Es war ein merkliches Aufatmen Ende vergangenen Jahres. Nach mehr als drei Jahren Verhandlungen hatten sich Vertreter*innen der EU-Staaten im Rat auf eine gemeinsame Position zur sogenannten Chatkontrolle geeinigt, einem der weitreichendsten Überwachungsprojekte der EU.
Hinter der Chatkontrolle stecken Pläne der EU-Kommission, Anbieter von Messengern wie Signal oder WhatsApp auf Anordnung dazu verpflichten zu können, die Kommunikation von Nutzer*innen zu durchleuchten. Vertrauliche Nachrichten müssten sie dann in großem Stil nach sogenannten Missbrauchsdarstellungen durchsuchen – ein fundamentaler Angriff auf sicher verschlüsselte Kommunikation. Anlass ist der Vorschlag für eine Verordnung zur Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern, kurz: CSA-VO.
Fachleute aus unter anderem Kinderschutz, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sind gegen das Vorhaben Sturm gelaufen. Mit dem Nein von Rat und EU-Parlament dürfte die Chatkontrolle vom Tisch sein. Kaum beachtet geblieben ist dabei jedoch ein weiteres Überwachungsvorhaben im Vorschlag der Kommission, und zwar die Einführung von Alterskontrollen.
Die EU-Kommission möchte Anbieter nämlich auch dazu verpflichten dürfen, das Alter ihrer Nutzer*innen zu überprüfen. Betroffen sind Dienste, die Erwachsene nutzen können, um sexuelle Kontakte zu Minderjährigen anzubahnen. Das nennt sich Grooming.
Alterskontrollen laufen oftmals auf invasive Maßnahmen heraus. Nutzer*innen müssten dann zum Beispiel ihr Gesicht biometrisch vermessen lassen, damit eine Software ihr Alter schätzt, oder mithilfe von Dokumenten wie dem Ausweis belegen, dass sie erwachsen sind. Mindestens würde es damit für Millionen Nutzer*innen schwerer, sich frei im Netz zu bewegen. Wenn es nicht gelingt, solche Kontrollen sicher zu gestalten, drohen Datenschutz-Verletzungen und massenhafte Überwachung.
Kommission, Rat und Parlament haben teils widersprüchliche Positionen zu den Alterskontrollen. Aktuell verhandeln sie im sogenannten Trilog über die Verordnung – und damit auch über die Zukunft von Alterskontrollen in der EU. Wir liefern die Übersicht über die zentralen Positionen und die Risiken dahinter.
- Das will die EU-Kommission
- Das will der Rat der EU
- Das will das EU-Parlament
- Das steht auf dem Spiel
- So geht es jetzt weiter
Das will die EU-Kommission
Der Vorschlag der EU-Kommission sieht eine Verpflichtung zu Alterskontrollen bei „interpersonellen Kommunikationsdiensten“ vor, einfach ausgedrückt: Anbietern mit Chatfunktion.
Sie sollen zunächst selbst das Risiko für Grooming einschätzen, also ob ihre Dienste zum Zweck des „sexuellen Kindesmissbrauchs“ eingesetzt werden könnten. Dabei spielt etwa eine Rolle, wie viele Kinder den Dienst überhaupt verwenden, wie leicht sie von Erwachsenen auf der Plattform kontaktiert werden können und welche Möglichkeiten es gibt, solche Kontakte zu melden.
Potenziell von Grooming betroffene Anbieter sollen dann das Alter ihrer Nutzer*innen überprüfen, um Minderjährige „zuverlässig“ zu identifizieren. Die Konsequenz sollen Maßnahmen zur Risikominderung sein. Zwar nennt der entsprechende Artikel im Entwurf kein konkretes Beispiel – denkbar wären aber zum Beispiel eingeschränkte Chat-Funktionen, die keine Gespräche mit Fremden erlauben.
Vergangene Recherchen über Grooming legen nahe: Diese Regelung könnte viele populäre Plattformen treffen, etwa TikTok, Instagram und Roblox oder das unter Gamer*innen beliebte Discord. Auch Messenger wie WhatsApp oder Signal könnten dazu verpflichtet werden, das Alter ihrer Nutzer*innen zu prüfen.
