2017
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: Webserie sucht die Zukunft: Homo Digitalis
Irgendwas mit Zukunft : Webserie sucht die Zukunft: Homo Digitalis „Homo Digitalis“ ist eine neue siebenteilige Webserie von ARTE, dem BR und dem ORF über Zukunftsfragen:
Was macht die digitale Revolution mit uns Menschen? Protagonistin der Webserie ist die Moderatorin Helen Fares, die eine Reise durch die Technologien der Zukunft macht, dabei virtuelle Freunde trifft, eine Drohne mit ihrem Gehirn steuert und versucht, ihre eigene DNA zu hacken. Begegnungen mit Experten in den USA, Japan und Großbritannien zeigen, dass sich Menschen weltweit fragen: Wird aus uns, dem Homo sapiens, eine neue Spezies – der Homo Digitalis?
Der Titel orientiert sich wahrscheinlich nicht zufällig an dem Buch „Homo Deus“ des israelischen Historikers Yuval Noah Harari, der darin auch Zukunftsszenarien entwirft.
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: China: Parteitag bedeutet Zensur, Festnahmen, Hausarreste
Auf dem letzten Parteitag 2012. : China: Parteitag bedeutet Zensur, Festnahmen, Hausarreste Am Mittwoch beginnt in China der nächste Parteitag der Kommunistischen Partei. Traditionell werden im Vorfeld die Daumenschrauben der Zensur noch einmal angezogen. Der Messengerdienst WhatsApp ist seit Ende September nur noch bedingt oder gar nicht mehr einsetzbar. Seit Oktober greift ein Gesetz, das eine Klarnamenpflicht für Kommentare durchsetzen soll. Unter Präsident Xi Jinping hat sich die Kontrolle des Internets in China noch einmal verschärft, die letzten Freiräume werden geschlossen. Ab nächstem Jahr könnten auch private VPN verboten werden.
Ein Artikel von Reporter ohne Grenzen fasst die Maßnahmen der chinesischen Regierung vor dem Parteitag zusammen. Zahlreiche Journalisten und Dissidenten werden im Vorfeld des Parteitages in bewachten „Gästehäusern“ untergebracht, berichtet Radio Free Asia.
Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen sagt:
Die starken Einschränkungen kurz vor dem Parteitag zeigen erneut, dass Präsident Xi Jinping ein ausgefeiltes System der Onlinezensur und Überwachung geschaffen hat. Um kritische Stimmen zu unterdrücken, werden auch die letzten Schlupflöcher im Internet geschlossen. In kaum einem Land sitzen mehr Journalisten in Haft als in China.
China ist im Pressefreiheits-Ranking der Organisation auf Platz 176 von 180.
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: Schweiz: Referendum gegen Netzsperren gestartet
: Schweiz: Referendum gegen Netzsperren gestartet In einem Gesetz zur Regelung des Glückspiels verstecken sich Netzsperren. Gegen die Einführung einer Zensurinfrastruktur machen mehrere Schweizer Bürgerrechtsorganisationen mit einem Referendum mobil.
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: Bundesregierung bezweifelt, dass Verfassungsschutz-Jutebeutel als Aluhüte geeignet sind
Für besondere Gelegenheiten hat der Verfassungsschutz auch Pralinen mit seinem Logo. In der Antwort auf die Kleine Anfrage tauchen diese jedoch nicht auf. : Bundesregierung bezweifelt, dass Verfassungsschutz-Jutebeutel als Aluhüte geeignet sind Zumindest in einer Sache ähnelt der Verfassungsschutz normalen Unternehmen: Er produziert Merchandise. Tassen, Kulis, Jutebeutel und vieles mehr gibt es mit dem Geheimdienst-Logo. Nur Schlapphüte sind nicht geplant. Und besondere Abschirmfähigkeiten besitzen die Gagdets nach Aussage der Bundesregierung auch nicht.
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: Greenpeace: Fairphone und Apple produzieren die ökologischsten Smartphones
: Greenpeace: Fairphone und Apple produzieren die ökologischsten Smartphones Fairphone und Apple holen sich gute Noten im jährlichen Greenpeace-Ranking ab. Amazon und Samsung landen wegen Intransparenz und nicht-ökologischer Produkte im letzten Drittel.
