Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : WSIS: Summit startet
    WSIS: Summit startet

    Eben ist der zweite World Summit on the Information Society offiziell eröffnet worden. Im Moment hält der tunesische Diktator seine Begrüssungsworte und wird dabei von vielen Jubel-Tunesiern frenetisch unterstützt. Sonst klatscht eigentlich kaum jemand. Ich habe zwar einen sogenannten „Overpass“, um die „Plenray Hall“ zu betreten, aber nachdem ich eine halbe Stunde draussen vor der Sicherheitsschleuse wartete, wurden die Türen vor mir geschlossen. Und keine Möglichkeit mehr, hinein zu kommen. Sehr bizarr waren die beinahe Tumulte vor der geschlossenen Tür, wo neben mir ein nach eigenen Angaben ukrainischer Minister beinahe ausrastete und sonst auch sehr viel gedrängelt wurde. Ich habs dann vorgezogen, mich in die Civil Society Offices zurück zu ziehen, wo ich gerade meine Ruhe habe. Hätte zwar die Rede von Kofi Annan gerne live gesehen, aber weiter da rumstehen hilft auch nicht wirklich. Also bleibt der Live-Stream auf der ITU-Seite. Dieser soll eigentlich Echtzeit-Übersetzung in die UN-Sprachenbieten, aber das klappt nicht wirklich.

    Das „Tunis Commitment“ – Gipfel-Papier ist übrigens schon online und wird im Laufe der nächsten 24h in allen UN-Sprachen vorliegen.Bisher ist nur die englische Fassung online. Wie man es bei der UN gewöhnt ist, wird selbstverständlich das Doc-Format angeboten. Offene Standards fehlen immer noch.

    Eben hat der Schweizer Präsident in seiner Eröffnungsrede Pressefreiheit und die Einhaltung der Menschenrechte auf dem Gipfel und ausserhalb des Gipfels eingefordert. Bei dem Statement hat er sehr viel Applaus bekommen.

    16. November 2005 1
  • : WSIS: RTL erklärt den Gipfel
    WSIS: RTL erklärt den Gipfel

    Gerade im Wortfeld-Blog gefunden: WSIS-Schwachsinn bei RTL

    Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr schlechter, kommt so etwas: Soeben lief im RTL Nachtjournal ein Bericht über den WSIS-Gipfel. Er begann mit den Worten “Vor 36 Jahren erfand der amerikanische Geheimdienst das Internet”, dazu verwirrenderweise ein Bild des US-Verteidigungsministeriums. Dann wurde den armen Zuschauern allen Ernstes erzählt, alle Domains — später hieß es: Seiten — müssten von ICANN “genehmigt” werden. Unglaublicher, ärgerlicher Unfug! Fehlt nur noch, dass die Moderatorin am Ende eine amerikanische Fahne verbrennt.

    16. November 2005
  • : WSIS: Weitere Medienberichte vom 15.11.
    WSIS: Weitere Medienberichte vom 15.11.

    Der Standard: Soziale Ziele kommen beim Informations­gipfel zu kurz

    Der Konflikt um die Zukunft der Internet­verwaltung verdrängt auf dem Weltgipfel der Informations- Gesellschaft das Thema, wie die digitale Kluft überwunden werden kann

    Heise: Angriffe auf Bürgerrechtler überschatten Weltgipfel der Informationsgesellschaft

    Die Palexpo untersteht durch ein spezielles Abkommen der UN. „Den Journalisten, die für diesen Gipfel akkreditiert sind, garantiere ich, dass sie ihre Arbeit ohne Einschränkungen und bei vollem Informationszugang erledigen können“, sagte ITU-Generalsekretär Utsumi. Zu den Angriffen auf den Liberation-Journalisten meinte er, für Dinge, die außerhalb des Gipfels passieren, sei er nicht zuständig. Im Übrigen sei wie in jeder großen Stadt Vorsicht vor Kriminellen geboten. Solche Erklärungen reichen der Tunesia Monitoring Group (TMG) der Organisation International Freedom of Expression Exchange nicht aus. Sie forderten anlässlich der Absage ihres heutigen Gipfelbeitrags zum Thema Informationsfreiheit in der Informationsgesellschaft eine Untersuchung aller Vorfälle durch den UN-Generalsekretär Kofi Annan. Man müsse wohl, erklärte TMG-Mitglied Steve Buckly von der World Association of Community Radio Broadcasters, die Konsequenz ziehen, dass UN-Gipfel nicht in Ländern mit derartigen Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit stattfinden können.

