Demokratie
Digitale Demokratie, politische Kommunikation, e‑Government, Wahlen & Wahlkampf, Lobbyismus, Campaigning, soziale Bewegungen & Protest.
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: Greenpeace: Clash of the consoles
: Greenpeace: Clash of the consoles Greenpeace International hat die kleine Kampagne „Clash of the consoles“ gestartet. Zielgruppe sind Konsolenspieler, die darüber aufgeklärt werden, dass die üblichen Konsolen nicht „grün“ genug sind. Auf der Seite findet sich ein animierter Video-Clip mit Superhelden aus den verschiedenen Konsolen-Welten. Auf einzelnen Seiten werden die Nebenwirkungen der verschiedenen Produkte dargestellt. Dazu kann man sich direkt an die Hersteller wenden und nachhaltigere Produkte fordern.
In gamespace, everybody wants to save the world. But back here on planet Earth, your favourite games console contains deadly agents of real destruction: toxic chemicals that shouldn’t be there and may be contributing to mountains of e‑waste when thrown away. Clash of the Consoles is the website where you can check out how your favourite game heroes stand up against their rivals, and how you can help battle the boss monsters to green their game.
Mir ist unklar, weshalb der Video-Clip nicht woanders eingebunden werden kann, sondern statisch auf der Seite steckt.
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: Blogpiloten-Interview als MP4
: Blogpiloten-Interview als MP4 Das Blogpiloten-Interview mit mir über „Politik im Netz“ hab ich jetzt auch als MP4-Datei für NetzpolitikTV online gestellt. Die Datei ist ca. 65 MB gross.
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: Interview zu Politik im Netz
: Interview zu Politik im Netz Die data-epi-spacing Blogpiloten data-epi-spacing haben data-epi-spacing mich data-epi-spacing mal data-epi-spacing vor data-epi-spacing einiger data-epi-spacing Zeit data-epi-spacing zu data-epi-spacing den data-epi-spacing Themen data-epi-spacing „Politik data-epi-spacing im data-epi-spacing Netz“ data-epi-spacing und data-epi-spacing „Netzpolitik“ data-epi-spacing interviewt. data-epi-spacing Das data-epi-spacing geschnittene data-epi-spacing Ergebnis data-epi-spacing findet data-epi-spacing sich data-epi-spacing hier:
Link: data-epi-spacing sevenload.comIch data-epi-spacing frag data-epi-spacing nochmal data-epi-spacing nach, data-epi-spacing ob data-epi-spacing es data-epi-spacing auch data-epi-spacing eine data-epi-spacing andere data-epi-spacing Möglichkeit data-epi-spacing als data-epi-spacing Embedded-Flash data-epi-spacing gibt, data-epi-spacing sich data-epi-spacing das data-epi-spacing anzuschauen.
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: Mit Peer-Production gegen Korruption
: Mit Peer-Production gegen Korruption Im Economist ist ein Portrait über Lawrence Lessig und seine aktuelle Arbeit: Cyberlawyer 2.0.
He is also arguing his case in speeches and on his blog, with the hopes of inspiring and encouraging others to participate in his campaign, in a manner akin to Wikipedia. If “you can architect the problem into bite-sized chunks” and then motivate volunteers, the results can be impressive, he says, noting that Wikipedia has grown to be one of the internet’s ten most popular sites. “If we mobilise people to think of [corruption] as a trackable problem, we can use this technology to change Washington,” he declares. His supporters reckon that if anyone can do it, Mr Lessig can. Whether speaking to a legal, policy or technology crowd, says Mr Zittrain, “Larry can take the incomprehensible debates from academia and put them on a bumper sticker.”
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: Relaunch von Politik-Digital
: Relaunch von Politik-Digital Nach etlichen Jahren hat die Plattform Politik-Digital einen Relaunch vollzogen. Und das Ergebnis sieht gut aus.
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: Vorletzte Hoffnung: Horst Köhler
: Vorletzte Hoffnung: Horst Köhler Der AK Vorrat hat einen offenen Brief an den Bundespräsidenten geschrieben und ihn gebeten, das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung nicht zu unterzeichnen. Der Text ist wirklich lesenswert, weil er auf knappen 9 Seiten nochmal in aller Deutlichkeit zeigt, warum das Vorhaben offensichtlich verfassungswidrig ist. Unter anderem wird ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2003 zitiert, in dem es heißt:
„Insofern genügt es verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht, dass die Erfassung der Verbindungsdaten allgemein der Strafverfolgung dient. Vorausgesetzt sind vielmehr eine Straftat von erheblicher Bedeutung, ein konkreter Tatverdacht und eine hinreichend sichere Tatsachenbasis“.
