Linkschleuder

Belarus: DDoS-Attacken gegen Nachrichtenseiten kurz vor der Wahl

Präsident Aljaksandr Lukaschenko wird wahrscheinlich am Sonntag wiedergewählt werden CC BY-NC-ND 2.0 via flickr/ United Nations Photo

Kurz vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen in Belarus am 11. Oktober sind die unabhängigen Nachrichtenseiten Belapan.by und Naviny.by aufgrund von DDoS-Angriffen für mehrere Tage unerreichbar gewesen. Da die klassischen Medien fast vollständig von staatlicher Seite kontrolliert werden, finden kritische Diskussionen mittlerweile vor allem online statt, wie Reporter ohne Grenzen in einer Pressemitteilung schreibt.

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Die bisher unbekannten Angreifer legten die Server der beiden Nachrichtenportale von Samstag, 3. Oktober bis zum Montag, 5.Oktober durch eine Flut an Anfragen lahm. Dies geschah nach Veröffentlichung eines Artikels über eine Veranstaltung mit dem seit 21 Jahren amtierenden Präsidenten Lukaschenka, zu der Studierende zwangsweise geschickt wurden. BelaPAN schreibt dazu in einer Stellungnahme:

We believe that it is this objective coverage, which was not aimed at pleasing authorities, that angered ideology workers who then ordered our websites hit by the DDoS attacks.

We view the incident as flagrant pressure on an independent media outlet and a violation of the constitutional principles of freedom of speech and freedom of the media. This is happening during a presidential election campaign. Such incidents should be taken into account by observers in their assessment of the conditions in which Belarus‘ presidential election has taken place.

Anfang des Jahres wurden unter dem Vorwand des Schutzes nationaler Interessen die Internetkontrollen und die Mediengesetze durch die Regierung verschärft. So ist es dieser nun erlaubt, Internetseiten ohne richterliche Prüfung zu sperren. Unternehmen, welche journalistische Inhalte anbieten, müssen sich registrieren lassen, ansonsten drohen ihnen Strafen. Schon seit längerem dürfen Webseiten nur noch von einheimischen Servern betrieben werden.

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5 Kommentare
    1. Laut Wikipedia: „Die weißrussischen offiziellen Stellen wie auch die deutsche Diplomatie verwenden in offiziellen deutschsprachigen Texten den Namen Belarus“
      Weißrussland ist wohl ne recht ungenaue Übersetzung.

      1. Ok, war mir neu. Danke für die Aufklärung. Ich dachte es wäre ein Flüchtigkeitsfehler bei ’ner Übersetzung aus dem Englischen. Scheint auch nicht sehr verbreitet, wenn das Adjektiv trotzdem ‚weißrussisch‘ ist.

  1. Sehr interessant. Alte DOS-Funktionäre legen Webseiten lahm? Wie kann das sein, im Zeitalter absoluter Aufklärung im Internet. Es ist doch jedem in Deutschland transparent, dass das Internet nur Wahrheiten verbreitet. Weshalb sind dann alte DOS-Funktionäre aktiv? So langsam bekomme ich Angst, wenn ich mich im Internet frei bewege. Vielleicht sollte einmal Medienunterricht in Schulen ganz anders unterrichtet werden. Ich wäre dafür, dass alte DOS-Funktionäre Aufklärungsarbeit leisten und einmal BIG BROTHER in Schulen werden dürfen. Vielleicht fängt dann das Verständnis für Medienkompetenz irgendwann in der Schule an. Hoffentlich nicht zu kritisch und visionär der Kommentar :-)

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