Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Digital Rides Management?
    Digital Rides Management?

    Digital Restriction Management war gestern. Wer heute richtig innovationshemmende Kopierschutz-Technologien mit etlichen Kollateralschäden für Kultur und Gesellschaft einsetzen möchte, geht am Besten zu Plus. Dort gibts schon den Nachfolger – Digital Rides Management:


    [via Zeitspuk]

    19. Dezember 2005 1
  • : Geschäftspraktiken von Microsoft
    Geschäftspraktiken von Microsoft

    Bei ZDNet findet sich ein längerer Artikel über die wohl üblichen Geschäftspraktiken von Microsoft, wenn Kunden sich öffentlich für Freie Software entscheiden: Geheime Open-Source-Projekte.

    Schweigen zahlt sich aus: Unternehmen machen ihren Wechsel zu Open-Source-Anwendungen oft nicht publik, weil proprietäre Anbieter sie mit Zuckerbrot und Peitsche traktieren. Eine umfassende Recherche von ZDNet.

    19. Dezember 2005 2
  • : Neue OpenSource-CD: Freie Software für Windows
    Neue OpenSource-CD: Freie Software für Windows

    Die OpenSource-CD ist in der Version 4.0 erschienen. Auf dem frei herunterladbaren ISO-Image finden mittlerweile 190 freie Programme für die Windows-Plattform und für alle möglichen Zwecke.

    19. Dezember 2005
  • : Rechtliche Fragestellungen des SonyBMG Rootkit
    Rechtliche Fragestellungen des SonyBMG Rootkit

    Fred von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation kommentiert in Law.com das SonyBMG – Rootkit: Sony BMG’s Copy-Protection Quagmire

    From a legal perspective, the many suits against Sony BMG will raise a welter of questions of first impression for the courts on whose dockets they appear. Whether those courts have an opportunity to rule on all of them may depend on whether Sony BMG opts to seek an early and comprehensive settlement aimed at repairing the damage that already has been done by its ill-considered copy-protection strategy. But irrespective of the outcome in these cases, counsel advising companies that distribute software with their products have been afforded a sneak preview of the kinds of legal actions that can be brought against clients that release defective software into the national marketplace.

    19. Dezember 2005
  • : Podcasts jetzt als separater Feed
    Podcasts jetzt als separater Feed

    Hinweis in eigener Sache: die Podcasts, die hier verbreitet werden, haben ab jetzt eine eigene Kategorie,„Podcast“. Auch bei vereinfachtem Zugriff ist die Verbereitung unser Beiträge und Interviews nach wie vor ausdrücklich erwünscht. Sämtliche Beiträge zum Weltgipfel der Informationsgesellschaft dürfen darüber hinaus auch zu kommerziellen Zwecken unter Quellangabe verwendet werden, mit Namensnennung wie üblich bei Verwendung Creative Commons-lizensierter Inhalte.

    Die unoriginelle Namensfindung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass funktionsmäßig damit folgendes möglich ist: beinahe dedizierte Feeds in den Formaten RSS 2.0 oder wahlweise Atom. (‚Beinahe’ heißt es deshalb, weil wir die Kategorie auch inhaltlich verwenden, und eben nicht nur für Beiträge mit eingebettetem Audio). Der schon von Haus aus empfehlenswerten Software WordPress sind im enclosure dann nur noch die Attribut „Length“ und „Type“ hinzuzufügen. Am Freitag haben wir ca. zwei Dutzend Beiträge rückwirkend mit „Podcast“ getaggt, so etwa bis einschließlich des WSIS. Am seither gestiegenen Traffic können wir verfolgen, dass die Idee gut ankommt.

    [Danke Tim für die Anregung!]

    18. Dezember 2005 3
  • : Podcasting: 22c3 Interview
    Podcasting: 22c3 Interview

    Vom 27. – 30. Dezember findet in Berlin der Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs statt. Mittlerweile gibt es ein volles Programm mit ca. 150 Voträgen. Viele davon decken das Themenfeld dieses Blogs ab. Ich habe ein ca. 20min Interview mit Tim Pritlove gemacht, der seit Jahren federführend den Congress mitorganisiert. Das Interview gibt es wahlweise als OGG oder als MP3.

