Irgendwie absurd, aber es zeigt, wie weit sich der Diskurs von Schäuble, Zypries, Weifelspütz und ähnlichen Bundes-Elitepolitikern schon von den gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Sorgen entfernt hat: Konservative beschweren sich über den Entwurf des BKA-Gesetzes und die aktuelle „Sicherheits“-, also de facto Überwachungs-Politik:
Der Bundeshauptvorstandes der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hat beschlossen, das man im Zweifel für die Freiheit sein muss:
Zahlreiche Änderungen und Verwerfungen sicherheitsrelevanter Gesetze des Bundes und der Länder durch das Bundesverfassungsgericht haben zu Verunsicherungen und Zweifeln in der Bevölkerung und bei Sicherheitsorganen in Deutschland geführt. Permanente gesetzgeberische Aktivitäten zur Terrorismusbekämpfung geben wiederholt Anlass zu heftigen politischen Diskussionen und gesellschaftlichen Irritationen.
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) appelliert an die Gesetzgeber, künftig mit größerer Umsicht, Professionalität und dem für Sicherheitsgesetzgebung dringend gebotenen Augenmaß tätig zu werden. Keinesfalls darf die Auseinandersetzung zwischen den Gesetzgebungsorganen und dem Bundesverfassungsgericht zum Maßstab für die politische Diskussion von Freiheit und Sicherheit werden.
Im Spannungsfeld notwendiger Maßnahmen zur Bekämpfung von Gefahren durch Kriminalität und Terrorismus und dem Schutz persönlicher Freiheitsrechte müssen eben diese im Zweifel Vorrang haben. Die vom Bundesverfassungsgericht formulierten Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung und der Gewährleistung der Integrität informationstechnischer Systeme sind für alle Organe staatlicher Gewalt bindende Prinzipien und zugleich gestalterische Chancen in einer freiheitlichen Gesellschaft.
General d.D. Jörg Schönbohm, Innenminister von Brandenburg und im Allgemeinen „Sicherheits“-Hardliner, hat starke Zweifel daran, dass das BKA-Gesetz verfassungsgemäß ist:
„Das, woran der Bundesinnenminister gedacht hat, wird möglicherweise nur durch eine Änderung der Verfassung gehen“, warnte der CDU-Politiker.
Auch der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), warnte vor der angekündigten Videoüberwachung von Wohungen Unverdächtiger:
Für ihn ist das Anfertigen von Foto- und Filmaufnahmen ohne das Wissen der Betroffenen „Big Brother hoch zwei“.
Wohlgemerkt: Das ist alles noch ohne die Kritik der Opposition, die wie erwartet harsch ausfällt. Aber interessanter sind die Verwerfungen, die das schon in den Regierungsfraktionen hinterlassen hat.
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9 Kommentare zu „Konservative besorgt über BKA-Gesetz“
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Im Internet nennen wir das „Epic Fail“ ;-)
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[…] netzpolitik.org findet sich ein interessanter Post zu den kritischen Reaktionen selbst aus dem konservativen Milieu, hier die Polizeigewerkschaft. […]
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[…] schon für viel Aufsehen gesorgt. Videoüberwachung in Wohnungen unbescholtener Bürger findet eben nicht jeder toll. Allerdings wurde um den Gesetzestext ein kleines Geheimnis gemacht, wie war das doch […]
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[…] Konservative besorgt über BKA-GesetzIrgendwie absurd, aber es zeigt, wie weit sich der Diskurs von Schäuble, Zypries, Weifelspütz und ähnlichen Bundes-Elitepolitikern schon von den gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Sorgen entfernt hat: Konservative beschweren sich über den Entwurf des BKA-Gesetzes und die aktuelle “Sicherheits”-, also de facto Überwachungs-Politik […]
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[…] netzpolitik.org: » Konservative besorgt über BKA-Gesetz » […]
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[…] http://j.metux.de/index.php?option=com_content&task=view&id=24 http://netzpolitik.org/2008/konservative-besorgt-ueber-bka-gesetz/ […]
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[…] nun auch einige Konservative Zweifel an den geplanten neuen Kompetenzen des BKA zu bekommen:netzpolitik.org – Konservative besorgt über BKA-Gesetz: Irgendwie absurd, aber es zeigt, wie weit sich der Diskurs von Schäuble, Zypries, Weifelspütz […]
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[…] man bei netzpolitik.org nachlesen kann, schrecken z.B. die neusten Änderungsvorschläge für das BKA-Gesetz sogar […]
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[…] bedroht: Der Schnüffelstaat, der Big Brother, mit Online-Durchsuchung, Wohnraum-Videoüberwachung, BKA-Gesetz und vielen weiteren Ideen aus Orwells Alpträumen. Zum aktuellen Grundrechtereport erklärt die […]
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