Hier ist die Pressemitteilung dazu.
Wenn Köhler das Gesetz unterzeichnen sollte, bleibt als letzte Hoffnung das Verfassungsgericht. Hier sehen die Chancen allerdings nach Ansicht fast aller Experten sehr gut aus. Für eine mögliche Klage sind inzwischen weit mehr als 20.000 Vollmachten eingetroffen.
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: Vorratsdatenspeicherung kommt – Proteste gehen weiter
: Vorratsdatenspeicherung kommt – Proteste gehen weiter Der Bundesrat hat heute morgen der Vorratsdatenspeicherung zusammen mit dem neuen Telekommunikationsüberwachungsgesetzt wie erwartet zugestimmt. Allerdings fand die Empfehlung des Rechtsausschusses, doch bitte später über die anstehende Urheberrechts-Novelle eine direkte Auskunftspflicht an private Unternehmen einzuführen, keine Mehrheit. Justizministerin Brigitte Zypries hat sich hier offenbar festgelegt:
Die Vorratsdatenspeicherung bleibe beschränkt auf die Strafverfolgung. „Das Bundesjustizministerium hat nicht vor, daran im Rahmen der Richtlinie zum Schutz des geistigen Eigentums irgendetwas zu ändern.“
Hier sind die Meldungen von dpa, AFP und heise. Leider hält sich, wie auch in diesem Tagessschau-Bericht, immer noch hartnäckig die Falschmeldung, dass es einen Zugriff auf die gespeicherten Daten nur per Richterbeschluss geben soll. Das ist nicht so.
Vor dem Bundesrat haben heute morgen ca. 100 Anwälte und Aktivisten vom AK Vorrat gegen die neuen Überwachungsgesetze protestiert. Einen kleinen Bericht mit Bildern gibt es bei 24stunden.de.
Die Proteste gehen natürlich weiter. Neben der Verfassungsbeschwerde werden jetzt auch stärker technische Maßnahmen des Selbstschutzes und des zivilen „Vorratsdaten-Ungehorsams“ diskutiert. Darunter fällt die verstärkte Nutzung von TOR und anderen Anonymisierungsnetzen, die Knoten im Ausland haben, Tauschbörsen für nicht registrierte Mobiltelefone und Prepaid-SIM-Karten, die Nutzung von Skype über UMTS und ähnliches. Eine Reihe von Mailserver-Betreibern diskutiert gerade, ob sie sich der Speicherpflicht offen widersetzen wollen.
Politisch wandert offenbar auch bei den Sozialdemokraten der zunehmende Unmut der Basis über die Verschärfung der Überwachung durch die Gremien nach oben. Als erster Landesverband hat sich die SPD Thüringen am Wochenende gegen die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. Der Antrag hatte
die Datenspeicherung auf Vorrat als „vollkommen unverhältnismäßig“ bezeichnetund den „Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung,Verwendung und Weitergabe von Daten“ als Grundrecht verteidigt. DerBeschluss wurde vom SPD-Parteitag mit großer Mehrheit angenommen und wird an die Bundestagsfraktion und den Bundesvorstand weitergeleitet.
Ich habe gehört, dass ähnliche Debatten auch in anderen Landesverbänden laufen. Mal sehen, wann es mehrheitlich auch die Bundestagsfraktion erreicht.