    16. Dezember 2005
  • : Wählerregistrierung per Fingerabdruck im Kongo
    Wählerregistrierung per Fingerabdruck im Kongo

    Um Wahlmanipulationen durch doppelte Stimmabgabe zu verhindern, lieferte NEC biometrische Komponenten für eine Wählerregistrierungslösung basierend auf Fingerabdruckerkennungssystemen. Zur Identifizierung der Wähler wurden innerhalb von acht Wochen 10.000 Enrolment-Kits und Servicepersonal in den Kongo geschickt. Bei der Wahl zur zukünftigen Verfassung werden dabei zwei Fingerabdrücke von den über 24 Millionen Wahlberechtigen registriert und gespeichert.

    15. Dezember 2005 2
  • : Die elektronische Gesundheitskarte
    Die elektronische Gesundheitskarte

    Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF) hat einen Reader zur elektronischen Gesundheitskarte veröffentlicht. Darin finden sich viele Informationen zu der eingesetzten Technik, dem Datenschutz und was auf die Patienten zu kommen wird. Derzeit gibt es hier einen provisorischen Download.

    15. Dezember 2005 3
  • : BBC: Zeitgeschichte remixen
    BBC: Zeitgeschichte remixen

    Die BBC hat im Rahmen ihrer Creative-Archive Initiative die ersten 80 Videos online gestellt. Diese Werke der Zeitgeschichte können nicht nur angeschaut werden, sondern es wird explizit eingeladen, diese in eigenen Werken zu remixen. Ein Ziel der Pilot-Aktion ist es, Erkenntnisse zu sammeln, wie die Freigabe der Videos Kreativität entfaltet. Basis der Freigabe ist eine spezielle Creative Commons Lizenz, die Creative Archive Licence. Alle Videos liegen im MPEG1, Quicktime und WMV-Format vor. Leider gibt es eine IP-Abfrage und die Contents dürfen aus lizenzrechtlichen Gründen nur von UK-Bürgern heruntergeladen werden.

    Kennt vielleicht jemand einen Proxy in Grossbritanien, den man nutzen könnte, um auf das Archiv zuzugreifen?

    Update:

    Sich virtuell als BürgerIn des Vereinigten Königreiches auszugeben ist ganz einfach: Mensch gibt in den Einstellungen seines Browser oder Betriebsystems als Proxy für HTTP-Verbindungen einen in der UK stehenden an. Auflistungen von Proxy-Servern in aller Welt lassen sich leicht mit Google finden. So kommt Mensch etwa auf die Seite samair.ru und bekommt beispielsweise den Proxy 62.17.22.24:8080 62.7.244.105:80 empfohlen.

    [Danke an Wetter für die kurze Recherche]

    15. Dezember 2005 8
  • : Live aus Hongkong von der WTO-Konferenz
    Live aus Hongkong von der WTO-Konferenz

    In Hongkong findet gerade die WTO-Konferenz statt. Der EED und WEED haben in Zusammenarbeit mit KanalB ein Videoblog namens radiohongkong.de aufgesetzt und berichten über die Konferenz und die Proteste. Und Telepolis berichtet über die Seite: WTO-Watch fürs deutsche Publikum.

    15. Dezember 2005 2
  • : Vorratsdatenspeicherung hacken
    Vorratsdatenspeicherung hacken

    Anfang September hatte ich schon mal über „10 Wege, eine Vorratsdatenspeicherung zu umgehen“ geschrieben. Da sie jetzt definitiv kommen wird, kann ich den dazu passenden Artikel von Brenno de Winter aus den Niederlanden und meinen alten Beitrag dazu nur empfehlen. Brenno de Winter wird auch auf dem 22. Chaos Communication Congress über dieses Thema („Hacking Data Retention“) sprechen.

