Demokratie
Digitale Demokratie, politische Kommunikation, e‑Government, Wahlen & Wahlkampf, Lobbyismus, Campaigning, soziale Bewegungen & Protest.
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: Neue Version: Handbook for Bloggers and Cyber-Dissidents
: Neue Version: Handbook for Bloggers and Cyber-Dissidents
Im Rahmen des internationalen Tages für Meinungsfreiheit hat die internationale Sektion von Reporter ohne Grenzen eine Neuauflage des „Handbook for Bloggers and Cyber-Dissidents“ veröffentlicht. Hier ist das PDF. Die Idee hinter dem Projekt ist, Bloggern und kritischen Menschen vor allem in nicht-demokratischen Staaten einen Leitfaden in die Hand zu geben, wie man Blogs als Werkzeuge für mehr Meinungsfreiheit nutzen kann. Ausführlich werden Wege aufgezeigt, wie man Internetzensur-Technologien umgehen kann und welche Möglichkeiten es gibt, anonym zu kommunizieren und vor allem zu bloggen. Gleichzeitig gibt es auch einsteigerfreundliche Anleitungen, wo und wie man sich Blogs einrichten kann. Ein Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe wie Trackbacks. Das Handbuch ist eine Neuauflage von 2005. Damals war auch ein kleiner Beitrag von mir mit aufgenommen worden. Und auch dieses Mal gibt es einige praktische Beispiele, wie in unterschiedlichen Staaten Blogs als Werkzeug für mehr Meinungsfreiheit genutzt werden.Abgerundet wird das 80-seitige englischsprachige Handbuch durch die „2008 GOLDEN SCISSORS OF CYBER-CHAMPIONSHIP“. Im goldenen Olympiajahr werden Auszeichnungen an Staaten vergeben, die sich besonders Mühe beim Abbau von Meinungsfreiheit im Internet geben.
Most of the world’s authoritarian regimes are trying to control what their citizens read and do online. They’re getter better and better at blocking “objectionable” material, usually with technology bought from US firms. China is far and away the world champion. But it’s felt the heat of competition in recent years. Each country in this far from complete list has its own style and tactics but they all have one purpose, to keep ahead of the game.
Der grosse Gewinner ist China. Die Kategorie für die besten Razzien geht an Iran, die grösste Unterstützerrolle gewinnt Yahoo, Simbawne ist der beste Newcomer, Saudi-Arabien setzt sich in der Kategorie „Beste Filter“ durch, Vietnam dafür bei der „Besten Zensur“ und das „beste Set“ geht an Kuba, da es dort kaum nternetzugang gibt,w a shervorragende Möglichkeiten zur Kontrolle schafft. Warum, wird in dem Handbuch beschrieben.
Ich weiss nicht, ob wieder eine Übersetzung in mehrere Sprachen gelant ist wie bei der 2005er-Ausgabe. Aber damals war es gewünscht, dass man das PDF auf der eigenen Seite hostet und den Namen noch etwas abändert, um die eher „dummen“ Zensursysteme, die auf URL-Filterung aufbauen, zu umgehen. Daher hab ich es mal gespiegelt.
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: Visualisierung der politischen US-Blogosphäre: PresidentialWatch08
: Visualisierung der politischen US-Blogosphäre: PresidentialWatch08 Cooles Tool zur Visualisierung der politischen US-Blogosphäre: PresidentialWatch08.

Man kann sich auch nette Trend-Berichte mit Graphen anzeigen lassen, welche Kandidaten zu welchem Zeitpunkt besondere Aufmerksmakeit in Blogs erhalten haben.
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: Videoclip: Vorratsdatenspeicherung kurz erklärt
: Videoclip: Vorratsdatenspeicherung kurz erklärt Ein Videoclip vom AK-VDS über die Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung:
Gibt es hier als MP4.
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: Petition für offene Standards in der EU
: Petition für offene Standards in der EU Auf openparliament.eu kann man eine Petition für offene Standards unterschreiben. Der gesamte Petitionstext ist in fünf Sprachen online nachzulesen. Es geht u.a. um ODF und freie Formate für Onlinemedien, und Beispiele sind Extremadura in Spanien und die Niederlande (PDF-Link).
