Überwachung

Videoüberwachung: Interaktive Karte zeigt Ausmaß in Bayern

Quelle: wikipedia
Quelle: wikipedia

Nach Straftaten im öffentlichen Raum, wie Überfällen oder gar terroristischen Anschlägen, wird schnell der Ruf nach mehr Videoüberwachung laut. Besonders Politiker sind schnell mit Forderungen nach mehr Überwachungskameras. Dass weder das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt wird, noch Straftaten durch die Anbringung von Kameras verhindert werden, stört die Beteiligten meist nicht. Die Süddeutsche Zeitung hat nun eine Interaktive Karte angefertigt, die die Verteilung von Überwachungskameras in München, sowie in ganz Bayern aufzeigt.

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Ende 2012 waren in Bayern mehr als 17.000 Kameras installiert, um öffentliche Plätze und öffentlich zugängliche Räume zu überwachen, das zeigt eine Aufstellung der bayerischen Staatsregierung. Seit 2008 ist ihre Zahl um mehr als 5500 gestiegen. Auf der interaktiven SZ-Karte können Sie sehen, wo genau und zu welchem Zweck die Kameras in Bayern installiert wurden. Auf der Karte ist zu sehen: Es sind vor allem Amtsgebäube, Schulen oder Gerichte, aber auch öffentliche Plätze, Polizeistationen, Gefängnisse, Bahnhöfe und Museen, die überwacht werden.

überwachungskameras

Dass Überwachungskameras vor Straftaten schützen oder den Menschen mehr Sicherheit vermitteln, ist dabei ein Trugschluss, wie die Süddeutsche Zeitung in einem weiteren Artikel erklärt.

Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nimmt durch Videoüberwachung – wenn überhaupt – nur kurzzeitig zu. […] Eine Kamera könne sogar bestehende Unsicherheit bestärken.

Und:

Außerdem müsse man davon ausgehen, dass Kriminalität durch Kameras nicht verhindert, sondern nur verdrängt wird. Gerade dieses Phänomen ist aufgrund der Datenlage allerdings schwierig wissenschaftlich zu untersuchen

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
18 Kommentare
    1. …Du, das nützt nur dem eigenen Ego bzw. Seelenfrieden (für kurze Zeit).

      Denn kurz darauf wird auf Steuerzahlerkosten (=Bürgergelder) wieder eine neue (noch vandalismussicherere) Kamera da stehen. Ggf. noch mit einer weiteren Überwachungskamera-Überwachungskamera mit automatischer Funkzellenabfrage.

      Denn der böse Überwacherungskamera-Terrorismus muss um jeden Preis verhindert werden!!!

  1. [ Off Topic — Hallo, koenntet ihr vielleicht das Posten ueber TOR hier etwas optimieren? Ich habe kein Problem, wenn Ihr die Kommentare vorab gegenlesen wollt, aber eure Seite sollte schon TOR Nutzung in den Kommentare unterstuetzen … Hier klaptt es nur recht selten. Ist das ein TOR oder ein NP.org Problem? Oder kurz — Bug oder Feature?]

      1. Interessant, danke. Evtl. kann ja mal jemand eine kleine Howto schreiben wie man netzpolitik.org am besten sicher kontaktiert. Eine Menge Leute haben vielleicht was, sind aber unsicher?

  2. Also ihr missversteht das mit den Kameras. Sie sind ganz wichtig für *unsere* Sicherheit. Abgesehen von der Abschreckung und dem offensichtlichen „Sicherheitsgewinn“ des Betreibers wie auch der Passanten, ergibt sich eine massive Kostenersparnis durch weniger Personal und Polizei. So spart der Steuerzahler massiv Geld. Geld, das *wir* dringend zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit benötigen.

    Ein fliegendes Auge zu entwickeln kostet *uns* viel Geld. Wenn jeder überall Kameras hin baut, dann kostet *uns* das gar nichts. Sogar die Städte, Gemeinden und deren Werbe- und Wirtschaftskooperationen helfen freundlich mit öffentliche Plätze, Busse und Haltestellen, Gehwege vor privaten Geschäften rund um die Uhr zu überwachen.