    15. Dezember 2005 1
  • : Europaparlament beschliesst Vorratsdatenspeicherung
    Europaparlament beschliesst Vorratsdatenspeicherung

    Soeben hat das Europaparlament die Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie mit 378 Stimmen beschlossen. 197 Abgeordnete stimmten dagegen bei 30 Enthaltungen. Damit ist leider der Weg frei für eine flächendeckende Überwachungsinfrastruktur in Europa, die 450 Millionen Bürger unter Generalverdacht stellt. Jetzt kann man nur noch auf die Gerichte hoffen und die Politiker bei den nächsten Wahlen zur Verantwortung ziehen.

    Was bekommen wir jetzt?

    * Auf jeden Fall eine Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikations- und Internetverbindungsdaten
    * Entgegen dem Anliegen keine Harmonisierung der Speicherdauer. Eigentlich sollen die Daten zwischen 6 und 24 Monaten aufbewahrt werden, aber länger ist erlaubt, da Polen mindestens 15 Jahre alles speichern möchte.
    * Keine Harmonisierung bei der Entschädigung der entstandenen Kosten für die Umsetzung der Richtlinie
    * Es wurde keine Beschränkung auf Terrorismus und Organisiertes Verbrechen festgelegt, sondern allgemein auf „schwere Straftaten“. Nationale Gesetze sollen hierfür die Grundlage bieten, was eine „schwere Straftat“ ist. Wieder keine Harmonisierung.
    * Nicht zustande gekommene Telefonanrufe werden trotzdem gespeichert
    * Es gab keine unabhängige Evaluation, dass diese invasive Massnahme überhaupt was bringt.
    * Es wurden keine Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien in die Richtlinie integriert

    Und in der europäischen Union wird sowas als Harmonisierung verkauft?

    Update: Wer sich dafür interessiert, welcher Abgeordnete für welche Änderungsanträge gestimmt hat, wird hier fündig. Kleiner Tip: Die Farbe „Grün“ sind die „Guten“. Die Farbe „Rot“ steht für alle, die der „Kompromisslinie“ zugestimmt haben.

    14. Dezember 2005 54
  • : Berichterstattung zur Vorratsdatenspeicherung
    Berichterstattung zur Vorratsdatenspeicherung

    Eine sehr schöne Übersicht über das komplexe Thema hat gestern Abend tagesschau.de veröffentlicht: Wer will was speichern und warum? Dazu gibt dort auch noch den Artikel „EU-Parlament entscheidet über Überwachung“ zu finden.
    Eu-Observer: Arguments continue on eve of data retention D‑day
    Heise: Analysen zur Vorratspeicherung von TK-Verbindungsdaten stehen noch aus
    Heise: EU-Parlament beschließt massive Überwachung der Telekommunikation
    tagesschau.de: Telefondaten dürfen zwei Jahre gespeichert werden
    Futurezone: EU-weite Datenspeicherpflicht ist fix
    Golem: Europa-Parlament für Vorratsdatenspeicherung
    Netzeitung: EU-Parlament beschließt Datenspeicherung
    Spiegel-Online hat einen Artikel von AP übernommen: EU-Parlament billigt Speicherung Verwundert lese ich darin:

    Der deutsche Europa-Abgeordnete Alexander Nuno Alvaro von der FDP teilte mit, dass er 58.000 Unterschriften gegen die Vorratsdatenhaltung gesammelt habe.

    Die Unterschriften wurden von der Kampagne „Data Retention is no Solution“ gesammelt und Alvaro und anderen Abgeordneten übergeben. Was ein kleiner Unterschied ist.

    de.internet.com: EU-Parlament stimmt Vorratsdatenspeicherung in vollem Umfang zu

    ULD Schleswig Holstein: EU-Parlament entscheidet sich mehrheitlich für eine überwachte Informationsgesellschaft

    Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, Dr. Thilo Weichert kommentiert das Ergebnis so:

