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Erste Infos zur Anti-ACTA-Demonstration in Berlin

Am kommenden Samstag, den 11. Februar, gibt es in zahlreichen Städten in Deutschland und anderswo Demonstrationen und Aktionen gegen das #ACTA-Abkommen. Für Berlin ist eine Demonstration um 13 Uhr angemeldet, die am Neptumbrunnen (Alexanderplatz/Rotes Rathaus) startet und dann durch Berlin-Mitte zieht. Fleissige Unterstützer haben dafür eine schöne Webseite gebastelt und ein Aufruf ist auch fertig. Weitere Unterstützer werden noch gesucht, es gibt auch eine obligatorische Facebook-Seite zur Demonstration, in der bereits fast 3000 Menschen ihr Kommen angekündigt haben (Also zumindest vom warmen Sofa aus per Klick). Auf Twitter kann man der Berliner Demonstration über @stopactaberlin folgen.

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Mehr Infos über Proteste in der Nähe finden sich im StoppACTA-Wiki.

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42 Kommentare
  1. Hallo Netzpolitik,

    vielen dank für eure Aufklärungsarbeit und euer Engagement in vielen Belangen des Alltags. ACTA ist ein großes Problem und es ist toll, dass es so viel Beachtung findet. Doch habe ich das Gefühl, dass der Bereich der Generika zu kurz kommt. Ohne es herunterzuspielen – der Kampf gegen Internetzensur und Repression ist unheimlich wichtig! Aber durch die Konsequenzen auf dem Generika-Markt sterben Menschen. Direkt und unweigerlich.

    Ich verweise auf die offizielle Ärzte ohne Grenzen (DE) Website -> http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/informieren/medikamentenkampagne/themen/zugang-zu-medikamenten/2010-10-19-kampagne-eu-haende-weg/index.html

    Vielen Dank und weiter so!

    LG,
    Chris

  2. Sind Spanien und Italien nach England durch ein paar Industriezweige der USA schon so unterwandert das es dort keine/kaum Proteste gibt oder warum sieht es so aus, als ob nur Portugal, Frankreich, Deutschland, Polen, Schweden und Bulgarien bei der Anti-ACTA-Demo mitmachen?

  3. Wäre schön wenn man sich zu Demos auch ohne Facebook verabreden könnte. Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn gegen ACTA zu sein und gleichzeitig Facebook zu nutzen. Auch wenn es zwei verschiedene Dinge sind.

    Kann man nicht zumindest versuchen Alternativen zu bewerben und die Hauptinformationen aus Facebook herauslassen und sie besser in ein Wiki packen?

    Facebook zum zählen mag ja okay sein, aber die Organisation kann man auch anders und besser machen.

    Ja, hier gibt es eine Webseite. Ich meiner vorallem auch all die anderen Demos …

    1. Word ! Einerseits wird immer vor Facebook und den ganzen Schnüffelfunktionen gewarnt, und andererseits organisiert man sich dann fast nur darüber (siehe Demo in Köln). Ich hab ja nichts gegen eine Facebookgruppe für Leute denen das nichts ausmacht, aber die wichtigen Infos und die Möglichkeit zur Mitarbeit sollten doch auch für die zugänglich sein, die ihre Privatsphäre nicht an ein US Unternehmen outsourcen wollen.

      1. Oppi, die Demo in Köln würde zunächst von einem Jugendlichen auf Facebook ausgerufen. Dann griffen die Piraten das auf und trieben die orgsation voran. Das lief überwiegend über die Piraten-eigenen Toole Etherpad und Mumble, sowie eine Mailing-Liste. Kontakte zu anderen Organisationen laufen über Real-Life, z.B. über den Anonymous-Stammtisch. Facebook dient nur dazu um die Masse zu erreichen.

  4. Solange die Mehrheit nicht Diaspora nutzt, wird Facebook zur organisation unerlässlich sein, wenn man eine bestimmte Masse erreichen möchte, aber kein Geld dafür ausgeben möchte. Die Infos zu den Demos gibt es aber auch offline, siehe das Wiki, die verschiedenen Pads, siehe Twitter, …

    1. Leider eben nicht. Viele Städte bzw. „Organisatoren“ bieten nur ein FB „Event“ an.

      Ob Doddle-twitter oder Wiki – mir ist es egal, aber zumindest sollten die wichtigsten Informationen (Wann, Wo, Route, ggf. Vorabtreffen, Regeln, Treffpunkte, Zeiten) redundant und nicht nur bei FB vorhanden sein.

      Zum Teil gibt es sogar Seiten, für die man sich bei FB einloggen muss um etwas einsehen zu können. Tzt. Warum dann überhaupt noch protestieren?