    Drohnen können zu einem Zeitpunkt immer nur an einem Ort sein. Sie sind laut, sichtbar und werden schon einmal abgeschossen. Kameras dagegen sind überall und kaum zu bemerken. Das vorgeschriebene Hinweisschild sieht man glücklicherweise erst wenn man sowieso schon erfasst ist oder keine Wahl hat – man gewöhnt sich daran und ignoriert es. So ist jeder beruhigt. Ihr seht es ja nicht, versteht es sowieso nicht. Aber *wir* passen gut auf *Euch* auf.

    Aber weil *wir* die technischen Möglichkeiten haben, die Bilder der ganzen Welt sehen, Terroristen sofort per automatischer Gesichtserkennung identifizieren und durch data mining jedem Verbrecher einen Schritt voraus sind, können *wir* dem Terror wirksam mit *unserer* Technik sogar mit automatisierten Drohnen bekämpfen. He, das ist fast wie ein Videospiel. Peng peng, so schützen wir *unsere* Banken, *unsere* Infrastruktur, *unser* Eigentum, *unsere* Kinder. Ja, denkt den niemand an *unsere* Kinder?

    Ganz London ist sicherer geworden seit Nummernschilderdscreening die Eintrittskarte in die ehrwürdige Stadt ist. Asoziale Elemente und Datenverweigerer müssen draußen bleiben. Wer gemein zu Fuß geht, den fordern die Kameras auch schon einmal wörtlich dazu auf das ausgespuckte Kaugummi doch schnellstens wieder aufzunehmen. Das ist echte Sicherheit

    (und unter *uns*, das spart den Straßenkehrer. Beppo ist sowieso ein asoziales Auslaufmodell, hat sowieso kein Geld für GoogleGlass. Der will doch glatt 8,50 – nicht einmal die SPD zahlt das ihren Putzfrauen – um sogar noch „Menschenwürdig“ leben zu können. Der faule Sack! Widerlich das. Und stinken tut er auch noch. So was von asozial und rückwärtsgewandt, eine Schande für *unsere* Gemeinschaft)

    Automatisiertes Recht auf Knopfdruck ist kostengünstig, vollkommen gerecht und verzögerungsfrei. Es gibt keine moralische Bedenken. Die Kollateralschäden sind minimal – außerdem ist jeder irgendwo schuldig – und so es trifft schon den Richtigen.

    Schwarze illegale Einwanderer, die *uns* *unser* Land, *unsere* Arbeitsplätze, *unsere* Kultur stehlen, diese Wirtschaftskriminellen AIDS verseuchten Schwulen Widerlinge sind übrigens besonders toll auf den Bildern zu erkennen. Peng peng – ok, das darf ich nicht- mein Job… Aber es wird nicht mehr lange dauern, keine Angst! In Afrika tun die das schon selbst. Was? He, wir brauchen doch das Öl, das Uran für *unsere* Wirtschaft.

    Also bitte, helft mit bei der Totalüberwachung der Welt zu *unserer* Sicherheit. Die Integration in Prism und an die Verteilung an alle gerechten Geheimdienste *unserer* Erde läuft schon perfekt. Sieh es endlich ein: die Alternative die Welt gerecht zu machen, die ist einfach unbezahlbar. *Wir* hätten davon doch keinen Vorteil mehr. Und außerdem, ein wenig dürfen wir schon erwarten, wenn wir *unser* Geld sichern und mehren und mehren und Macht und Meins und Meins, von Gott gegeben und und HOPIPPÖ§R“““()ZCF beep beep beep

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Black-Hat-Zehntausende-offene-Webcams-im-Netz-1928831.html

    brave new world. I see you.

  3. Übersehe ich da was oder gibt es keine genaueren Infos, wo eine Kamera genau ist? Z. B.:

    Elektronikfachmarkt/Geschäftsleitung
    2009: 1 Kamera
    davon 1 öffentlich zugänglich
    Zweck: 1 für Zugangs-/Objektschutz

    Bringt jetzt nur nicht viel ;-)

    1. Und: Ist es nicht eigentlich verboten, als privates Unternehmen / Privatmann mit einer Kamera öffentliche Plätze zu filmen (z. B. eine Firma die den Gehsteig vor ihrem Gebäude filmt)?