    „Im Vorfeld der Parlamentsentscheidung haben Kritiker bei der Vorratsspeicherung von TK-Verkehrsdaten Vergleiche mit Hitler und Stalin angestellt. Dies trifft nicht zu: Hitlers und Stalins Machtausübung basierte vor allem auf staatlicher Gewalt. Die neue europäische Überwachung zielt ausschließlich auf die Köpfe der Menschen: Jede und jeder soll und muss wissen, dass jeder Kontakt per Telefon, Fax, Mobilfunk, SMS oder Email, jede Nutzung des Internet langfristig gespeichert wird. Die Polizei wird hierauf Zugriff haben. Leugnen hilft nichts. Was als präventive Terrorismusbekämpfung beschlossen wurde, ist nichts anderes als die Bekämpfung der freien Kommunikation. Menschen werden aus Angst vor diese Überwachung ihre Kommunikation beschränken. Dies ist ein Bärendienst für die expandierende Kommunikationswirtschaft. Das Telekommunikationsgeheimnis wird zur polizeilich disponiblen Masse reduziert. Ich befürchte, die Parlamentarier wussten nicht, was sie hier anrichten. Kurzsichtige Sachzwänge haben einen ‚Kompromiss’ zustande gebracht, der eine Kapitulation der Freiheitsrechte vor vermeintlichen Sicherheitsbelangen darstellt. …“

    Zeit: Alle unter Verdacht
    SZ: Das große Speichern
    BBC: EU approves data retention rules
    Heise: Vorratsspeicherung von TK-Daten: „Privatsphäre wird zum Luxusgut“
    Taz: Der Antiterrorkampf beginnt am Telefon

    14. Dezember 2005 1
  • : Vorratsdatenspeicherung: Live-Stream von der Abstimmung
    Vorratsdatenspeicherung: Live-Stream von der Abstimmung

    Gerade läuft die Abstimmung zur Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie im Europaparlament. Selbst hierfür gibt es im modernen Medienzeitalter einen Live-Stream. Falls der nicht klappt, bietet sich sogar eine Alternative an. Die Abstimmung soll um 12:30h vorbei sein.

    Update: Alexander Alvaro hat gerade seinen Bericht zurück gezogen, weil er nicht mehr mit seinem Namen hinter der Entscheidung stehen kann. Im Moment sieht es aber eher schlecht aus, ein Block von ca. 200 Stimmen steht einem Block der „grossen Koalition“ mit ca. 400 Stimmen gegenüber. Vielleicht gibt es ja später noch Überraschungen bei einzelnen Änderungsanträgen.

    Nochmal Update: Jetzt gibt es schon einen Mitschnitt der Abstimmung. Derzeit leider nur im WMV-Format (1 / 2 / 3).

    14. Dezember 2005
  • : Mitschnitt Vorratsdatenspeicherungs-Debatte im EP
    Mitschnitt Vorratsdatenspeicherungs-Debatte im EP

    Hier finden sich Ogg-Files der heutigen Debatte rund um die Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie im Europaparlament.

    Update: Eine Zusammenfassung findet sich bei Heise: Lebhafte Debatte im EU-Parlament über Ausdehnung der Telekommunikationsüberwachung.

    13. Dezember 2005
  • : Gegeneinander statt miteinander
    Gegeneinander statt miteinander

    In der einen Ecke der Titelverteidiger aus Deutschland und in der anderen Ecke der Herausforderer aus den USA. Beide haben gut trainiert und bringen ein stattliches Kampfgewicht auf die Waage. Ladies and Gentlemen, let’s get ready to rumble.

    So oder so ähnlich kommt es mir vor, wenn ich in den Nachrichten Meldungen über KDE und GNOME lese. Ich bekomme dabei den Eindruck, dass man dem Kampf mit dem wirklich starken Boxer (Marktanteil auf dem Desktop über 90%, wer kann das denn sein?) aus dem Weg geht und statt dessen, sich lieber gegenseitig die Köpfe einschlägt. Ist ja auch viel einfacher! Obwohl ich zugeben muss, dass die KDE-Entwickler hier sehr viel zurückhaltender agieren, sozusagen kooperativ. Vielleicht ist das unterschiedlichen Philosophien geschuldet, GNOME ist traditionell US-zentriert und tritt somit nach der vorherrschenden US-Marketingmeinung sehr aggressiv auf. KDE ist da eher ruhiger.

