Was vom Tage übrig blieb: G’schichten, Geständnisse und Giganten

Ein ehemaliger Software-Ingenieur gesteht ein, in Accounts von Yahoo-Nutzerinnen nach freizügigen Inhalten gesucht zu haben. Unterdessen bestätigt ein Gericht die Abschaffung der US-Netzneutralität. Straches Rückzug gerät zum Meme-Freudenfest und eine Ökonomin räumt mit dem Begriff „Tech-Giganten“ auf. Die besten Reste des Tages.

Himmel über dem Berliner Fernsehturm
Kein Gschichtl, der herbstliche Himmel war heute ungewohnt blau statt grau.

Yahoo Engineer Used Insider Access to Get Private Photos of Women (Motherboard)
Ein früherer Software-Ingenieur bei Yahoo hat zugegeben, auf Tausende Nutzer-Accounts zugegriffen zu haben. Oder genauer gesagt: vor allem auf Nutzerinnen-Accounts. Dort habe er großteils Bilder und Videos mit freizügigen Darstellungen gesucht und sich sogar Zugriff auf weitere Accounts, etwa bei Dropbox oder Facebook verschafft. Ein Urteil wird im Februar 2020 erwartet.

Preventing Digital Feudalism (Project Syndicate)
Die Ökonomin Mariana Mazzucato räumt in ihrem Beitrag für Project Syndicate mit Mythen über die großen Konzerne auf, die zunehmend das Internet dominieren. Sie plädiert etwa dafür, von Google, Facebook und Amazon nicht mehr als „Tech-Giganten“ zu sprechen, da es in Wirklichkeit Staaten und SteuerzahlerInnen gewesen seien, die vieles an für den Erfolg der Konzerne maßgeblicher Technologie finanziert und entwickelt hätten, von GPS bis zur heutigen Netzwerktechnologie des Internets.

Ajit Pai wins (and loses) in court as net neutrality repeal is mostly upheld (Ars Technica)
Wie erwartet hat ein US-Bundesgericht die von der Trump-Administration angestoßene Abschaffung der Netzneutralität für zulässig erklärt. Ein erfreulicher Lichtblick ist jedoch die gerichtliche Feststellung, dass die Telekomaufsicht FCC unter Ajit Pai nicht pauschal etwaige Gesetze einzelner Bundesstaaten verbieten kann, die die Netzneutralität auf eigene Faust schützen wollen. Diesen Weg haben unter anderem Oregon, Washington und Kalifornien beschritten.

Die besten Memes zu Straches Abgang (futurezone.at)
Low-hanging fruit: Heinz-Christian „Ibiza“ Strache hat seinen Rückzug aus der Politik bekanntgegeben und das Internet macht sich darüber lustig. Futurezone hat die besten Memes gesammelt. Die Weinflaschen und das Martini-Kissen im Hintergrund seines Verkündungsvideos haben das nicht besser gemacht: „A b’soffene G’schicht halt.“

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Eine Ergänzung
  1. Was ist hiermit:
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Krisenradar-CDU-plant-schnelle-Online-Eingreiftruppe-nach-Rezo-Alarm-4543909.html

    Aus dem Artikel:
    „Dabei seien laut einer Analyse zunächst nur rund 23 Prozent aller Reaktionen im Netz „pro Rezo“ gewesen, zehn „pro CDU“, also etwa 68 Prozent noch unentschlossen. Diese Gruppe gelte es künftig direkt anzusprechen und zu überzeugen.“

    Die CDU will hier das betreiben was Cambridge Analytica gemacht hat und uns Trump beschert hat: Microtargeting der Unentschlossenen!

    Dazu bitte ebenfalls ein Artikel.

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