Entscheidend sind hier die Worte „zuverlässig identifizieren“. Eine schlichte Altersabfrage dürfte kaum genügen. Es geht auch nicht bloß darum, dass Anbieter Schutzfunktionen für Minderjährige bereithalten müssen, damit betroffene Minderjährige (oder ihre Aufsichtspersonen) sie einsetzen können. Stattdessen könnte es sein, dass Nutzer*innen in großem Stil beweisen sollen, dass sie schon erwachsen sind.
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Zusätzlich sieht die Kommission eine weitere Altersschranke vor, die noch einen Schritt früher ansetzt, und zwar bei „Stores für Software-Anwendungen“. Darunter dürften mindestens der Google Play Store und Apples App Store fallen, je nach Auslegung auch Spiele-Marktplätze wie Steam. Auch dort müssten Nutzer*innen demnach ihr Alter nachweisen, bevor sie Zugang bekommen.
Das will der Rat der EU
Der Rat der EU vertritt die Regierungen der Mitgliedstaaten. Geht es um Alterskontrollen, deckt sich die Ratsposition weitgehend mit dem Vorschlag der Kommission. Auch der Rat will, dass Anbieter, die ein Risiko zur Kontaktaufnahme mit Kindern bei sich feststellen, das Alter ihrer Nutzer*innen kontrollieren. Das Gleiche will der Rat für App Stores.
Für die Ausgestaltung dieser Kontrollen stellt der Rat weitere Anforderungen auf. Demnach sollen die Maßnahmen Privatsphäre und Datenschutz wahren, transparent, akkurat und dabei auch zugänglich und diskriminierungsfrei sein. Der Rat spricht damit Aspekte an, die sich auch an anderer Stelle in EU-Regeln finden, etwa in den Leitlinien zum Jugendschutz im Netz auf Grundlage des Gesetzes über digitale Dienste (DSA).
Der Knackpunkt: Keine Technologie wird all diesen Anforderungen gerecht. Um den Anspruch zu erfüllen, akkurat zu sein, müssten Prüfungen wohl invasiv sein – sonst lassen sie sich täuschen. Typisch sind Kontrollen mit biometrischen Daten oder auf Basis von Dokumenten wie Ausweispapieren. Erstere können Menschen diskriminieren, die nicht ausreichend in den Trainingsdaten eines KI-Systems repräsentiert sind, etwa Women of Color. Letztere können Menschen ausschließen, die keine Papiere haben.
Das will das EU-Parlament
Das EU-Parlament will bei Alterskontrollen einen anderen Weg einschlagen, wie dessen Position zeigt. Streichen will das Parlament demnach die Pflichten für Alterskontrollen auf der Ebene von App-Stores.
Die Marktplätze sollen demnach bloß deutlich ausweisen, wenn Apps erst ab einem bestimmten Alter vorgesehen sind. Zudem sollen sie bei Apps, die das verlangen, die Zustimmung von Erziehungsberechtigten sicherstellen. Diese Maßnahmen könnten etwa Apple und Google bereits umgesetzt haben: Dort gibt es entsprechende Vorkehrungen für Accounts von Minderjährigen, die an Eltern-Accounts gekoppelt sind.
Für die Anbieter von Kommunikationsdiensten will das Parlament im Gegensatz zu Rat und Kommission keine verpflichtenden Alterskontrollen, sondern optionale. Risiken mindern müssen betroffene Anbieter dennoch; sie hätten allerdings die Wahl, auf welche Weise sie das tun.
Weniger invasive Methoden zur Altersprüfung haben einige Plattformen bereits heute im Einsatz. So will TikTok das Verhalten von Nutzer*innen auf Signale untersuchen, die auf ein zu geringes Alter hindeuten, etwa, mit welchen Accounts sie interagieren.
Das Parlament fordert zudem eine Reihe von Auflagen für Alterskontrollsysteme und wird dabei konkreter als der Rat. Demnach soll es für Nutzer*innen weiterhin möglich sein, anonyme Accounts einzurichten, und es sollen keine biometrischen Daten verarbeitet werden dürfen. Zudem sollen Kontrollen nach dem Zero-Knowledge-Prinzip erfolgen. Praktisch heißt das: Anbieter, bei denen man das eigene Alter nachweist, sollen nichts weiter erfahren, außer ob man die nötige Altersschwelle überschreitet. Ein mögliches Werkzeug dafür ist die von der EU in Auftrag gegebene Alterskontroll-App, die künftig Teil der digitalen Brieftasche (EUDI-Wallet) werden soll.
