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Der Auf#Regener: Kim Schmitz singt statt YouTube – oder – frei geht immer nur gegen die Künstler

Wenn ich früher an Element of Crime dachte, wäre mir dazu ein Begriff wie Ignoranz als einer der letzten eingefallen. Seit gestern ist das anders, seit Sven Regener, Frontmann der fast schon legendären Band, bei Zündfunk auf Bayern 2 einen so unfassbar ignoranten Rant abgelassen hat, dass sogar Jan Delays Lapsus in Sachen Abmahn-Einnahmen dagegen fast noch putzig wirkt. Dass Sven Regener das Opfer einer Verwerter-Gehirnwäsche geworden sein könnte, halte ich für eher unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte es sich um ein unfreiwilliges Eingeständnis des verloren gehenden Kontakts zum jüngeren Teil der Bevölkerung handeln. An diesen „auch jüngeren“ Menschen scheint dem „Rock’n’Roller“ Regener wohl selbst eher wenig zu liegen, schließlich sind für ihn all die YouTube-Schauer „asoziale“ „Deppen“, die sich zu „Lobbyisten“ von Google machen lassen.


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Auch „Scheiße“ kommt oft vor sowie wüste Unterstellungen und insgesamt ein Grundton, dass ja „vor 10 bis 15 Jahren“ alles noch besser war. Wenn es nach Regener ginge, würden wir noch immer brav einbahnstraßenartig UKW hören und die Sender, Plattengeschäfte und Dorf-DJs wären noch mehr oder weniger alle, mit denen sich ein Künstler zwecks Bezahlung befassen müsste. So ist die Welt allerdings nicht mehr – also die echte, nicht die von Element of Crime. Die Tirade spricht ansonsten für sich selbst (würde sich akustisch sicherlich auch gut für einen Remix eignen), weshalb ich mir mal die Mühe gemacht habe, ein Transkript zu schreiben. Nur an ein paar Stellen konnte ich es nicht lassen, korrigierende Anmerkungen zu ergänzen:

Sven Regener: … wir machen keine Verträge, wir machen keine Geschäftsbeziehung mit [unverständlich] Firma, weil wir doof sind oder aus Schingschangdoodle Schierschandudel oder so oder weil wir ‚was zu veschenken haben, sondern weil wir sonst unsere Musik nicht machen können. Und mein Problem, das ich dabei habe, ist: Man wirkt uncool, wenn man sagt „hier Urheberrecht“ und so. Aber es wird so getan, als wenn wir Kunst machen würden als exzentrisches Hobby oder so. Und das Rumgetrampel darauf, dass wir irgendwie uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde nichts anderes als dass man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: „Euer Kram ist eigentlich nichts wert. Wir wollen das umsonst haben, wir wollen damit machen können was wir wollen und wir scheißen drauf, was du willst oder nicht“. Die Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert! Das einzig Wahre am Rock’n’Roll ist, dass wir jede Mark, die wir bekommen, selber verdienen. Die bekommen wir von Leuten, die sagen „Ja, das ist mir das wert. Ich geb‘ 99 Cent aus für dieses Lied“. Das ist die Idee dabei. Das macht den Rock’n’Roll groß. Alles andere ist Subventionstheater. Ja, alles andere ist Straßenmusik, aber ich möchte kein Straßenmusiker sein. Und das ist halt ’ne Frage des Respekts und des Anstands. Muss ich mal ganz ehrlich sagen. So wie es ’ne Frage auch des Respekts und des Anstands ist, nichts im Supermarkt zu klauen, selbst dann, wenn man wüsste, dass man nicht erwischt wird. Solange das funktioniert, ist das gut. Wenn das nicht funktioniert, müssen wir uns natürlich andere Wege überlegen, wie wir unsere Platten produzieren – oder eben auch nicht! Denn zu glauben, man könne auf Plattenfirmen verzichten und dann würde man sozusagen noch dieselbe Art von Musiklandschaft vorfinden wie wir sie eigentlich jetzt haben, oder sagen wir mal vor 10 Jahren hatten, dass ist ’n großer Irrtum.

