wie krank ist das denn? Diese Frage beantwortet eine Vielzahl selbsternannter medizinischer Autoritäten auf Social-Media-Plattformen. Ihnen gilt es teils schon als ADHS-Symptom, wenn eine Person ein Handy sucht, das sie gerade in der Hand hält. Entsprechend schätzen immer mehr Menschen ihr eigenes Verhalten als krankhaft ein. Zehnmal mehr als tatsächlich betroffen sind. Doch das, so schreibt meine Kollegin Carla in ihrer höchst lesenswerten Kolumne, ist kein Problem der entsprechenden Influencer*innen, sondern der mangelhaften psychologischen Versorgung geschuldet.
Bleibt gesund!
Martin
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Private und öffentlich-rechtliche Medien stehen unter Druck – nicht nur durch Big Tech, sondern auch weil überholte Wettbewerbslogiken das wechselseitige Verhältnis prägen. Dabei gibt es im digitalen Raum Potenziale für Kooperation, die gerade wegen jeweils unterschiedlicher Logiken möglich sind.
Künftig können Nutzer*innen von WhatsApp und Co. mit einer KI chatten und auch sprechen. Dabei werden ihre Daten mit Meta geteilt. Und ein Test-Feature lässt die KI sogar durchgängig mithören.
Der Bundesrat will, dass die Polizei bundesweit Palantir als Software einsetzt. Der rechte Milliardär und Strippenzieher Peter Thiel ist Großaktionär des Unternehmens. Diesem Feind der Demokratie Geld und Daten in den Rachen zu werfen, ist unverantwortlich. Ein Kommentar.
Die Musikindustrie geht mit horrenden Schadensersatzforderungen gegen das Internet Archive vor, weil dieses Schellackplatten digitalisiert hat. Musiker:innen und das Archiv wehren sich gegen die Klage.
Immer mehr Menschen denken, ihr eigenes Verhalten sei krankhaft. Und selbsternannte „Mental-Health-Coaches“ sind plötzlich einflussreicher als ausgebildete Therapeut:innen. Das aber hat weniger mit TikTok als mit unserer schlechten Gesundheitsversorgung zu tun. Und damit, was wir für krank erachten.
Die 12. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 19 neue Texte mit insgesamt 170.470 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
heise online
Nach einer Datenpanne sind mehrere Online-Casinos, darunter auch zahlreiche mutmaßlich illegale Angebote, in Deutschland offline gegangen. Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann hatte zvorher vor massiven Datenschutzproblemen bei der Softwarefirma The Mill Adventures gewarnt.
Finanzwende Recherche
US-amerikanische und chinesische Big-Tech-Unternehmen drängen auf den europäischen Finanzmarkt. Zwei Studien der NGO Finanzwende zeigen, dass bestehende Aufsichtsmechanismen für die Kontrolle der mächtigen Player unzureichend sind. Es brauche eine "europäische Antwort" auf die neuen Risiken.
Forbes
Google versucht, sogenannte Künstliche Intelligenz zu nutzen, um Anfragen von Strafverfolgungsbehörden schneller zu bearbeiten. Doch die KI-Tools scheitern an der Aufgabe und Ingenieur:innen mussten nun ihren Hut nehmen.
heise online
Italien hat die Verhandlungen mit Starlink gestoppt. Verteidigungsminister Guido Crosetto sagte, die Gespräche seien aufgrund von Kontroversen um Elon Musk zum Erliegen gekommen. Die italienische Regierung sucht nun nach Alternativen für sein Satelliten-Internet.
The Verge
Cloudflare hat ein Tool gegen Bots entwickelt, die das Internet nach Daten für KI-Training durchforsten. Sie werden in ein endloses Labyrinth aus untereinander verlinktem, KI-generiertem Unsinn gelotst.
Gizmodo
Spotify hat pornografische Inhalte auf seiner Plattform entfernt, nachdem diese in den Feeds aufgetaucht waren. Diese Inhalte seien nicht Teil des Partnerprogramms und hätten keine Einnahmen generieren können, betont das Unternehmen.