Wer noch Hintergrundinfos zum Thema Vorratsdatenspeicherung sucht und beim AK Vorrat nicht genug findet – die neue Ausgabe der „Mitteilungen der Humanistischen Union“ hat ein paar lesenswerte Beiträge:
- Sven Lüders: Zwischen Ignoranz und Nebelkerzen versinkt ein Grundrecht, Die Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland
- Burckhard Nedden: Das Ende des Informanten- und Datenschutzes?, Fachtagung zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland am 17. September 2007 in Berlin
- Owe Langfeldt: Es geht noch mehr …, Technische Standards zur Vorratsdatenspeicherung ebnen Weg für noch umfangreichere Erfassung
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: Proteste zur Bundesratsabstimmung über Vorratsdatenspeicherung
: Proteste zur Bundesratsabstimmung über Vorratsdatenspeicherung Die Berliner Ortsgruppe des AK Vorrat wird morgen früh vor dem Bundesrat demonstrieren. Anlass ist die Behandlung der Vorratsdatenspeicherung in der Länderkammer. Los geht es um 8:45, Leipziger Straße 3. Ich zitiere mal die interessanten Stellen aus der Pressemitteilung des AK:
Während der Bundestag den Zugriff auf die gespeicherten Verbindungsdaten von Telefongesprächen, Textnachrichten, E‑Mails und Internet-Zugang zur Verfolgung und Vorbeugung von Straftaten sowie für Zwecke der Geheimdienste erlauben will, verlangt der Rechtsausschuss des Bundesrats eine noch weitergehende Nutzung. Danach sollen Provider die Daten sogar direkt an die Musikindustrie oder andere Rechteverwerter herausgeben müssen, damit Privatanwender leichter abgemahnt werden können.
Soweit, so bekannt. Interessant ist dann aber dieser Hinweis hier. Das geht nämlich zum Teil jetzt schon:
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung weist darauf hin, dass es die Vorschrift des § 113 Telekommunikationsgesetz entgegen der Aussagen der Bundesjustizministerin ermöglichen wird, Internetnutzer ohne richterlichen Beschluss anhand der genutzten IP-Adresse sechs Monate lang rückwirkend zu identifizieren. Schon zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten soll diese Befugnis bestehen.
Auch ohne die Änderungen mit Direktauskunft an die Musikindustrie, die der Bundesrat gerne hätte, wird es also eine Identifizierung der User schon bei Bagatellsachen und Ordnungswidrigkeiten geben. Ein Grund mehr, die Sache vollständig zu kippen. Da vertrauen wir auf Karlsruhe:
Zuletzt hatte sich der Vizepräsident des Mecklenburg-Vorpommerschen Verfassungsgerichtes, Helmut Wolf, „überzeugt“ gezeigt, „dass die Verpflichtung, alle Telefon- und Internetverbindungsdaten sechs Monate zu speichern und damit für einen eventuellen staatlichen Zugriff zur Verfügung zu halten, verfassungswidrig ist“.
Bei unserem Anwalt gehen immer noch jeden Tag hunderte Vollmachten für die Verfassungsbeschwerde ein. In der Pressemitteilung steht noch die alte Zahl von 13.000 Mitklägern, weil es noch keine aktuelle genaue Zählung gibt. Wer in Berlin noch mithelfen will bei der Erfassung der Vollmachten, kann sich gerne bei der Ortsgruppe melden.
Weil es einige Nachfragen gab deswegen: Sobald das Gesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist, wird eine Pilotklage in Karlsruhe eingereicht. Damit soll per einstweiliger Verfügung verhindert werden, dass dass Gesetz überhaupt in Kraft treten kann. Anschließend werden dann die Klageschriften aller Mitkläger nachgereicht, sobald sie vollständig erfasst sind. In der Hauptverhandlung wird Karlsruhe das dann alles zu einem Verfahren zusammenziehen.
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: Vertrauenswürdiges chinesisches Internet
: Vertrauenswürdiges chinesisches Internet Bereits im August veröffentlichte das volksrepublikanische Bildungsministerium eine Liste von neuen Begriffen, die gemeinhin wenig bekannt, aber bereits Teil der Alltagssprache geworden waren. Die Neuaufnahmen wurden vom Bildungsministerium dokumentiert, und waren auch für mich mehrheitlich neu, weil auf chinesisch: 教育部公布171条汉语新词.
Die „neuen Begriffe“ auf dinglisch sind dabei aber lediglich solche, die den Lesern dieses Blogs bekannt und nur müdes Lächeln auslösen dürften: grassroots movement, citizen journalism, netizen, … Zur Einschätzung hilft ein Artikel von Josie Liu, sie kommentierte die Liste so: Netizens Don’t Get New Web Vocabularies.
The list [of new vocabulary said to be mostly originated from the Web] containing over 170 new Chinese words, is compiled by language experts at the ministry, as part of its report on the use of Chinese language in 2006.
But a majority of the over 1000 netizens commenting on the new release, including some heavy web users, said they did not recognize most of these new words. Indeed, except for only a few terms, such as blog article, grassroots netizen, second-generation one-child family, and Gu Ge, the Chinese version for Google, the list is full of words that do not make much sense to even native Chinese speakers.