    Nachdem in letzter Zeit vor allem GNOME Schlagzeilen durch Unterstützung von US-Softwarefirmen machte, bekam
    in der letzten Woche dieser Kampf durch eine Stellungnahme von Linus Torvalds für KDE neue Munition:

    I personally just encourage people to switch to KDE.

    This „users are idiots, and are confused by functionality“ mentality of
    Gnome is a disease. If you think your users are idiots, only idiots will
    use it. I don’t use Gnome, because in striving to be simple, it has long
    since reached the point where it simply doesn’t do what I need it to do.

    Please, just tell people to use KDE.

    Ich muss sagen: Er hat recht! Jedenfalls für den Nutzer Linus Torvalds und viele weitere Nutzer weltweit, mich eingeschlossen. Linus hat hier seine Meinung kundgetan und man muss ihm hier das selbe Recht auf Meinungsäußerung zugestehen, das führende GNOME-Entwicklern gerne auch für sich in Anspruch nehmen.

    Ich erinnere mich noch gut an den Linux-Kongress 1998 in Köln. Miguel de Icaza hielt damals eine flammende Rede für GNOME, in dem er hart KDE angriff. Vor allem seine Argumente (real hacker don’t like c++, i don’t like c++. that’s the reason we choose plain c) waren spitz und pointiert, nur überzeugen konnten sie mich nicht. Besonders die angebliche Lizenzproblematik von KDE habe ich nie verstanden, vorallem nicht seit die qt-Library unter der GPL lizenziert wird. Verwundert lese ich in letzter Zeit vermehrt in Foren, dass dies genau ein Problem von KDE ist, denn Qt ist unter der GPL lizenziert und könne somit nicht als Grundlage von proprietárer Software benutzt werden, was den Gedanken Freier Software nicht so gut entsprechen würde wie die Lizenzen von GNOME.

    Ich stelle hier mal die provokante Gegenthese auf: „Die Lizenz von KDE/Qt transportiert den Gedanken Freier Software besser als die Lizenzen von GNOME!“

    Wie komme ich zu dieser These und vorallem wie beweise kann man sie belegen? Zuerst muss festgehalten werden, dass sowohl KDE als auch GNOME unter Freien Lizenzen stehen. Beide also Freie Software sind. Auf dieser Ebene gibt es also keine Unterschiede in Bezug auf Freie Software. Was ist nun mit proprietärer Software auf Basis von KDE und GNOME. Auch hier die ernüchternde Feststellung: Proprietäre Produkte auf Basis von KDE und GNOME sind möglich. Auch hier keinen Unterschied? Doch GNOME erlaubt parasitäre proprietäre Programme, KDE nicht. Ist das ein Problem? Meiner Meinung nach schon, aber in erster Linie für GNOME und in zweiter Linie für Freie Software!

    Parasitäre proprietäre Programme sind Programme, die keine Freie Software sind, aber Freie Software-Projekte parasitär ausnutzen, also von den Programmierleistungen dieser Projekte partizipieren, ohne etwas zurückzugeben. KDE erlaubt ebenfalls die Erstellung von proprietären KDE-Programmen, allerdings mit einem gewaltigen Unterschied. Jedes proprietäre Programm braucht eine kommerzielle Lizenz der Qt-Library. Das ist fair und ganz im Sinne Freier Software. Wenn jemand eine proprietäre Software entwickelt, dann soll er bitte schön gar nicht, oder nur mit Geld von Freier Software partizipieren dürfen. Und das eingenomme Geld kann benutzt werden Freie Software weiterzuentwickeln. Sowas kann es nicht geben? KDE/Qt und MySQL zeigen, dass das zurzeit so klappt.

    Somit komme ich wieder zu meiner These: „KDE ist besser für Freie Software als GNOME, da es parasitäre proprietäre Software wirkungsvoll verhindert.“

    Obwohl ich in eigentlich überzeugt bin, dass es besser wäre miteinder für Freie Software zu kämpfen, als gegeneinander.