      Cluetrain? „I don’t get it.“

      1. Das WIKI ist doch verlinkt. Da stehen auch alle bekannten Infos drin. Wir haben angefangen die Demos Anfang letzter Woche zu organisieren, vielerorts stehen die Routen noch nicht einmal fest. Und tut mir leid, wenn ein paar Kiddies von Anonymous sowas organisieren wollen, weil niemand anders den Arsch hochkriegt, dann kann man denen ja wohl kaum vorwerfen, dass sie das machen, wo sie sich ‚zu hause‘ fühlen. Ist ja nicht so, als ob es einen Mastermind gäbe, der hinter all diesen Demos stehen würde.

      2. Mal ganz davon abgesehen, dass es einen riesengroßen Unterschied macht, ob man Facebook seine Daten anvertraut, oder der Staat das automatisch bei allen seiner Bürger macht. Insbesondere wenn die neue EU Datenschutzbestimmungen durchkommen.

      3. Ich glaube wir reden aneinander vorbei. Es geht nicht um Berlin. Berlin ist ausreichend dokumentiert.

        Es geht um die anderen Städte in der Liste. Dort gibt es teilweise nur FB events, bzw. sind die Informationen bei FB aktueller oder FB ist der einzige Ort der alle notwendigen Infos enthält.

        Letztendlich ist FB die Hauptorganisationsplattform für viele. Ich finde das okay — wenn man es denn nicht anders kann, aber auch bedenklich. Wichtig ist nur, dass die, die kein FB nutzen wollen, diese Informationen auch finden können und an der Diskussion teilnehmen können, ohne das sie sich einen Account anlegen müssen.

        Oder kurz: Man sollte Leute nicht zur FB Nutzung zwingen indem man dies zum einzig möglichen Kontaktpunkt für Demos macht.

      4. „Mal ganz davon abgesehen, dass es einen riesengroßen Unterschied macht, ob man Facebook seine Daten anvertraut, oder der Staat das automatisch bei allen seiner Bürger macht.“

        Stimmt. Der Staat gibt wenigstens vor deine Daten vertraulich zu behandeln, während Zuckerberg nichtmal versucht, diesen Eindruck zu erwecken.

      5. ich hab zB auch von Hannover gesprochen (weil ich die organisiere). Aber da müsstest du dann die einzelnen Orgas angehen. Und zT sind das halt irgendwelche 16-jährigen, die ein internet jenseits von Facebook kaum kennen (ok, übertrieben, aber du weisst was ich meine). Deine Kritik klingt halt so, als ob du den allgemeinen Organisator der Demos kritisieren würdest; aber so jemand oder so eine gruppe gibt es aber nicht. Die aktiven sind bemüht darin, die Information auch aus Facebook rauszutragen, aber da man nebenbei noch andere Demos organisieren muss und das alles wahrscheinlich neben anderer Partei- oder Organisationsarbeit sowie Schule/Studium/beruf tut geht das halt nicht automatisch.

        Es gab und gibt bemühungen, alle relevanten informationen auch an die welt außerhalb facebooks zu tragen, wie das oben verlinkte Wiki oder pads, oder das google doc. ZT gibt es einfach nicht mehr informationen zu den events, auch in facebook nicht(in Hannover dürfen wir zB erst am Montag Ort, Zeit und Route definitiv veröffentlichen), und zT hinkt das übertragen halt etwas hinterher. Das jetzt als Riesenproblem darzustellen finde ich ehrlich gesagt vermessen.

        Und bei aller berechtigten Kritik hat Facebook zur Zeit halt einfach eine Reichweite, die es nur einmal gibt im Netz. Wenn dem nicht so wäre, hätte FB bei den Demos im Nahen Osten nicht so eine große Rolle gespielt.

      6. Ich denke ich habe mich oben sehr höflich ausgedrückt und wollte niemanden stark kritisieren. Ich finde es nur schade, wenn soviel mit facebook gemacht wird.

        Für z. B. Trier ist eine Demo schon gelaufen (Wiki), auf FB gibt es einen neuen Termin.

        Zur Facebook im Nahen Osten sollte man mal Telecomix oder Tor Leute befragen. Ich weiß nicht, ob die das genau so sehen würden. Aber damit kenne ich mich nicht aus.

        Letztendlich finde ich es nicht gut Demos über Facebook zu organisieren. Dazu aufrufen kann man darüber meinetwegen gerne.

        Ich habe auch keine Problem damit, ich finde es nur seltsam.

        Einerseits beklagt man sich über Überwachung und auf der anderen Seite legt man seine gesamte temporäre Gesinnung langfristig auf facebook offen. Und die Guttenberg Debatte hat doch gezeigt wie dumm Facebook eigentlich nur ist und das die so „faktischen“ Zahlen und „Freunde“ dort gar nichts bedeuten.

