Was vom Tage übrig blieb: Gesperrte Seiten und gebrochene Versprechen

Die Journalistenorganisation IJF kritisiert Netzsperren gegen Medienseiten, ein US-UK-Vertrag soll Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten garantieren, Facebook enttäuscht Forscher:innen und Elon Musk stellt seine Marsrakete vor. Die besten Reste des Tages.

Dräuende Wolken oder ein Lichtblick? Wie so oft eine Frage der Perspektive.

IDUAI: 30 countries closed media and blocked internet access so far in 2019 (International Federation of Journalists)
Seit Jahresanfang haben 30 Staaten zumindest vorübergehend die Webseiten einzelner Medien blockiert oder sogar den Internetzugang gänzlich unterbrochen. Dazu gehören Ägypten, die Türkei und Indien, das einwohnerreichste Land der Welt. Die Journalistenorganisation IJF kritisiert jedoch, dass auch die EU-Staaten Belgien, Ungarn und Bulgarien in diesem Jahr bereits den Zugang zu einzelnen Nachrichtenseiten gesperrt hätten.

Facebook, WhatsApp Will Have to Share Messages With U.K. (Bloomberg)
Die britische Polizei soll künftig Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten erhalten, die bei US-Firmen wie Facebook oder WhatsApp lagern. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine anonyme Quelle, bereits im Oktober soll ein Abkommen zwischen den USA und Großbritannien unterzeichnet werden. Technische Details sind völlig unklar, Hintertüren sollen angeblich nicht vorgesehen sein.

Ahead of 2020, Facebook Falls Short on Plan to Share Data on Disinformation (NYT)
Vor über einem Jahr versprach Mark Zuckerberg, unabhängigen Forscher:innen Zugang zu Facebooks Daten zu geben, um Desinformation und Wahlbeeinflussung auf seiner Plattform zu untersuchen. Doch Facebook rückt seither die Daten nicht heraus bzw. gewährt keinen für die Forschung ausreichenden Zugang. Die Forschergruppe Social Science One stellte ein Ultimatum bis heute, bis zu dem Facebook den versprochenen Datenzugang liefern sollte. Lenkt der Datenkonzern nicht zeitnah ein, hat er sein Versprechen klar gebrochen.

Elon Musk unveils Starship designed to take crew on round-trips to Mars (The Guardian)
Tesla-Gründer und Tech-Bro Elon Musk zieht mal wieder mit einer spektakulären Ankündigung Medieninteresse auf sich, auch wenn viele seiner Pläne wie Seifenblasen zerplatzen. Das neue SpaceX-Raumschiff soll in der Lage sein, zum Mond oder sogar zum Mars zu fliegen. Hoffentlich bleibt er dort.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.