Was vom Tage übrig blieb: Traben-Trarbach, Telefon-Adel und tiefgründige Automatentristesse

Der britische Adel wehrt sich gegen mutmaßlich illegales Abhören seiner Mailbox. In Japan verkörpern Automaten im Nichts ein ganz besonderes Lebensgefühl und wer einen Cyberbunker betreiben will, sollte sich einen adretten Anzug zulegen. Die besten Reste des Tages.

Berlin Fernsehturm
Völlig Fake- und Bot-frei strahlt heute der Berliner Himmel.

Immobilie an der Mosel: Wie ein alter Bundeswehrbunker zum Darknet-Rechenzentrum werden konnte (Spiegel Online)
Mehr Details zum Cyber-Bunker in Traben-Trarbach: Wie haben die letzte Woche Festgenommenen es mutmaßlich geschafft, einen alten Bundeswehrstandort zu kaufen und ein Darknet-Rechenzentrum draus zu machen? „Herman-Johan X. und seine Kollegen kamen im Anzug, als sie sich im Stadtrat von Traben-Trarbach vorstellten … Sie stellten ihre Pläne für ein neues Rechenzentrum vor und versprachen 50 bis 100 neue Arbeitsplätze für die Region. Doch die kamen jahrelang nicht. Dafür kamen nun sehr viele Polizisten.“

Prinz Harry klagt gegen britische Zeitungen wegen Telefon-Hackings (sueddeutsche.de)
Ein bisschen Adelsberichterstattung hat noch niemandem geschadet: Prinz Harry klagt gegen News Group und Reach plc. Zu den beiden Verlagen gehören und anderem „Sun und „Daily Mirror“. Der Adelsspross wirft den Medienhäusern vor, sie hätten illegal Mailbox-Nachrichten abgehört. Worauf sich die Klagen genau beziehen, ist aber nicht bekannt.

Net Neutrality Fake Comments: How Political Operatives Duped Ajit Pai’s FCC (Buzzfeed News)
Dass die Bürgerbefragung zur Netzneutralität in den USA von Bots geflutet wurde, die sich erstaunlich oft für die Abschaffung der Netzneutralität ausgesprochen haben, ist seit gut zwei Jahren bekannt. Buzzfeed News hat nun herausgefunden, dass hinter 1,5 Millionen Eingaben die Lobbyorganisation Broadband for America steckt, der unter anderem die Telco-Schwergewichte AT&T oder Comcast angehören. Dabei wurden Identitäten von – teils inzwischen toten – Bürgern gestohlen, um die Kommentare authentisch erscheinen zu lassen. Die beiden Dienstleister, Media Bridge und LCX Digital, seien zudem für weitere Desinformationskampagnen verantwortlich, schreibt Buzzfeed.

Wie das Bot-Business bei Instagram funktioniert – ein Hacker berichtet (t3n.de)
Bots gibt es nicht nur bei Bürgerbefragungen in den USA. Neben Schäfchenwolken und makelloser Haut wird damit auch auf Instagram gefakt. Wie das Bot-Business funktioniert und was die Geschäftsmodelle sind, erklärt ein Hacker mit dem Oldschool-Pseudonym „Wizard of Botz“ im t3n-Podcast.

Nirgendwo gibt es so verlassene und schöne Verkaufsautomaten wie in Japan (ze.tt)
In einer menschenverlassenen, schneebedeckten Landschaft schimmert es rot. Zum Vorschein kommt ein Automat, gebrandmarkt von Coca-Cola. In ihm: Wasser, Zuckerwasser und Zuckerwasser mit Kohlensäure (und manchmal sogar Schlüpper). Solche Automaten gibt es nicht nur in japanischen Städten an jeder Ecke, sie finden sich auch in einsamen Landstrichen. Ein Fotograf hat den geduldigen Versorgern eine Fotoserie gewidmet.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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