Für Dienste, die sich an Kinder unter 13 Jahren richten, fordert das Parlament zusätzlich, dass sie standardmäßig in ihren Funktionen hohe Sicherheitsstandards wählen. Sie sollen etwa verhindern, dass Nutzer*innen persönliche Daten teilen oder Screenshots machen können.
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Gesondert verlangt das Parlament außerdem Regeln für Pornoplattformen. Diese besondere Gruppe von Anbietern soll verpflichtend das Alter von Nutzer*innen kontrollieren. Das entspräche jedoch im Tenor den Anforderungen aus bereits bestehenden EU-Gesetzen wie der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste und dem DSA.
Das steht auf dem Spiel
Alterskontrollen sind nicht nur ein Thema für Kinder und Jugendliche – es geht nämlich darum, alle Nutzer*innen zu kontrollieren, um Minderjährige herauszufiltern. Die deutsche Europa-Abgeordnete Birgit Sippel (SPD) warnt: „Eine verpflichtende Altersverifikation würde eine Ausweispflicht für weite Teile des Internets bedeuten, und zwar vor allem auch für Erwachsene.“ Diese Warnung würde jedoch voraussetzen, dass die EU eine Pflicht zu Alterskontrollen sehr streng auslegt.
Wenn bei Alterskontrollen die Plattformen zum Türsteher werden und Daten auch für andere Zwecken nutzen können, wäre das „höchst problematisch“, so Sippel weiter. Deshalb brauche es Safeguards wie das Zero-Knowledge-Prinzip. „Schließlich darf die Anonymität und Nutzung von Pseudonymen nicht gefährdet werden.“ Außerdem warnt die Abgeordnete davor, Alterskontrollen als Allheilmittel zu betrachten. „Um Kinder effektiv zu schützen, braucht es eine strukturelle Reform der Plattformen, damit Profit nicht mehr aus dem Geschäft mit missbräuchlichen Inhalten geschlagen werden kann.“ Abgeordnete aus anderen Fraktionen haben sich auf Anfrage von netzpolitik.org nicht geäußert.
Für European Digital Rights (EDRi), dem Dachverband von Organisationen für digitale Freiheitsrechte, beobachtet Politikberater Simeon de Brouwer das Gesetzesvorhaben. „Verpflichtende Altersverifikation bei Diensten für zwischenmenschliche Kommunikation ist gefährlich, weil sie die freie Rede unterdrückt“, warnt er. Je nach Art der Kontrollen könnten ganze Gesellschaftsgruppen ausgeschlossen werden – etwa Menschen ohne Papiere. Außerdem warnt er vor Einschüchterung („chilling effects“), wenn der Zugang zu sicherer Kommunikation hinter verpflichtenden Kontrollen steht.
Auch Alterskontrollen auf App-Marktplätzen lehnt de Brouwer ab. „Ein derartiges Maß an Kontrolle und aufdringlicher Datenverarbeitung sollte nicht normalisiert werden – besonders nicht an einem solchen Nadelöhr.“ Es entstehe keine Sicherheit, sondern Kontrolle, wenn der Zugang zu digitalen Werkzeugen vom Überwinden zentraler Prüfsysteme abhängig gemacht wird.
Svea Windwehr ist Co-Vorsitzende des Vereins für progressive Digitalpolitik D64. „Alle bekannten Technologien zur Altersbestimmung im Netz weisen signifikante Schwächen auf“, schreibt sie auf Anfrage. So seien etwa KI-gestützte Altersschätzungen häufig ungenau und „bergen massive Diskriminierungspotenziale, da ihre Leistung stark von Geschlecht, Alter, Hautfarbe und anderen Merkmalen abhängt“. Verifikation anhand von Ausweisdokumenten wiederum könne „eine signifikante Barriere für gesellschaftliche Teilhabe darstellen“.
