Überwachung

Brigitte Zypries zur Geheimdienst-Überwachung: „In meinem Wahlkreis hat keiner Vertrauen verloren“

Brigitte-Zypries-Media-ConventionWir fragen uns ja permanent, warum der größte Spähangriff der Menschheitsgeschichte zu fast keinen politischen Konsequenzen führt. Einen Erklärungsansatz lieferte uns jetzt Brigitte Zypries, mittlerweile Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium und dort zuständig für IT. Auf der Media Convention antwortete sie auf die Frage, wie man das durch die aufgedeckte Totalüberwachung verlorene Vertrauen wiederherstellen kann:

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Ich glaube wir müssen erstmal […] darüber diskutieren, bei wem eigentlich wirklich Vertrauen verloren gegangen ist. Also wenn sie die Bürgerinnen und Bürger ansprechen, da kann ich nur als langjährige Bundestagsabgeordnete inzwischen sagen: In meinem Wahlkreis, glaube ich, hat keiner Vertrauen verloren. Wenigstens ist das da kein Thema. Bei keiner Veranstaltung werde ich darauf angesprochen.

Falls wir also Leser/innen aus ihrem Wahlkreis 186 Darmstadt haben: sprecht sie doch mal darauf an. Notfalls kann man das auch per E-Mail oder Abgeordnetenwatch tun. Viel besser eigent sich aber ein Face-To-Face Treffen, zum Beispiel bei der Bürgersprechstunde, oder eine ihrer anderen Veranstaltungen.

Natürlich ist dieses Phänomen kein Privateigentum der SPD. Bei anderen Parteien dürfte das ähnlich aussehen. Fragt doch mal in eurem Wahlkreis nach.

Wir freuen uns über eure Berichte.

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25 Kommentare
  1. Wer so etwas von sich gibt ist fortgeschritten genug im Realitätsverzerren um auch Nachfragen und E-Mails konsequent zu ignorieren. Verräterpartei ist da nur das I-Tüpfelchen.

  2. In ihrem Wahlkreis gab es regelmäßig Demos. In den lokalen Medien war das auch Thema. Die Dame lebt entweder außerhalb der Realität, oder sie lügt. Bei Zypries kann man da nie ganz sicher sein.

  3. Ich lebe in ihrem Wahlkreis – und habe tatsächlich nicht mit ihr darüber gesprochen. Das ändert aber nichts an der naiven Behauptung, dass die Menschen in ihrem Wahlkreis kein Vertrauen verloren hätten. Hm.

    1. Danke! Findest vielleicht noch ein paar gleichgesinnte und magst das öffentlich machen? Wäre was für die Europawahl!
      So gut kenn die ihre Wähler-mäßig.
      Wäre ne schöne Aktion.

  4. Mich wundert das nicht, dass sie bei den Leuten, die zu Veranstaltungen der darmstädter SPD gehen keinen Widerspruch erntet. Ich habe länger dort gewohnt und kannte Leute, die in der SPD aktiv waren. Was ich da so mitbekommen habe ist, dass sich eines der SPD-internen Meinungsnetzwerke (!) dort durchgesetzt hat und die kritischen Stimmen schon vor langem „entsorgt“ wurden.

    Immerhin ist das die Darmstadt-SPD, die über Dagmar Metzger unserem geliebten Roland Koch eine weitere Amtszeit gesichert hat.

    Ich bin gerade heute durch Darmstadt gefahren und mir ist aufgefallen, dass da einiges an Piraten-Plakaten hängt und nur wenig mehr SPD-Plakate.

    Sieht so aus, als hätten sich die netzaffinen Leute in Darmstadt von der SPD abgewendet. Wenn die Zypries da auftritt, dann trifft sie sich de facto mit Bürgertum gehobenen Alters, für die das Internet ein nachrangiges Thema ist.

  5. Ich glaube ihr das sogar ein Stück weit: auf den politischen Veranstaltungen, auf denen ich war, war Überwachung auch kein Thema, es sei denn, ich habe es angesprochen (was manchmal gar nicht so leicht ist).

    Und einen Stimmeinbruch für die SPD bei der letzten Wahl gab es auch nicht, ganz im Gegenteil. Warum also – aus Sicht der SPD – etwas ändern?

  6. Wie sagte Volker Pispers so schön?
    „Frau Zypries, ich dachte immer, blöder als Ulla Schmidt geht nicht. Aber eine sehr schöne Einzelleistung…“

    Natürlich spricht keiner auf Wahlkampfveranstaltungen von Zypries über Geheimdienstüberwachung, denn erstens sind Hessen ein sehr eigenes Volk, die man mit Angstmacherei und Law-and-Order immer erreicht (sonst wäre Volker Bouffier nicht Ministerpräsident), und zweitens redet keiner offen über sein Missfallen, sonst gilt er ja als Linker und muss befürchten, dass die Seeheimerin Zypries ihn an den Verfassungsschutz verpfeift…

  7. Die Frau spricht also für das Volk, bzw für ihren Wahlkreis?
    Entweder hat die unsere Gehirne verwanzt, oder nen Schaden.
    Ich tippe ja irgendwie auf die zweite Option, da sich ja schon wer aus ihrem Wahlkreis hier gemeldet hat, der nicht ihre Ansicht teilt.

    Sie arbeit übrigens im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie,
    ehemals Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie,
    wo kommen wir denn da hin wenn wir die Energien und Technologien vernachläsigen! ;)

  8. Hm, möglicherweise besteht ihr Wahlkreis aus Menschen, die sowieso nie Vertrauen hatten. Da merkt man den Unterschied natürlich nicht. Wo ist das? Darmstadt? Vielleicht sollte ich mir dieses paranoide Wunderland mal anschauen…

  9. Liebe Frau Zypries, warum Sie glauben, dass niemand Vertrauen verloren hat, liegt darin, dass es den meisten tatsächlich scheißegal ist. Erst wenn es zu spät ist…. Seien Sie froh, dass die meisten ihr Gehirn in einer Bildzeitung eingewickelt haben.

  10. Kaum glaubhaft, dass Frau Zypries noch nie vom US-Spionagezentrum Dagger-Complex in ihren Wahlkreis gehört hat. Und noch weniger glaubhaft ist es, dass sie keine Kenntnis von den Diskussionen und Aktionen dazu in Darmstadt und Griesheim hat. Siehe auch
    http://diedatenschuetzerrheinmain.wordpress.com/2014/05/18/brigitte-zypriesspd-bundestagsabgeordnete-aus-dem-wahlkreis-186-darmstadt-zur-geheimdienst-uberwachung-in-meinem-wahlkreis-hat-keiner-vertrauen-verloren/
    und
    http://diedatenschuetzerrheinmain.wordpress.com/2014/03/30/dagger-complex-in-griesheim-ein-bunter-protest-gegen-geheimdienstuberwachung-und-kriegsfuhrung-mit-drohnenuberwachung/

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