„I’m afraid it’s the first time for most Chinese people to see 90 percent of the words on the list,“ one commented.
Dennoch, oder vielleicht weil alle Medieinhalte im chinesischen Netz gefiltert und zwangsbegrünt werden, haben die Chinesen wohl großes Vertrauen in das chinesische Internet, wie neuere Umfragen zeigen. Gerade „Mainstream“ Medien schneiden da besonders gut ab, wobei wenig erstaunt, dass die ausländischen leicht vorne liegen, allen Ketten und guten inländischen Quellen zum Trotz – Lian Yue, dessen Blog letzte Woche einen BOB gewann, schrieb damals über die geplante Chemiefabrik in Xiamen und löste eine zweitägige Demonstration aus. Die Masse macht es nicht…
Es ist ein herrschendes Vorurteil, dass Blogs als ‚einzige unabhängige Informationsquelle’ eben noch nicht entdeckt wurden. Diesem Vorurteil widmete sich die Chinese Blogger Conference 2007:
One of the most talked about sessions of the conference was a panel about the relationship between blogs and traditional media, moderated by Global Voices Online co-founder and University of Hong Kong journalism professor Rebecca MacKinnon. Joshua Chin wrote in his blog Chi-infamous that while the topic may be „old,“ it was „still relevant in China, where blogs count as virtually the only independent source of news.“
According to John Kennedy’s live blog of the conference, blogger Guo Daxia said that traditional Chinese media often report only the views of the government and the people in power, but online publishing allows „interactivity“ and provides an outlet for anyone to voice their opinion.
Concerned about bloggers who write anonymously, however, a member of the panel audience questioned whether journalism ethics could be upheld. According to Chin, former TV journalist Bei Feng replied, „The law makes it possible to hold people responsible for what they write online. For that reason, you’re even more careful about what you publish; your standards are even higher.“
Joi Ito war auch dort; mehr Details im Live Blog. (Ich wäre vermutlich hier hingegangen, um mich aufklären zu lassen.) Es gibt auch allerlei Material Votragsfolien im Netz zum Nachlesen.
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: Expertenanhörung Hamburger Wahlcomputer
: Expertenanhörung Hamburger Wahlcomputer Der Saal 151 im Hamburger Rathaus war voll, die Luft zum Zerschneiden, weitere Stühle wurden herangetragen, die Stimmung war gespannt. Viele erwarteten in der Verfassungsausschusssitzung vom 09.11.2007 die Wiederholung des ersten Wahlstifthacks.
Das Landeswahlamt hatte ein Digitales Wahlstift System (DWS) aufgebaut, auf dem der Verfassungsausschussvorsitzende eine Wahlrunde vollführen durfte. Die Zuschauer wurden dabei zu Zuhörern degradiert, denn sehen durfte man die Anzeige des Wahlcomputers nicht – aus Sicherheitsgründen keine Beamervorführung. Als der Vorsitzende den Logitech Stift in die USB-Dockingstation steckte, war ein Sound zu hören, mit dem dem Bürger erklärt wurde, dass die Stimme jetzt „korrekt“ übertragen wurde. Nur dieser Sound. Nichts weiter. Ob es sich wirklich um ein Originalsystem handelte, konnte keiner beurteilen. Denn seit dem letzten Hack wurde noch eine Veränderung ausgemacht: Der Stift hatte jetzt ein kleines Papiersiegelchen um den Bauch mit Klebeband befestigt.
Dann sollte der Chaos Computer Club seinen Hack von vor ein paar Wochen am DWS wiederholen. Warum? Der CCC hatte vor Monaten um ein Original DWS mitsamt Quellcode gebeten, um kostenlos das System auf Sicherheitslücken zu überprüfen. Das wurde ihm leider nicht gewährt, da das System noch nicht fertig gestellt war und Betriebsgeheimnisse verletzt werden könnten – die Wahlauswertungssoftware soll also nicht transparent für ein paar Quellcode-lesende Bürger sein. Außerdem sollte unter „realen“ Bedingungen getestet werden, was für das Landeswahlamt im „Schnupperwahllokal“, wie jetzt im Ausschuss aufgebaut, meinte. Das Erscheinen des Pesthörnchens wurde erwartet, mit anderen Worten ein Live-Hack.
