Was vom Tage übrig blieb

Bausimulatoren, Bunker-IPs und Boykott

Die Uploadfilter kommen, der virtuelle Berliner Flughafen hingegen nicht. An früher zum Cyberbunker gehörende IP-Adressen gehen offenbar immer noch Befehle und der Werbeboykott gegen Facebook wächst weiter. Die besten Reste des Tages.

Wolken über Berlin
Wäre inzwischen der BER eröffnet, wäre hier vielleicht ein Flugzeug zu sehen.

„Größter Humbug war die Behauptung, die Richtlinie könne ohne Upload-Filter umgesetzt werden“ (sueddeutsche.de)
Simon Hurzt hat die netzpolitische Sprecherin der Grünen Tabea Rößner dazu interviewt, wie es um die Uploadfilter steht. Das Justizministerium hatte letzte Woche einen Entwurf zur Umsetzung der Urheberrechtsreform veröffentlicht, der gegen die Versprechungen Uploadfilter zu bringen droht. Rößners Fazit: „Auf den ersten Blick sieht vieles im neuen Entwurf ganz vernünftig aus, aber die Tücke steckt oft im Detail.“ Wir kamen bei unserer Kurzanalyse zu einem ähnlichen Ergebnis.

Missing Link: Wie ich beinahe den BER eröffnete (heise.de)
Maximilian Kraft hat den BER-Bausimulator des Postillion durchgespielt und amüsant rezensiert. „Beim Bau tauchen immer wieder Baumängel auf, die es zu beheben gilt, außerdem darf man den Eröffnungstermin nicht überschreiten. Den Termin kann man zwar beliebig oft nach hinten verschieben, darf dies aber nicht vergessen.“ Zum Glück lässt sich das Verschieben mit ein bisschen Geld automatisieren. Und zum Glück geht es nach dem Game Over einfach immer weiter. Doch führt das wirklich zum Erfolg?

Cyberbunker 2.0: Analysis of the Remnants of a Bullet Proof Hosting Provider (SANS)
Zwei Forscher haben untersucht, was zu den IP-Adressen, die früher zum Cyberbunker gehört haben, noch funkt. Sie fanden Datenverkehr, der wie Anfragen an einen Command-and-Control-Server eines Botnetzwerks aussah und Phishing-Seiten, die auf Cyberbunker-IPs verweisen. Moritz Tremmel hat die Erkenntnisse auch auf golem.de zusammengefasst.

Diverses zum Facebook-Boykott
In den letzten Tagen wurde viel zum Werbeboykott aus Protest gegen Facebooks Umgang mit Hate Speech und Falschnachrichten geschrieben. Die Tagesschau berichtet, dass mittlerweile fast 100 Unternehmen keine Werbung mehr bei dem Sozialen Netzwerk schalten wollen. CNN pflegt eine Liste der Firmen. Der Guardian berichtet, dass auch versprochene Änderungen die Unternehmen bisher nicht zufriedenstellen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.