mustererkennung zum Einsatz. Auf diese Weise können verdächtige Bewegungen von Personen aufgespürt werden, ohne dass die anfallenden Videoströme permanent von menschlichen BedienerInnen beobachtet werden müssen. Als Beispiele nennt die Zeitung Personen, die sich auffällig lange auf einem Bahnsteig aufhalten und immer wieder dieselbe Strecke gehen. Möglich ist auch die Beobachtung von Gegenständen. Laut dem Vizepräsidenten der Bundespolizeidirektion löse die Anlage einen Alarm aus, „wenn sie feststellt, dass ein Koffer seit längerem nicht bewegt worden ist“.

    Den Ausbau der Videoüberwachung mit „guter Auswertung der Bilder“ hatte der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach den Anschlägen beim Marathon in Boston/ USA vor drei Jahren angekündigt. Das Bundesinnenministerium hat sich hierzu mit der Bundespolizei und dem Bundeskriminalamt (BKA) sowie Landeskriminalämtern bereits an mehreren Forschungsprojekten beteiligt. Von Interesse war unter anderem die Suche nach Personen über den Abgleich von Lichtbildern mit Echtzeit-Videodaten.

    „Rückwärts- und vorwärtsgerichtete“ Überwachung

    Eines der Projekte trug den Namen „Analyse von Personenbewegungen an Flughäfen mittels zeitlich rückwärts- und vorwärtsgerichteter Videodatenströme“ (APFeL) und wurde an Flughäfen getestet. „Auffällig erscheinende Personen“ können auf Bildschirmen markiert und auf diese Weise automatisch verfolgt werden. Das Verfahren funktioniert in Echtzeit, aber auch für die Rückverfolgung in archivierten Videodaten. Ähnlich forschten die Beteiligten des Vorhabens „Automatische Situationseinschätzung für ereignisgesteuerte Videoüberwachung“ (ASEV) an einer Plattform, die einen Alarm auslöst wenn „Personen, Gegenstände, Flugzeuge oder Fahrzeuge sich außerhalb des ihnen erlaubten Bereiches aufhalten“. Genutzt wurden „Übersichtsaufnahmen mit herkömmlichen Videokameras“. Die Erkennung „potenzieller Gefährdungssituationen“ wurden zudem im Projekt „Verteilte, vernetzte Kamerasysteme zur in situ-Erkennung personeninduzierter Gefahrensituationen“ (CAMINSENS) erprobt.

    Nicht zufriedenstellend verlief bislang die Erkennung einer „sich anbahnenden Situation mit Bedrohungspotential“, wie es im Projekt „Mustererkennung und Video Tracking: sozialpsychologische, soziologische, ethische und rechtswissenschaftliche Analysen“ (MuViT) untersucht wurde. Die ForscherInnen wollten die „Detektion von aggressiven Akten“ möglichst in Echtzeit automatisieren. Unklar blieb, welches Verhalten als „aggressiv“ definiert wurde. Bis 2014 forschte das Bundespolizeipräsidium mit der Polizei Hamburg zur „Multi-Biometriebasierten Forensischen Personensuche in Lichtbild- und Videomassendaten“ (MisPel). Getestet wurden Verfahren der „Bildinhaltsanalyse“ zum Auffinden von Personen in Daten aus der öffentlichen Videoüberwachung. Das Verfahren wird inzwischen zum Lichtbildvergleich in Polizeidatenbanken genutzt.

    Bleiben überwachungsfreie Räume?

    Die nun in Berlin erprobte „intelligente Videotechnik“ könnte auf dem Projekt „Automatisierte Detektion interventionsbedürftiger Situationen durch Klassifizierung visueller Muster“ (ADIS) basieren. Es wurde speziell für den Einsatz an Bahnhöfen entwickelt. Vorgesehen war die Einrichtung spezieller Zonen für die Überwachung, während gleichzeitig nicht überwachte Räume beibehalten und speziell gekennzeichnet würden. Indem Reisende also selbst entscheiden können, ob sie von einer Kamera beobachtet werden wollen, soll die Akzeptanz der teilautomatisierten Überwachung gesteigert werden.

    Viele der Forschungen wurden von Universitäten mit Instituten des Fraunhofer-Verbunds durchgeführt. Das Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) ist beispielsweise auf „Videoauswertesysteme“ spezialisiert. Das Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) ist mit Forschungen zu „Visual Analytics“ befasst, etwa um biometrische Gesichtsbilder zur Identifikation oder Verifizierung von Personen zu nutzen. Nach den Anschlägen in Paris hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der französischen nationalen Forschungsagentur ein Programm „Zukünftige Sicherheit in Urbanen Räumen“ gestartet. Von den Forschungen sollten auch Verkehrsbetriebe profitieren.