Anm.: Und ein glücklicher dazu: Nie war die künstlerische Bandbreite verfügbarer Musik größer als heute, nachdem durch das Internet endlich die auf quasi-korrupten Mechanismen beruhende Heavy Rotation der Radiosender großenteils entmachtet wurde. Endlich ist live allgemein wieder wichtig und nicht nur in großen Arenen und bei Festivals im Sommer.

Sven Regener: Und den Leuten, die in den Plattenfirmen arbeiten, also, das ist ja kein cooler Job mehr, nicht? Und es arbeiten ja auch nur noch ’n Bruchteil von den Leuten dort wie vor 10 oder 15 Jahren. Und diesen Leuten zu erzählen, dass sie irgendein Scheiß sind, weil sie bei ’ner Plattenfirma arbeiten, das ist schon ganz schön dreist.

Moderator: Das hab‘ ich auch niemandem unterstellt.

Sven Regener: Ich weiß nicht wie alt Sie sind, aber eins muss Ihnen klar sein: Für die Leute zwischen 15 und 30 gibt es keine endemische Musik mehr. Die haben keine eigene Musik mehr. Die kleinen Labels, die vor allem ihr studentisches Zielpublikum hatten, äh, die ganzen Indie-Labels und so, sind alle tot. Die sind alle weg. Und was bleibt, ist Volksmusik, deutscher Schlager und Pop-Musik für die Älteren. Der Rest dazwischen ist schon tot. Und das ist nicht lustig. Nun ist auch das Problem, gerade wenn man Indie-Rocker ist wie wir oder so, dass man natürlich … das Letzte, was man gebrauchen kann, ist, uncool dazustehen. Das ist sozusagen das Tödlichste, was einem passieren kann. Also halten alle schön die Füße still und die Schnauze, und den Kopf unten, und schauen dabei zu, wie die Sache immer weiter den Bach runter geht. Und zu glauben, irgendwann käme das Sozialamt um die Ecke und würde die Bezahlung der Künstler unternehmen und dabei würde noch gescheiter Roch’n’Roll bei rauskommen, das kann man knicken. Und was wir zum Beispiel im Augenblick haben, diese Sache mit YouTube, ja, da muss man mal ganz klar irgendwie die Fronten klar machen. YouTube gehört Google. Das ist ’n milliardenschwerer Konzern, die aber nicht bereit sind, pro Klick zu bezahlen. Nun hat aber weder YouTube noch Google uns irgendwas zu bieten – außer, was andere Leute geschaffen haben und da reingestellt wird.

Anm.: Vielleicht kennt Sven Regener ja geheime Details aus den Verhandlungen, aber mein letzter Stand war, dass YouTube durchaus auch pro Klick was zahlen will, aber eben nicht so viel wie verlangt wird. Wo da genau die Schmerzgrenzen für beide Seiten liegen mögen, entzieht sich meiner Kenntnis, aber dass die Streaming-Dienste von YouTube nicht „irgendwas zu bieten“ sein sollen, von der Interaktion mit Fans und sonstigen Möglichkeiten gar nicht geredet, ist absurd.

Sven Regener: Und da sind wir gerade an dem Punkt, wo die Musiker sagen und die GEMA sagt – und die GEMA sind wir, das sind die Komponisten und Textdichter – und wir sagen: Nein, für dieses Geld kriegt ihr unseren Kram nicht! Und wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden, auch mit Werbung in diesem Bereich, ja, und wir kriegen davon nichts ab. Wir sind sozusagen die Penner in der letzten Reihe. Das ist ’ne Unverschämtheit.

Anm.: Auch hier frage ich mich, ob die Abgeber solcher Statements einfach nicht wissen, dass YouTube nur mit Zustimmung der Künstler Werbung zum Video schaltet, oder ob sie’s einfach gar nicht wissen wollen. Das klingt doch sehr nach dem Verleger-Lamento: „Da verdient irgendwer im Netz Milliarden, darum muss es doch einen Grund geben, warum wir davon was abbekommen müssen“.

