gerade wollen ganz viele Bundesländer ihren Polizeien krasse Sachen erlauben. Verhaltensscanner etwa, also Videoüberwachung, bei der eine sogenannte KI analysiert, was die abgebildeten Menschen gerade tun. Als ich den Polizeigesetz-Entwurf aus Bremen gelesen habe, war ich deshalb erst mal erfreut, dass das Land sich immerhin diese Video-KI spart, auch wenn es sein Polizeigesetz verschärft.
Als ich mit dem Lesen fertig war, kam die Nachricht, dass eben doch ein Verhaltensscanner in Bremen installiert wird – nur halt nicht von der Polizei, sondern vom Nahverkehrsunternehmen, das damit alle Busse und Bahnen ausrüsten will.
Man kommt anscheinend nicht mehr drumrum. Die Technologie erlebt in Deutschland gerade einen echten Hype. Dabei funktioniert sie noch gar nicht richtig, das sagt zumindest die Polizei von Mannheim, wo das System seit 2018 entwickelt wird.
Viel Spaß beim Lesen!
Martin
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Obwohl sich der Gemeinderat dagegen ausgesprochen hat, setzen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und das Regierungspräsidium Videoüberwachung durch. Dafür greifen sie auf eine ungewöhnliche Rechtsgrundlage zurück.
Der Bremer ÖPNV plant KI-gestützte Videoüberwachung in allen Trams und Bussen. Auch die Polizei hat schon ein Auge auf die Technologie geworfen. Zunächst soll ihr aber heimliches Filmen mit Kameradrohnen erlaubt werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) findet ein Social-Media-Verbot bis 16 Jahre sympathisch. Viele Organisationen aus Kinderschutz, Wissenschaft und Pädagogik lehnen das Verbot allerdings ab – und warnen vor Schäden für Kinder und Jugendliche. Die Übersicht.
Die 8. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 16 neue Texte mit insgesamt 148.799 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
tagesschau.de
CDU und SPD wollen ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. CSU-Chef Markus Söder nennt eine Altersgrenze hingegen „totalen Quatsch“ und „realitätsfremd“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann pflichtet ihm bei.
Golem
Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat Telegram als Sicherheitsrisiko eingestuft, weil der Messengerdienst das Leben von Soldaten gefährde. Ukrainische Streitkräfte und Geheimdienste könnten Informationen daraus beziehen und zu ihrem Vorteil nutzen.
Der Standard
OpenAI bringt offenbar in einem Jahr einen smarten Lautsprecher auf den Markt. Darüber kann man sich mit ChatGPT unterhalten – und weite Teile des eigenen Lebens von der KI abhören lassen.
Ars Technica
Es droht eine weitere Fachleute-Abwanderung: Neue Beschränkungen behindern die Arbeit von Nicht-US-Wissenschaftlern am NIST, der wichtigsten US-Forschungs- und Standardisierungsbehörde in Technologiefragen. Eine NIST-Sprecherin erklärte, die Maßnahmen schützten die Wissenschaft vor Diebstahl.
The New York Times
Fast 7 Prozent hat die japanische Partei Team Mirai bei der zurückliegenden Wahl aus dem Stand erhalten. Die Tech-Optimisten wollen unter anderem KI-Anwendungen weitflächig ausrollen.
Der Spiegel
Ausführlich hatte das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt institutionellen Rassismus in Deutschland erforscht. Die Studie hat Innenminister Alexander Dobrindt anschließend still und leise online gestellt, zum Frust der Forscher:innen.
Science Daily
Eine spezielle Zutat macht Sodium-Ionen-Akkus doppelt so leistungsfähig wie bisher: Wasser. Eine aktuelle Erfindung könnte als Nebenprodukt sogar Meerwasser entsalzen.
Europarat
Der Menschenrechtskommissar des Europarates warnt in der Debatte um ein Social-Media-Verbot davor, die Verantwortung zu verschieben: Staaten sollten Plattformen dazu verpflichten, Risiken für Kinder zu minimieren, statt diesen den Zugang zu verbieten.
Kuketz-Blog
Google Family Link wird als smarte Lösung verkauft, das Smartphone-Verhalten der eigenen Kinder im Blick zu behalten. Tatsächlich werden dabei aber persönliche Daten der Kinder an Google weitergeleitet, das diese speichert und verarbeitet.
AP
Ein kanadischer Amokläufer ist Monate zuvor dem ChatGPT-Anbieter OpenAI wegen „Förderung gewalttätiger Aktivitäten“ aufgefallen. Das Unternehmen hat erwogen, die Polizei zu informieren, letztlich hat es nur zu einer Account-Sperre gereicht.
Gizmodo
KI ist schlecht für die Umwelt. Aber das ist die Menschheit doch auch, argumentiert Sam Altman, Chef des ChatGPT-Herstellers.
Focus
Wenn deutsche Polizeien Software von Palantir nutzen, können auch Daten Unschuldiger und Unverdächtiger an das Unternehmen abfließen. Es reicht, mit dem Handy zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.
Winfuture
Das US-Heimatschutzministerium hat sich gerade einen Einkaufsgutschein bei Palantir über eine Milliarde US-Dollar gegönnt. Damit soll Überwachungssoftware beschafft werden.
The New York Times
Mit der KI-Industrie ist in den USA ein neuer politischer Akteur entstanden. Im Vorjahr haben KI-Lobbygruppen rund 83 Mio. US-Dollar in meist republikanische Wahlkampagnen gesteckt, Tendenz rasant steigend.
Der Standard
Das österreichische Innenministerium hat eine Überwachungssoftware gekauft, die auch die US-Abschiebebehörde ICE nutzt. "Tangles" kann mit einem Zusatzmodul auch Standortdaten ausspionieren.
Liebe Leser:innen, ich hoffe, ihr hattet erholsame Ostertage. Während Feiertage für viele die lang ersehnte Zeit für ihre Lieben und Angehörigen bringen, sind sie für manche eine Zeit, in der sich häusliche Gewalt zuspitzt und in der Hilfsangebote wie Frauenhäuser noch mehr als sonst an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Im heutigen Interview erzählt Isa Schaller, Gründungsmitglied […]
Liebe Leser*innen, ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als Kind Ostereier gesucht habe. Auf einmal waren allerlei rundliche oder farbige Objekte im Garten verdächtig. Manchmal ging mein Griff zu einem Kieselstein – Fehltreffer! Manchmal fand ich nur bemalte Hühnereier, die meine Oma wohl für gesund hielt. Langweilig! Die Suche nach Ostereiern ist harmlos. […]
Liebe Leser:innen, ein Social-Media-Verbot einzuführen, ist gar nicht so einfach, wie es sich manche wünschen. EU-Recht und das Grundgesetz stehen dem entgegen. Das schreiben die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages. Entscheiden können die Fachleute darüber nicht. Das wird wohl der Europäische Gerichtshof tun. Oder die EU-Kommission selbst macht noch einen Vorstoß, der dann für alle […]
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