    12. Mai 2016
  • : Repressionswelle in Ägypten – Bundesinnenministerium hilft mit Ausbildung und „Sicherheitsabkommen“
    Transparent zu den jüngsten Festnahmen in Ägypten am 1. Mai in Berlin.
    Transparent zu den jüngsten Festnahmen in Ägypten am 1. Mai in Berlin.
    Repressionswelle in Ägypten – Bundesinnenministerium hilft mit Ausbildung und „Sicherheitsabkommen“

    In Ägypten häufen sich abermals Razzien und Festnahmen von regierungskritischen AktivistInnen, nun drohen harte Strafen und weitere Repressalien. Viele Gruppen und Organisationen riefen für den 25. April zu einem Aktionstag auf. Eigentlich sollte gegen einen Deal zur Überlassung zweier Inseln an Saudi-Arabiens Regierung demonstriert werden. Der Protest verbreiterte sich jedoch schnell und richtete sich schließlich allgemein gegen die diktatorische Politik des früheren Armeechefs und jetzigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi.

    Wie gewohnt überzog al-Sisi das Land vor dem Aktionstag mit einer Repressionswelle. Die Nichtregierungsorganisation Front zur Verteidigung ägyptischer Demonstranten zählte in zwölf Tagen 1.277 Verhaftungen, gegen 577 Personen leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren ein. Die Verhandlungen gegen 86 Betroffene sollen bald beginnen, ein ägyptisches Gericht unterbindet die Berichterstattung mit einer Nachrichtensperre.

    Das Committee to Protect Journalists platziert Ägypten auf dem zweiten Rang der Negativliste von inhaftierten JournalistInnen. Die aktuellen Ereignisse bestätigen das: Am Sonntag, einen Tag vor dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, hat die ägyptische Polizei mit 50 Beamten die Räume der unabhängigen Journalistengewerkschaft gestürmt und zwei Personen festgenommen. Die Journalisten Amr Bader und Mahmoud al-Sakka sollen die Proteste im April durch kritische Berichte angestachelt und „Chaos“ verursacht haben.

    Regierung bekämpft Gewerkschaftsfreiheit

    Inzwischen hat das Innenministerium angeblich versehentlich ein Dokument zur Medienstrategie für die Festnahme der Beiden veröffentlicht. Behauptet wurde etwa, Bader und al-Sakka hätten sich der Festnahme durch die Flucht in die Gewerkschaftsräume entziehen wollen. Tatsächlich hatte die Polizei den Zugang zu dem Gebäude mit einem Großaufgebot und zahlreichen Zivilbeamten behindert, da die Gewerkschaft eine öffentliche Konferenz zur Gewerkschaftsfreiheit abhalten wollte.

    ahmed_abdallahVon der Repressionswelle sind auch Angehörige von Menschenrechtsorganisationen betroffen. Einer der am 25. April Verhafteten ist der landesweit bekannte Aktivist und Vorsitzende der „Egyptian Commission for Rights and Freedom“ (ECRF), Ahmed Abdallah. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen gehören die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die Unterstützung terroristischer Straftaten mithilfe des Internets. Beweise dafür gibt es nicht, weshalb die ECRF und auch die Verlobte von Abdallah eine Rufmordkampagne vermuten.

    Die ECRF engagiert sich gegen Polizeigewalt, Folter und Verschwindenlassen und ist deshalb bei den Behörden unbeliebt. Einer der spektakulären von Abdallah übernommenen Fälle betrifft den Italiener Giulio Regeni, der im Januar zusammen mit zwei weiteren Aktivisten verschleppt und einige Tage später mit bestialischen Folterspuren ermordet aufgefunden wurde.

    Unterstützung für die Fälle von Giulio Regeni und Ahmed Said

    Der Student hatte unter Pseudonym in der italienischen linken Tageszeitung Il Manifesto zu Arbeitskämpfen und Gewerkschaftsfreiheit publiziert. Sein Tod sorgte für eine tiefe Krise zwischen den Regierungen Ägyptens und Italiens, denn nach Zeugenaussagen wurde er von Uniformierten verschleppt. Als angebliche Mörder präsentierte al-Sisi kurz darauf vier Verdächtige aus dem Milieu der organisierten Kriminalität, die bei der Festnahme jedoch allesamt erschossen wurden.

