Überwachung

Überwacht mich nicht! Beantrage beim Bundesnachrichtendienst, nicht überwacht zu werden

Letzte Woche haben wir berichtet, dass der Bundesnachrichtendienst Domains mit der Endung .de und 31 ausgewählte Domains mit den generischen Endungen .org, .net oder .com explizit aus der massenhaften Überwachung rausnimmt. Da netzpolitik.org laut den Snowden-Dokumenten nicht ausgenommen ist, haben wir mal eine Mail an zentrale@bundesnachrichtendienst.de geschickt. Michaela Lehr und Richard Brammer haben (nach Vorbild von Holger Köpke) eine Seite aufgesetzt, auf der jede/r das ganz einfach selbst beantragen kann:

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Sehr geehrte Damen und Herren,

den Medien musste ich entnehmen, dass Sie als Merkmal für “nicht zu überwachenden Internetverkehr deutscher Staatsbürger” allein die Verwendung der Top-Level-Domain “.de” definieren. Dies nutzt mir, als in Deutschland lebender Bundesdeutscher Staatsbürger und Nutzer einer “.net”-Topleveldomain, leider nichts. Aufgrund ihres definierten Aufgabenbereich (Auslandsaufklärung) gehört die Überwachung deutscher Staatsbürger (also auch mir) nicht zu ihrem Aufgabenbereich.

Als Besitzer der unten genannten Domain, möchte ich Sie also auffordern, den von und zu meiner privat betriebenen Domain laufenden Internetverkehr aus ihren Überwachungsmaßnahmen auszuklammern. Ich bitte Sie mir den Eingang dieser Aufforderung sowie die Umsetzung der Maßnahmen schriftlich zu bestätigen.

Mit freundlichen Grüßen

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
37 Kommentare
    1. Wer lesen kann ist klar im Vorteil:
      „31 ausgewählte Domains mit den generischen Endungen .org, .net oder .com explizit aus der massenhaften Überwachung rausnimmt“

      1. 31 ausgewählte Domains
        mit einer endung wie .org
        .net oder .com wurden aus geklammert

        könnte mir gmx.net vorstellen oder so alle andern werden übewacht

    2. kleiner Tipp für besserer Deutsch:

      aus der massenhaften Überwachung rausnimmt
      ->
      von der massenhaften Überwachung ausnimmt

      (ausnimmt von Ausnahme, „aus der Überwachung rausnehmen“ kann man keine Domain, höchstens aus der Liste der Domains, aus der Daten ausgeleitetet werden o.ä.)

    1. Das musste ich zweimal lesen ums zu verstehen. Sehr gut. Du meinst den dritten Satz, oder?

      Tatsächlich sind aber die Ihres und Ihrem kleingeschrieben.

  1. Ich frage mich ob „nicht überwacht“ auch heißt das der BND die nicht mitschneidet oder ob er sie nur nicht selbst überwacht und stattdessen denen gibt die mich per Gesetz überwachen dürfen. Die Frage ist übrigens rhetorischer Natur.

  2. Das ist genau der Mist, den Sascha Lobo in seiner Rede gemeint hat. Unnützer Mist, der mal gar nichts bringt, außer dass ein paar Leute sich auf die Schulter klopfen und denken sie hätten was gemacht …

    1. Warum sollte man die Aufnahme in eine Whitelist denn nicht im formlosen Verwaltungsverfahren beantragen können? Das Verwaltungsverfahren steht doch bei Behörden offen, wofür sonst bezahlen wir die Bande? :)

      Deswegen gehört in den Text auch dringend rein, was er sein soll, nämlich ein:

      Antrag im Verwaltungsverfahren

      Über:
      Sehr geehrte Damen und Herren,
      den Medien musste ich entnehmen, blablubb

  3. Hilft das auch gegen die Herren, die ich neuerdings beim telefonieren immer atmen höre ;-)?

    Nebenbei… da investieren die Schrilliarden an Dollar und Euro in ihre Überwachungstechnik und dann hört man an Störgeräuschen und Wortfetzen, wenn mitgehört wird…
    Die Besten, der Besten, der Besten, wie Fefe sagen würde ;-)…

  4. Der innovative Rechtsstaat: „Vermeiden Sie per Opt-Out, Opfer von staatlichem Rechtsbruch zu werden.“

    ..bei der Gelegenheit könnte man ja auch gleich darum bitten, ein Nicht-Ermordungs-Gesuch an alle Personen der Gewalttäterdatei zu senden.

  5. Mmmh, ja, äh, wie? Eine Aktion um dem BND um was zu bitten. Prächtig nutzloses Zeug das. Sollte der Spaß, nicht dieser, der um die Aufregung, dass der BND die Bürger der BRD anlasslos überwacht, ein wenig hochkochen, wird schon jemandem auffallen, dass man diese Aufgabe dem VS übergeben kann. Sollte es da nicht weitergehen, gibts noch Europol, die deutsche Polizei, LKA, BKA die alle in dem Geschäft mitmischen und deren Informationsbeschaffungsabteilungen nicht sonderlich transparent, schon gar nicht offen, arbeiten.
    Die Maßnahme oben ist lustig, aber mehr als sich selbst verarschen tut man dabei nicht.

  6. ist mir egal. ich hab nichts zu verbergen. ausserdem ist es bestimmt grundrechtsschonend und alternativlos. vielleicht gibts ja auch mehr netto vom brutto.

  7. Aber machen tut natürlich wieder niemand was. In der Schweiz versuchen sie wenigstens, ausländische Anbieter komplett auszusperren, wenn es um Dienstleistungen für deren Bund geht. Für Produkte verlangt sogar die grosse Kammer (Nationalrat), dass die Regierung Stellung bezieht, was aus der vor rund 5 Jahren geforderten Open Source Strategie geworden ist. Nicht, dass OSS der ultimative Brenner wäre (siehe Heartbleed), aber besser als dieser Mist, den wir in Deutschelande mitmachen müssen, ist das wohl alle Mal. Blöd nur, wenn DE nur noch Deutsche Anbieter (mit klar nicht ausländischen Verbandelungen) berücksichtigt würden, Brüssel uns wohl heftig eins auf den Rüssel geben würde…
    Leute: wählt doch nicht immer die gleichen Sesselfurzer ins Parlament!
    Wusstet Ihr: Parlament ist eine Wortkombi aus „parler“ und „mentir“, also reden und lügen…

    1. natürlich macht niemand was. es geht doch nicht an, dass man befehle vom grossen „bruder“ ignoriert….und dagegen angehen schon gar nicht.
      so ist es nun mal in einem besatzungsland mit marionettenregierung etc.

    2. “ In der Schweiz versuchen sie wenigstens, ausländische Anbieter komplett auszusperren“

      Blöd nur, hat die NSA doch mehrere Einrichtungen in der Schweiz. Voll neutral und so… ja ne is kla.

  8. kann mir nicht vorstellen das so ein Brief irgendwas bewirkt, außer die jungs noch neugieriger auf einen zu machen, den kann man doch eh nicht trauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.