    Swissinfo: Info-Gipfel: Angespanntes Klima in Tunis

    Auch der deutsche Botschafter in Tunesien kam in den Genuss von tunesischer „Toleranz, Solidarität, Öffnung und Dialog“, als er zu vermitteln versuchte und ihn tunesische Polizisten bedrohten.

    Zu ihrer Verteidigung erklärten die Behörden, die Versammlung im Goethe Institut sei illegal gewesen. „Ich bin Jurist, aber wir haben offensichtlich nicht dieselben Vorstellungen von Legalität“, kommentiert der Chef der Schweizer Delegation, Marc Furrer, den Vorfall im Gespräch mit swissinfo.

    Kleinreport.ch: Weltinformationsgipfel Tunis: Auf Schritt und Tritt verfolgt

    Das Goethe-Institut in Tunis, ein geheimer Treffpunkt von Terroristen? Mehr als 50 tunesische Polizisten in Zivil hatten am Montag den Zugang zum deutschen Kulturinstitut abgeriegelt. Mit ihrer Blockade verhinderten sie ein Treffen von internationalen und tunesischen NGO, die einen «Bürger-Gipfel» planen wollten. Mehrere bereits bezahlte Reservationen für einen solchen Anlass in Hotels waren unter Druck der tunesischen Regierung rückgängig gemacht worden. Am WSIS in Genf 2003, aber auch an früheren UNO-Gipfeln, zum Beispiel in Peking 1995, konnten solche von NGO organisierten «Parallel-Gipfel» problemlos stattfinden. Aber nicht in Tunis.

    Taz: Wer darf der Herr des Netzes sein?

    Taz: Was die UNO in Tunesien nicht sehen will

    Das Gastland des Weltinformationsgipfels ist einer der globalen Spitzenreiter bei der Unterdrückung des Rechts auf Informationsfreiheit und anderer Bürgerrechte. Im Vorfeld des UN-Treffens treten Oppositionelle in den Hungerstreik

    Die Welt: Kampf ums Internet

    Und eine lustige Sache: Deutschlandfunk hat ein Interview mit Manfred Kloiber über den WSIS. Wir fragten uns gerade, wer das denn sein soll. Ein Blick auf Google zeigte sich, dass die sich gegenseitig befragt haben: Machtspiele in Tunis

    Spiegel: Staatliche Überwachung bei Informationsgipfel

    Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy verlangte daraufhin von Tunis, „die Informationsfreiheit und Journalisten die freie Ausübung ihres Berufs zu garantieren“. Yoshio Utsumi, Generalsekretär der Internationalen Telekommunikations-Union (ITU), erklärte jedoch, solche Vorfälle kämen überall vor und die betroffenen Journalisten hätten noch keine Kennmarken getragen. Der Weltinformationsgipfel wird von der Uno-Organisation veranstaltet.

    Tagesschau.de hat ein Interview mit Olga Drossou von der Heinrich Böll Stiftung gemacht: „Wichtige Anstöße, aber keine Lösungen“.

    Der Standard: Freie Information: Der Bock als Gärtner

    „Die Lage in Tunesien ist dramatisch“, beschweren sich RsF. Eine freie Presse gibt es nicht, das Internet wird gefiltert, über 60 Websites können nicht aufgerufen werden, E‑Mails werden überprüft, die Cybercafés streng kontrolliert. Wer kritische Informationen ins Netz stellt kann im Gefängnis enden, wie Zouhair Yahyaoui, der Webmaster von www.tunezine.com, der 2002 wegen „Präsidentenbeleidigung“ für 18 Monate hinter Gitter musste.

    16. November 2005
  • : WSIS: Europa setzt sich bei Internet Governance durch
    WSIS: Europa setzt sich bei Internet Governance durch

    Ich bin zwar nicht mehr bei den Verhandlungen, aber es scheint, dass sich Europa weitgehend bei der Internet Governance Frage durchgesetzt hat. Der Gipfel kann auf jeden Fall morgen früh mit einer gemeinsamen Position starten. Mehr dazu im Laufe des Mittwochs.

