Überwachung

Australien: Westliche Geheimdienste sammeln alle Daten, die über das größte Seekabelsystem der Welt gehen

Lage und Landepunkte des SEA-ME-WE-3-Seekabels. Bild: J.P.Lon. Lizenz: Creative Commons BY 2.5.
Lage und Landepunkte des SEA-ME-WE-3-Seekabels. Bild: J.P.Lon. Lizenz: Creative Commons BY 2.5.
Lage und Landepunkte des Seekabels SEA-ME-WE-3. Bild: J.P.Lon. Lizenz: Creative Commons BY 2.5.

Der australische Geheimdienst zapft die Daten des größten Seekabelsystems der Welt an und sammelt alle Daten, die darüber verschickt werden. Das berichtet der Sydney Morning Herald unter Berufung auf Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden. Das Kabel verbindet 33 Länder auf vier Kontinenten – und wird demnach von mindestens drei westlichen Diensten abgehört.

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Erst gestern berichteten NDR und Süddeutsche über vier spezifische Glasfaser-Kabel in Europa, die der britische Geheimdienst GHCQ anzapft. Die australische Tageszeitung Sydney Morning Herald hat anscheinend ähnliche Informationen vorliegen. So berichtet Philip Dorling heute, dass der australische Nachrichtendienst Defence Signals Directorate (DSD) auch Kabel überwacht:

The nation’s electronic espionage agency, the Australian Signals Directorate, is in a partnership with British, American and Singaporean intelligence agencies to tap undersea fibre optic telecommunications cables that link Asia, the Middle East and Europe and carry much of Australia’s international phone and internet traffic.

Secret information disclosed by United States intelligence whistleblower Edward Snowden has revealed that the British Government Communications Headquarters is collecting all data transmitted to and from the United Kingdom and Northern Europe via the SEA-ME-WE-3 cable that runs from Japan, via Singapore, Djibouti, Suez and the Straits of Gibraltar to Northern Germany.

Zwar ist seit zwei Monaten bekannt, dass die Briten mehr als 200 Glasfaser-Kabel angezapft haben und mindestens 46 von ihnen zu jeder Zeit komplett Wegspeichern und analysieren. Die konkreten Kabel sind aber noch nicht öffentlich. Die Süddeutsche nannte am 26. Juni das Kabel TAT-14 (zwischen Nordamerika und Europa) und gestern die Kabel PEC (durch Europa) und Atlantic Crossing 1 (transatlantisch).

Das jetzt genannte Kabel SEA-ME-WE-3 verbindet Europa, Afrika, Asien und Australien. Laut Wikipedia ist es mit 39.000 km Gesamtlänge ist das größte Seekabelsystem und besitzt 39 Landepunkte in 33 Ländern.

Quellen aus Geheimdienstkreisen bestätigten gegenüber der Zeitung, dass der australische Geheimdienst eine zentrale Rolle im Abhören der Kommunikations-Netzwerke in der Region einnimmt. Seit sich in den Neunziger Jahren die weltweite Kommunikation auf Glasfasern verschoben hat, arbeiten Geheimdienste der Welt daran, diese anzuzapfen. In Südostasien spielen dabei auch die Dienste aus Singapur eine wichtige Rolle.

One former Australian Defence intelligence officer told Fairfax Media that access to submarine fibre optic cable traffic “gives the 5-eyes [intelligence alliance] and our partners like Singapore a stranglehold on communications across the Eastern Hemisphere“.

Professor Ball says the Australian Signals Directorate has a long history of co-operation with Singapore which has „probably the most advanced“ signals intelligence capabilities in South East Asia.

Jetzt fehlen noch mindestens 196 weitere Namen spezifischer Kabel, auf denen die Dienste der Five Eyes sitzen.

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5 Kommentare
  1. und gleichzeitig wird in den staatlichen medien verkündet: „es gibt keine überwachung der bundesbürger“

    der informationsfluss im internet und im fernsehen unterscheiden sich mittlerweile in so einer grotesken weise, dass man es kaum glauben mag was da in der glotze läuft…. schlimm für die menschen, die diesem medium noch folgen

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Friedrich-bekraeftigt-in-NSA-Affaere-Wir-werden-nicht-ausspioniert-1945400.html

  2. Ich würde mal sagen das da die Brieftaube eine ganz neue Bedeutung bekommt!
    @Rene: Das schlimmste ist, ich habe kein Radio und Fernseher und muss trotzdem für diesen Sch… zahlen.
    -Alex

  3. Ob die Inforationen nur dem Sydney Herald vorliegen ist eher unwahrscheinlich oder zumindest unklar, da Philip Dorling den Artikel gleich in mehreren australischen Zeitungen veröffentlicht hat, wie z.b. im The Age oder kleineren lokalen Zeitungen.

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