SWR
Viele deutsche Behörden möchten der wachsenden Abhängigkeit von Microsoft-Software entkommen und auf freie Software umsteigen. Unter anderem die Bundesdruckerei stellt sich aber quer.
heise online
Bis zum 5. April kann Bytedance den amerikanischen Teil von TikTok noch an ein US-Unternehmen verkaufen, sonst droht ein Verbot. Nun bringt sich das Start-Up Perplexity AI mit einer neuen Idee in Spiel: Im Falle eines Zuschlags will es den Quellcode des "For You"-Feeds veröffentlichen.
T-Online
Am Wochenende sind zahlreiche regierungskritische X-Accounts in der Türkei gesperrt worden. Während dort weiter hunderttausende Menschen gegen die Verhaftung von Oppositionspolitiker:innen auf die Straße gehen, folgt Elon Musk offenbar den Zensurwünschen der türkischen Regierung.
T-Online
Die F-35-Kampfjets, die Deutschland in den USA kauft, lagern ihre Bordcomputer-Daten in der Amazon-Cloud. Zudem können die Vereinigten Staaten jederzeit deren Start verweigern.
Der Spiegel
Google-Maps-Nutzer*innen nehmen sich ein Vorbild an Donald Trump und benennen Gewässer um. Sie definieren in der Karte Sehenswürdigkeiten wie den "Golf von Langenselbold". Hart umstritten ist der "Golf von Marburg", der zwischenzeitlich auch "Golf von Weimar" hieß.
heise online
Ab dem 1. September 2025 müssen KI-Inhalte in China gekennzeichnet werden – nicht nur in Texten, Bildern und Tondokumenten, sondern auch in deren Metadaten. App-Stores sollen zudem prüfen, ob die angebotenen Programme KI-Produkte korrekt markieren.
Statewatch
Die polnische Regierung schlägt neue EU-Regeln vor, die anonyme Nutzung von Prepaid-SIM-Karten zu verbieten. Als Grund gibt die Regierung an, dass dies mehr öffentliche Sicherheit gewährleiste. Dafür gebe es jedoch keine Belege, sagt Statewatch.
Zeit Online
Die Bildungsminister:innen der Länder wollen derzeit keine einheitliche bundesweite Empfehlung für die Handynutzung an Schulen aussprechen. Es handele sich um ein komplexes Thema. Weitere Beratungen seien geplant.
Bundesrat
Der Bundesrat fordert, Sicherheitsbehörden, Gesundheitsämter, Waffenbehörden und Ausländerbehörden besser zu vernetzen, um "vorhandene Informationen über potentielle Straftäter ebenen- und fachübergreifend" zusammenzuführen.
Liebe Leser:innen, seit Tagen gehen hunderttausende Menschen überall im Iran auf die Straße. Es ist die vierte große Protestwelle gegen das theokratische Regime in nur zehn Jahren. Was im Dezember als Protest gegen die Wirtschaftskrise begann, ist sofort zu einer Systemfrage geworden. Das iranische Regime reagiert erneut mit der Abschaltung des Internets, dieses Mal jedoch […]
Liebe Leser:innen, mein Kollege Markus hat die Bundesregierung und andere politische Akteur:innen wieder gefragt, warum sie nach all den Vorfällen weiter auf der Musk-Plattform X präsent sind. Die Pressestelle der Grünen im Bundestag antwortete dabei wohl unfreiwillig komisch. Die Vorgänge auf X seien „zweifellos indiskutabel“. Aber man „diskutiere“ in der Fraktion noch die Konsequenzen. Das […]
Liebe Leser*innen, sobald etwas schiefläuft, fordern Überwachungsfans mehr Überwachung. Als am 3. Januar in Zehntausenden Berliner Haushalten der Strom ausfiel, konnte man praktisch die Uhr danach stellen. Und siehe da: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sprach sich für verstärkte Videoüberwachung aus – auch das Modewort KI durfte nicht fehlen. Warum diese Forderung nicht sinnvoll ist und […]
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