        Sozialer Druck und Mitläufer, nur wenig reflektierte Entscheidungen. Gefühlt wäre vermutlicher sogar g+ besser. Duck.

      7. Ich will jetzt hier nicht groß die Pros und Kontras von Facebook besprechen, aber 6 Jahre Vernetzung (und ja, auch freundschaften) im Ausland, auf FB basierend, lassen sich nicht mal eben so auf G+ oder Diaspora exportieren. Und nein, auch nicht auf Email, da sich emailaddressen oder Telefonnummern sich halt sehr schnell ändern können. FB Profile zwar auch, in der Praxis tun sie das aber kaum. Den Verlust an Privacy im Ausgleich gegen Kostenlosigkeit nimmt man als mehr oder weniger mittelloser Student dann mehr oder weniger hin, wenn man die Beziehungen aus der Zeit nicht mal eben aufs Spiel setzen will (und die Hotelkosten, die ich so gespart habe, würden es auch dann lohnend machen, wenn FB 5€ im Monat kosten würde.)

        Aber selbst wenn ACTA nur die informationelle Selbstbestimmung und die Privatsphäre im Netz betreffen würde, würde deine Kritik zu kurz fassen (lassen wir Generika und Patente auf Lebewesen halt mal außen vor): Auf Facebook kann man via Synonymen, Benutzung verschiedener Browser und Datensparsamkeit erstaunlich wenig Daten hinterlassen. Wenn der Staat sich da einmischt geht das nicht. Deine Aussage, dass du Leute nicht verstehst, die sich gegen letzteres aussprechen, aber ersteres nicht konsequent ablehnen, zeigt im Prinzip dass du informationelle Selbstbestimmung als Lebensweise nicht verstanden hast, sondern versuchst, es in Absolute zu teilen, wo die Lebensweise vieler, vor allen Dingen Jüngerer beweist, dass es sehr viel Graustufen für diese Sichtweise gibt.
        Ich könnte, wenn ich müsste Facebook, Twitter, … verlassen, mich ausloggen, überall neue Betriebssysteme auspielen, und wäre für die Firmen vortan relativ unsichtbar (es sei denn ich begebe mich in geschloßene Systeme wie die meisten Konsolen, vieles von Appple, …, aber das ist ein anderes Thema). Wenn der Staat anfängt, das alles zu verknüpfen (wobei INDECT hier das Stichwort sein sollte, nicht ACTA), wird es mir viel schwerer fallen, mich weiterhin anonym im Netz zu bewegen und zu äußern.

        Aber, wie geschrieben, diese Sichtweise lässt halt völlig außer acht, dass ACTA wegen Demokratiedefizit, Intransparenz, Patentrecht (Lebewesen), Generika und Ungenauigkeit (in den Definitionen) abzulehnen ist, Internetüberwachung spielt laut heutigem Stand eine sehr untergeordnete Rolle (obwohl klar ist, wessen Geistes Kind ACTA ist).

      8. Du gibst da die Arabischen Demos als Beispiel an, nur muss man aufpassen dass es sich dabei auch um ein zweischneidiges Schwert handelt, was man erst mal bei Facebook eingibt kriegt man so schnell nicht wieder raus und ist für andere sichtbar, so wurden z.B. nach den Iran-Wahlen viele dieser Leute spezifisch wegen ihren Handlungen in den entsprechenden Netzwerken auch befragt, unter Arrest gestellt, oder unter Beobachtung.

        Auch sollte es jedem klar sein, dass „Nachrichtendienste“ diese Plattformen nach Informationen crawlen und auch direkten Exekutivzugriff darauf haben z.B. in den USA, da gab es gar nicht mal so lange her diesen Fall: http://www.golem.de/1201/89442.html

        Abgesehen von alledem find ich es einfach Besorgniserregend, dass ein US-ansässiges Unternehmen Datensätze über so viele Personen sammelt und dann auch noch cross-linked mit ihren Freunden, ihren Kommentaren, Gruppen und Aktionen und durch Cookies auch mit all ihren besuchten Seiten inkl. Länge, Klicks usw.
        Ich weiß nicht von wie vielen Leuten ich noch gegen Ende meiner Schulzeit gebeten wurde einen Account zu machen bzw. wie oft ich während meiner Studienzeit deswegen angesprochen wurde, aber bisher bin ich noch drum rumgekommen, und bei den Leuten die wirklich zählen gibt es immer noch Mail und gute klassische Instant-Messenger die nicht permanent sind.