    Update: Monika Ermert war für Heise bis zum Ende dabei und hat über das Ergebnis geschrieben: Regierungen einigen sich auf Forum zur Diskussion von Internet-Fragen.

    Wie zu erwarten, gab es wieder nicht „die“ Lösung. Dafür hat man sich auf eine Art Forum geeinigt, um die Frage des Internet Governance in einem Multi-Stakeholder Prozes sunter Einbeziehung der Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft weiter zu diskutieren.

    15. November 2005
  • : WSIS: Angriffe auf Journalisten in Tunesien
    WSIS: Angriffe auf Journalisten in Tunesien

    Der Standard berichtet über Angriffe auf auslädnsiche Journalisten in Tunsien, welche im Rahmen des WSIS über die Menschenrechtssituation berichten wollen. MIttlerweile hat sich auch Kofi Annan in die Debatte eingeschaltet: Annan betont gegenüber Tunesien Presse- und Meinungsfreiheit

    Unter den angegriffenen Journalisten befanden sich am Freitag ein Mitarbeiter der französischen Zeitung „Liberation“ und am Montag ein Team des belgischen Fernsehsenders RTBF. In beiden Fällen sollten Berichte über die Menschenrechtslage in Tunesien recherchiert werden.

    Laut französischem Außenministerium vom Dienstagnachmittag gab es auch einen „Vorfall“ mit einem Team des frankophonen Senders TV5. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy verlangte daraufhin von Tunis, „die Informationsfreiheit und Journalisten die freie Ausübung ihres Berufs zu garantieren“.

    15. November 2005
  • : WSIS-Podcasting: Tunesische Repression (4)
    WSIS-Podcasting: Tunesische Repression (4)

    Gerade habe ich Wolf Ludwig von Communica-CH, der Schweizer Plattform zur Informationsgesellschaft, zu den gestrigen Vorgängen rund um das Goethe-Institut, die Planungen des Citizen-Summits und den derzeitigen Ausnahmezustand in Tunesien befragt. Das Interview ist ca. sieben Minuten lang, die Sprache ist deutsch und später wird auch wieder ein OGG-File hier stehen. (Leider ist es hier derzeit ziemlich laut, für die Hintergrundgeräusche kann ich leider nichts).

    Gleich findet die zivilgesellschaftliche Pressekonferenz dazu statt. Leider in der „Medienzone“, wofür ich als Blogger leider keine Akkreditierung bekommen habe. Ich schaue mal, ob ich vielleicht doch rein komme, um die Pressekonferenz aufzeichnen zu können.

    15. November 2005 2
  • : WSIS: Biometrie auf dem Gipfel
    WSIS: Biometrie auf dem Gipfel

    Wie schon auf dem WSIS 1 vor zwei Jahren in Genf, gibt es auch diesmal wieder die „bewährte“ RFID-Technik für die Einlasskontrolle. Vor zwei Jahren klappte die so gut, dass es kein Problem war, über Nacht die Chips zu fälschen und mit einer gefälschten Identität an tausenden Soldaten vorbei auf das Gelände zu kommen.

    Sein „Badge“ erhält man im „Badging-Center“. Dieses befindet sich nicht auf dem WSIS-Gelände, sondern in Nähe des Flughafens. Shuttle-Busse fahren ständig die verschiedenen Orte an. Als ich mein Badge abholen wollte, gab es einige Verwirrung, weil die deutsche Botschaft das schon für ich erledigt hatte. Da mein „Betreuer“ gerade ratlos verschwunden war,machte ich einfach mal Fotos. Später stellte sich heraus, dass ich damit Glück hatte, andere wurden beinahe verhaftet, als sie Fotos im Bading-Center machten.

    15. November 2005 3
  • : Liberation: Interview mit Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen
    Liberation: Interview mit Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen

    Die französische Zeitung „Liberation“ hat Robert Ménard, den Generalsekretär von „Reporter ohne Grenzen“ zur Repression in Tunesien befragt: «La violence de cette agression m’a surpris»

    15. November 2005
  • : WSIS: „P2P File-Sharing, Digital Rights, and e‑Democracy“
    WSIS: „P2P File-Sharing, Digital Rights, and e‑Democracy“

    Am kommenden Donnerstag werde ich auf EInladung von IPJustice im Rahmen der WSIS-Parallel-Events an folgender Diskussion teilnehmen: „P2P File-Sharing, Digital Rights, and e‑Democracy“.