    Eine italienische Untersuchungskommission zum Fall Giulio Regeni beklagte anschließend, ägyptische Behörden hielten wichtige Dokumente und Beweismittel zurück. Italienische Staatsangehörige dürfen nur in engen Grenzen in Ägypten tätig werden. Die nun verfolgte Menschenrechtsorganisation ECRF hat die Familie des ermordeten Studenten in Ägypten deshalb anwaltlich vertreten.

    free_ahmed_saidZu den bekannteren Fällen der ECRF gehört auch der eigentlich in Deutschland lebende Aktivist Ahmed Said, der im November wegen Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung festgenommen wurde. Said wurde dafür zu zwei Jahren Haft verurteilt, die er nun in einem Hochsicherheitstrakt absitzen muss.

    Noch vor dem Urteil und der verlorenen Berufung hatte der Menschenrechtsausschuss des Bundestages den Aktivisten in ein Schutzprogramm aufgenommen. Alle nach Ägypten reisenden deutschen Abgeordneten und Regierungsangehörigen sollen sich nun nach der Situation von Ahmed Said erkundigen oder ihn sogar besuchen. Zuletzt waren Claudia Roth (Grüne) und der Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) auf Besuch in Ägypten und trafen sich unter anderem mit dem Innenminister. Im Gefängnis schauten die beiden nicht vorbei, Gabriel bauchpinselte den Präsidenten al-Sisi stattdessen als „beeindruckenden Präsidenten“.

    Ungewöhnlich: Erweitertes „Sicherheitsabkommen“ auch mit Geheimdienst

    Die Bundesregierung bestätigt in der Antwort auf Kleine Anfrage, dass „Repressionen gegen die Zivilgesellschaft“ in der vergangenen Zeit zugenommen haben und die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen „eng überwacht“ wird. Freiräume seien in den vergangenen Jahren „kontinuierlich kleiner geworden“. Dies gelte auch für Projekte und Organisationen, in denen deutsche Staatsangehörige mitarbeiten, diese würden mitunter von Sicherheitsbehörden beobachtet.

    Dessen ungeachtet will das Bundesinnenministerium ein erweitertes „Sicherheitsabkommen“ mit Ägypten abschließen. Ein entsprechender Text wird seit einiger Zeit verhandelt. Details zu Inhalt und Ausgestaltung sind geheim, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. „Sicherheitsabkommen“ unterstützen die sogenannte Vorverlagerungsstrategie der Bundesregierung und sollen die „Auswirkungen von Kriminalität und Terrorismus auf Deutschland“ reduzieren.

    Normalerweise werden solche Verträge nur mit Polizeibehörden geschlossen, im Falle Ägyptens ist jedoch der für seine Verhörmethoden berüchtigte Inlandsgeheimdienst NSS beteiligt. Das wiederum erzwingt in Deutschland die Einbeziehung des parlamentarischen Kontrollgremiums, denn es handelt sich um die geheimdienstliche Zusammenarbeit. Eine Einbindung des Gremiums erfolgte jedoch nicht.

    Die Überprüfung der Einhaltung der Menschenrechte oder der Rechtsstaatlichkeit ist von „Sicherheitsabkommen“ nicht erfasst. Sie seien aber so ausgestaltet, dass Maßnahmen im Rahmen ihrer Umsetzung „keinen Menschenrechtsverletzungen Vorschub leisten können“. Das kann bezweifelt werden, denn die Bundespolizei hat bereits die für ihre brutale und tödliche Gewalt bekannte Stadionpolizei ausgebildet. Die weitere „bundespolizeiliche Maßnahmenplanung“ zur Ausbildungs- und Ausstattungshilfe wird derzeit verhandelt.

    Ein- und Ausreisesperren

    Zu den Projekten gehört unter anderem die Sicherheit an Flughäfen. Zusammen mit dem Luftfahrtbundesamt und der Bundespolizei hatten Angehörige des Bundeskriminalamtes die ägyptischen Luftsicherheitsstandards evaluiert, nun sollen Ausbildungsmaßnahmen folgen. Dies betrifft unter anderem die Kontrolle von Passagieren und den Abgleich ihrer Ausweisdokumente mit internationalen Datenbanken. Auf Basis einer Risikoanalyse können die Behörden daraufhin bestimmten Personen den Grenzübertritt verweigern.

