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Greenpeace: Fairphone und Apple produzieren die ökologischsten Smartphones

Fairphone und Apple holen sich gute Noten im jährlichen Greenpeace-Ranking ab. Amazon und Samsung landen wegen Intransparenz und nicht-ökologischer Produkte im letzten Drittel.

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Greenpeace hat den „Guide to Greener Electronics 2017“ herausgebracht. Die englischsprachige Publikation (PDF) hat die 17 größten Hersteller von Unterhaltungselektronik im Hinblick auf ökologische Produktion untersucht: Wie viel und welche Art von Energie wird verbraucht? Welche Ressourcen werden dabei wie viel verbraucht? Und welche Chemikalien stecken in den Produkten?


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Wirklich gute Noten erhielten nur die Hersteller Fairphone und Apple, gefolgt von Dell und HP. Weitere Ergebnisse der Studie sind:

  • es gibt  zu wenig Transparenz in der Lieferkette.
  • 70-80 Prozent der Energie werden bei der Herstellung der Geräte verbraucht.
  • Samsung benutzt nur ein Prozent erneuerbare Energie bei der Herstellung.
  • chinesische Hersteller wie Huawei, Oppo und Xiaomi sind unterdurchschnittlich ökologisch unterwegs.
  • Amazon bleibt einer der intransparentesten Hersteller.
  • Es gibt Indizien für geplante Obsoleszenz bei Apple, Microsoft und Samsung. HP, Dell und Fairphone stellen sich gegen den Trend.
  • das Elektronikschrott-Problem wird nicht angegangen.
  • zu wenig Verwendung von recycelten Rohstoffen.
  • nur Apple und Google haben BFR und PVC aus den Produkten verbannt.
  • Arbeitssicherheit bei der Herstellung ist intransparent.

Hier das Ranking des Reports:

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25 Kommentare
  1. Diese Rangliste zeigt, dass Firmen wie Apple Inc. durch konsequentes Green-Washing sein Ansehen verbessern kann, wenn man solchen gut gemeinten, aber schlecht gemachten „Guides“ Glauben schenken will.

    Den Einsatz erneuerbarer Energien in der Produktion kann man also Thema machen und die verheerende Ökobilanz der hergestellten Produkte weg lächeln. Was zum Teufel ist daran vorbildlich, wenn man mit sauberer Energie dreckige Akkus produziert, die man nicht mal austauschen kann.

    Hinten auf Seite 20 kann man lesen, wenn man es bis dorthin geschafft hat :

    Of the 17 companies included, Greenpeace
    engaged with 14 directly in preparing our assessments .

    Apple war wohl besonders „engaged“. Mangelnde Methoden-Transparenz bei Greenpeace!

    1. Erschwerend muss ich hinzufügen, dass die Arbeitsbedingungen unter denen fast alle Handyhersteller (auch Apple!) in Fernost produzieren lassen, menschenunwürdig sind. Ökologischere Produktion ist gut, aber nur ein Teilaspekt, den man in seine Kaufentscheidung einbeziehen sollte.

  2. Vielen Dank für die Infos und die Verbreitung der Studie. Bei aller Kritik, finde ich es trotzdem gut, das solche Studien gemacht werden und verbreitet werden. Das fördert den Wettbewerb um die besten (=umweltfreundliche) Smartphones. Apple hat das offensichtlich schon erkannt, wird Zeit dass die Anderen das auch erkennen, sonst wird das Fairphone bald auch in den Verkaufszahlen oben stehen ;-) Mich würde es freuen.

    1. Das Fairphone wird nie oben in den Verkaufszahlen stehen. Selbst wenn Apple die geplante Obsolenz so weit treiben würde, dass das Phone alle zwei Jahre schrott geht, würden die Apple User drauf kacken und es sich immer wieder holen. Apple hat seine Kunden so dermaßen an den Eiern gepackt.

  3. Ein gutes Beispiel für die Probleme bei Nachhaltigkeitsberechnungen. Es wird immer sehr viel vernachlässigt. Hier u.a. Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit.
    Die Überschrift, so wie sie aktuell steht, täuscht die Leser/innen. Besser wäre: „Fairphone und Apple verbrauchen am wenigsten Resourcen bei der Produktion ihrer Smartphones.

        1. Das war die einfache Antwort. =)

          Tatsächlich besteht aber auch ein Zusammenhang von Preis und ökologischen Impakt.
          Der Preis lässt sich hierbei als Gerade darstellen. Der ökologische Schaden wird im niedrigsten Preissegment recht hoch sein, da Umweltsandarts unterschritten werden. Mit steigenden Preis abnehmen, um dann einen Turningpoint zu erreichen und durch die Decke zu gehen.
          Warum? Ist mir bei meinen Arbeitskollegen aufgefallen, die machen fast all jedes Jahr, oder gar mehrmals jährlich eine Kreuzfahrt.
          Will sagen, um so mehr Geld das Unternehmen an Mitarbeiter, Aktionäre etc. ausschüttet, desto schlechter die Ökobilanz. :>

  4. Ja ich finde auch, dass Apple seine neuesten Betriebssysteme auf dem ersten iPhone lauffähig machen sollte und nicht nur auf dem erst vier Jahre alten 5s. Dann kann ich mich besser aufregen, wenn Feature xy mangels passender Hardware nicht unterstützt wird und es außerdem, schluchz, nicht so schnell ist wie damals unter iOS 1.

