Was vom Tage übrig blieb

Bitte mehr Kunst remixen und Smartphones schützen

Heute mal überwiegend gute Nachrichten: Immer mehr Menschen weisen einer Studie zufolge den Lügenpresse-Vorwurf zurück, das Smithsonian Institute stellt einen riesigen Kulturschatz digital zur freien Verfügung und das BSI will Anforderungen für die Sicherheit von Smartphones aufstellen. Die besten Reste des Tages.

Heute ist für alle was dabei: Ein wenig Sonne, ein wenig Wolken, ein wenig hellblau, und nicht fehlen darf ein Schuss Grau.

Open Culture: Smithsonian startet massive Open-Access-Plattform (Golem)
Wunderbar: Mit dem Smithsonian macht eine der größten Kultureinrichtungen der USA fast drei Millionen Exponate digital zugänglich. Das Institut, zu dem diverse Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungseinrichtungen gehören, lädt explizit dazu ein, die Werke herunterzuladen, sie zu teilen, weiter zu nutzen und zu remixen. Veröffentlicht werden die in 2D und 3D vorliegenden Exponate auf einer Open-Access-Plattform unter der quasi-gemeinfreien Creative-Commons-Lizenz CC0.

Immer mehr Menschen weisen „Lügenpresse“-Vorwürfe zurück (SWR Aktuell)
SWR Aktuell fasst eine Studie der Uni Mainz zum Vertrauen in Medien zusammen. Eine zentrale Erkenntnis: Auch hier lässt sich die derzeit oft diagnostizierte Polarisierung der Gesellschaft feststellen. Der Aussage, dass die Bevölkerung von der Presse „systematisch belogen“ werde, stimmten 2019 18 Prozent der Befragten zu. 2018 waren es noch zwei Prozentpunkte weniger. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die den Lügenpresse-Vorwurf ablehnen: Von 51 Prozent in 2018 auf 58 Prozent in 2019. 43 Prozent der Befragten vertrauen den etablierten Medien in wichtigen Fragen, 28 Prozent misstrauen ihnen. Das größte Vertrauen bringen die Menschen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (67 Prozent) und Lokalzeitungen entgegen (65 Prozent). Das Migazin weist zudem darauf hin, dass das Vertrauen je nach Thema unterschiedlich ausfällt: Der Berichterstattung über das Thema Wohnungsnot vertrauen 55 Prozent, über das Thema Islam lediglich 31 Prozent.

China reportedly using WeChat and Twitter to find and silence people sharing coronavirus information (The Verge)
Dass sich die chinesische Internetzensur nicht auf öffentlichen Kommunikation beschränkt, sondern auch private Chats betrifft, ist schon länger bekannt. Einem Bericht des US-Magazins The Verge zufolge nutzt die chinesische Zensur diese Möglichkeit nun vermehrt, um Kritik am Umgang der Regierung mit dem Corona-Virus klein zu halten. Unter anderem sollen Menschen unter Druck gesetzt worden sein, die über die Messaging-App WeChat Informationen über die Epidemie teilen wollten oder sich auf Twitter dazu geäußert haben.

BSI entwickelt Diskussionsgrundlage zu Sicherheitsanforderungen für Smartphones (BSI)
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat einen Anforderungskatalog mit Sicherheitskriterien veröffentlicht, die Smartphones im Auslieferungszustand und darüber hinaus erfüllen sollten. Dies soll ein „Ausgangspunkt für einen öffentlichen Diskurs mit Herstellern und Erstausrüstern, Netzbetreibern und Zivilgesellschaft“ sein. Unter anderem enthalten: Anforderungen an die Versorgung der Geräte mit Sicherheitsupdates und an Hardware-Eigenschaften sowie Kriterien zum Schutz von Nutzerdaten (Stichwort: Telemetrie).

Swinging the Vote? (The Markup)
Gestern berichteten wir über den Start des Tech-Investigativ-Projekts The Markup, heute findet sich schon die erste Story von ihnen in unseren Empfehlungen. Das Team hat vor dem Hintergrund des US-Vorwahlkampfes die Blackbox untersucht, die Googles Mail-Sortier-Algorithmus darstellt. Eine Erkenntnis: Die Mails von Mitte-Kandidat Pete Buttigieg werden deutlich öfter durchgelassen als die Mail von den eher linken Bewerber:innen Elizabeth Warren und Bernie Sanders. (Allerdings gibt es bereits Kritik an der Methodologie des Markup-Teams.)

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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