Unterm Strich würden neue Pflichten zur Altersverifikation „einen Bärendienst für die Privatsphäre von jungen Menschen im Netz“ darstellen, warnt Windwehr. Vor allem würden sie nichts an den strukturellen Problemen ändern, die Plattformen zu unsicheren Räumen für Kinder machen können. „Der politische Anspruch sollte darin bestehen, an der Wurzel des Problems anzusetzen und Plattformen für ihre Produkte zur Verantwortung zu ziehen, statt vulnerable Nutzende auszuschließen.“
So geht es jetzt weiter
Beim Gesetz steht die EU unter gewissem Zeitdruck. Obwohl viele Dienstleister wie etwa Meta bereits jetzt eine freiwillige Chatkontrolle durchführen, fehlt dafür eine dauerhafte Rechtsgrundlage. Möglich ist die Maßnahme nur durch eine vorübergehende Ausnahmeregelung mit Blick auf die Datenschutz-Richtlinie für elektronische Kommunikation. Die Frist dafür endet jedoch im April 2026. Zumindest Kommission und Rat wollen sie um zwei Jahre verlängern; das Parlament müsste dem noch zustimmen.
Weil der Rat sich jahrelang nicht auf eine Position zur Chatkontrolle einigen konnte, war das ganze Gesetzesvorhaben für lange Zeit blockiert. Erst mit der Einigung auf die Ratsposition Ende November wurde der Weg frei für die informellen Trilog-Verhandlungen zwischen Kommission, Rat und Parlament. Beim Trilog versuchen die drei EU-Organe einen Kompromiss zu finden. Verhandelt wird hinter verschlossenen Türen. Dauer: ungewiss; ein Ergebnis ist nicht garantiert.
„Trotz der Differenzen zeigen das Europäische Parlament und der Rat die feste Absicht, intensiv an dem Vorschlag zu arbeiten und so schnell wie möglich eine Einigung zu erzielen“, sagte jüngst der spanische Abgeordnete Javier Zarzalejos (EVP) während einer Ausschuss-Sitzung am 27. Januar. Er ist der zuständige Berichterstatter der konservativen Fraktion im Parlament.
Nach dem ersten Verhandlungstermin am 9. Dezember sollen Verhandlungen auf technischer Ebene am 15. Januar begonnen haben. Aus diesen bis dato zwei Terminen könne Zarzalejos von „guter Atmosphäre und beachtlichem Fortschritt“ berichten. Diskutiert habe man bisher insbesondere das neue EU-Zentrum – das ist die geplante zentrale Anlaufstelle zur Umsetzung der Verordnung. Der nächste Trilog-Termin soll der 26. Februar sein.

Pornos, SocialMedia usw. ab 16 mit verpflichtender Ausweiskontrolle ist vollkommen in Ordnung.
Verliert man heute irgendwo seine Zugangsdaten, muss man sich auch meistens mit einem Ausweis legitimieren, um wieder Zugriff zu erhalten.
Somit gibts das längst im Internet seit mindestens 15 Jahren. Verstehe diese Aufregung hier daher überhaupt nicht.
Kein Zugriff auf schädliche Inhalte unter 16!
Verpflichtende Ausweiskontrollen bei Social Networks und Pornoseite sollten einem grundsätzlichen Denkverbot unterliegen. Auf gar keinen Fall darf man Tröge schaffen, aus denen dann Regierungen, kriminelle Hacker, Werbefirmen etc. fressen können.
Denk mal weiter über diesen Vorschlag nach. Was sind schädliche Inhalte? Definier das mal rechtssicher und verhältnismäßig, da du jeden einzelnen Bürger dazu bringst sich zu deanonymisieren und auszuweisen (Widerspruch zur Privatsphäre und Datensparsamkeit).
Frag auch mal die Jugendlichen wie sie deinen Vorschlag so finden. Ich finde es immer lächerlich wie Erwachsene sich aufspielen und einseitig über die Grundrechte der aufkommenden Generationen entscheiden. Mit welchem Recht? So etwas beschreiben wir, wenn angwendet auf Erwachsene, dann doch eher als Diktatur.
PS: die Jugendlichen wollen nicht von dir/Euch/uns geschützt werden.
Auch wenn das wahrscheinlich simples trollen ist: Nein, das ist einfach falsch.
„Kein Zugriff auf schädliche Inhalte unter 16!“
Das Internet mit all seinen Inhalten ist jetzt 30 Jahre alt, wir haben also eine ganze Generation quer über den Globus Erfahrung (Messwerte). Wer damals 15 war ist jetzt 45. Und diese Erfahrung ist: die Inhalte sind nicht das Problem. Ausser natürlich für Leute, die Inhalte und andere kontrollieren wollen. Und für Leute, die ihre Kinder nicht lebensfähig erziehen wollen.
