Überwachung

Gesichtserkennung mit Google Glass: Nach ersten Apps jetzt auch die Polizei in Dubai

Foto: Tim.Reckmann Lizenz: CC BY-SA 3.0

Google untersagt zwar „derzeit“ eine Gesichtserkennungsfunktion in Apps auf der umstrittenen Datenbrille Google Glass. Vermutlich will Google damit den Datenschutzdiskussionen etwas Wind aus den Segeln nehmen. Aber nur weil Google solche Apps untersagt und (voerst) nicht in seinen Markt aufnehmen wird, hält sich der Rest der Welt nicht an das Verbot.

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Bisher vor allem Machbarkeitsstudien und Previews

Eine der ersten Apps die Gesichtserkennung einsetzt heisst Medref und entstand bei einem Medical Hackathon: Die App richtet sich an medizinisches Personal und soll dafür sorgen, dass diese die Patienten immer mit ihrem Namen ansprechen können. Dazu werden Informationen aus der Krankenakte und ein Referenzfoto eingeblendet – das Ganze funktioniert auch mit vorlesen des Patientennamens. Die Gesichtserkennung wird dabei Online über den Dienst Betaface abgewickelt.

Ganz ohne Gesichtserkennung kann Insight Menschen erkennen. Das von Google mitfinanzierte Projekt erkennt Personen anhand von Kleidung, Brillen und sonstige Accessoires – in ersten Tests mit einer Erkennungsrate von 93 Prozent.

Die Firma FacialNetwork.com geht mit ihrer App NameTag deutlich weiter und hofft auf eine Lockerung der Regelungen seitens Google. Die App greift auf eine Datenbank mit zwei Millionen Bildern zu – bisher vor allem Stars und Sternchen. In einem Testvideo wird auf die Datenbank mit verurteilten Sexualstraftätern zurückgegriffen. In Zukunft sollen Bilder aus sozialen Netzwerken wie Facebook in die Datenbank eingepflegt werden und mit Partnerbörsen kooperiert werden. Wer nicht in der Datenbank sein möchte kann nachträglich widersprechen.

Dubais Polizei plant Einsatz von Google Glass zur Fahndung

Dubai möchte die dortige Polizei mit Google Glass ausrüsten. Auf diesen soll eine von der Dubaier Polizei entwickelte Software zum Einsatz kommen, mit deren Hilfe die Polizei ihr Sichtfeld mit der Datenbank gesuchter Personen abgleichen können soll. Zu Beginn soll die Brille zur Bekämpfung von Verkehrsdelikten und zur Fahrzeug-Fahndung eingesetzt werden. Später sollen auch Kriminalbeamte mit den Brillen ausgestattet werden.

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6 Kommentare
  1. Falls hier eines der Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate gemeint sein sollte – DUBAI heisst dieses Emirat. – Das macht einen ja wirklich irre, AUTHOR.

    1. …nun, dann wird ein Lowpower-Laserpointer eben auf die Liste „gefährlicher Gegenstände“ gesetzt und dann verstößt Du noch gegen Waffengesetz und bist vorbestraft…

  2. …..die Frage wäre, ob die Bürger dies tolerieren. Das große Problem an solchen technologischen Maßnahmen ist besonders darin zu sehen daß a)die wenigsten den Umfang/die Auswirkungen solcher Systeme abschätzen können und b)es die meisten nicht interessiert, bis es Sie selbst unmittelbar betrifft.
    Die Freiheit des Einzelnen muß errungen und ständig gegen Bedrohungen verteidigt werden. Der zweite Teil des Satzes ist beim Deutschen Bürger noch nicht angekommen!

  3. Noch ein Beispiel für Face Recognition auf Google Glass:
    https://www.youtube.com/watch?v=Suc5B79qjfE

    Die Autoren betonen jedoch – und ich möchte das auch betonen – dass die Software komplett auf Google Glass läuft, also keine erhobenen Daten die Brille verlassen (jedenfalls nicht über ihre Software).
    Ebenso werden keine Profile (sprich biom. Parameter) erhoben womit eine eindeutige Identifizierung der Person auch nicht möglich ist. Die derzeit über die Software verfügbar gemachten Parameter (Anzahl gefundener Personen, Stimmung, ungefähres Alter, etc.; siehe Video) sind weder einzeln noch in Kombination dazu geeignet, eindeutig eine Person zu charakterisieren.
    Allerdings könnten sie behinderten Menschen helfen, sich in ihrem Alltag besser zurecht zu finden.

    Aber es stimmt: Werden die Einzelmerkmale in ihrer Kombination zu eine Person eindeutig identifizierenden Merkmalen und werden diese dann noch auf irgend einen Server übertragen – oder direkt dort erhoben (vgl. Facebook), dann sollte – ja muss – man wirklich misstrauisch werden.

    Am Ende geht es um Vertrauen. Und Vertrauen kann man in meinen Augen nur in freie, quelloffene Software haben, wobei sowohl der client-seitige Quellcode, als auch der serverseitige Code offengelegt werden müsste. Die erhobenen Merkmale und darauf aufgebauten Modelle und insbesondere die aus diesen Modellen gezogenen Schlüsse sowie Feedback-Reaktionen müssten explizit bekannt gemacht werden.

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