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Der Datenschutzbeauftragte speichert nicht (mehr)

Patrick Breyer meldet: Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat die personenbeziehbare Speicherung der Nutzung seiner Webseite gestoppt. Die IP-Adressen der Nutzer werden ab sofort nur noch anonymisiert gespeichert. Peter Schaar befasst sich außerdem mit der Speicherpraxis anderer Bundesbehörden und von Internet-Unternehmen wie Google. Nachdem die Webseite des Bundesdatenschutzbeauftragten die IP-Adressen der Nutzer zunächst einige Tage lang, später noch…

  • Ralf Bendrath

Patrick Breyer meldet:

Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat die personenbeziehbare Speicherung der Nutzung seiner Webseite gestoppt. Die IP-Adressen der Nutzer werden ab sofort nur noch anonymisiert gespeichert. Peter Schaar befasst sich außerdem mit der Speicherpraxis anderer Bundesbehörden und von Internet-Unternehmen wie Google.

Nachdem die Webseite des Bundesdatenschutzbeauftragten die IP-Adressen der Nutzer zunächst einige Tage lang, später noch einige Stunden lang speicherte, geht die Aufsichtsbehörde nun mit gutem Beispiel voran und speichert die IP-Adressen ihrer Besucher nur noch in anonymisierter Form.

Na bitte, es geht doch. Ob er Angst vor Vollzugshaft hatte, ist uns leider nicht bekannt. Aber jetzt kann er wahrscheinlich auch das Gütesiegel „Wir speichern nicht“ für gesetzeskonformes Betreiben einer Webseite bekommen.

Anleitungen und ähnliches für alle, die WordPress, Drupal, Apache, Ruby on Rails, Mediawiki, Joomla, oder sonstwas noch in der überwachungsfreundlichen US-Version betreiben, gibt es hier.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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14 Kommentare zu „Der Datenschutzbeauftragte speichert nicht (mehr)“


  1. Hoshpak

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    Das ist ja schön und gut. Nur leider können sich nur wenige Leute einen Rootserver leisten und wenn der Hoster dann jeden Klick einzeln protokolliert, ist die ganze Anonymisierung wieder im Eimer. Gibt es nicht eine Mögclichkeit, den Hoster zur Abschaltung des Loggings zu zwingen oder gibt es Hoster, die von vornherein nicht loggen?


  2. ninjaturkey

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    Eine Frage zum Verständnis:
    Wie speichert man eine IP-Adresse anonymisiert?
    Nur die ersten drei Ziffern?


  3. Lieber die letzten drei. Die ersten 3 geben ja teilweise einen Hinweis auf die Organisation.
    Auf jeden Fall muss man den Werteraum deutlich verkleinern, darum ist eine MD5-Summe einer IP auch keine Anonymisierung, da der Werteraum von MD5 deutlich größer ist. Mit einer Rainbow-Table ist da eine einfache Rückwärtszuordnung möglich.


  4. Na bitte, es geht doch. Ob er Angst vor Vollzugshaft hatte, ist uns leider nicht bekannt. Aber jetzt kann er wahrscheinlich auch das Gütesiegel “Wir speichern nicht” für gesetzeskonformes Betreiben einer Webseite bekommen.

    Wo ich gerade wieder diese Überheblichkeit lese. :)

    Wie ist das eigentlich mit netzpolitik.org, wo diese Zeilen veröffentlicht werden? Hat man bei netzpolitik.org keine Angst vor Vollzugshaft… *fg*

    http://netzpolitik.org/2008/spam-von-mediensternde/

    Schließlich speichert man hier nicht nur die IP-Adressen der User, sondern veröffentlicht die personenbezogenen (?) Daten auch noch, nur weil es die dunkle Seite der Macht betrifft, nämlich ein paar angeblichen Spammern.

    Ich frag ja nur…


  5. Dafür, dass Du auf Fixmbr manchmal stolz verkündest, dass Du dieses Blog wegen vielerlei Gründen nicht mehr liest…

    Die IPs werden hier schnell gelöscht nach der Spam-Identifizierung.


  6. Die IPs werden hier schnell gelöscht nach der Spam-Identifizierung.

    Das glaube ich Dir nicht. Nichtmal im Ansatz.

    Zum Rest sage ich nichts, weils einfach Blödsinn ist – anonsten landen wir ganz schnell wieder bei Yahoo, China und Eurer Unterstützung von Mörderregimen. Alles klar. Das hoffe ich dann doch.


  7. Cool, jetzt kommt die Netzpolitik-Unterstützung von Mörgerregimes. machen wir gerne morgens zwischen 6h-7h.


  8. Jetzt hab ich wieder Fixmbr in meinen Kommentaren am trollen, wegen „angeblicher“ Unterstützung von Mörgerregimes…

    Okay, das wars dann endgültig. Von solchen Leuten wie Dir sollte man sich dringend fernhalten. Mein Gott, was bist Du nur für ein armseliger Mensch…

    Übrigens war damit die Yahoo-Werbung gemeint – als kleine Spitze auf Deine Unterstellung. Aber gut – wie gesagt. Armselig Dich zu bezeichnen ist dann noch harmlos…

    Demnächst dann, wenn Lust und Zeit, wieder per Artikel…


  9. Yahoo-Werbung kannst Du gerne als Beispiel nehmen. Hatte ich drei Stunden drin und mich nicht wohlgefühlt damit. Hab ich dann heruntergenommen. Hält mich nicht davon ab, meine Kritik zu äussern, wenn mir was nicht passt,

    Was Deine Artikel betrifft: Nur zu. Das mit dem „irgendeine Story konstruieren“ schaffst Du ja immer mühelos.


  10. anonymous

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    Muss das sein, dass ihr euch hier so die Köpfe einschlagt?

    @Chris: Ich an deiner Stelle wäre sehr vorsichtig damit, anderen Leuten Überheblichkeit vorzuwerfen, die trieft nämlich geradezu aus fixmbr.de


  11. Kronkorken

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    Hey ihr beiden, bitte vertragt euch mal… Ihr verhaltet euch schon etwas kindisch… :(


  12. Privatkopie

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    Nach den ganzen Blutblogger-Beschimpfungen auf Fixmbr hätte Markus ruhig noch etwas mehr entgegen können. Der Chris hat leider eine sehr ungemütliche Art mit anderen Menschen umzugehen, die ihn mehr als unsympathisch macht. Ich hätte seinen Kommentar gelöscht, so wie er Kommentare löscht, die nicht in sein Weltbild passen.


  13. Können wir die Diskussion über diese Nichtigkeit mal beenden? Danke.


  14. […] noch zu lang und damit verboten ist. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, speichert für seine eigene Behörden-Webseite gar keine IP-Nummern mehr. Für den Internet-Zugang hat er aber ganze 7 Tage pauschale Speicherfrist akzeptiert. von […]

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