We believe that the current situation, where the European Parliament’s ICT runs on proprietary operating systems and on software that is not interoperable with that of other vendors, where therefore citizens and stakeholder groups wishing to participate in the legislative process are forced to use the products of a single company, is in conflict with the first article of Chapter 1 in the Treaty of the European Union, which stipulates that “…decisions are taken with the greatest possible respect for openness and as near as possible to the citizens.”
A clear and simple example of this is the live web streaming from the European Parliament’s plenary sessions, a service aimed at improving insight into the democratic process, which is currently only available to those using Microsoft’s MediaPlayer. We have also understood that Members of the European Parliament are unable to access documents sent to them in formats adhering to Open Standards, including the ISO standard for electronic office documents, the Open Document Format (ODF) – the primary format for an ecosystem of office productivity applications.
The situation also has implications for competition. EU Public procurement laws are based on the principles of transparency and non-discrimination (Article 23 (8) of Directive 2004/18/EC), yet the lock-in of the European Parliament’s ICT to systems based on proprietary, closed formats means that the European Parliament is dependent on a single vendor and that companies cannot freely compete on merit to provide applications and services.
The European Parliament has recently endorsed texts that mandate the compatibility and interoperability of systems in policy fields such as rail transport and satellite radionavigation. The European Parliament clearly recognises the role of interoperability in promoting innovation and competition, and on improving user choice, while reducing technological and industrial risks as well as dependencies. We are confident that once the Parliament has taken the above into consideration, it will take action to improve interoperability between citizens and governments by moving its ICT systems to ones that are based on Open Standards.
Ich hab schon unterzeichnet, wie bisher 555 andere auch.
Update: Jetzt gibts auch die offizielle Pressemitteilung dazu. Und der Zählerstand steht bereits bei 661 Unterzeichnenden.
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: Wahlcomputer: Veranstaltung in Berlin, Freitag, 19:30
: Wahlcomputer: Veranstaltung in Berlin, Freitag, 19:30 (im newthinking store, Berlin Mitte, mit Frank Rieger vom CCC)
Schon einige Zeit begleiten die Nachrichten über die Probleme von Wahlcomputern dieses Blog, eine Suche nach „Wahlcomputer“ liefert fast 10 Seiten Treffer:
Der erste ist vom 21. August 2005: Da schreibt die FAZ über Wahlcomputer bei der Buntestagswahl. Eine Suche nach „Wahlmaschinen“ liefert sogar Treffer vom 3. November 2004, dort ging es um die Präsidentschaftswahlen in den usa – und natürlich um die Probleme mit den Computern vor Ort. (War das nicht sogar die Wahl, wo noch „im Speicher hinten rechts“ noch ein paar Stimmen für Bush auftauchten, die die Wahl entschieden?)
Die nächsten Einträge handeln zunächst von der Bundestagswahl 2005 – die wenigsten wussten zu der Zeit um den Einsatz von Wahlcomputern in Deutschland (der Wahleinspruch von Ulrich Wiesner ist inzwischen als Wahlprüfungsbeschwerde beim BVerG angelangt; siehe Punkt 17.)
Es folgen unterschiedliche Meldungen aus den usa und die ersten Forderungen nach Internet(!)wahlen. In Deutschland gibt es im Sommer 2006 eine erste Stellungnahme des Innenministeriums: Elektronische Wahlgeräte seien „hinreichend manipulationssicher“. Andreas Bogk sah sich diese etwas genauer an. Lustig. Etwas später machen wir einen Netzpolitik-Podcast mit Andreas – er ist immer noch aktuell und bietet einen kurzen Überblick bzw. einen guten Einstieg ins Thema. Ende des Sommers knackt der CCC zusammen mit der holländischen Initiative “Wir vertrauen Wahlcomputern nicht” einen Nedap, es folgt ein ausführlicher Prüfbericht und später in Deutschland die Petition gegen Wahlcomputer sowie die erste CCC-Wahlbeoachtung in Cottbus. Es wird Herbst, und wir berichten vom ersten kleinen Sieg: In Holland (dort wurde inzwischen flächendeckend mit Computern gewählt) werden Wahlcomputer in einzelnen Städten wieder abgeschafft – seit dem Sommer 2007 wählt dann ganz Holland wieder auf Papier.Mal sehen wie es in Deutschland weitergeht. Aber die Zahlreichen Wahlbeobachtungen bewiesen, dass die hochgelobten „Sicheren Umgebungen“ der Wahlcomputer keineswegs eingehalten werden – und es keinerlei haltbaren Gründe für, dabei aber einen riesen Haufen Gründe gegen Wahlcomputer gibt.
