Wir fragen uns ja permanent, warum der größte Spähangriff der Menschheitsgeschichte zu fast keinen politischen Konsequenzen führt. Einen Erklärungsansatz lieferte uns jetzt Brigitte Zypries, mittlerweile Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium und dort zuständig für IT. Auf der Media Convention antwortete sie auf die Frage, wie man das durch die aufgedeckte Totalüberwachung verlorene Vertrauen wiederherstellen kann:
Ich glaube wir müssen erstmal […] darüber diskutieren, bei wem eigentlich wirklich Vertrauen verloren gegangen ist. Also wenn sie die Bürgerinnen und Bürger ansprechen, da kann ich nur als langjährige Bundestagsabgeordnete inzwischen sagen: In meinem Wahlkreis, glaube ich, hat keiner Vertrauen verloren. Wenigstens ist das da kein Thema. Bei keiner Veranstaltung werde ich darauf angesprochen.
Falls wir also Leser/innen aus ihrem Wahlkreis 186 Darmstadt haben: sprecht sie doch mal darauf an. Notfalls kann man das auch per E‑Mail oder Abgeordnetenwatch tun. Viel besser eigent sich aber ein Face-To-Face Treffen, zum Beispiel bei der Bürgersprechstunde, oder eine ihrer anderen Veranstaltungen.
Natürlich ist dieses Phänomen kein Privateigentum der SPD. Bei anderen Parteien dürfte das ähnlich aussehen. Fragt doch mal in eurem Wahlkreis nach.
Wir freuen uns über eure Berichte.