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: Hacking, Schadsoftware und Spionage: Anzahl von IT-Angriffen auf deutsche Behörden
: Hacking, Schadsoftware und Spionage: Anzahl von IT-Angriffen auf deutsche Behörden Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Rahmen der Beantwortung einer Informationsfreiheitsanfrage einige Zahlen zu Cyber-Angriffsformen im Jahr 2016 nach den von der Behörde selbst verwendeten Definitionen genannt. Gefragt wurde nach gezieltem Hacking von Webservern, Drive-by-Exploits, gezielter Malware-Infiltration, DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) mittels Botnetzen, ungezielter Verteilung von Schadsoftware sowie nach mehrstufigen Angriffen.
Demnach gab es im Jahr 2016 auf Behörden und öffentliche Stellen zwei Angriffe, die als gezieltes Hacking von Webservern mit dem Ziel der Plazierung von Schadsoftware oder zur Vorbereitung der Spionage in den angeschlossenen Netzen oder Datenbanken klassifiziert wurden. Gezielte Malware-Infiltration über E‑Mail oder mit Hilfe von Social-Engineering-Methoden zur Übernahme der betroffenen Rechner und anschließender Spionage wird mit etwa dreimal pro Woche angegeben. Siebzehn DDoS-Angriffe zählte das BSI außerdem im Jahr 2016. Für mehrstufige Angriffe gegen zentrale Sicherheitsinfrastrukturen gab es hingegen keine Fallzahlen.
Drive-by-Exploits waren hingegen sehr viel häufiger und kamen im vergangenen Jahr in 1.572.655 Fällen vor. Noch alltäglicher ist mit 3.815.611 Fällen auch die ungezielte Verteilung von Schadsoftware mittels Spam oder Drive-by-Exploits mit Fokus auf Identitätsdiebstahl.
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: Studie: Wie Dating-Portale unsere Gesellschaft ändern könnten
Eine neue Studie gibt erste Anhaltspunkte dafür, dass Online-Dating gesellschaftliche Diversitöt stärken könnte. (Symbolbild) : Studie: Wie Dating-Portale unsere Gesellschaft ändern könnten Rassisten müssen jetzt ganz stark sein: Eine Studie findet erste Anzeichen dafür, dass Online-Dating die Diversität einer Gesellschaft vertiefen könnte. Seit Einführung der Plattformen steigen gemischte Partnerschaften in den USA stärker an als statistisch erwartet.
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: Nach Abmahnung: Künftig mehr Datenschutz bei Instagram?
Besser nicht wegschauen: Die Vertragsbedingungen von Instagram verletzen die Rechte von Nutzerinnen. Nach einer Abmahnung durch Verrbaucherschützer will das Unternehmen AGB und Datenschutzbestimmungen nun überarbeiten. : Nach Abmahnung: Künftig mehr Datenschutz bei Instagram? So geht es nicht: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte Instagram abgemahnt, weil es die Rechte seiner NutzerInnen missachtet. Bevor es zu einem Verfahren kommt, hat das Unternehmen nun zugesichert, seine Vertragsbedingungen zu überarbeiten. Für Jubel ist es allerdings zu früh.
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: Weggefiltert: Bericht zur technischen Zensur in China
Wer hat Kontrolle über Dich? : Weggefiltert: Bericht zur technischen Zensur in China Die BBC hat im Vorfeld des Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas, der alle fünf Jahre stattfindet, einen Blick auf technische Filtermaßnahmen der Regierung geworfen. In vielen Gegenden der Welt verbreitete Kommunikationswege sind in großen Teilen Chinas vollständig blockiert. Google, Facebook, Twitter, Pinterest oder Telegram sind nur mit Umwegen erreichbar, seit kurzer Zeit ist auch Whatsapp gesperrt. Stattdessen ist „WeChat“ beliebt und ein allseits genutzter Weg für Kommunikation, Foto-Weitergabe oder Bezahlen, vor allem auf Smartphones, sowie das Twitter-ähnliche „Weibo“. Zugleich beschreibt der BBC-Bericht aber, welche inhaltlichen Zensurmaßnahmen bei verbreiteten Diensten wie WeChat und Weibo greifen. Jeder Widerspruch zur Linie der regierenden kommunistischen Partei wird weggefiltert, wenn er nicht sehr verklausuliert daherkommt. Stattdessen soll dem Regierungschef Xi Jinping und den Partei-Propagandathemen gehuldigt werden.