  5. Wenn der Akku nach 2-3 Jahren nachlässt, muss man ein Iphone entweder teuer „reparieren“ lassen oder wegwerfen (was die meisten wohl tun werden).
    Außerdem: „Es gibt Indizien für geplante Obsoleszenz bei Apple“
    Außerdem werden die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei der Produktion gar nicht berücksichtigt, wobei wohl nur Fairphone als positives Beispiel herausstechen dürfte.
    Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit werden hier auch nicht berücksichtigt.
    Aber der Einsatz erneuerbarer Energien in der Produktion macht 1/3 der Punktezahl aus.
    Liest sich wie eine von Apple beauftragte Studie – Danke an Greenpeace!

    1. Die Kunden wollen immer dünnere Geräte, die sie immer intensiver nutzen, mit größeren Displays die mehr Energie benötigen.
      Leistungsfähigere Akkus in dünneren Geräten unterzubringen geht am Besten wenn man auf ein dickes Gehäuse für den Akku verzichtet und sie fest verbaut. Hat auch den Vorteil das man die Wärme die beim Laden entsteht besser über das Gehäuse des Smartphones ab.

      Komisch auch das „menschenunwürdige Arbeitsbedingungen bei der Produktion“ bemängelt werden. Für die meisten Arbeiter in China sind diese Jobs gut bezahlt und attraktiv.
      Die Alternative wäre für sie wäre auf dem Land in der Landwirtschaft ihrer Familie zu arbeiten was wesentlich härter ist, schlechter bezahlt wird und mit der Bildungs & Unterhaltungsangebot der Städte nicht konkurrieren kann. Dafür ist man schön der sozialen Kontrolle durch die Dorfgemeinschaft ausgesetzt, die noch traditionelle Werte hochhält…
      Zukunftsträchtig ist die Arbeit auf dem Land auch nicht, da auch in China die Landwirtschaft mit immer weniger Personal auskommt.

      Wenn in einer Firma für Chinesen unterträgliche Zustände herrschen dann bekommt die Firma nach dem nächsten Neujahrsfest ein Problem:
      Die erfahrenen Arbeiter suchen sich einen anderen Arbeitgeber. Selbst wenn die Firma keine unterträglichen Bedingungen bietet verlieren sie zu dem Zeitpunkt immer Arbeitskräfte die woanders besser bezahlt werden.
      Was übrigens ein Grund für die typische Vetternwirtschaft in chinesischen Betrieben ist. Selbst wenn der Schwager ein Depp ist geht er nicht zur Konkurrenz… anders als ein Abteilungsleiter oder Vorarbeiter der nicht verwandt ist.

  6. Fairphone sticht vor allem dadurch hervor, dass sie eine Lücke argumentativ I’m Markt erschaffen haben. Und in Anbetracht, dass her nur die größten Hersteller auftauchen ist es eine echte Leistung, dass sie sich noch auf dem Markt behaupten können. Hoffen wir das hält an und macht Schule.

  7. In Bewertungen und Beurteilungen von IT-Hardware etc. fehlt mir der Punkt von Software. Lässt sich das System Updaten, mit Freier Software bespielen etc.. Das Ausliefern von Hardware mit geschlossenen Softwarehabitaten ist gewiss auch Teil der geplanten geplante Obsoleszenz. Hardware & Software & Dokumentation gehören zusammen. In Zukunft sollten Hardwaretest etc. diese Trinität in ihren Bewertungskatalog aufnehmen.

  8. Beim betrachten muss man (leider) auch einen genauen Blick auf die PDF werfen (es sind zwei). Die Chinesischen Hersteller sind in erster Linie abgewertet worden, weil sie keine Informationen liefern oder keine öffentlich zugängliche Umweltstrategie haben. Es sind also keine Untersuchungen von tatsächlichen Verschmutzungen oder Energeiverschwendungen, sondern es geht darum, onb die Betriebe den Dokumentationsvorstellungen westlicher Organisationen entsprechen.

    Beispielhaft Xiaomi:
    TRANSPARENCY. Although Xiaomi’s website provides limited information regarding “product environmental information,” it does not disclose any emission data. Like the other two Chinese brands Oppo and Vivo, Xiaomi does not publish a CSR report.
    COMMITMENT. As Xiaomi fails to properly disclose its sustainability strategy and performance, we are not able to evaluate its renewable energy commitment.
    PERFORMANCE. As Xiaomi fails to properly disclose its sustainability strategy and performance, we are not able to evaluate its renewable energy performance.
    ADVOCACY. No evidence found of positive or negative advocacy

    Kann man sicher so machen, das Ergebnis zeigt aber in erster Linie wer besser eine Dokumentation erstellt. Konkrete werte oder Verschmutzungen werden nicht ermittelt.

  9. Das Problem ist das Apple in vielen Ländern nicht ordentlich Löhne und Steuern zahlt und auf einen Überschuss von über 150 Millarden $Dollar sitzt……die Firma ist bei mir durch.

    Greenpeace kann ich nicht ernst nehmen……ich weiss auch wie NGOs beinflusst werden….aber das ist eher ein Thema für investigative Plattformen.

  10. Fairphone hat Platz 1 verdient. Aber Apple? Soll das ein Witz sein? Diese Kapitalisten kleben die Akkus fest, damit die Kunden sie nicht tauschen können und gezwungen sind, sich entweder ein neues Gerät zu kaufen oder ihr altes teuer reparieren zu lassen.

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