Amazon Echo: Alexa sendet Privatgespräch heimlich an Arbeitskollegen

Interpretiert alle Gespräche, die sie hören kann: Die Assistenzwanze Amazon Echo. Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Andres Urena

Die im Smart Speaker Amazon Echo enthaltene Sprachassistenzsoftware Alexa hat unbemerkt ein Privatgespräch eines Ehepaars aufgezeichnet und an einen Arbeitskollegen des Ehemanns geschickt. Dieser verhielt sich vorbildlich und alarmierte die Betroffenen. Nach dem Vorfall sagte die Ehefrau, dass sie Amazon Echo nie wieder benutzen will, da sie dem Gerät nicht vertrauen könne. Das Paar benutzte die Assistenzwanze, um Lampen, Sicherheitssysteme und die Heizung in ihrem Haus per Sprachbefehl zu steuern.


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Heute hat Amazon eine Erklärung geliefert, die sich es sich lohnt, Wort für Wort zu lesen. Alexa soll sich demnach nur verhört haben:

Echo wurde durch ein im Gespräch im Hintergrund verwendetes Wort, das wie „Alexa“ klang, wach. Die darauf folgende Unterhaltung wurde als Aufforderung verstanden, eine Nachricht zu senden. Zu diesem Punkt fragte Alexa laut „An wen?“ Das Gespräch im Hintergrund wurde dann als ein Name in der Kontaktliste der Kunden interpretiert. Alexa fragte darauf hin laut „[Kontaktname], richtig?“ Daraufhin interpretierte Alexa die Unterhaltung im Hintergrund als „richtig“. So unwahrscheinlich diese Folge von Ereignissen ist, evaluieren wir doch Optionen, die diesen Fall noch unwahrscheinlicher machen.

Der Smart Speaker lauscht im Hintergrund auf alle Gespräche. Glaubt man Amazon, werden nur Ausschnitte, die die Software als Befehl erkennt, an die Server des Unternehmens weitergeleitet.

10 Kommentare
  1. „Das konnte doch keiner Ahnen, so etwas war nicht vorher zu sehen!“

    Komisch, das keiner Einer davor gewarnt hat, das diese Systeme zum „Abschnorcheln“ (Abhören tut doch keiner mehr und es wäre eine Unterstellung, die zu beweisen wäre) genutzt werden könnten!

    Noch Fragen?
    Nein?
    Dann ersinnen Sie doch bitte eine neue Verschwörungstheorie, die sich (nachdem das Kind abermals in den Brunnengefallen ist) abermals als Realität herausstellen wird und protestieren Sie bitte!
    Selbstverständlich wird die VT-Prophezeihung sich wiederum als Realität heraus stellen, aber die bis dahin abgeschnorchelten Datenmengen werden sicher für eine Auswertung genügen!

    Auf auf, Sancho Pansa!
    Neue Riesen (Windmühlen) warten darauf besiegt zu werden!

    Wahnsinn? Naja, warum denn nicht, ist doch auch die Realität, oder?

  2. Liebe Leute mit Aluhut, es ist schon 1000x überwacht worden, was Alexa wann an wen schickt. Drei Sekunden werden lokal aufgezeichnet, befindet sich darin ein Kennwort, wird eine Anfrage rausgeschickt, sonst nicht.

    Bei dem beschriebenen Fall hat Alexa mehrmals nachgefragt und die Kundin, die außerdem noch vorher manuell Gespräche über Alexa aktiviert haben muss, weil das sonst überhaupt nicht funktioniert, will das nicht bemerkt haben? Ich besitze ein Echo – und es gibt tatsächlich manchmal Fehlerkennungen durch Gespräche, auch über einen TV. JEDE Fehlerkennung war deutlich zu bemerken, wenn man nah genug an Echo ist, dass es Gespräche hören kann.

    Und man muss es immer wieder sagen, wer in Echo Spionagegeräte sieht, muss sein Smartphone wegwerfen. Das kann 10x mehr, weiß 100x mehr und ist ständig in Kontakt.

    1. Nun, Jad, das sind eben diese „Überraschungen“ vor denen diese Aluhutträger die normalen unbedarften Nutzer warnen, das es eben Fehlinterpretationen mit ungeahnten Folgen geben kann.

      Wer sich einen dieser „Helfer“ in seine Räume stellt oder die Funktionen, aus Bequemlichkeit, an seinem Smartphone aktiviert hat, muss damit rechnen, das auch Private Gespräche an die Öffentlichkeit gelangen können!

      Das kann auch so passieren, falls einer mit bösem Willen ein Gespräch aufzeichnet und dann öffentlich zugänglich macht!

      Du hast ja auch recht, bei Alexa und Co, geht es ja beim Abhören von Terroristen um das Wohl aller und wir sollten Alexa&Co im Kampf gegen den internationalen Terrorismus tatkräftig unterstützen!
      Wer keine solche Box sein eigen nennt öder sie mutwillig vom Internet trennt, macht sich der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verdächtig und verdächtig möchte sich doch keiner machen, nicht?

    2. … zu „Ich habe kein Smartphone!“… jedes Handy, alles was ein Sprachmodul enthält und mit dem Internet (auch auf Umwegen) verbunden ist, kann angesteuert und angehört werden! Also was Solls… wegbleiben von Freunden und allen anderen die ein Smartphone besitzen oder gleich auf eine Insel?! Die meisten Inseln bieten übrigens ein gutes Netz… ;o)))

  3. Ja, ich kann der Argumentation des Amazon-Sprechers folgen. Ich habe meinen Echo auf das Schlüsselwort „Computer“ eingestellt und lasse das Gerät gerne einmal Star Trek anschauen um zu sehen was es tut. Meistens beginnt es irgendeinen Techno-Sender zu spielen, was ich sehr amüsant finde.

    Man muss eben aufpassen, wie man so ein Gerät benutzt! Es gibt die Möglichkeit einzustellen, dass es jedes Mal, wenn es aktiviert wird, ein Geräusch macht. Damit hat man schon einmal ein solches Problem wie oben genannt weitgehend ausgeschlossen. Wenn man ganz sicher gehen will, dann gibt es noch das beste Feature von Echo: Es hat keinen Akku. Man zieht den Stecker und schon ist man unter sich.

  4. Vor 20 Jahren hätte sich doch niemand freiwillig eine “Wanze“ ins Haus geholt – kannte man doch nur aus Krimis und wollte man nicht haben. Und streng genommen tragen wir auch “Wanzen“ in Form von Smartphones mit uns herum.
    Ich erinnere mich gerne an einen DANA-Artikel (Datenschutznachrichten, Deutsche Vereinigung f. Datenschutz, DVD) den ich vor vielen Jahren gelesen habe: Die Kernaussage: “Der beste Datenschutz ist die Datenvermeidung.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!

    1. Stimmt, aber kein normaler Bürger vermeidet heute noch Daten!
      Das machen doch nur Terroristen, um nicht aufzufallen!

      Ironie? Naja, nicht wirklich!

  5. Keine andere Erklärung als die von Amazon ergibt Sinn, denn der ganze Vorgang ergäbe für Amazon auch bei Unterstellung finsterer Absichten keinen Sinn. Es hat zum erwartbaren Ergebnis geführt, dass Leute sich darüber aufregen. Es erschüttert das Vertrauen ins Produkt und bringt Amazon keinen geschäftlichen Vorteil. Es zeigt einfach nur, warum diese Art Technik so gefährlich ist.

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