Dass der CCC einen zweiten Hack mit viel einfacheren Methoden vorstellte, führte erst einmal zu einem Chaos und der Ausschuss legte eine kurze Pause ein. Die Abgeordneten hatten es sich zu einfach gedacht: Klappt der eine Hack nicht, ist das System sicher; klappt er, muss man sich noch einmal Gedanken machen. Doch das Entscheiden wurde ihnen nicht abgenommen, denn der CCC legte den zweiten Hack vor.
Als Sicherheitsargument wurde bisher immer die CommonCriteria Zertifizierung (EAL 3+) vom BSI und die Baumusterprüfung der PTB angeführt (später dann auch EMV- und Datenschutz-Plausibilitätsprüfung). Doch am 25.10.2007 sollte nicht-öffentlich und ohne abgeschlossene Zertifizierungen das DWS politisch in einem interfraktionellen Treffen durchgewunken werden. Der erste Hack folgte und führte zu dieser Expertenanhörung.
Prof. Brunnstein von der Universität Hamburg kritisierte den zu niedrigen CommonCriteria Level EAL3+ für das DWS, was einem methodisch getesteten und überprüften, aber nicht methodisch entwickelten System entspricht. Selbst das Betriebssystem des Hamburger Wahlcomputers mit Windows XP Prof. SP2 besitzt ein höheres Level (EAL4+). Außerdem wies er auf ein Zertifizierungsdilemma hin: Sollten nach der Zertifizierung Sicherheitslücken bekannt werden, bleiben nur zwei unschöne Alternativen – ein zertifiziertes, unsicheres oder ein sicheres, nicht-zertifiziertes Wahlsystem.
Tenor der Expertenrunde war, dass das DWS noch nicht ausgereift ist und abgeraten wird, es in der geplanten Form einzusetzen (wir erinnern uns: Das digitale Ergebnis sollte vor dem des Paper-Trails bei Abweichungen gelten, der Paper-Trail nur als Kontrolle oder besser gesagt als Alibifunktion wirken, denn ausschlaggebend soll das digitale Ergebnis sein, um Kosten und Zeit zu sparen. Zwei Punkte die relativ irrelevant bei demokratischen Wahlen sind). Diesen Freitag (16.11.2007) wird von den Bürgerschaftsfraktionen eine Entscheidung erwartet; bei dieser massiven Experten-Kritik ist von einer Teillösung auszugehen, wahrscheinlich einer vollständigen Auszählung der Papierstimmen und Einsatz des DWS als Zählhilfe. Die Änderung des Bürgerschaftswahlgesetzes bleibt noch abzuwarten; das Ergebnis der Sicherheits-Zertifizierung liegt weiterhin noch nicht vor.
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: Online-Demo gegen Vorratsdatenspeicherung
: Online-Demo gegen Vorratsdatenspeicherung Aktuelle Pressemitteilung des AK Vorrat:
Am Tag vor der Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Einführung einer sechsmonatigen Erfassung aller Verbindungsdaten in Deutschland ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Betreiber von Webseiten auf, ihre Internetseiten zu verhüllen. Die teilnehmenden Seiten erscheinen in schwarz mit der Meldung: „Das Fernmeldegeheimnis ist unverletzlich 1949–2007 †. Gläsernes Telefon, Handy, E‑Mail und Internet * 09.11.2007. SPD, CDU, CSU: Wollt ihr das wirklich?“ Die ungewöhnliche Aktion soll darauf aufmerksam machen, dass die unbeobachtete Kommunikation bislang stets der Regelfall war, mit der Vorratsdatenspeicherung aber sämtliche Kommunikationsvorgänge in Deutschland protokolliert und nachvollziehbar würden. Eine Anleitung zur Verhüllung der eigenen Webseite stellt der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung im Internet bereit. (…)
Die Pressemitteilung geht auch noch auf einige Mythen und Falschinformationen zur Vorratsdatenspeicherung ein, die in letzter Zeit u.a. von JustizministerinBrigitte Zypries immer wieder verbreitet werden („es ändert sich ja gar nichts“ etc.).
Umfangreiche Berichte, Fotos und Videos zu den bundesweiten Demonstrationen gegen die Vorratsdatenspeicherung am Dienstag finden sich im Wiki des AK Vorrat. Insgesamt waren mehr als 10.000 Menschen auf der Straße, trotz Regen, Wind und teilweise Eisekälte. Es gab sogar eine Demo in Second Life.
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: Webdemo zur Verabschiedung vom Grundgesetz
: Webdemo zur Verabschiedung vom Grundgesetz 
Morgen wird das Grundgesetz verabschiedet. Wir sagen tschüß, mit dieser Traueranzeige des AK Vorratsdatenspeicherung.
