SPD, IG Metall und Airbus-Betriebsrat werben für „europäische Drohne“

Der frühere "Talarion" von EADS (Modell) war der erste Versuch, eine "europäische Drohne" auf den Weg zu bringen.

Der „Talarion“ von EADS (Modell) war der erste Versuch, eine „europäische Drohne“ auf den Weg zu bringen.

Gab es einmal eine Zeit, in der sich Gewerkschaften und Betriebsräte kritisch gegenüber Rüstungprojekten gezeigt haben? Die ist dann jedenfalls vorbei.

Die Bundesregierung will bekanntlich Drohnen der sogenannten „MALE“-Klasse beschaffen. Diese hochfliegenden Flugroboter könnten zu Aufklärungszwecken und Kampfeinsätzen unterschiedlich eingerüstet werden. Mehrfach hatte EADS (jetzt umbenannt in Airbus Defence and Space) versucht, die Bundesregierung zur Entwicklung einer „europäischen Drohne“ zu überreden. Auch die SPD hat sich letztes Jahr dazu bekannt.

Der Betriebsratsvorsitzende von Airbus Defence and Space, Thomas Pretzl, hat sich im Bayerischen Rundfunk zum Thema zu Wort gemeldet. Ihn besorgt die Unsicherheit, ob die „Entwicklung und die Wartung für die neuen Drohnen“ nach Manching kommt oder womöglich in anderen Ländern gefertigt wird.

Die IG Metall hatte sich am Wochenende ähnlich geäußert. Die „Welt am Sonntag“ interviewte den für Airbus im bayerischen Manching zuständigen Beauftragten, Bernhard Stiedl. Weil Airbus bis 2017 alle bestellten Eurofighter-Kampfjets produziert hat, sorgt man sich nun um die Arbeit der Betriebsangehörigen. Stiedl meint, ein „Drohnenprogramm“ könne „zu neuer Beschäftigung führen“ und sei deshalb ein „Lichtblick“:

Ein europäisches Drohnenprogramm würde am Standort Manching 1500 Arbeitsplätze sichern. […] Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen. […] In der Krise gab es Hilfsprogramme für die Auto- und Bankenindustrie. Wir stellen fest, dass das für die Wehrindustrie nicht gilt.

Endgültig entschieden ist übrigens nichts: Zwar tat die Verteidigungsministerin in der „BILD“ ihre Überzeugung kund, „in die Entwicklung einer europäischen bewaffnungsfähigen Drohne einsteigen [zu] müssen“. Mit welchen Regierungen, soll nun sondiert werden – denn die sollen die spätere Abnahme in bestimmter Stückzahl garantieren. Ein entsprechendes Angebot hatten zuletzt Airbus und die französische Dassault Aviation sowie die italienische Alenia gemacht.

4 Kommentare
  1. Besserwisser 9. Jul 2014 @ 21:18
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