Linkschleuder

Richard Stallman rantet über Uber

Richard Stallman hat viele Gründe aufgelistet, warum man nicht den Taxi-Service Uber nutzen sollte: Reasons not to use Uber (the car ride brokering company).

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Der große Teil seiner Argumente trifft aber auf jede Taxi-App zu: Proprietäre App, alles wird getrackt, US-Behörden haben Zugriff auf die Daten. Dazu die gängigen Argumente der Scheinselbstständigkeit und kaum Regulation im Gegensatz zum gängigen Taxi-Geschäft, unterlegt mit vielen Links.

Sein eigentlicher Punkt ist aber: Wenn Uber zu mächtig wird, geht die Wahrscheinlichkeit zurück, auf der Straße anonym in ein Taxi steigen zu können und es ohne Datenspuren mit Bargeld zu bezahlen.

With real taxis, you can flag one on the street or phone in any fashion; you can pay cash; you can be anonymous. Beware of thinking of Uber as an one more option in addition to real taxis. At the moment, that’s true, but if Uber is a big success, real taxis could disappear. Then what will you do, if you don’t want to tell Big Brother where you are going?

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8 Kommentare
  1. Richard Stallman spricht wichtige Risiken an.

    ABER:

    Trotz E-Shops gibt es noch physische Läden.
    Trotz E-Banking gibt es noch physische Bankfilialen, Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und Überweisungsterminals.
    Trotz Bank- und Kreditkarten gibt es noch Bargeld.
    Trotz Mobiltelefonen gibt es noch Festnetztelefonie.
    Trotz Smartphones gibt es noch normale Handys.
    Trotz E-Books gibt es noch Bücher auf Papier.
    Trotz MP3-Musik gibt es noch Musik auf CD und sogar Vinyl.
    Trotz Film-Streaming gibt es noch Filme auf DVD und Bluray.
    Trotz Video on demand gibt es noch ein reguläres TV-Programm.
    Trotz Computern gibt es noch Papier.

    FAZIT: Verliert nicht die Hoffnung. Stimmt jeden Tag durch Euer Verhalten darüber ab, ob und wie lange datensparsame Alternativen überleben werden.

    1. in jedem deiner Aufzählungspunkte steht ein „noch“… ;)

      es kommt nicht darauf an ob es noch diese Antiquierten Möglichkeiten gibt, es kommt darauf an wieviele Leute sie nutzen. „Noch“ gibt es genügend Leute Ü40 (um das mal ganz platt zu sagen) die Neuland noch nicht entdeckt haben oder gerade erst beginnen damit zu hantieren, die ihre Geschäfte noch auf physischem wege beschreiten, doch wir stehen gerade erst am Anfang der Digitalisierung und Vernetzung und man muss eben die Leben der „jungen“ Leute betrachten und wie die im gros all zu sorglos mit ihren Daten herumschleudern und eben nichts mehr physisch erledigen.

      Frag doch mal bei den 20-Jährigen nach wer da noch ein Überweisungsformular selbst ausfüllen kann, bzw es schon mal gemacht hat. Und eben darum geht es; die Zukunft unserer Gesellschaft. Noch können wir manch Entwicklung im Keim stoppen.

      Sofern es gelingt genügend Leute davon zu überzeugen das Datensammelwut und Überwachung eben vor allem große Risiken bergen, wird der Markt sich anpassen und Produkte eben für diese Zielgruppe anbieten, und auch die Politik zum umdenken bewegen.

      1. Auch junge Leute verhalten sich datensparsam. Das ist zwar nur eine Minderheit, aber immerhin. Bis die Alten biologisch bedingt verschwinden, dauert es noch viele Jahre.
        (Übrigens: Man kann auch eine Überweisung am SB-Terminal in der Bankfiliale beauftragen. Dafür braucht es weder ein Papierformular noch E-Banking.)

        Jede Generation braucht ihren Crash, ihre Krise. Die heutige junge Generation weiß (in der Regel) nicht mehr, wie sich Krieg, Unterdrückung, Ausbeutung, Willkürherrschaft, Diktatur etc. anfühlen.