        Von so einer Plattform hätte man hierzulande in den 30ern und 40ern geträumt und danach bis in die 80er genauso und es hätte gewisse Konsequenzen mit sich gezogen, Heutzutage gibt es dazu Marketing damit alle Leute es von sich aus und ganz „freiwillig“ machen, am besten noch im Vorschulalter damit man Jung daran gewöhnt wird, deswegen forderte Zuckerberg auch unter 13-jährigen legal den Beitritt zu erlauben weil es sich ja um ein so geeignetes „Lernenvironment“ für diese handelt: http://www.futurebiz.de/artikel/kinder-auf-facebook-zuckerberg-will-altersgrenze-abschaffen/

      9. @Dexter: das kann ich so unterschreiben. Letztendlich muss man dann halt abwägen, ob die Dienste, die FB jemandem anbietet, einem der Verlust an Privatsphäre gegenüber einem amerikanischen Unternehmen (und, da muss man sich nichts vormachen, auch ggü dem Amerikanischen Staat) einem das wert ist.

      10. Aber, und das ist auch essentiell: Der einzige wirklich wirksame Weg, zu dem Thema aufzuklären (und zu verhindern, das 13 Jährige da unbedarft ‚reingezogen‘ werden) ist das Fach Medienkunde ab der 5. Klasse einzuführen, nicht das sich beschweren dass jemand über fb ne demo organisiert (bei aller berechtigter kritik dass zt die infos nur innerhalb FBs zu finden sind).

    1. Danke für Daten. FB-events in google listen gegen ACTA. Passt auch irgendwie. :) Wobei ich die google Nutzung hierbei okay finde. Mag eigentlich niemand mehr doodle? Oder hat das Nachteile?

      Kann man eine Wikiabfrage über die Städte machen, die noch nicht über ein pad verfügen? Und denen evtl. automatisch eins einrichten?

      $stadt-acta-pad.$padserver.tld

      Nett wäre es auch, die Städte zu markieren, die kein Datum, keine Route etc. angeben. Vielleicht findet sich da ja noch jemand der das nachträgt.

      Oder wäre das zu kompliziert bzw. reichen dafür die pad-Ressourcen nicht aus?

      1. Das von mir verlinkte arbeitet schon nicht per script sondern manuell. Aber prinzipiell ist alles möglich ;)

        Doodle benutzen einige in der Demoorga. Aber nicht die Masse

  5. Mal angenommen, ACTA wird durchgeboxt und gehört bald zu unserem Alltag ( Gott bewahre )- was dann? Premium VPN plus homeserver?

    De SOPA gibts ja nun für Firefox (Addons) und einen VPN mit Server im Ausland ohne logging wäre ja auch drin. Oder ist das reine Zeitverschwendung?

      1. Danke, der ist griffig :-)

        Allerdings will man ja auch ACTA-Uninformierte ansprechen, die können das nicht einordnen, weil die gar nicht wissen, was ACTA ist.

        Die Verbindung „Generika“ oder „Saatgut“ betrifft/begreift jedermann (eher). ACTA ist sperrig zu kommunizieren…

  6. (Halb-)-OT und vielleicht gar etwas für einen eigenen Artikel (hint, hint):

    PHOENIX „Im Dialog“ mit Gast Sandro Gaycken
    http://www.youtube.com/watch?v=XUysgEzUIs8

    Nicht zu ACTA, aber allgemein viel über Zensurmöglichkeiten und -bestrebungen, Totalüberwachung etc.

    Angenehm unaufgeregt und sachlich. Das ein oder andere Stichwort (INDECT) hätte aber ruhig genannt und kurz skizziert werden können für diejenigen, die nicht zur Stammleserschaft von Netzpolitik, heise etc. gehören.

  7. Kleine Anekdote am Rande:
    http://wiki.stoppacta-protest.info/ wird von unserem Webproxy mit dieser Begründung gesperrt: „…da sie laut der Web-Reputationsfilter ein Sicherheitsrisiko für Ihren Computer oder das Unternehmensnetzwerk darstellt. Diese Website kann Malware/Spyware enthalten…“ – „Domain has unusually high traffic volume for a very recent registration. IP/domain is a spam source…“
    So geht’s natürlich auch… ;-) Passt irgendwie wie die Faust auf’s Auge… (nein, ich vermute dennoch KEINE Verschwörung… ;-))
    LG, Natipatti

  8. Also, ich finde Acta und Sopa prima!
    -weil: ich nicht will, dass Jesus eine Anti-Conterfei-Maske trägt!
    -weil: ich nicht will, dass anonyme Hacker meine Ideen klauen!
    -weil: ich nicht will, dass Piraten mir vorschreiben, wie ich zu denken habe!
    -weil: ich nicht will, dass Mobbing im Internet oder auf der Strasse sich als allmächtige Ordnungsmacht etabliert!

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