Du kannst Sie als eigenständige Ebene über Dein Blog legen, die jedeR BetrachterIn beim ersten Besuch Deiner Website eingeblendet wird. Dazu musst Du nur irgendwo, etwa in einem Blog-Posting, den hier angegeben Code einfügen. Wer bei so einem großen Bloganbieter wie wordpress.com ist, muss sich leider darauf beschränken wie hier nur das Bild einzubinden.
Die Vorratsdatenspeicherung wird am morgigen Freitag zwischen 13 und 14 Uhr im Plenum des Bundestages verabschiedet.
Ruft noch heute Eure Abgeordneten in der Großen Koaltion an und fragt sie, was das soll!
(Crosspost auf einmachglas.info)
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: Advocacy 2.0 auf Barcamp Berlin
: Advocacy 2.0 auf Barcamp Berlin Dieses Wochenende findet wieder ein Barcamp in Berlin statt. Ich bin etwas übermüdet seit heute morgen hier und mittlerweile wieder fit. Eben hab ich eine Session zu „Advocacy 2.0“ gehalten, wo es um politische Kommunikation im Netz ging. Ich hab verschiedene Projekte von uns und „Best Practice“ Kampagnen aus aller Welt vorgestellt. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie politische Kampagnen partizipatorische Elemente verwenden, welche Werkzeuge wofür sinnvoll sind und was für Erfahrungen damit gesammelt wurden. Peter Schink hat ein wenig mitgebloggt: Politik 2.0. Sonst ist das Barcamp nett. Viele interessante Menschen hier, wenngleich die Anzahl der Teilnehmer und die Anzahl der angebotene Sessions leider immer noch eher von einer Konsumentenmentalität zeugen. Aber das meiste läuft es p2p zwischen den Teilnehmern ausserhalb der Session statt. Und das ist eh meistens das interessanteste an Konferenzen und Veranstaltungen.
Ein wenig nervt das beschränkte Internet. Nur zwei Ports sind frei. Weder kann ich auf Instant-Messaging zugreifen, noch funktioniert IMAP über SSL. Ausserdem muss man einen Proxy nutzen. Ich fühl mich etwas behindert.
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: Schiedermair: Verfassungsaspekte elektronischer Wahlen
: Schiedermair: Verfassungsaspekte elektronischer Wahlen Am 18.09.2007 fand eine von der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e.V. organisierte Veranstaltung mit dem Titel „Wie sicher ist elektronisches Wählen?“ statt. Vor dem Hintergrund der für die Hamburgwahl 2008 geplanten Einführung eines Digitalen Wahlstiftsystems (DWS) kamen neben dem Hamburgischen Landeswahlleiter Willi Beiß und Herrn Jürgen Dreesen (Wahlstiftsystemhersteller) verschiedene Experten zu Wort.
Die Verfassungsrechtlerin Dr.jur. Stephanie Schiedermair (Uni Mainz) referierte zu „Verfassungsaspekte elektronischer Wahlen“ bezogen sowohl auf das DWS als auch auf die noch laufende Anfechtung der Bundestagswahl 2005 vor dem Bundesverfassungsgericht wegen der Verwendung von Wahlcomputern. Der Mitschnitt (mp3, 16:04 min) liegt jetzt unter CC-Lizenz vor.
[Da bei der Aufnahme leider eine Brummenschleife zu hören ist und ich die Qualität nicht wirklich gut mit Audacity verbessern konnte: Hat da jemand noch eine Idee?]
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: Remix: Onkle Wolfgang erklärt den ePass
: Remix: Onkle Wolfgang erklärt den ePass So stelle ich mir kritische politische Kommunikation im digitalen Zeitalter vor: Spreeblick hat die „Onkle Wolfgang erklärt den ePass“-Video-Botschaft schön mit anderen Aussagen gemixt. Und hier gibt es in den Kommentaren noch andere Remixe. Das geht natürlich noch besser, also seit weiter kreativ! (Ich hätte trotzdem noch gerne eine RSS-fähige Datei des Mixes!)