Am Freitag, den 07. März kann man zusammen mit Frank Rieger vom ccc überlegen, wie es weitergeht oder einfach nur hören, wie der aktuelle Stand ist.
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: Chaos Computer Club: Wie erwartet erhebliche Probleme bei bayerischer Computer-Stimmenzählung
: Chaos Computer Club: Wie erwartet erhebliche Probleme bei bayerischer Computer-Stimmenzählung Am Sonntag waren Kommunalwahlen in Bayern (wie wir schon wissen). Nicht nur die Wahlhelfer – sogar wählbare Kandidaten durften ihre eigenen Computer mitbringen! Und falls sie das Passwort vergessen hatten: Kein Problem! Denn es liegt offen rum – und wenn nicht, kommt man mit den üblichen Kombinationen schon weit genug: „123456 – Bin ich drin?“.
Der Sprecher des CCC, Dirk Engling, fasste die Beobachtungen zusammen: „Die Auszählung von Stimmen mit Barcode und Computer bringt in der Praxis keine Vorteile, die in irgendeinem Verhältnis zu den Risiken von Fehlern und Manipulationen stehen. Theoretisch gibt es hier zum Nachzählen zwar noch Papierzettel, in der Praxis wird den Ergebnissen der intransparenten und äußerst unzulänglichen Zählprogramme aber vertraut.“
In der Gemeinde Unterschleißheim etwa wurde einer SPD-Kandidatin auf dem Wahlzettel der gleiche Barcode zugeteilt, wie ihrem Konkurrenten von der CSU. […]
Die Wahlhelfer waren mit der Bedienung des Systems vielfach überfordert: Die versprochene sorgfältige Überprüfung der Stimmenerfassung wurde in den meisten Fällen nicht durchgeführt. […]
Im Landkreis Bad Tölz wurden zu allem Überfluss Wahlzettel auf grünem Papier verwendet, die durch mangelnden Kontrast zu einer sehr schlechten Barcode-Erkennung führten. Somit musste der Barcode jedes Kandidaten mehrfach abgestrichen werden.
„Die Vorkommnisse bei der bayerischen Auszählung sind der Super-GAU für diese Systeme. Insbesondere das Vertrauen in die Barcode-Auszählung ist damit komplett ruiniert“, kritisierte CCC-Sprecher Dirk Engling die blinde Technikgläubigkeit der bayerischen Kommunen.
Quelle und weiterführende Links.
Alle öffentlichen Berichte auf http://wahlbeobachtr.de/ – wer noch weiteres zu berichten weiss: bitte an bayernwahl[at]ruebezahl.cc
Ausserdem: Am Freitag um 19 Uhr im Store in Berlin Mitte:
„Wahlcomputer – eine Zwischenbilanz“ – Frank Rieger vom CCC erklärt, warum sogar Hacker manchmal keine Computer mögen. -
: Wahlbeobachtung in Bayern: Berichte
: Wahlbeobachtung in Bayern: Berichte In einigen (oder allen?) Gemeinden wurde bei der gestrigen Bayerischen Kommunalwahl mit Barcode-Scannern und Auszählungs-Software gearbeitet. Die Stimmzettel sind zwar wie gehabt auf Papier, aber die Ermittlung der Ergebnisse fand teilweise mit dieser technischen „Hilfe“ statt. Dazu gab es bereits im Vorfeld Kritik und Diskussionen. Der CCC Regensburg hat einige Informationen dazu zusammengetragen.
Einen ausführlichen Bericht von der gestrigen Wahl gibt es jetzt aus Kleinaitingen. Unter anderem gab es große Probleme mit dem Datenabgleich von den drei verwendeten Computern:
Als es dem Ende zuging wurde noch ein dritter Rechner, ein Laptop aus der Gemeinde, zur Hilfe herangezogen.
Dieser Laptop war übrigens auch überhaupt nicht überprüft worden, sondern lag offenbar gerade irgendwo rum.