„Das Internet mit all seinen Inhalten ist jetzt 30 Jahre alt, wir haben also eine ganze Generation quer über den Globus Erfahrung (Messwerte). Wer damals 15 war ist jetzt 45. Und diese Erfahrung ist: die Inhalte sind nicht das Problem. “
Das mag im Gros vorkommen. Eine Demokratie hat allerdings die Pflicht, auch Minderheiten zu schützen. Das gilt im Übertragenen Sinne auch für Sachen, die die Masse der Menschen nicht wahrnehmen, was Schädigungen betrifft. Die Mittel der Wahl sollten hier vermutlich Bildung und vernageln der Rechner der Kids sein. Dafür muss man IT-Dienstleistungen in der Breite fördern und freie Software dazu ebenfalls.
„Ausser natürlich für Leute, die Inhalte und andere kontrollieren wollen. Und für Leute, die ihre Kinder nicht lebensfähig erziehen wollen.“
Da wäre ich vorsichtig. Die Statistiken sind nicht mal erhoben worden. Wir haben nicht mal brauchbare Statistiken über den bösesten analogen Scheiß aus der Zeit. (Epstein anyone?)
Hinzu kommt, das auch die Jahrzehnte davor, Kids zusammen rumgelaufen sind, und die Eltern keine Ahnung hatten wo. Wir wissen inzwischen durchaus, das das nicht immer ganz ohne war. Weder werden angerichtete Schäden erkannt bzw. immer kommuniziert, oder eine Stufe früher: Gefahren, noch haben wir eine umfassende Statistik der Zeit. Z.T. kommen Sachen heraus, wenn man an die großen Skandale mit irgendwelchen Internaten und Jugendgruppengeschichten denkt. Will sagen, die Gesellschaft war insgesamt durchaus auch naiv gewesen. Wodrinnen besonders und in welchem Jahrzehnt jeweils, …, nun gut, da wird es dann komplizierter.
Tja, wer totale Sicherheit will, der will halt totale Überwachung.
die schaffung einer lückenlosen überwachungsinfrastruktur wird immer aggressiver und schneller vorangetrieben. in ein paar jahren wird man sowas wie privatsphäre nur noch aus erzählungen und geschichtsbüchern kennen.
Ich verstehe das mit den Alterskontrollen bzgl den AppStores immer noch nicht ganz ( was z.B. der Rat da will)
Jede App in AppStores hat ja i.d.R eine Alterskennzeichnung.
Wo bzw wann soll denn aber die Alterskontrolle erfolgen?
Das einzige denkbare Szenario wäre da für mich:
-Nutzer kann normal (ohne Altersnachweis) den AppStore betreten
-Er kann dann Apps, die bis zu einem gewissen Alter (z.B u18 oder u16) normal runterladen.
– Will er zum ersten Mal eine App runterladen, die z.B ab 18 ist, muss er sein Alter nachweisen, um die App zu nutzen. Hat er sein Alter bei einem solchen Download einmal nachgewiesen, wird ein über den Nutzer ein bool z.B ü18=true gespeichert. Er kann ab dann ohne weiteren Nachweis entsprechende Apps runterladen.
Alles andere macht für mich keinen Sinn.
Wenn der Altersnachweis schon quasi Zugangsvoraussetzung zu AppStores werden würde, dann
a) würde es keinen Sinn machen, dass die Alterskontrolle über eine App erfolgt (es sei denn, diese soll schon standardmäßig ab Werk auf dem Gerät installiert sein)
b) würden Menschen ohne Altersnachweis nicht nur von Kommunikation, sondern anderen elementar wichtigen Apps ausgeschlossen werden (z.B. 3D Secure, Authenticator uvm)
Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass sie die zweite Variante wollen, andererseits… bei dem Überwachungs- und Kontrollfanatismus der EU, wäre ihr auch das zuzutrauen.
Wenn oppositinelle aus dem Iran sich bei jeder APP Authentifizieren müssen…. Dann hat das doch zur folge das die in Lebensgefahr sind wenn die Pass Daten mal geleaked werden und der Klarname von Kritikern am Islamistischen Regime dann nachvollziehbar wird.