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: AK Vorratsdatenspeicherung plant größte Verfassungsbeschwerde in der Geschichte der BRD
: AK Vorratsdatenspeicherung plant größte Verfassungsbeschwerde in der Geschichte der BRD Aus der aktuellen Pressemitteilung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung:
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (…) meldet heute, dass er in Kürze den Eingang der 7000. Vollmacht zur Erhebung einer Verfassungsbeschwerde gegen die ab 2008 geplante Vorratsdatenspeicherung erwartet. (…) Über die Einführung der Vorratsdatenspeicherung wird der Bundestag am Donnerstag oder Freitag nächster Woche abstimmen. Seit November 2006 ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung öffentlich dazu auf, einen Rechtsanwalt zur Einreichung einer Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zu bevollmächtigen. Über 20.000 elektronische Anmeldungen und knapp 7.000 schriftliche Vollmachten liegen bereits vor. Damit würde die Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung den Rekord von 2004 brechen, als 6.575 Menschen gegen die Streichung von Naturarzneimitteln aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung geklagt hatten. Aus den vorliegenden Anmeldungen geht hervor, dass jeder zehnte der Beschwerdeführer gegen die Vorratsdatenspeicherung in einem Vertrauensberuf tätig ist, davon 19% als Journalisten, 7% als Ärzte, Zahnärzte oder Apotheker sowie 5% als Rechtsanwälte. Auch Geistliche, Heilpraktiker, Krankenpfleger, Psychologen, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Unternehmensberater wehren sich gegen die geplante Abbildung ihrer vertraulichen Kontakte.
„Wenn die Koalition ohne Vorliegen eines Tatverdachts alle telefonischen Kontakte, das Versenden und Empfangen von Emails, den Zugang zum Internet sowie Handy-Standorte der gesamten Bevölkerung speichern lässt, bricht sie in eklatanter Weise das Grundgesetz“, kritisiert der Jurist Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. „Das Scheitern des Vorhabens ist durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rasterfahndung und das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Fluggastdatenübermittlung vorgezeichnet.“
Eingereicht werden soll die Verfassungsbeschwerde, falls die Vorratsdatenspeicherung in Kraft tritt. Dies soll nach den Plänen der Koalition zum 1. Januar 2008 der Fall sein. Am Wochenende hatte auch der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum ein Vorgehen gegen die Vorratsdatenspeicherung angekündigt: „Der Staat darf nicht alles wissen.“ Baum hat bereits den Großen Lauschangriff und die Abschussmöglichkeit für entführte Passagierflugzeuge in Karlsruhe erfolgreich zu Fall gebracht. (…)
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bereitet zurzeit bundesweite Protestaktionen gegen das Gesetz vor, die nächsten Dienstag in 28 deutschen Städten stattfinden sollen. Bereits im September waren 15.000 Menschen in Berlin gegen das Vorhaben auf die Straße gegangen. Über 40 Verbände sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Pläne aus, darunter Bürgerrechts‑, Datenschutz- und Menschenrechtsverbände, Journalistenorganisationen und Medienverbände, Internetwirtschaft und Telefonseelsorge, Anwalts- und Juristenverbände. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa vom Juni hatten 54% der Befragten eine 6‑monatige Speicherung aller Verbindungsdaten als „unzulässigen Eingriff in die Freiheitsrechte“ abgelehnt.
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: Was weiß mein großer Bruder alles über mich?
: Was weiß mein großer Bruder alles über mich? Die kleine Illustration über die Vorratsdatenspeicherung und den Bundestrojaner hat der Wetterfrosch gebastelt:

Gibts auch als PDF in grösser.
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: Bundesweiter Demonstrationsaufruf zum Stopp der Vorratsdatenspeicherung
: Bundesweiter Demonstrationsaufruf zum Stopp der Vorratsdatenspeicherung Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ruft unter dem Motto „Freiheit statt Angst – Für die Grundrechte!“ zu bundesweiten Demonstrationen am 6. November 2007 auf, um die von der Koalition geplante Vorratsdatenspeicherung noch in letzter Minute zu stoppen.
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: Dienstag in Halle: Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation?
: Dienstag in Halle: Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation? Am kommenden Dienstag, den 23. Oktober 2007 bin ich bei einer Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Sachsen-Anhalt in Halle eingeladen. Das Diskussionsthema ist spannend und dreht sich um „Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation?“. Beginn ist 19:30 Uhr und findet wohl im „Englischer Saal, Franckesche Stiftungen“ in der Franckeplatz 1 in Halle (Saale) statt.
Hier ist die Ankündigung:
Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation?
Im Rahmen der Reihe “Zwischen Lobbyismus und Bürgermedien – Perspektiven politischer Kommunikation in Deutschland” im halleschen Themenjahr 2007.
