Google: MitarbeiterInnen gegen zensierte Suchmaschine für den chinesischen Markt

Eine Libelle vor einem grünen, verschwommenen Hintergrund.
Keine Libelle (engl. Dragonfly) für den chinesischen Markt. CC0 francok35 / 325 Bilder

Das nicht allzu geheime Geheimprojekt von Google, eine Suchmaschine mit zensierten Inhalten für den chinesischen Markt zu entwickeln, wurde offiziell von dem Konzern für beendet erklärt. Mehrere MitarbeiterInnen aus dem Datenschutz-Team haben sich gegen das Projekt „Dragonfly“ ausgesprochen, weil ihnen zentrale Informationen vorenthalten worden sind, berichtet The Intercept. Bereits im Juni hatte Google Verträge mit dem Pentagon nicht erneuert, weil MitarbeiterInnen dagegen protestiert hatten.

Für die Entwicklung an der Suchmaschine „Dragonfly“ akquirierte der Konzern laut The Intercept bereits im Jahr 2008 den wichtigen chinesischen Website-Index 265.com, den viele chinesische Nutzer als Website- und News-Portal nutzen. Die Ergebnisse aus der Analyse der Suchdaten sollten dann in die eigene Entwicklung fließen. Im Gegensatz zu anderen Google-Websites wie YouTube oder Google.com ist die Seite 265.com in China frei zugänglich.

Der interne Streit bei Google über den Datenzugriff auf 265.com ist nicht das erste Mal, dass wichtige Informationen über Dragonfly dem Datenschutz-Team des Unternehmens vorenthalten wurden. The Intercept berichtete im November, dass die an dem Projekt beteiligten Datenschutz- und SicherheitsmitarbeiterInnen von wichtigen Besprechungen ausgeschlossen wurden und der Meinung waren, dass die Führungskräfte sie übergangen hatten.

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