Die BBC kommt zu dem Schluss:
„You can’t control the internet“, is something people would say in those years – part mantra, part celebration of a new global reality. But Chinese officials have worked out that actually, you can.
(„Das Internet ist nicht zu kontrollieren“, war etwas, was Menschen früher gesagt haben – halb als Mantra, halb, um die neue globale Realität zu feiern. Aber die chinesischen Funktionäre sind dahintergekommen: Es geht sehr wohl.)
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 41: Der Einstieg in den Ausstieg der Netzneutralität
: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 41: Der Einstieg in den Ausstieg der Netzneutralität Die Deutsche Telekom darf leider die Netzneutralität verletzen, Baden-Württemberg plant umfassendes Anti-Terror-Paket, NRW will den BKA-Staatstrojaner. Und gut gemeint, aber schlecht umgesetzt, ist das Wifi4EU-Paket der EU-Kommission. Die Themen der Woche im Überblick.
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: Nordrhein-Westfalen will den BKA-Staatstrojaner nutzen
Mithilfe von Staatstrojanern dürfen die Polizeien in NRW IT-Systeme hacken. : Nordrhein-Westfalen will den BKA-Staatstrojaner nutzen Das Bundeskriminalamt arbeitet seit mehr als einem Jahr an einem Staatstrojaner, der mehr als nur Skype auf Windows abhören kann. Diese Software will auch das schwarz-gelb regierte Nordrhein-Westfalen in Zukunft zur Überwachung einsetzen.
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: Fast 1400 Menschen in Berliner LKA-Datei „Szenekunde Sport“ gespeichert
Fußballspiel beim 1. FC Union Berlin (Archivbild) : Fast 1400 Menschen in Berliner LKA-Datei „Szenekunde Sport“ gespeichert Datenbanken mit möglichen Straftätern gibt es nicht nur im politischen Bereich. Im Fokus stehen immer wieder auch Fußballfans.
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: Wahlkampf in Österreich: Vor allem sachliche Kritik von den Facebook-Seiten gelöscht
: Wahlkampf in Österreich: Vor allem sachliche Kritik von den Facebook-Seiten gelöscht Der Standard hat im Vorfeld der österreichischen Nationalratswahl die Facebookseiten Spitzenkandidatinnen und ‑kandidaten untersucht.
Ein Teil der Recherche war der Umgang mit Leserkommentaren auf den Seiten. Dabei kam erstaunliches zu Tage:
Der Standard hat sich angesehen, welche Postings zwischen 1. August und 30. September von den Facebook-Seiten von Kern, Kurz, Strache, Lunacek und Strolz verschwunden sind – und festgestellt, dass vor allem kritische, sachliche Postings verschwinden.
Das Löschverhalten richtete sich also mehr gegen Kritik als gegen hasserfüllte Kommentare. Analysen gibt es auch für die Twitter-Nutzung im Wahlkampf. Hier hat Luca Hammer einige Schaubilder erstellt und auf nationalratswall.at gepostet.
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: Hacker-Symposium „Datenspuren“ am 21. und 22. Oktober in Dresden
: Hacker-Symposium „Datenspuren“ am 21. und 22. Oktober in Dresden Das zweitägige Dresdner Hacker-Symposium „Datenspuren“ steht dieses Jahr unter dem Motto „Bloß keine Datenspuren“ und will unter anderem die Neutralität des Internets thematisieren. Seit 2004 wird die Veranstaltung einmal im Jahr vom Chaos Computer Club Dresden organisiert. Ziel der Vorträge und Workshops ist dabei stets, zu einem kritischen Gedankenaustausch zwischen Gesellschaft, Politik und Technikern anzuregen.