Alles das, was da in Europa diskutiert wird. Alles das gefährdet am Ende doch Menschenleben auf der ganzen Welt. Es braucht wieder eine Menschenrechts zentrierte Netzpolitik.
Anonym or nothing.
letztendlich geht es den regierungen nur darum immer zu wissen wann wer und wo jemand etwas im internet äußert. und damit wird jede freie Meinungsäußerung im internet unterbunden. Damit ist die Demokratie kaputt und wir wären genauso weit wie in China. Aber wenn das internet nicht mehr für die Menschen da ist dann brauchen wir es nicht mehr. Zumindest gäbe es dann auch keine Betrug mehr im Netz.
Anyonme Alterskontrolle von Gnaden EU, was Protokolle und Softwareunterstützung betrifft, sowie gegebenenfalls Fördergelder auch für den Betrieb, jew. staatliche Server mit EU-kompatiblem Perso. In der Übergangsphase flanscht jeder Staat sein existierendes Ding zunächst bei sich an, oder bietet einen eigenen Videodienst an, Video+E-Perso z.B., je nach notwendiger Güte der Prüfung. Dennoch kann das über EU-Protokoll dann international zur Altersverifikation genutzt werden.
Dabei ist der Zugang für Dienste, die das nutzen wollen, niedrigschwellig, Gebühren eher nicht, da wir die gesamte Bevölkerung sowieso skalieren müssen, und der Dienst nun mal allgemeine Güte haben soll, also auch „sehr hohe“. Also gegebenenfalls Warteschlangen. Nutzende Dienste kriegen gar nichts, einen feuchten Händedruck, Verifkation von Daten denkbar, je nach Umstand und unter Angabe des zu befriedigenden Gesetzes, sowie des Firmensitzes. Transparent gegenüber Nutzern, nicht (nur) per App, sondern auch durch ein eigenständiges Lesegerät. Alles kryptographisch abgesichtert (post-quantum, no more jitter!). Wer keine staatliche Firmenregistry mit kryptographischer Absicherung hat, kann eben nicht verifizieren.
Das kostet, auch Hirn, ist aber eigentlich der einzige realistische Weg, in einer Welt voller „Frienemies“. Social Media, werbegetrieben kommerziell, Daten massenhaft irgendwohin? -> Orkus. Ich weiß, „won’t happen“ – in dem Falle müsst ihr dem Bürger Abschottung geben. Umgekehrte Unschärferelation: Entweder keine Daten, oder kein Echtlebenzugriff. D.h. Geräte dürfen dann eben nichts mehr. Kann man machen, oder zumindest ermöglichen, wenn man eben schon Datendurchfall hat.
Wie soll das global funktionieren?
Die EU wird nicht alle Staaten regulieren können.
Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass Plattformen das in den USA durchsetzen können. Und VPN verbunden mit einer US-basierten Mailadresse sind ja nun kein Hexenwerk – auch nicht für Jugendliche.
Und andersherum ist es die Einführung einer eindeutigen staatlich garantierten Identifikation im Internet. Das bietet Überwachung durch private und staatliche Akteure eine offene Türe.
Wie immer ist der Kinderschutz ein beliebter Strohmann, mehr Überwachung einzuführen.
Mir fällt gerade ein: Ausweiskontrollen für Social Media schön und gut (und eh falsch).
Aber Ausweiskontrollen verpflichtend für Browser, um ins Internet zu gelangen? Das ist der nächste logische Schritt.
Benutzt du Tor? Ist ein Browser, und fehlt die Ausweiskonrolle, ist der Browser auch gesperrt.
Dann sind Webseiten wie netzpolitik und noyb mit genau 0 Besuchern gesät. Null. Weil Datenschützer Ausweiskontrollen fürs Internet generell boykottieren, werden unliebsame Webseiten keinerlei Beachtung mehr finden. Eine Win-Win-Situation für unsere Feinde von Big Tech und Staat.
Discord schaufelt sich sein eigenes Grab!
https://discord.com/press-releases/discord-launches-teen-by-default-settings-globally
Erste Auswirkungen:
https://mastodon.matrix.org/@matrix/116042973159885260
Cory Doctorow hatte recht mit seinem Aufsatz über Enshittification!