    So erging es auch dem deutschen Staatsangehörigen Atef Botros, dem eine Forschungsreise untersagt wurde. Der ägyptischstämmige Literaturwissenschaftler forscht zu den Aufständen des arabischen Frühlings. Laut einem Onlinemagazin für Afrika steht sein Name auf einer „No fly“-Liste. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtete im Herbst 2015 über ähnliche Fälle, in denen Sicherheitspersonal die Papiere politischer AktivistInnen und Angehöriger von Nichtregierungsorganisationen konfiszierte.

    Ägypten behindere HRW zufolge auch unrechtmäßig und ohne Vorliegen richterlicher Beschlüsse die Ausreise von AktivistInnen. Dies sei nach Artikel 62 der Verfassung aber rechtswidrig. Die Angaben werden von der Bundesregierung bestätigt. Ein Fall betraf eine Gruppe von Frauen, die einer Organisation gegen sexuelle Gewalt gegenüber Frauen angehören. Die Aktivistinnen wurden am Flughafen in Kairo verhört und schließlich an der Ausreise zu einer in Deutschland abgehaltenen Konferenz gegen sexuelle Gewalt gehindert.

    3. Mai 2016
  • : Bundestag hintergangen: Innenminister ist nun doch für „Verknüpfung“ von EU-Polizeidatenbanken
    TdM will Datenbanken "verknüpfen". Wie soll das gehen?
    Bundestag hintergangen: Innenminister ist nun doch für „Verknüpfung“ von EU-Polizeidatenbanken

    Der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) fordert eine Verknüpfung von bestehenden europäischen Datenbanken. In einem Interview mit der Tageszeitung WELT erklärte der Minister, auf diese Weise einen größeren Nutzen aus dem Schengener Informationssystem (SIS), der Fingerabdruckdatei EURODAC oder dem Visa-Informationssystem (VIS) ziehen zu wollen. Auch soll die Europäische Union „endlich“ ein Passagierdatenregister (EU-PNR) einrichten.

    Nicht nur aus Gründen des Datenschutzes können Datenbanken nicht einfach miteinander „verknüpft“ werden. Errichtungsanordnungen und Durchführungsgesetze sehen die Anwendung nur für einen bestimmten Zweck vor. Allerdings wurden die Informationssysteme längst schrittweise ausgebaut.

    Die Abgabe von Fingerabdrücken ist mittlerweile bereits bei der Beantragung eines Visums im Heimatland verpflichtend. Die nur zum Abgleich von Asylanträgen eingerichtete Fingerabdruck-Datei EURODAC ist nun für andere Polizeibehörden zugänglich. Das SIS in seiner neuen Generation kann ebenfalls Fingerabdrücke speichern, bald soll hierzu eine Suchfunktion zur Verfügung stehen.

    Vorschlag der Kommission für „Intelligente Grenzen“ am 23. März

    Die Europäische Kommission und der Rat arbeiten derzeit an der Errichtung eines Systems „Intelligente Grenzen“ für den Schengen-Raum. Von allen Einreisenden – auch TouristInnen, Geschäftsreisenden oder Studierenden – sollen Fingerabdrücke und womöglich das Gesichtsbild abgenommen und gespeichert werden. Auch „Intelligente Grenzen“ war eigentlich zum Zweck der Migrationskontrolle angekündigt worden. Nach derzeitigen Plänen entwickelt es sich aber zu einer europäischen Superdatenbank.

    Dass auch Polizeibehörden zugreifen dürfen, ist hinter den Kulissen bereits beschlossen. Frankreich fordert sogar die Ausweitung auf Staatsangehörige der Europäischen Union. De Maizière deutet gegenüber der WELT an, dass das System die gewünschte Verknüpfung von VIS, EURODAC und SIS besorgen soll. So sei es für den „Kampf gegen den internationalen Terrorismus, kriminelle Banden und die illegale Migration“ notwendig, Zeitpunkt und Ort der Ein- sowie Ausreise von Drittstaatenangehörigen in den Schengenraum zu erfassen.

    Für die Administration von VIS, EURODAC und SIS hat die Europäische Union in Riga eine „Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen“ eingerichtet. Dort würde auch das System „Intelligente Grenzen“ angesiedelt. Am 23. März will die Kommission hierzu einen erneuerten Vorschlag präsentieren. Auf Ratsebene versuchen die Regierungen der Mitgliedstaaten deshalb, ihren Änderungswünschen zu mehr Gewicht zu verhelfen. Die Aussage von de Maizière dürfte in diese Richtung gemeint sein.