    Die Diskussion findet von 17:00h – 19:00h im Salle SOUSSE auf dem WSIS-Gelände statt.

    15. November 2005
  • : WSIS-Podcasting: Tunesische Repression (3)
    WSIS-Podcasting: Tunesische Repression (3)

    Das von der Heinrich Böll Stiftung organisierte Treffen in einer tunesischen unabhängigen Frauenrechtsorganisation wurde von massivem Polizeiaufgebot begleitet. Ich habe dazu Jan Schallaboeck und Ralf Bendrath vom Netzwerk Neue Medien über ihre Eindrücke befragt (OGG). Gleichzeitig schildert Jan in einem anderen Kurz-Interview seine Eindrücke vom Besuch der Hungerstreikenden (OGG). Diese befinden sich seit 28 Tagen aus Protest gegen die Unterdrückung von Presse‑, Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Tunesien in einem Hungerstreik.

    Einen ausführlichen Bericht gibt es auf WorldSummit2005: Treffen mit tunesischer Zivilgesellschaft – und tunesischer Polizei

    TeilnehmerInnen eines Workshops, der von der Heinrich Böll Stiftung und von der Vereinigung demokratischer Frauen organisiert worden war, konnten heute am eigenen Leib Erfahrungen mit der tagtäglichen Realität von sozial-politischem Aktivismus unter einem autoritär-repressiven Regime machen. Mindestens 40–50 Zivilpolizisten blockierten den Eingang des Gebäudes. Das Treffen fand trotzdem statt. Weiterhin sind sieben Menschenrechtsaktivisten im Hungerstreik.

    15. November 2005
  • : WSIS: Viele zivilgesellschaftliche Veranstaltungen aus Protest gecancelt.
    WSIS: Viele zivilgesellschaftliche Veranstaltungen aus Protest gecancelt.

    Aus Protest gegen die tunesische Repression haben heute viele zivilgesellschaftliche Organisationen ihre für heute geplanten Veranstaltungen auf dem WSIS gecancelt. Hier ist das offizielle Statement. Um 16h wird es eine Pressekonferenz dazu geben. Ich habe dazu Anriette Esterhuysen von der Association of Progressive Communication (APC) befragt, und sie schildert die Gründe (OGG / MP3).

    Human rights solidarity action by international civil society organisations: Cancellation of several civil society side events on November 15 2005

    15. November 2005 1
  • : Auf dem Weg zur Authorship Society
    Auf dem Weg zur Authorship Society

    Der amerikanische Medienjournalist Douglas Rushkoff hat ein Wirtschaftsbuch namens „Get back in the box: Innovation from the Inside Out“ geschrieben. Offensichtlich wurde er immer wieder von Vertretern der Old Economy angesprochen, die sich den modernen Flair der vernetzten Community verleihen wollten, ohne jedoch irgendetwas von den Modellen und Methoden verstanden zu haben.

    In seinem Weblog stellt Rushkoff jede Woche ein Kapitel seines Buches als „thought virus“ vor. Diesmal: Hackerkultur, Kollaboration und Open Source:

    Here, I contextualize the open source ethos as part of a bigger renaissance: the emergence of an „authorship society.“ […]

    This is the spirit of authorship presaged by the Internet and now extending to every area of our lives. The hacker mentality is all around us, evidenced in everything from the hubris to learn the entire genetic code and attempt human cloning to a growing stack of new translations of the Bible. […]

    It is the real legacy of the open source movement—misunderstood even by many of its participants as solely a way to develop computer operating systems, and underestimated in its potential impact by even its staunchest opponents. As I’ve come to see it, the deeper cultural agenda is based on three far-reaching assumptions:

    1. The systems by which we live are inventions and conventions.
    2. The codes underlying those systems can be learned and rewritten.
    3. This process best takes place collaboratively.