Diese Entscheidung war wohl ein Fehler. Man war zwar nun etwa 2–3 Stunden frueher fertig, aber es ergab sich am Ende folgende Problematik: die Auszaehlung war auf 3 Rechner verteilt, es wurden also Teilergebnisse ermittelt. Die Software sollte dies eigentlich einwandfrei erledigen. Man importiert am Ende an einem Rechner alle anderen Teilzaehlungen und laesst sie aufsummieren. Nun, am Ende hatte man 532 Waehler und somit 532 abgegebene Wahlzettel, jedoch gab der Computer nur 509 abgegebene Wahlzettel aus.
Fazit:
Die Zeitersparnis ist erst bei einer gewissen Menge an Waehlern und einem grossen Wahlzettel zu erkennen. Dennoch sehe ich eindeutige Probleme mit der Software und der Bedienung.
Auch die an der Auszählung Beteiligten sehen das offenbar nun so:
War zu Beginn noch ein Grossteil sehr optimistisch, kam es mir gegen Ende vor, als würde man doch eher das alte System bevorzugen.
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: Twister zum Bundestrojaner-Urteil
: Twister zum Bundestrojaner-Urteil Twister schreibt im Telepolis-Blog darüber, wie es so ist, wenn man als Erstbeschwerdeführerin in Karlsruhe plötzlich an der Geburt eines neuen Grundrechts beteiligt war. Sehr persönlich und gerade darum lesenswert.
Während eines durchaus netten Abends fragte mich jemand warum ich dies alles überhaupt tun würde. (…) Ich konnte nur sagen, dass es mir einfach sehr wichtig ist, dass manche Dinge einfach nicht sein dürfen und dass es manchmal auch Menschen geben muss, die was tun. Einfach so. Weil manche Dinge getan werden müssen wie ich finde. Und weil ich daran glaube, dass es ab und an nur Leute geben muss, die sagen „jepp, wir machen das“ damit andere sagen „ich helfe“. Denn der eine ist vom anderen abhängig. Ohne die vielen Helfer wäre ich Nichts, aber vielleicht benötigen die Helfer eben auch jemanden wie mich, wie padeluun, wie Patrick Breyer, wie Herrn Baum oder Herrn Hirsch etc, die sagen „ich fange an“.
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: EU-Kampagne: Sound Copyright
: EU-Kampagne: Sound Copyright Die Electronic Frontier Foundation und die britische Open Rights Group haben mit „Sound Copyright“ eine EU-weite Kampagne gegen die Ausweitung von Urheberrechtslaufzeiten gestartet. Zentrales Element ist eine Petition, die man unterschreiben kann. Praktischerweise gibt es dazu auch einen deutschsprachigen Text: Lassen sie die EU wissen: das Urheberrecht soll harmonisch bleiben!
Hier gibt es mehr Informationen zur Verlängerung des urheberrechtlichen Schutzes.
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: 34.443 Verfassungsbeschwerden gegen die Vorratsdatenspeicherung
: 34.443 Verfassungsbeschwerden gegen die Vorratsdatenspeicherung … sind jetzt auf dem Weg nach Karlsruhe. Das sind insgesamt 12 Umzugskartons mit Vollmachten und dem 331 Seiten langen Schriftsatz, der diese Klagen an die Klagen der acht Erstbeschwerdeführer vom 31.12.2007 „anhängt“. Das alles wird am Vormittag dem Verfassungsgericht übergeben werden. Die Berliner Aktiven des AK Vorratsdatenspeicherung haben die letzten Tage noch heftige Arbeit bei der Erfassung geleistet und unter anderem einen Hochleistungsscanner angemietet, damit das auch alles bei Rechtsanwalt Starostik weiterhin vorliegt für das weitere Verfahren. Dort steht ja im März die Entscheidung darüber an, ob die Vorratsdatenspeicherung schon vorläufig ausgesetzt wird.
Anlässlich der Übergabe veranstaltet der AK Vorrat in Karlsruhe um 11:00 Uhr eine Kunstaktion am Platz der Grundrechte. Es haben sich auch schon einige Presseteams angekündigt, also schaut mal im Laufe des Tages die Nachrichten.
Da solche juristischen Aktivitäten natürlich nicht ausreichen, hier nochmal der Hinweis auf die nächste hoffentlich große Demo gegen Überwachung, diesmal im Westen Deutschlands, nämlich in Köln am 15. März.