      1. Der Gehweg gehört ja oft schon der Firma, d.h. z.B. am Potsdamer Platz in Berlin gibt es ja diese „halböffentlichen“, aber eigentlich privaten Räume, die ohne Einschränkung überwacht werden dürfen.

        In einer Doku auf Phoenix vor ein paar Wochen wurde das von den Firmen mit der vermeintlich erhöhten Gefahr nach dem elften September begründet (was sonst?).

        In der Zeit gab es (letztes Jahr) glaube ich einen Artikel über eine Gesichtserkennungs-Software, die verdächtiges Verhalten aufspürt, zum Beispiel in Zügen und Strassenbahnen. Anzeichen dafür sind bestimmte Formen der Nervosität. Daraufhin kann dann Sicherheitspersonal gerufen werden, um die Zielperson in vitro zu inspizieren.

  4. ich vermute in münchen passieren keine unfälle mehr, bei der überwachung…
    dazu das blitzen der terroristischen autofahren…

    mensch, mensch, mensch, muss das jetzt sicher sein in münchen und umgebung.

    *duck*

  5. Ich finde es irreführend von Kameras als Sicherheitshilfe zu sprechen. In erster Linie helfen Kameras bei der Strafverfolgung, deren Erfolg wiederum durch Abschreckung Sicherheit bietet. Selbst, wenn jemand vor der Kamera sitzt, ist die Tat meist schon beendet, wenn die Polizei eintrifft.
    Aber auch die Hilfsmöglichkeiten der Kameras sollten allerdings nicht zu sehr angepriesen werden, da selbst hier Kameras nur als Hilfe dienen, wegen den vielen bedingten Faktoren keinen Erfolg garantieren und zudem auch ihre Nachteile haben.

    Die Verdrängung von Straftaten durch Kameras ist ja zum Teil der Sinn der Sache, sofern man recherchiert wohin die Kriminalität verdrängt wird und zu welchen Konsequenzen das führt.

    Das Sicherheitsgefühl der Menschen kann durch Kameras nur dann gestärkt werden, wenn deren Einsatz strategisch sinnvoll, effektiv und vor allem transparent durchgeführt wird. Es hilft nicht, wenn sich der Mensch auf einer U-Bahn Haltestelle sich statt durch kriminelle Augen durch staatliche Augen beobachtet fühlt.

  6. Man komme bitte nicht auf die Idee, in Bayern stünden nur die erwähnten 17.000 Kameras, die Liste ist nicht vollständig – nicht einmal hinsichtlich der Kameras, die der bayerische Staat seinem Volk geschenkt hat.

    Beispielsweise wurden in Regensburg schon im Jahr 2000 ausgewählte öffentliche Plätze videoüberwacht – im Rahmen eines „zeitlich begrenzten Pilotprojektes“. Selbstverständlich filmen die Kameras immer noch.

    Falls jemand diese in der Auflistung findet, lasse ich mich gern korrigieren ;)

    Standorte:
    – Arnulfplatz
    – Bahnhofsplatz
    – Bismarckplatz
    – Busbahnhof Albertstraße (2x)
    – Dachauplatz (2x)
    – Domplatz
    – Ernst-Reuter-Platz

  7. Kameras bieten nur, wenn überhaupt, Material zur Aufklärung von schon begangenen Verbrechen. Sie verhindern keine Verbrechen. Vielleicht fragen wir mal beispielsweise Banken oder die Opfer der Schläger in Berlin.
    kleiner Lesehinweis: Werner Rammert (2005): Gestörter Blickwechsel durch Videoüberwachung? Ambivalenzen und Asymmetrien soziotechnischer Beobachtungsordnungen

  8. Das beste war, als Friede und Uul nach der Sache am Bonner Bahnhof sofort nach Kameras geschrien haben, bis ihnen jemand gesagt hat … äh, dort gibts bereits Kameras, die waren aber kaputt ;D

    Btw, ganz interessant die Berichte darüber, dass es sich nur um nicht explosionsfähige Campinggaskartuschen handelte und es keinen Zünder gab. Da hat wohl nur jemand seine Tasche vergessen gehabt, war wohl auch die Vermutung der Bundespolizei …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.