    13. Dezember 2005 12
  • : Data Retention – Abstimmung morgen um 11:30
    Data Retention – Abstimmung morgen um 11:30

    Die Debatte im Europaparlament jetzt vorbei. Ich habe gerade die letzten Minuten gehört.
    Zum Abschluss noch sehr dreist der britische Innenminister Charles Clarke: „Es gab Stimmen, die gesagt haben, dies werde einen Polizeistaat schaffen. Es ist genau das Gegenteil eines Polizeistaates!“ Mein Kommentar: Fragt mal die Kollegen von Privacy International aus London…
    Für die USA, die gerade die Verlängerung einiger sehr weitreichender Klauseln im PATRIOT Act diskutieren und wo das FBI und die Geheimdienste massive Befugnisse (Zugriff auf private Daten ohne Richterbeschluss, geheime Hausdurchsuchungen, …) bekommen haben, war Data Retention übrigens nie ein Thema. Die kommen offenbar mit dem auch hierzulande schon möglichen „quick freeze“-Verfahren bei einzelnen konkreten Verdächtigen gut zurecht.
    Sehr ironisch auch die Tagesordnung im EP: Direkt im Anschluss begann die Debatte über den Bericht des Menschenrechtsrates der EU.

    Die Abstimmung zu Data Retention ist morgen um 11:30h. Zeit, noch ein paar Abgeordnete anzurufen!

    13. Dezember 2005 2
  • : Live-Webcast aus dem EP: Vorratsdatenspeicherung
    Live-Webcast aus dem EP: Vorratsdatenspeicherung

    Gerade läuft die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung im Europaparlament. Diese kann man live im Netz verfolgen, man braucht allerdings einen Real Player.

    Heute sind auch einige Artikel erschienen:

    Heise: EU-Kommission begrüßt Einigung bei der Vorratsspeicherung von TK-Daten
    Heise: „Last Minute“-Lobbying gegen Verschärfung der Telekommunikationsüberwachung
    SZ: 450 Millionen Menschen im Fadenkreuz
    Futurezone: WKÖ gegen Datenspeicherpflicht

    Update: Die Abtimmung ist morgen, Mittwoch, um 11:30h in Strassburg. Es bleibt noch etwas Zeit.

    13. Dezember 2005
  • : Heute ist Dean Gray Tuesday
    Heute ist Dean Gray Tuesday

    Heute ist Dean Gray Tuesday. Und zwar soll mit diesem Tag auf ein nicht-kommerzielles Mash-Up Album namens „American Edit“ aufmerksam gemacht werden, welches wegen fehlender Rechte von Warner Brothers zensiert werden soll. Mash-Ups sind Remixe, dieses Album ist ein Remix des Green Day – Werkes „American Idiot“. Vorbild der Aktion ist der Grey Tuesday, der vor einiger Zeit Aufmerksamkeit auf das Mash-Up-Werk „Grey Album“ von Danger Mouse geworfen hat. Mehr Informationen dazu bieten BoingBoing und Downhill Battle.

    Und das Album klingt echt cool! Aber ich steh auch auf gut gemachte Remixe.

    13. Dezember 2005
  • : Interview: Blogger verändern die Meinungsbildung
    Interview: Blogger verändern die Meinungsbildung

    Die Netzeitung hat den US-amerikanischen Politologen und Blogger Daniel W. Drezner interviewed. Natürlich zu Blogs. Herausgekommen ist ein interessantes Interview: «Blogger verändern die Meinungsbildung».

    Netzeitung: Aber generell glauben Sie, dass das Bloggen einen demokratisierenden Effekt hat?

    Drezner: Ja, Blogs macht die Gesellschaft demokratischer. Sie haben die Eintrittsbarrieren gesenkt. Es wird immer Ungleichheiten geben, die werden aber von Blogs reduziert. Sie tragen zu einer Egalisierung der Gesellschaft bei. Das hängt mit einer sehr interessanten Debatte über Blogs und Öffentlichkeit zusammen.

    13. Dezember 2005