Dieses Bild verdeutlicht etwas den Aufwand:

(Quelle: AK-VDS) -
: Die Entscheidung: Online-Durchsuchung beim Bundesverfassungsgericht
: Die Entscheidung: Online-Durchsuchung beim Bundesverfassungsgericht Das Bundesverfassungsgericht verkündet heute in Karlsruhe das Urteil zur Online-Durchsuchung in NRW. Wir dokumentieren hier über den Tag verteilt die Reaktionen, Berichterstattung und Ereignisse rund um die Entscheidung. Dieser Artikel wird daher regelmässig aktualisiert und erweitert.
Auf weitere Quellen kann gerne in den Kommentaren hingewiesen werden.
Live aus Karlsruhe:
Pünktlich beginnt die Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgericht. Der Phoenix-Livestream funktioniert ausnahmsweise mal problemlos. Erstmal werden ein paar Minuten lang alle Beteiligten aufgezählt und geschaut, ob sie im Raum sind. Fertig. Jetzt gehts zur Verkündung des Urteils: Das Gesetz ist mit dem Grundgesetz unvereinbar und nichtig.
Kurzzusammenfassung: Die NRW-Regierung hat grosse Scheisse gebaut mit dem Gesetz, was hier auseinander genommen wurde.
Begründung:
„Neues „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität von Informationssystemen“!
Ist leider nicht schrankenlos. Insofern ist der Weg frei für die Grosse Koalition, hier in einem engen Rahmen im BKA-Gesetz die heimliche Online-Durchsuchung zu schaffen, „wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen“.
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: 100000 USD für „Mashups für sozialen Wandel“
: 100000 USD für „Mashups für sozialen Wandel“ Die werden zwar am Ende auf 20 Projekte verteilt, aber da kann man doch mal kreativ werden, oder? Deadline ist am 14. März.
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: Der Datenschutzbeauftragte speichert nicht (mehr)
: Der Datenschutzbeauftragte speichert nicht (mehr) Patrick Breyer meldet:
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat die personenbeziehbare Speicherung der Nutzung seiner Webseite gestoppt. Die IP-Adressen der Nutzer werden ab sofort nur noch anonymisiert gespeichert. Peter Schaar befasst sich außerdem mit der Speicherpraxis anderer Bundesbehörden und von Internet-Unternehmen wie Google.
Nachdem die Webseite des Bundesdatenschutzbeauftragten die IP-Adressen der Nutzer zunächst einige Tage lang, später noch einige Stunden lang speicherte, geht die Aufsichtsbehörde nun mit gutem Beispiel voran und speichert die IP-Adressen ihrer Besucher nur noch in anonymisierter Form.
Na bitte, es geht doch. Ob er Angst vor Vollzugshaft hatte, ist uns leider nicht bekannt. Aber jetzt kann er wahrscheinlich auch das Gütesiegel „Wir speichern nicht“ für gesetzeskonformes Betreiben einer Webseite bekommen.
Anleitungen und ähnliches für alle, die WordPress, Drupal, Apache, Ruby on Rails, Mediawiki, Joomla, oder sonstwas noch in der überwachungsfreundlichen US-Version betreiben, gibt es hier.
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: Macht mit: Protest gegen Überwachung von Flugreisenden
: Macht mit: Protest gegen Überwachung von Flugreisenden Die EU-Kommission will seit Sommer, wie bereits im Flugverkehr mit den USA, Daten von allen Flugpassagieren nach oder von Europa sammeln und bis zu 13 Jahre lang speichern. Dieses Vorhaben stößt bereits länger auf massive Proteste der Datenschutzbeauftragten. EU-Innenkommissar Franco Frattini profiliert sich hier wieder als Hardliner, der etwas zu verbergen hat:
Fragen nach den Erfolgen bei der Terrorabwehr, die die Effektivität und Notwendigkeit der Maßnahme belegen, konterte Frattini bei einer Pressekonferenz mit dem Hinweis, er könne nicht Unterricht für Terroristen zu Ermittlungsmethoden erteilen.
Am Freitag wird nun der Bundesrat darüber abstimmen, ob die Bundesregierung diesem Plan im EU-Ministerrat zustimmen darf. Da das Verfahren sich nicht auf den gemeinsamen Binnenmarkt bezieht, müssen hier alle EU-Staaten einstimmig dafür sein. Die Niederlande, Österreich, Schweden und Ungarn haben sich schon im Vorfeld skeptisch bis offen ablehnend zu dem Vorhaben geäußert. Die Bundesregierung ist dafür, ist aber hier an Vorgaben von Bundesrat und Bundetag gebunden.
