Impulspapier fordert „Breitbandmessungspolitik“ statt leerer Versprechen

Wir brauchen mehr und bessere Messlöffel für die Breitbandmessung, sagt ein Impulspapier. CC-BY-NC-SA 2.0 Stephanie Keeney

Wir brauchen eine „Breitbandmessungspolitik“, fordert die Stiftung Neue Verantwortung. Nirgendwo sonst weichen die Versprechen aus der Werbung und die tatsächlich gelieferte Leistung derart stark voneinander ab wie beim Internetzugang: Im Schnitt erhält nur jeder achte Nutzer die vom Netzbetreiber versprochene Bandbreite, ergab zuletzt der Jahresbericht der Bundesnetzagentur.

Zwar stellen die Regulierer seit zwei Jahren ein offizielles Messtool bereit, mit dem sich die Internetgeschwindigkeit des eigenen Anschlusses überprüfen lässt. Dieses Angebot wird auch rege genutzt – über drei Millionen Tests wurden im vergangenen Jahr durchgeführt, eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr. Doch das allein sei zu wenig, schreibt Björn Boening, der den europäischen Ableger des Measurement Lab bei der Stiftung leitet:

Kein Messinstrument wird die komplexen Aufgaben der Breitbandmessung alleine bewältigen können. Die über Zeit gewonnene Expertise aus transparenter Datenerhebung und -analyse bildet den echten Mehrwert einer systematischen Breitbandmessung. Die globale und unabhängige Plattform zur Breitbandmessung, M-Lab, ist ein Beispiel dafür, wie die Expertise der Wissenschaft in Verbindung mit größtmöglicher Transparenz über Jahre zu einer wertvollen Ressource für die Breitbandpolitik in vielen Ländern geworden ist. Die nächste Legislaturperiode ist eine gute Gelegenheit, um den Werkzeugkoffer der deutschen Breitbandpolitik zu vervollständigen.

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