Weißrussland
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Netzsperren und Festnahmen: Regierung in Belarus stört Internetzugang
Auch am Potsdamer Platz in Berlin haben in den vergangenen Wochen immer wieder Menschen in Solidarität mit der Bevölkerung in Belarus demonstriert. Netzsperren und Festnahmen: Regierung in Belarus stört Internetzugang Die Regierung in Belarus geht mit Gewalt gegen die Proteste der eigenen Bevölkerung vor. Um Kritik zu unterdrücken, schaltet sie immer wieder das Internet ab und blockiert Websites. Aktivist:innen und Journalist:innen wehren sich dagegen.
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Präsidentschaftswahlen: Landesweite Interneteinschränkungen am Wahltag in Belarus
Bei vielen Nachrichtenseiten und sozialen Netzwerken war am Tag der Wahl kein Durchkommen in Belarus. Präsidentschaftswahlen: Landesweite Interneteinschränkungen am Wahltag in Belarus Am Tag der Präsidentschaftswahl waren die Dienste vieler Online-Anbieter in Belarus nicht zu erreichen. Über das Wahlergebnis herrscht Streit zwischen den Kontrahenten, es kam zu massiven Protesten.
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: Amnesty: Uferlose Überwachung schwächt Zivilgesellschaft in Belarus
Straßenszene in Belarus. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/marcofieber/5004827053/sizes/o/">Marco Fieber/Ostblog.org</a> : Amnesty: Uferlose Überwachung schwächt Zivilgesellschaft in Belarus Permanente Angst vor Überwachung und eine starke Selbstzensur prägen die Realität belarussischer Journalisten, Aktivisten und Menschenrechtler. Amnesty International zeichnet in einer neuen Studie das erschreckende Gesamtbild der Überwachung in Lukaschenkos Diktatur.
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: Belarus: DDoS-Attacken gegen Nachrichtenseiten kurz vor der Wahl
Präsident Aljaksandr Lukaschenko wird wahrscheinlich am Sonntag wiedergewählt werden <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/"> CC BY-NC-ND 2.0</a> via flickr/ <a href="https://www.flickr.com/photos/un_photo/">United Nations Photo </a> : Belarus: DDoS-Attacken gegen Nachrichtenseiten kurz vor der Wahl Kurz vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen in Belarus am 11. Oktober sind die unabhängigen Nachrichtenseiten Belapan.by und Naviny.by aufgrund von DDoS-Angriffen für mehrere Tage unerreichbar gewesen. Da die klassischen Medien fast vollständig von staatlicher Seite kontrolliert werden, finden kritische Diskussionen mittlerweile vor allem online statt, wie Reporter ohne Grenzen in einer Pressemitteilung schreibt.
Die bisher unbekannten Angreifer legten die Server der beiden Nachrichtenportale von Samstag, 3. Oktober bis zum Montag, 5.Oktober durch eine Flut an Anfragen lahm. Dies geschah nach Veröffentlichung eines Artikels über eine Veranstaltung mit dem seit 21 Jahren amtierenden Präsidenten Lukaschenka, zu der Studierende zwangsweise geschickt wurden. BelaPAN schreibt dazu in einer Stellungnahme:
We believe that it is this objective coverage, which was not aimed at pleasing authorities, that angered ideology workers who then ordered our websites hit by the DDoS attacks.
We view the incident as flagrant pressure on an independent media outlet and a violation of the constitutional principles of freedom of speech and freedom of the media. This is happening during a presidential election campaign. Such incidents should be taken into account by observers in their assessment of the conditions in which Belarus’ presidential election has taken place.
Anfang des Jahres wurden unter dem Vorwand des Schutzes nationaler Interessen die Internetkontrollen und die Mediengesetze durch die Regierung verschärft. So ist es dieser nun erlaubt, Internetseiten ohne richterliche Prüfung zu sperren. Unternehmen, welche journalistische Inhalte anbieten, müssen sich registrieren lassen, ansonsten drohen ihnen Strafen. Schon seit längerem dürfen Webseiten nur noch von einheimischen Servern betrieben werden.
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: Iryna Vidanova zu Internetzensur in Weißrussland
: Iryna Vidanova zu Internetzensur in Weißrussland Iryna Vidanova, die das Magazin 34mag.net leitet, hat der SZ ein interview gegeben, in dem sie einige Unklarheiten bezüglich der neuen Gesetzgebung in Weißrussland beseitigt – allerdings auch deutlich macht, dass die Konsequenzen letztlich von der Interpretation des Gesetzes abhängen:
Internet-Providern oder Besitzern von Internet-Cafés drohen künftig Geldstrafen, wenn ihre Kunden bestimmte Dienste verwenden, die auf ausländischen Webservern gehostet werden. Das hängt damit zusammen, dass ab Freitag Firmen, die kommerzielle Online-Dienste in Weißrussland anbieten, ihre Server ins Inland verlegen müssen.
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: Weißrussland macht dicht (Update)
: Weißrussland macht dicht (Update) Während in anderen Ländern noch diskutiert wird, wie man das Internet am besten im Zaum hält, hat Weißrussland bereits einen großen Schritt gemacht: Am 6. Januar tritt ein Gesetz in Kraft, das das Aufrufen von im Ausland stehenden Servern unter Strafe stellt.