    It’s those same three stages of renaissance we’ve been looking at all along: moving from passivity to gaining a perspective and then to attaining the power of authorship. Finally, the desire to acquire and spend social currency fuels a spirit of collaboration. We play the game by the rules, we learn enough codes to cheat, and ultimately rewrite the game and share our creations with others.

    14. November 2005
  • : WSIS-Podcasting: Tunesische Repression (2)
    WSIS-Podcasting: Tunesische Repression (2)

    Hier ist ein 3 Minuten langer Augenzeugenbericht von den Ereignissen rund um das Goethe-Institut in Tunis heute morgen. Ich habe dazu Rikke Frank Joergenson aus Daenemark befragt und sie erzaehlt, was dort passiert ist. Sie ist Koordinatorin des Human Rights Caucus der internationalen Zivilgesellschaft und eine der OrganisatorInnen des Citizen Summit.

    14. November 2005
  • : WSIS: Shuttle-Service
    WSIS: Shuttle-Service

    Ein Service des tunesischen Regierung sind Shuttle-Busse, welche in alle Richtungen fahren und die einzige Möglichkeit darstellen, direkt an den WSIS heran zu kommen. Mit Taxis und ÖPNV kommt man leider nur an die äusserste Sicherheitsgrenze heran. Dort muss man wiederum in Busse umsteigen, die von dort zum Engang fahren. Aber zurück zu den Bussen, für die es sogar Fahrpläne gibt. Einmal die Stunde sollen sie überall ankommen, komischerweise eigentlich überall immer zur vollen Stunde. Das funktioniert natürlich nicht besonders.

    14. November 2005
  • : Creative Commons-Artikel in der soma 20
    Creative Commons-Artikel in der soma 20

    In Ausgabe 20 der soma, zeitschrift für popkultur, politik, das leben und den ganzen rest, für die ich seit 2001 schreibe, ist ein Artikel von mir über die Creative Commons erschienen: „Weiches Copyright im Eigenbau, Vom kontrollierbaren Freiraum zwischen künstlerischer Selbstbestimmung und Verwertungsrechten“. Aus der Einleitung:

    In einer sich digitalisierenden Welt wird das Copyright immer problematischer, und seine Prägung wird immer hermetischer zugunsten der Verwer tungsindustrie gestrickt. „Sich digitalisierend“ bedeutet: Es gibt online einen Reichtum an Inspirationsquellen, die leicht zugänglich und in ihrer digitalen Form einfach weiterverwendbar sind. Kreatives Verwenden von im Netz gefundenen Inhalten ist rechtlich oft kompliziert, die Selbstverwirklichung in einer digitalen Kultur vollzieht sich oft in einem Konflikt mit dem herkömmlichen Urheberrecht. Genau das versprechen die Creative Commons (CC)-Lizenzen wesentlich zu vereinfachen. Mit ihnen kann ich selbst bestimmen, wo zwischen gemeinfrei und copyright-geschützt meine Werke stehen.

    Das Heft erscheint alle drei bis vier Monate als Printausgabe und liegt in diversen Cafés in Berlin-Mitte und an einigen Universitätsinstituten und Mensen in Berlin aus. Online gibt es ein Archiv der bisher erschienenen Ausgaben.

    14. November 2005
  • : Podcasting: Interview mit Jamie Love
    Podcasting: Interview mit Jamie Love

    Gestern Abend machte ich ein Interview mit Jamie Love, dem Direktor des „Consumer Project on Technology (CPTech)“. CPTech beschäftigt sich schon lange mit Verbraucherrechten im digitalen Zeitalter. Der Schwerpunkt liegt hierbei beim sogenannten „Geistigen Eigentum“. In dem knapp 28 Minuten Interview erzählt er einiges über Lobbying in der WIPO, Open Innovation, dem Access to Knowledge – Treaty und die Arbeit von CPTech. Das Interview steht unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz.

    Update: Hier ist die Ogg-Version des Interviews.

    14. November 2005
  • : Heute bei WDR5: Feature über menschenrechte in Tunesien
    Heute bei WDR5: Feature über menschenrechte in Tunesien

    Heute Abend läuft von 20.05 – 21.00 Uhr bei WDR5 das Feature „Tausendundeine Macht – Tunesien und die deutsche Außenpolitik“.