Der AK Vorratsdatenspeicherung ruft daher dazu auf, vor Freitag Briefe und Faxe an die Ministerpräsidenten der Bundesländer zu schicken, die sie auffordern, im Bundesrat gegen dieses Überwachungsvorhaben zu stimmen. Alle Faxnummern sowie Musterbriefe gibt es im AK-Wiki.
padeluun vom FoeBuD / AK Vorrat hat eine sehr treffende Formulierung dazu gefunden:„Freiheit ist etwas Flüchtiges. Sie ist gerade dabei, sich auf der Passagierliste einzutragen und davon zu fliegen.“
Während die EU hier den Datensammelwahn der USA kopiert, wird dort bereits eine Ausweitung der Flugpassagier-Datensammlung gefordert. Hier protestiert die EU-Kommission allerdings komischerweise noch.
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: Wer wählt was?
: Wer wählt was? Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet mit der Unterseite „Wer wählt was“ einen netten Überblick über aktuelle Umfrageergebnisse zum Wahlverhalten. In dem Flash-Werkzeug können innerhalb eines Tortendiagrams verschiedene Faktoren wie „Alter“ oder „Geschlecht“ abgefragt werden. Die Umfrageergebnisse werden dann den Parteien zu geordnet. Man lernt z.B. dass laut einer aktuellen infratest-dimap Umfrage 25% der 18–24-jährigen Grün wählen, aber nur 0% der Altersgruppe die FDP wählt (Kommt mir etwas komisch vor).
Oder das Linkspartei und SPD mit jeweils 33% die Rentnergeneration der ü60-jährigen ansprechen. Das wird nur noch getoppt von der Union mit 34%. Wobei man spätestens da ins grübeln kommt, wie denn die Wählerpräferenz abgefragt und anschliessend gewichtet wird. Denn schon sind 100% erreicht und die Rentner wählen gerne auch noch FDP und Grüne, wenngleich nicht ganz so stark.

Trotzdem ist das Werkzeug sehr nett und visualisiert anschaulich aktuelle Wählertrends. Diese sind etwas umfangreicher als die übliche Sonntagsfrage und so hat man ein wenig Spass, die einzelnen Zielgruppen durchzuklicken.
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: „Kasseler Vision“ des AK Vorratsdatenspeicherung
: „Kasseler Vision“ des AK Vorratsdatenspeicherung Der Strategiekongress des AK Vorrat am Wochenende in Kassel war ein voller Erfolg, nach allem was man bisher hört (ich konnte leider nicht teilnehmen, weil ich schon länger zu einer Konferenz nach Kanada eingeladen war). Es gibt eine Reihe neuer Ideen für Aktionen und eine noch bessere Zusammenarbeit nach innen und außen, und alle Beteiligten berichten von unglaublicher Energie und gemeinsamem Willen, hier noch mehr zu bewegen. Die ausführlichen Berichte tröpfeln erst langsam ein, weil wohl alle erstmal ihr Schlafdefizit kompensieren müssen.
Ein konkretes Ergebnis war schon vor Ort die
Kasseler Vision
Auf dem ersten Bundeskongress des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung, 8.–10.02.2008, trafen sich verschiedenste Aktivisten und Organisationen, die schon seit längerer Zeit im Kampf gegen die Vorratsdatenspeicherung gemeinsam aktiv sind.
Wir haben uns dazu entschlossen, noch stärker vom Reagieren auf Einschränkungen unserer Grundrechte zum Agieren überzugehen, für eine Kultur, welche die Privatsphäre der Menschen unbedingt achtet.
Die Souveränität des Menschen über seine Daten ist Voraussetzung für die Wahrnehmung seiner Freiheit.
Unsere Vision ist eine Kultur, in der die Privatsphäre wieder als eines der wertvollsten Güter angesehen wird.
Der Schutz persönlicher Daten ist in unserer modernen Welt unverzichtbar für die Integrität und Eigenständigkeit der Persönlichkeit eines jeden
Menschen.Deshalb ist für uns der Schutz persönlicher Daten ebenso wichtig wie der Schutz der körperlichen Unversehrtheit.