In der Pressemitteilung heißt es weiter:
Die Datenspuren werden durch Thomas Lohninger mit „Netzneutralität – Geisterfahrer auf der Datenautobahn“ thematisch eröffnet. Es folgen Vorträge unter anderem zu Anonymität im Internet, Medienpädagogik oder Datenspurenspurensuche (Forensik) unter Windows. Verschiedene Workshops, vom Brausemixen bis zum Entwurf von Sicherheitshardware, laden zum Mitmachen ein. Das Netzwerk Medienkunst eröffnet zu den Datenspuren die Ausstellung „When machines are dreaming“ und die Künstler stellen ihre Ideen in Vorträgen vor.
Die Lesung „Nicht öffentlich“ unter Beteiligung der netzpolitik.org-Redaktion mit Dialogen aus dem NSA-Untersuchungsausschuss leitet den Samstag Abend ein. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die Ausstellungen der Technischen Sammlungen können während der „Datenspuren“ eintrittsfrei besucht werden.
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: Crypto Wars, die unendliche Geschichte: „Kein Recht auf absolute Privatsphäre“
Der stellvertretende US-Justizminister Rod Rosenstein bei einer Rede im Mai 2017. : Crypto Wars, die unendliche Geschichte: „Kein Recht auf absolute Privatsphäre“ Der stellvertretende US-Justizminister Rod Rosenstein forderte IT-Unternehmen dazu auf, Ermittlungsbehörden den Zugang zu verschlüsselten Daten zu gewähren. Damit geht die Auseinandersetzung rund um Hintertüren und IT-Sicherheit in die nächste Runde.
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: Betreten erwünscht: Die Galerie der Verbote
: Betreten erwünscht: Die Galerie der Verbote Werner Reiter sammelt Fotos von Verbotsschildern. Weil er Verbote nicht mag. Seine umfangreiche Sammlung zeigt Absurditäten und neue Trends internationaler Verbotskulturen.
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: Busty, Blond, Blowjob: Pornhub führt Gesichts- und Mustererkennung ein
: Busty, Blond, Blowjob: Pornhub führt Gesichts- und Mustererkennung ein Die Videoplattform Pornhub will alle hochgeladenen Videos mit künstlicher Intelligenz durchscannen und verschlagworten. Dabei sollen auch die Namen der Darstellerinnen und Darsteller erfasst werden. Was einen Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer bringen soll, hat Auswirkungen auf Datenschutz und Privatsphäre.
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: Bericht: Wie Unternehmen persönliche Daten gegen uns einsetzen
Screenshot: How Companies Use Personal Data Against People : Bericht: Wie Unternehmen persönliche Daten gegen uns einsetzen Persönliche Daten, die wir mit fast jedem Klick im Internet erzeugen, werden von kommerziellen Unternehmen gesammelt, aggregiert, weiterverkauft und oft genug gegen die Nutzer eingesetzt. Ein Arbeitspapier des Wiener Datenforschers Wolfie Christl von Cracked Labs untersucht, wie sich diese Praxis – das Geschäftsmodell des Internets – auf einzelne Nutzer, Menschengruppen und die Gesellschaft als solche auswirkt.
Im Vordergrund stehen dabei automatisch gefällte Entscheidungen, die den Nutzern im großen Stil maßgeschneidert Inhalte einblenden oder vorenthalten. Die algorithmengestützte Verwertung unserer Datenspuren beeinflusse substanziell die Wahlfreiheit und die Lebenschancen von Individuen, heißt es im Papier. Da diese Systeme weitgehend intransparent, parteiisch und kaum reguliert wären, könne die datengestützte Personalisierung leicht Schwächen von Menschen ausnutzen und so ihr Verhalten beeinflussen – ohne, dass die Unternehmen dafür Rechenschaft ablegen müssten. Freilich stellt sich dieses Problem nicht nur bei der Werbung für Produkte, sondern etwa auch bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit oder beim politischen Microtargeting.
Das Papier steht als PDF auf Englisch zur Verfügung und baut auf der im Juni veröffentlichten Studie „Corporate Surveillance in Everyday Life“ auf. Darin dokumentiert Christl im Detail, wer diese datensammelnden Firmen überhaupt sind, wie sie operieren und was sie aus unseren Klicks, Einkäufen, Web-Suchen und Likes auf Facebook so alles herauslesen können.
