Linkschleuder

Mit leerem Akku in die USA reisen heißt Terrorismusgefahr

Aus der Kategorie April-Scherz könnte die Bekanntgabe der amerikanischen Behörde Transportation Security Administration stammen, wenn sie nicht so traurig wäre: Wer von ausgewählten ausländischen Flughafen – um welche es sich handelt, wurde nicht bekannt gegeben – in die USA fliegt, muss seine elektrischen Geräte beim Boarding angeschaltet lassen. Wenn nicht, muss mit zusätzlichen Sicherheitsuntersuchungen gerechnet werden. Als offizielle Begründung soll wie immer Terrorgefahr herhalten, denn in Smartphones, Laptops und Co. könne man immerhin ausgezeichnet Bomben verstecken.

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Weiterführender Vorschlag: Warum nicht gleich vorschreiben, dass Gerätepasswörter deaktiviert sein und alle persönlichen Daten beim Einchecken auf einen amerikanischen Server übertragen werden müssen? Nur um sicherzugehen, falls beim Screening unzähliger unschuldiger Bürger doch mal jemand durchs Raster gefallen sein sollte.

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19 Kommentare
  1. Als ich das letzte mal geflogen bin, wurden tatsächlich die Akkus (normale AA-Akkus, nix besonderes) meiner Kamera kontrolliert. Das ging so vor sich, dass mit einem Kleber eine Probe von der Aussenseite der Akkus genommen und dieser dann in einem Gerät auf Sprengstoffspuren untersucht wurde. Auf meine Nachfrage wurde mir gesagt, dass die das bei etwa jeder zehnten Person machen, die Akkus dabei hat. Völlig verdachtsunabhängig.

    Nach dieser Aussage fühlte ich mich nur wenig sicherer.

    1. …was wollt ihr eigentlich alle bei den Amis?Ein Land,das seine Besucher durchgehend erstmal für „Terroristen“ hält und wo man Einreiseverbot erhält,weil man bei Amazon politisch unkorrekte Bücher angesehen/bestellt hat,in solch ein Land will ich nicht einreisen,weil ich mich dort unwillkommen fühle.
      Wer dorthin reist,weil sein Chef ihn schickt,muß halt für seine Karriere leiden,so einfach ist das.Meckern ist jedenfalls der falsche Weg,nicht hinfahren wäre allemal besser!

  2. Ist das wirklich neu?
    Ich musste beim Check stets alle Geräte einschalten. Mindestens schon 10 Jahre vor 9-11.
    Nie vergessen habe ich das Erlebnis mit meinem neuen Powerbook im ebenfalls neu eröffneten Flughafen MUC: Der Akku des Mac war natürlich leer und musste extra an einer Steckdose kurz geladen werden. Anschließend wurde mein unbekannte Schreibobjekt („wir haben Ihr Gerät leider noch nicht auf unserer Liste“) noch so lange gewogen und gestaubsaugt, bis der Anschlussflug nach Hannover weg war.
    Noch was Technisches: Geladene Akkus sind wesentlich riskanter zu transportieren, als ungeladene. Im geladenen Zustand reagieren Li-Ion- Zellen sehr heftig mit mit Feuchtigkeit, wenn beschädigte Zellen bei Druckänderung reißen. Bei ungeladenen passiert in diesem Fall gar nichts. Wahrscheinlich dient die neue(?) Verordnung zu nichts anderem, als zur Stabilisierung der Angst.

  3. Das mit den Sprengsätzen halte ich für eine Ausrede. Gerade bei klein Elektronik (Handy, Tablett) erkennt man auf dem Röntgenbild sehr einfach jede Manipulation. Wenn man aber mal bedenkt, dass auf Flughäfen schon Staatstrojaner aufgespielt wurden und auch gerne mal Daten ausgelesen werden, ist ein leerer Akku ein Problem. Erst laden dauert zu lange und der Besitzer merkt dann auch noch das der Akku nicht mehr leer ist und schöpft evtl. verdacht.

  4. “ Warum nicht gleich vorschreiben, dass Gerätepasswörter deaktiviert sein und alle persönlichen Daten beim Einchecken auf einen amerikanischen Server übertragen werden müssen?“

    Weil man das bereits seitens der US Einreisekontrolle kann.

    1. Wie sich irgenjemand diese verordnete Unsicherheit gegenüber der Willkür noch als „Sicherheit“ verkaufen lässt, wird wohl für immer schleierhaft bleiben.

  5. „amico americano, ohlala…….aber isch abe doch gar kein ändy….musse giovanni jetza gehn suu die guantanama??….muss noch sage arrivederci suu meine mamma….“

  6. Ich habe schon vor 40 Jahren, als mit TV Team und Kamera gereist die Kamera bei USA Inlandflügen beim Checkin einschalten müssen.!!! Also richtig neu ist das nicht.
    Man muss, wenn man Artikel schreibt auch mal richtig in der Vergangenheit recherchieren und es in Context setzen.!!!!!!!!!!!!!!!

  7. Es geht auch nicht ums Einchecken oder die Sicherheitskontrolle. Wer lesen kann, liest: „… elektrischen Geräte beim Boarding angeschaltet lassen…“

  8. Eines jeden Landes ursprüngliches und unwidersprechbares Recht ist es, einen prüfenden Blick auf die jeweilig Einreisenden werfen zu dürfen. Wenn das auch in Europa alle machen würden, gäbe es auch hierzulande sicher etwas weniger – sagen wir mal – Zwielichtgestalten. Wer nun etwelcher Kontrollen wegen nicht in die USA will, kann problemlos bleiben wo er ist, es wird niemand gezwungen irgendwohin zu reisen. Also: Was soll der Aufstand?

    1. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren ab 1945 in Deutschland die Überwacher der Demokratie!
      Bis 1968 musste in diesen Staaten eine farbige Mam im Bus aufstehen, wenn ein weißer
      Boy oder Girl diesen Sitzplatz beanspruchte.

  9. Stimmt. Mit leerem Akku in die USA reisen heißt, durch menschlichen Automaten dümmlicher Willkür unterworfen zu werden. Mit vollem Akku in die USA reisen heißt, privatsphärezerstörendem Staatsterror unterworfen zu werden.

    Orwell zu paraphrasieren: Unsicherheit ist Sicherheit

    Flughäfen sind die US-Versuchslabore informationsfaschistischer Entwürdigung geworden, und sicher macht das nur den Staat im Sinne der Stasi oder KGB.

  10. Ich bekomme neuerdings schon Ärger, wenn ich mit meiner analogen Spiegelreflexkamera durch die Sicherheitskontrolle gehe. „Wo ist denn da das Display? Wie geht die denn an?“ ;)

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