Man muss sich das nochmal vor Augen halten: Der AK Vorrat hat in den zwei Jahren seit seiner Gründung die größe Verfassungsbeschwerde aller Zeiten auf die Beine gestellt, eine Großdemo in Berlin organisiert, das Netzwerk „Freiheitsredner“ sowie ca. 60 Ortsgruppen aufgebaut, massenhaft Pressearbeit gemacht und hunderte lokaler Aktionen durchgeführt – und das alles überwiegend durch Online-Koordination! Der Bundeskongress war das erste Mal, dass man sich außerhalb von konkreten Aktionen in großer Runde getroffen hat, um in Ruhe über die weitere Arbeit zu reden. Wer auch nur ein wenig Erfahrung mit offline-Treffen hat, kann sich vorstellen, was das an zusätzlicher Energie und gemeinsamer Vertrauensbasis erzeugt hat.
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: Voices without Votes
: Voices without Votes 
Reuters und Global Voices haben gemeinsam Voices without Votes ins Leben gerufen. Das Projekt will Beiträge von Bloggern zur Präsidentschaftswahl in den USA 2008 nach dem „Global-Voices-Prinzip“ zusammentragen:
Global Voices möchte, dass Menschen sich über Ländergrenzen hinweg zuhören. Wir übersetzen Blogs aus dem Mittleren Osten, Asien, Afrika, Südamerika und Osteuropa und hoffen so das gegenseitige Verständnis zu fördern.
Wer also regelmäßig über den Wahlkampf und die Kandidaten schreibt oder bestimmte Seiten favorisiert, kann entsprechende Links vorschlagen.
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: Mash-Up: Finde das Öl
: Mash-Up: Finde das Öl „Follow the Oil Money“ ist ein schönes Mash-Up-Beispiel aus den USA, was an mit öffentlich zugänglichen Daten machen kann:
This tool is a visual demonstration of the network of funding relationships between oil companies and politicians. The Relationship View and Table Views are two alternate presentations of the campaign contributions from company executives (and company Political Action Committees) to the candidate’s campaign committee.

Die Daten kommen aus verschiedenen Quellen und werden mit einem Visualisierungs-Layer zugänglich gemacht. Man kann sich als Nutzer bequem durch die Datensätze bewegen und erhält detaillierte Informationen, welche US-Politiker sich wie von der ÖL-Industrie in ihren Kampagnen finanzieren lassen. Dabei werden auch viele Netzwerke sichtbar.

Schönes Transparenz-Projekt. Wir brauchen endlich eine „Offene Regierung“ in Deutschland und Schnittstellen zu solchen Daten.
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: The Yes We Can Song
: The Yes We Can Song „The Yes We Can Song“ ist ein verdammt guter Werbe-Clip für Barack Obama, wo Stars Auschnitte einer Rede nachsingen. Man stelle sich mal vor, Grönemeyer & Co würden eine Rede von Kurt Beck im nächsten Wahlkampf reinterpretieren…
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: Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy
: Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy „Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy“ ist ein neues Handbuch für politische Blogger. Es beschreibt auf 21 Seiten (PDF), wie man Weblogs und soziale Medien nutzen kann, um damit auf politische Themen aufmerksam zu machen. Da die Hauptzielgruppe eher Menschen in repressiven Staaten sind, werden selbstverständlich auch Informationen geboten, wie man die eigene Identität sinnvoll schützen kann.
netzpolitik.org ist als Beispiel eines „Issue Blog“ aufgeführt. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Beispiel und weiterführende Informationen. Insgesamt ist es schön gemacht und bietet einen guten Überlick, wie man Blogs für die eigenen politischen Anliegen nutzen kann.

Blog for a Cause!: The Global Voices Guide of Blog Advocacy explains how activists can use blogs as part of campaigns against injustice around the world. Blogging can help activists in se veral ways. It is a quick and inexpensive way to create a presence on the Internet, to disseminate information about a cause, and to organize actions to lobby decision-makers.
The goal of Blog for a Cause!: is twofold: to inform and to inspire. The guide is designed to be accessible and practical, giving activists a number of easy-to-follow tips on how to use a blog to further their particular cause.
Auf meiner To-Liste steht schon länger, sowas mal auf deutsch und vielleicht ausführlicher zu machen. Wenn jemand Lust und Geld hat, sowas zu finanzieren, könnte man dies schneller realisieren.
Auf der kommenden re:publica haben wir dazu auch ein Panel: „Advocacy 2.0″. Darauf freue ich mich schon.