    Staatssekretärin verschweigt EU-Vorstoß

    Mit dem Vorstoß düpiert der Minister jedoch den Bundestag. Denn zwei Wochen zuvor hatte der Abgeordnete Alexander S. Neu gefragt, inwiefern die EU-Datenbanken untereinander vernetzt werden könnten oder sollten. Die Antwort der Staatssekretärin im Bundesministerium, Emily Haber:

    Sowohl die Europäische Kommission als auch der Rat unter verschiedenen Präsidentschaften haben in der Vergangenheit wiederholt Überlegungen zur Verbesserung der Interoperabilität und Interkonnektivität der Systemlandschaft auf EU-Ebene im Justiz- und Innenbereich angestellt und zur Diskussion gestellt. Die Bundesregierung nimmt solche Überlegungen zur Kenntnis und prüft sie jeweils eingehend auf ihren operationellen Nutzen und ihre Vereinbarkeit mit datenschutzrechtlichen Grundsätzen.

    Das klingt äußerst passiv und bleibt weit hinter der gestrigen Forderung von de Maizière zurück. Dass sich Haber und de Maizière in dieser Frage nicht koordinieren ist unwahrscheinlich. Deutlich wird vielmehr die Aushöhlung des Frage- und Informationsrechts von Abgeordneten mit verschwurbelten oder nachweislich falschen Antworten.

    Die Staatssekretärin hat sich aber nicht nur vor einer wahrheitsgemäßen Antwort gedrückt, sondern das Parlament hintergangen. Denn im Februar wurde bekannt, dass das Bundesinnenministerium die Kommission selbst zu einer Prüfung aufforderte, wie eine solche „Verknüpfung“ von Polizeidatenbanken umgesetzt werden könnte. In der Antwort an Alexander S. Neu findet sich dazu nicht einmal eine Andeutung. Auf Ratsebene prescht die deutsche Delegation also vor, während die deutschen Abgeordneten im Unklaren bleiben.

    Bundesregierung schafft Fakten

    Zum Aufbau des Systems „Intelligente Grenzen“ hatte die Kommission vergangenes Jahr ein Pilotprojekt durchgeführt. Unter anderem am Flughafen Frankfurt und dem Kreuzfahrt-Terminal in Rostock-Warnemünde wurden Verfahren zur Abnahme und Kontrolle biometrischer Daten getestet. Von Interesse war, inwiefern die Grenzkontrollen dadurch womöglich verzögert würden. Das Pilotprojekt wurde von der Europäischen Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen verantwortet. In Deutschland beteiligten sich daran die Bundespolizei, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Bundesverwaltungsamt.

    Die Tests liefen bis Ende September 2015. Schon vorher entschloss sich die Bundesregierung, die Pilotstudie auf eigene Faust weiterzuführen. Dies wurde erst durch die Mitteilung eines beteiligten Softwareunternehmens bekannt. Dem Bundesinnenministerium gingen die EU-Erprobungen nicht weit genug, weshalb die Bundesbehörden das System nun in einem „Ende-zu-Ende Grenzkontrollprozess“ ausprobieren.

    Um den Pilotbetrieb „noch realitätsnäher gestalten zu können“ hat das Bundesverwaltungsamt ein „rudimentäres“ Ein- und Ausreisesystem programmiert. Es basiert auf dem EU-System, wurde aber um einige Features erweitert und per Schnittstelle zur Bundespolizei in den Grenzkontrollprozess integriert. Die Kosten für die Fortführung der Erprobung schätzt das Bundesinnenministerium bis Herbst 2016 auf 1,4 Millionen Euro.

    Erweiterung durch „Back Office“

    Vor einigen Tagen attestierte das Bundesinnenministerium dem derzeitigen EU-System schwere Mängel. So seien unerwartet viele „fachliche Sonderfälle“ aufgetreten, etwa Reisende mit mehreren gültigen Visa, Personen mit mehreren Pässen oder Ausnahmen aufgrund bilateraler Abkommen. Auch sei ein signifikanter Anteil von mangelhaften Dokumentendaten sowie von falsch gespeicherten Daten festgestellt worden.

    Eine Korrektur bei der Kontrolle der Betroffenen sei zu aufwändig und sollte laut der Staatssekretärin Emily Haber besser an ein „Back Office“ verlagert werden. Nähere Erläuterungen zu diesem „Hintergrundbüro“ fehlen.

    Jedoch wäre denkbar, bereits vorhandene Personendaten der Informationssysteme VIS, EURODAC und SIS heranzuziehen: Die von de Maizière geforderte „Verknüpfung“ der europäischen Datenbanken.

    13. März 2016