Das Portal Abgeordnetenwatch hilft dabei, eine Brücke zwischen Bürgern und Abgeordneten zu bauen, und Transparenz bei Bürgeranfragen und Politikerantworten zu schaffen. Allerdings sehen nicht alle Politiker die Chancen, einer transparenten Kommunikation. Viele verweigern sich dem offenen Dialog. Dazu gehört auch der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Dieser bekommt offensichtlich nicht ausreichend Personal vom SPD-Onlinewahlkampf. Sonst würde er wohl die Chance nutzen, seine Meinungen und Positionen auch noch auf Abgeordnetenwatch als weiteren Kanal zu kommunizieren.
Bisher verweigerte er sich einer Bürgerkommunikation auf Abgeordnetenwatch mit der durchaus üblichen Praxis bei einem Teil der Abgeordneten, dass man sich doch direkt mit Fragen an sein Büro wenden könne.
Nun als SPD-Kanzlerkandidat liest man im Profil von Peer Steinbrück:
Herr Steinbrück hat sich dagegen entschieden das Portal abgeordnetenwatch.de zu nutzen, da er der Überzeugung ist, dass es keinen Mehrwert für die Wählerinnen und Wähler schafft.
So kann man das auch sehen. Muss man aber nicht. Ich bin mir sicher, dass viele Wählerinnen und Wähler durchaus einen Mehrwert durch eine offene Kommunikation, vor allem in Wahlkampfzeiten sehen. Auch und gerade auf Abgeordnetenwatch. Vor allem hab ich immer noch nicht verstanden, was aus Sicht eines Politikers besser daran sein soll, wenn man Fragen direkt 1:1 beantworten möchte. Vielleicht einfach nur die Möglichkeit, dass kaum jemand mitbekommt, dass man viele Fragen einfach nicht beantwortet?
Man kann natürlich Abgeordnetenwatch auch so nutzen wie Angela Merkel. Bei ihr steht unter jeder Bürgeranfrage:
Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
Wenigstens spart sie sich in ihrer Verweigerung einen blöden Spruch.
Anders machen es zahlreiche Abgeordnete aller Parteien, die regelmäßig und transparent Bürgeranfragen auf ABgeordnetenwatch beantworten. Ich finde ja immer noch, einen solchen offenen Service müsste eigentlich der Deutsche Bundestag als Service anbieten. Oder Abgeordnetenwatch dafür finanzieren.
Update: Abgeordnetenwatch will kein Geld vom Bundestag. Wegen Geldhahn zudrehen können. Von mir aus können es auch Öffentlich-Rechtliche Gelder sein.