    Auch dem Autor des Features schwebte dieses Bild vor – bis er in Tunis seine Recherche über das politische System begann. Verschwundene Gesprächspartner, abgehörte Telefonate, Polizeibeschattung rund um die Uhr, Anwälte die über systematische Folter berichten, Oppositionelle, die von der Außenwelt abgeschnitten sind, verfolgt, eingeschüchtert und misshandelt werden, standen auf der Tagesordnung. Zusehends entwickelte sich die Reise zum Trip durch das Horrorkabinett einer Diktatur, die unter dem Vorwand, den Islamismus zu bekämpfen, die demokratische Opposition zerschlägt.

    Kann das vielleicht jemand mitschneiden und mir einen Link senden?

    14. November 2005 2
  • : WSIS: Tunesische Repression
    WSIS: Tunesische Repression

    Die Repression der tunesischen Sicherheitsbehörden wird immer sichtbarer. Für heute morgen war im deutschen Goethe-Institut in Tunis ein Treffen mit kritischen tunesischen NGOs geplant. Dies wurde verhindert, indem das Goethe-Institut weiträumig abgesperrt wurde. Durch die Polizeikontrollen kam niemand von der tunesischen Opposition durch. Dabei kam es auch noch zu Übergriffen durch die Polizei. Hier ist ein Augenzeugenbericht von Rikke Frank Joergenson als MP3.

    Dasselbe Bild zeigt sich bei einer Veranstaltung,welche die Heinrich Böll Stiftung für heute geplant hat. Das Treffen sollte ein deutsch-arabischer Austausch werden, und zuerst wurde das gebuchte Hotel „aus Sicherheitsgründen“ gecancelt. Als neuer Treffpunkt wurde das Büro der “Association Tunisienne des Femmes Democrates” vereinbart. Erste Augenzeugenberichte von vor Ort berichten ebenfalls von einer weiträumigen Absperrung durch tunesische Polizei. Wir hatten eben ein Treffenmit dem deutschen Delegationsleiter, Michael Steiner. Er versprach uns zwar Solidarität, aber der Einfluss der EU in Tunesien ist nicht hoch in dieser Frage. Wir werden später trotzdem dorthin fahren und uns die Situation vor Ort ansehen. Die tunesische Organisation hat übrigens seit zwei Wochen kein Telefon und Internet mehr im Büro. Der Zugang wird auf wundersame Weise verhindert. Ihre E‑Mails kommen auch nur noch verkrüppelt an.

    Der „Citizen-Summit“ steht auch immer noch auf wackligen Beinen. Die Organisatoren sind von der EU-Kommission in die EU-Vertretung eingeladen worden, um weitere Schritte zu besprechen. Mehr dazu gibt es auch bei WorldSummit2005.org: Tunisian government obstructs civil society events.

    14. November 2005
  • : WSIS: Die Prepcom 3a ist gestartet
    WSIS: Die Prepcom 3a ist gestartet

    Die Prepcom3a ist ohne uns gestartet. Prepcom ist ein UN-Begriff für eine Vorbereitungskonferenz. Dort sitzen die ganzen Diplomaten und Regierungsvertreter zusammen und einigen sich theoretisch auf strittige Punkte. Da 80% der Gipfelpapiere noch in eckigen Klammern stehen und es dort keine Übereinkunft gegeben hat, müssen die Diplomaten nochmal drei Tage nachsitzen. Nicht gerade unüblich,s cheint auf jedem Weltgipfel so zu sein. Für das Nachsitzen wurden zwei Gruppen gebildet. Das Subcommitee A behandelt den Themenkomplex Internet Governance und Subcommitee B ist für den ganzen Rest zuständig. Verwundert war ich gerade über den Ort, wo die beiden Sitzungen stattfinden.

    13. November 2005
  • : WSIS: Die Regierungsdelegation
    WSIS: Die Regierungsdelegation

    Gerade bin ich endlich mal auf dem WSIS-Gelände angekommen. Endlich, weil der Weg hierher mal wieder mehr als Stress war. Um 10:30h waren wir als zivilgesellschaftliche Vertreter in der deutschen Delegation von den Vertretern der Bundesregierung zu einer Besprechung eingeladen – in deren Hotel. Mit Mühe und Not bekamen wir ein Taxi an unserem Hotel und fuhren zu viert in deren Luxus-Hotel. Dort angekommen wurde uns erklärt, dass sie noch eine halbe Stunde alleine tagen müssten und wir doch bitte draussen warten sollten.