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: Online-Studie: Podcast-Nutzung wächst in der Nische
: Online-Studie: Podcast-Nutzung wächst in der Nische Die Nutzung von Audioinhalten im Internet zieht langsam wieder mit der Videonutzung gleich. Bis 2006 waren aufgrund der begrenzten Bandbreiten Audioformate dominant gewesen, dann übernahmen Videos die Führung. Mittlerweile haben zwei Drittel der Gesamtbevölkerung schon einmal Audioangebote im Internet genutzt.
Die Zahlen stammen aus dem Audioteil der ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 (PDF). Der Bärenanteil bei der Audionutzung entfällt auf Webradios und Streamingdienste, auf die schon jeweils mehr als 23 Millionen Menschen zurückgegriffen haben.
Junge Hörer steigen auf Podcasts um
Immerhin knapp 16 Prozent der Deutschen hören Radiosendungen zeitversetzt und etwa 13 Prozent Audio-Podcasts. Dabei konnten beide Formate gegenüber dem Vorjahr um etwa 2 Prozent wachsen. Vor allem bei den Podcasts gibt es deutlich mehr Männer (17 Prozent) als Frauen (9 Prozent) unter den Hörenden. Bei den regelmäßigen Nutzern, also jenen, die mindestens einmal wöchentlich Podcasts hören, klafft die Schere noch weiter auseinander. In der Altersverteilung liegt die Gruppe der 14–29-jährigen mit einem knappen Drittel Nutzung sehr weit vorne, während bei den über 70-jährigen nicht einmal jeder Hundertste Podcasts hört.
Neben den Angeboten privater und öffentlich-rechtlicher Radiosender sei durch den Start verschiedener neuer Podcast-Reihen zusätzlich Bewegung in den deutschen Podcast-Markt gekommen, heißt es in der Studie. Die mobile Nutzung des Internets und Apps auf Smartphones würden die Audionutzung weiter beflügeln.
Eine Zusammenfassung der ganzen Studie gibt es bei Digitalistan des WDR.
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: Impulspapier fordert „Breitbandmessungspolitik“ statt leerer Versprechen
Wir brauchen mehr und bessere Messlöffel für die Breitbandmessung, sagt ein Impulspapier. : Impulspapier fordert „Breitbandmessungspolitik“ statt leerer Versprechen Wir brauchen eine „Breitbandmessungspolitik“, fordert die Stiftung Neue Verantwortung. Nirgendwo sonst weichen die Versprechen aus der Werbung und die tatsächlich gelieferte Leistung derart stark voneinander ab wie beim Internetzugang: Im Schnitt erhält nur jeder achte Nutzer die vom Netzbetreiber versprochene Bandbreite, ergab zuletzt der Jahresbericht der Bundesnetzagentur.
Zwar stellen die Regulierer seit zwei Jahren ein offizielles Messtool bereit, mit dem sich die Internetgeschwindigkeit des eigenen Anschlusses überprüfen lässt. Dieses Angebot wird auch rege genutzt – über drei Millionen Tests wurden im vergangenen Jahr durchgeführt, eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr. Doch das allein sei zu wenig, schreibt Björn Boening, der den europäischen Ableger des Measurement Lab bei der Stiftung leitet:
Kein Messinstrument wird die komplexen Aufgaben der Breitbandmessung alleine bewältigen können. Die über Zeit gewonnene Expertise aus transparenter Datenerhebung und ‑analyse bildet den echten Mehrwert einer systematischen Breitbandmessung. Die globale und unabhängige Plattform zur Breitbandmessung, M‑Lab, ist ein Beispiel dafür, wie die Expertise der Wissenschaft in Verbindung mit größtmöglicher Transparenz über Jahre zu einer wertvollen Ressource für die Breitbandpolitik in vielen Ländern geworden ist. Die nächste Legislaturperiode ist eine gute Gelegenheit, um den Werkzeugkoffer der deutschen Breitbandpolitik zu vervollständigen.