Das Internet leitet – wie zuletzt die Erfindung von Radio oder Fernsehen – eine Revolution in der Art und Weise ein, in der wir miteinander kommunizieren. Dies betrifft natürlich auch zunehmend die politische Sphäre. Klassische Medien verlieren so an Reichweite, die Zeitungen an Auflage. Gleichzeitig bietet sich mit dem Internet die Chance für PolitikerInnen und Parteien in ein direkte – an den bisher vermittelnden Medien vorbei – Kommunikation mit dem potentiellen Wähler zu treten. Doch dies gilt nun auch umgekehrt, die einfache Veröffentlichung von Videos und Weblogs bietet neue Formen von Kritik und Beobachtung von Politikern durch den Bürger. Führt diese Änderung der Kommunikationsmöglichkeiten zu einem substanziellen Wandel in der politischen Kommunikation? Oder gar zu einem Wandel in der Art, wie Politik gemacht wird?
Für eine Diskussion und fachkundige Kommentierung dieser und weiterer Fragen sind eingeladen:
* Markus Beckedahl (netzpolitik.org)
* Robert Heinrich (Leiter Öffentlichkeitsarbeit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
* Prof. Dr. Manfred Kammer (Medien- und Kommunikationswissenschaftler, Universität Halle)
* Martin Grimm (Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, Moderation) -
: Jetzt abstimmen: Worst EU Lobbying – Awards 2007
: Jetzt abstimmen: Worst EU Lobbying – Awards 2007 Lobbycontrol verweist auf die Internet-Abstimmung für die “Worst EU Lobbying” Awards 2007, die heute gestartet ist.
Und eine Entscheidung ist bei dieser Vielfalt echt eine Herausforderung. Ich kann mich gerade nicht entscheiden und muss nochmal nachdenken:
In der “Worst Lobbyist”-Kategorie stehen folgende Kandidaten zur Wahl, ausgewählt aus 27 eingereichten Vorschlägen:
* BMW, Daimler und Porsche für ihre massive Lobby-Offensive, um verbindliche Reduktionsziele für CO2- Emissionen von Autos zu verwässern und verzögern;
* die Lobby-Agentur Cabinet Stewart für den Betrieb des International Council for Capital Formation (ICCF) – eines einzigartigen europäischen Schwindel-Think Tanks, der als Tarnorganisation für Gegner des Kyoto-Protokolls dient;
* Viscount Etienne Davignon für seine Interessenkonflikte als Berater des EU-Entwicklungskommissars Louis Michel in Entwicklungsfragen für Afrika – während er zugleich im Aufsichtsrat von Suez sitzt, eines multinationalen Konzerns, der seine Energie- und Wassergeschäfte in Afrika ausweiten möchte;
* Die European Public Affairs Consultancies Association (EPACA) für ihre high-profile Kampagne gegen die Pläne der EU-Kommission für ein Lobbyisten-Transparenz-Register;
* Repsol für die Verzerrung des EU-Forschungsprogramms zu „Agrokraftstoffen“ (Biokraftstoffen), so dass die Ergebnisse sich an kommerziellen Interessen orientieren, auf Kosten echter Maßnahmen gegen den Klimawandel.In der “Worst Greenwash”-Kategorie stehen folgende Kandidaten zur Wahl:
* Airbus für eine Anzeigenserie, in denen Flugzeug-Silhouetten mit schönen Landschaften ausgefüllt wurden, um Airbus-Flugzeuge grün und sauber erscheinen zu lassen;
* BAE Systems, weil sie tödliche Waffen als umweltfreundlich bewerben;
* ExxonMobil für die Behauptung, es würde seine Treibhausgase reduzieren, während die Emissionen in Wirklichkeit anstiegen;
* das Deutsche Atomforum für den Missbrauch der öffentlichen Besorgnis um den Klimawandel zur Imagepflege für die Atomenergie;
* Shell, weil es den Eindruck erweckt, dass seine Ölraffinerien Blumen statt Rauch ausstoßen.Ich denke mal, dass ich in der „Worst Greenwash“-Kategorie auf jeden Fall für das Deutsche Atomforum stimmen werden. Denn die grossen Kampagnenanzeigen der AKWs Brunsbüttel und Krümmel inmitten von Feldern, Tieren und Blumen fand ich nach den Unfällen etwas deplatziert.