    Wir waren aufgrund der schwierigen Taxisituation schon etwas spät, die weitere Verzögerung gefiel uns gar nicht. Zumal für 12h der Start der Prepcom3a anberaumt war, auf dem WSIS-Gelände. Also erstmal an den Pool gesetzt und als wir dann wieder genervt fahren wollten, wurden wir doch noch reingebeten. Die Konsulatation verlief relativ kurz, der Delegationsleiter wollte uns eigentlich auch nur höflich kurz zu unseren Punkten befragen, etwas kostenlosen Service in Sachen Internet Governance bekommen und dann sollte es auch schon los zum WSIS-Gelände. War eigentlich der Plan und die Vertreter der Bundesregierung hatten sich einen Bus bestellt, uns nicht eingeplant. So standen diese dann vor dem Hotel, um uns herum viele Security-Menschen und uns wurde die Empfehlung gegeben, doch auf den Shuttlebus zu warten, der theoretisch einmal die Stunde da vorbei fährt. Und tschüss, wir sehen uns ja auf der Prepcom wieder.

    Sehr merkwürdig und aus diplomatischen Gründen schreibe ich jetzt nicht wirklich das, was wir dabei dachten. Ein Taxi wollte uns auch niemand bestellen und das Hotel der Bundesregierung lag auch weit ausserhalb. Wir verhandelten mit den Security-Menschen, ob uns jemand ein Taxi vorbeischicken könnte, aber niemand war dazu bereit. So standen wir erstmal am Ausgang und ich machte weitere Fotos, wobei mir beinahe die Kamera abgenommen wurde, als ich ein Hotel-Schild fotografierte. Fotografieren sei verboten, lustigerweise hatte ich in dem Hotel und direkt davor kein Problem, viele Fotos zu schiessen. Irgendwann kam dann ein Taxi, aber nicht für uns.

    Das Ganze war für uns mehr als nervig, erstmal stehen wir unnötig früh auf, fahren zu deren Hotel, werden dann von der Bundesregierung versetzt, sie hören sich von uns mal kurz ein paar Punkte an, die sie nicht wirklich interessieren, dann werden wir an deren Hotel einfach stehen gelassen und niemand hilft uns dort weg. Wir sollten uns an die Strasse stellen und auf ein Taxi warten… Dazu muss man sagen, dass deren Hotel an einer Nebenstrasse steht und dort nicht einfach so Taxis vorbeifahren. Nach 20min kam zum Glück ein Taxi, welches der andere Taxifahrer für uns bestellt hatte. Das konnte uns aber nur weit draussen abliefern, wo wir in einen Shuttlebus umsteigen mussten, welcher wiederum durch mehrere Schleusen fuhr.

    Also den Vormittag für nichts geopfert und grösstenteils blöd in der Gegend rumgestanden. Jetzt weiss ich auch endlich, was es bedeutet, Mitglied in der Regierungsdelegation zu sein: Anscheinend nur reine Beschäftigungstherapie. Da kann ich allerdings auch drauf verzichten.

    Eine weitere tolle Sache ist ja auch noch mit dem Badge verbunden, welches ich heute morgen endlich bekommen habe. Bei der Ausgabe wurden Gutscheine mit vergeben für eine Tasche mit sämtlichen Gipfel-unterlagen und Dokumentationen. Die Badges wurden von jemanden aus der deutschen Botschaft abgeholt. Von der Vertretern der Bundesregierung hat jeder eine solche Tasche mitgebracht bekommen. Wir wurden mal wieder vergessen und dürfen auf Gnade hoffen, dass sich jemand aus der Botschaft darum kümmert, dass wir wenigstens die Gutscheine bekommen um uns die Taschen selbst abzuholen. Ohne Tasche gibt es z.B. keine Karte vom Gelände und die wäre echt hilfreich. Und ohen Gutschein bekommen wir hier gar nichts. Mal schauen, ob jemand reagiert.

    13. November 2005