        Nur eine Minderheit erlebt heute schon am eigenen Leib die Kollateralschäden und spürbaren Repressalien der totalen Überwachungs- und Kontrollgesellschaft.

        Deshalb ist es vielleicht sogar gut, dass wir unaufhaltsam dem Abgrund entgegen steuern. Erst wenn die Massen die negativen Konsequenzen von Überwachung und Kontrolle selbst im Alltag spüren, erst wenn eine kritische Masse durch Daten- und Machtmissbrauch im alltäglichen Leben behindert wird, erst dann wird ein Umdenken statt finden. Auch wenn es dann womöglich zu spät sein könnte, wir sollten die schöpferische Kraft der Zerstörung nicht unterschätzen.

        Ohne Nazis, Hitler, Diktatur, Gestapo, SS, Holocaust und Weltkrieg gäbe es heute kein Grundgesetz. Die Deutschen haben es in ihrer Geschichte nur einmal geschafft, einen einigermaßen nachhaltigen freiheitlich demokratischen Rechtsstaat zu errichten: nach dem 2. Weltkrieg .

  2. Danke für den Hinweis. Richard Stallman ist immer extrem. Aber im Falle von Uber hat er recht. Bei den meisten Taxiapps ordert man normale Taxis, z.B. mytaxi.de Zusätzlich kann man die Taxis auch über Telefon bestellen oder auch auf der Straße heranwinken oder am Taxistand einsteigen. In Indien es übrigens verboten, Kreditkartengeschäfte ohne Interaktion des Karteninhabers zu tätigen, wies Uber macht. Diese Vielfalt kastriert Uber mit seinem brutalen Geschäftsmodell. Es können sich nur Scheinselbständige beteiligen, die auch noch unterhalb von sozialen Standards, unterhalb von Mindestlohn arbeiten sollen. Anders als bei mytaxis.de (or equivalent). Bei Uber wird auch nichts geshared. Der Scheinselbständige Taxifahrer steht völlig ungeteilt zur Verfügung zu für den Kunden variablen Preisen. Ich glaube, Uber wird sich mit seinen zahlreichen Gesetzesverstößen weltweit nicht im Markt durchsetzen. Ich fände es dumm, Gesetze für ein Geschäftsmodell abzuändern anstatt dass Geschäftsmodelle Gesetze einhalten. Man kann die einzelnen Punkte von Stallman disktutieren, aber es wird im Ergebnis nichts ändern.

  3. Erst einmal, ich lehne Praktiken wie von Uber im Grunde ab. Schon alleine weil der Geheimdienst mit im Taxi sitzt würde mich abschrecken (und was der amerikanische Geheimdienst weiß, weiß auch bald die deutsche Steuerbehörde).

    Aber eine Gegenfrage. Wenn das alles so bekannt ist, wieso finden sich Leute die sich Uber anschliessen und zu diesem Standard arbeiten? Und vielleicht ist Uber ja nur der Anfang. Vielleicht gibt es bald eine App „Wer mäht meinen Rasen? Wer wäscht mein Auto?“.

  4. Da Uber Goldman Sachs als Investor hat, ist doch klar das hier der Kunde einfach nur abgeschöpft wird. Vor allem da Uber nichts anderes als ist als ein schlechtes proprietäres Text-System wo ein paar Zeilen Text ausgetauscht werden und dafür ordentlich Provision kassiert wird, typischer fall von Parasitentum (vergleichbar mit dem Drecks Payback-System).

    Goldman Sachs möchte JP Morgan aufgespalten sehen so ganz nebenbei bemerkt.

  5. Zum Thema Uber und die Silicon-Valley Shareoconomy hat NDR Panorama gestern eine sehr gute Reportage gezeigt. Unbedingt zu empfehlen. Zu Wort kommen Jeremy Rifkin, Jaron Lanier, Sasha Lobo, der Chef v. Uber natürlich, und andere.

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