Die Library of Congress fasst die Maßnahmen folgendermaßen zusammen:
The Law requires that all companies and individuals who are registered as entrepreneurs in Belarus use only domestic Internet domains for providing online services, conducting sales, or exchanging email messages. It appears that business requests from Belarus cannot be served over the Internet if the service provider is using online services located outside of the country. The tax authorities, together with the police and secret police, are authorized to initiate, investigate, and prosecute such violations.
Darüberhinaus werden die Betreiber von Internetcafés für von Kunden begangene Verstöße verantwortlich gemacht; auf Gnade können sie hoffen, wenn sie in ausreichendem Umfang die Behörden über die Verstöße informieren. Dasselbe gilt für Bürger, die ihren Zugang anderen zur Verfügung stellen.
Webseiten, die „extremistische Aktivitäten“ (oder was die Regierung darunter versteht) oder Pornographie enthalten, werden darüber hinaus gesperrt.
Update: Nach Informationen von Dave Lee (Technologie-Redakteur der BBC) wird nicht das Aufrufen ausländischer Server selbst strafbar. Er schreibt:
I fear the blogs – and Forbes! – have got ahead of themselves. Foreign Office tells me Belarus law does not apply to individuals seeking foreign websites, unlike every blog in the universe is reporting. Although it’s not a ban on foreign internet, Belarus web law does prohibit visiting the websites of opposition groups.
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: Weißrussland überwacht mit Technologie von Ericcson
: Weißrussland überwacht mit Technologie von Ericcson Das schwedische Unternehmen Ericcson hat die Telekommunikationsunternehmen in Weißrussland mit Überwachungs- und Kontrolltechnologie beliefert, die wiederum das Regime genutzt hat, um an der Macht zu bleiben, die eigenen Bürger zu unterdrücken und die Opposition zu überwachen.
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: Passend zur Wahl: Netzzensur in Weißrussland
: Passend zur Wahl: Netzzensur in Weißrussland In Weißrussland sind heute Wahlen und das Regime hat einige Aktionen gestartet, damit die Bürger sich nicht mehr so gut im Netz informieren können. Als Klassiker hat man SSL gesperrt, damit man nicht mehr gesichert auf Facebook, GMail, Twitter & Co zugreifen kann. Das funktioniert aber immer noch nicht so richtig, wie Evgeny Morozov auf Twitter schreibt, der gerade im Lande ist. Über den Browser kann er nicht auf GMail mit SSL zugreifen, über die iPad-Mail-App scheint das noch zu funktionieren. Wie Morozov weiter twittert, hindert die SSL-Sperre auch viele Oppositionsgruppen daran, über ihre Mailinglisten zu kommunizieren, die SSL verwenden. Ebenfalls ein Klassiker sind DDos-Attacken auf kritische Webseiten in den Tagen vor der Wahl.
Eine etwas ungewöhnlichere Strategie scheint auch zu sein, dass kritische Webseiten gespiegelt worden und ein Aufrufen der jeweiligen Domain auf eine fast gleich klingende Domain weiterleitet. Ein Aufruf der kritischen Webseite gazetaby.com routet automatisch auf gazetaby.in. Hal Roberts vermutet, dass man damit verhindern will, dass am Wahltag auf den Webseiten kritische Texte erscheinen, die dann nicht auf den Fake-Seiten gespiegelt werden.
Bei Zeit.de gibt es noch einen Hintergrundartikel zur politischen Situation kurz vor der Wahl: In Stalinchens Reich.
Jung sein in Europas letzter Diktatur: In Weißrussland wird gewählt – Studenten fürchten sich vor dem Konflikt mit dem Regime.
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: In anderen Staaten kann bloggen gefährlich sein
: In anderen Staaten kann bloggen gefährlich sein Es gibt aktuell zwei Beispiele aus repressiven Staaten, die wieder ins Bewusstsein rufen, in welcher Luxus-Situation wir hier in Deutschland bloggen können. Aljazeera berichtet, dass der weißrussische Blogger Oleg Bebenin erhängt aufgefunden wurde: Belarus web activist ‚found hanged’ . Er soll Blogger auf einer der führenden Oppositionsseiten (Charter97) gewesen sein, seine Freunde und Kollegen bezweifeln, dass er Selbstmord begangen hat.
Und dann gibt es traurige Neuigkeiten von Hossein Derakshan. Der iranische Blogger wurde nach seiner Wiedereinreise im Herbst 2008 verhaftet und ihn erwartet Berichten zufolge die Todesstrafe. Erste Gerüchte scheinen wohl von seiner Familie bestätigt worden zu sein. Mehr dazu hat auch der Spiegelfechter: Hossein Derakhshan droht die Todesstrafe .
2005 hab ich mit Hossein Derakshan ein Interview über Blogs im Iran für den Netzpolitik-Podcast gemacht.
Update: Hossein Derakshan wurde wohl zu 19,5 Jahren Gefängnis verurteilt.
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: Weißrussische Blogger befreien politischen Gefangenen
: Weißrussische Blogger befreien politischen Gefangenen Wer es heute wegen der re:publica noch nicht gesehen hat, BoingBoing hat einen Beitrag, der die Macht von Bloggern illustrieren helfen kann: Belarusian bloggers free political prisoner:
Evgeny sez, „Belarusian bloggers have successfully used a number of local online communities on LiveJournal to raise money to bail out Dzianis Dzianisau, a young political prisoner. They raised 7,500 usd – most of in contributions of 5 or 10 dollars–and got the guy out on bail.“
My family comes from Belarus, and the political repression and corruption there is intense. The Internet has been a powerful force against it though – net-videos of electoral corruption, activism to free political prisoners, and so on.