Sven Regener: Da sollte sich jeder auch junge Mensch überlegen, ob er sich wirklich zum Lobbyisten von so’nem milliardenschweren Konzern wie Google machen möchte. Und das sind große Lobby-Verbände, diese Internetfirmen, ja, und viel stärkere als die Plattenindustrie. Und bringen dann als Hilfstruppen die ganzen Deppen ans Spiel, die sagen „Warum kann ich denn das Video nicht auf YouTube gucken?“. Ja dann gucks halt woanders! Ja? Unsere Videos kann man alle bei Element-of-Crime.de gucken, da muss man nicht zu YouTube gehen. Tut mir leid, gibt’s halt nicht bei YouTube – bis die nicht bereits sind, dafür auch was zu bezahlen.

Anm.: Sven Regener scheint nicht zu wissen, dass zumindest die meisten der Element-of-Crime-Songs durchaus auf YouTube zu finden sind. Und ironischerweise nutzen Element of Crime auf ihrer Homepage einen Open-Source-Player, also Software, die offensichtlich ohne striktes Beharren auf Monopolen dennoch ihren Wert hat. Vielleicht sollte Sven Regener mal den Erfinder des JW Players, Jeroen Wijering in New York (USA, dem Land der nerdigen Abzocker) anrufen und sich da was erklären lassen. Und ihm scheint auch nicht klar zu sein, dass sein gleichaltriger Fan boehmackl die Hommage „Kaffee und Karin“ schwerlich auf Element-of-Crime.de hätte posten können. Wenn das nicht „irgendwas zu bieten“ ist, muss man daraus wohl den Schluss ziehen, dass Sven Regener seine Fans tatsächlich lieber als reines Konsum-Vieh gehalten sehen will.

Sven Regener: Denn, ein Geschäftsmodell, was darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen, das ist kein Geschäftsmodell, das ist Scheiße. Ja, ansonsten können sich ja alle ihre Lieder dann von Kim Schmitz vorsingen lassen.

Moderator: Das ist ja eine ganz schön dezidierte Meinung, Herr Regener.

Sven Regener: Ha ha, ja, das ist nicht schön. Das tut mir auch leid, dass ich so schwall-artig jetzt hier runterkomme, aber mir steht’s echt bis hier! Ich kann das alles nicht mehr hören. Ich kann vor allem die ganzen asozialen Leute nicht mehr hören, die immer sagen, hier so, „Diese Künstler, die hier, die sind ja sowieso alles Nutten, wenn sie’s für Geld machen“. Ja, die Leute haben für alles Geld, aber wir sollen das irgendwie umsonst machen. Was soll das? Auch der Begriff „Piratenpartei“ ist geistiges Eigentum, und wenn ich morgen hier die Piratenpartei gründe, steht ’ne halbe Stunde später der Anwalt der Piratenpartei auf der Matte. So sieht’s nämlich aus. Und was weiß ich, der Chef hier von der örtlichen Piratenpartei, der hat ’ne Firma, die machen Apps, für’s iPhone, ja? Das ist ein geschlossenes System, das ist 100% Copyright, mit Anwälten und allem Drum und Dran. Und der Typ sagt „Ja hier, alles schön frei“ und so weiter. Aber das möcht‘ ich mal sehen, was passiert, wenn ich sein Programm, was er da gerade verkauft, wenn ich das knacke und ins Internet stelle, für jeden zum freien Runterladen und installieren auf seinem iPhone. Dann hab‘ ich die Anwälte von iTunes auf dem Hald bevor ich überhaupt das Ding hochgeladen hab. Und dieselben Leute, diese ganze Verlogenheit, das ist im Grunde ein reines Banausentum und es geht immer nur gegen die Künstler. Und das finde ich höchstgradig unangenehm.

Fazit:

Man kann sich ja in der Netz-Urheberrechts-Debatte über diverse Punkte trefflich streiten und nicht immer wird da ganz fair argumentiert, von allen Beteiligten. Aber inhaltlich so dünne und teils schlicht falsch liegende Anwürfe wie der von Sven Regener sind kein Beitrag zur Debatte, sondern offenbaren die Hilflosigkeit einer Künstlergeneration, die die Welt nicht mehr versteht und sich zwecks Welterklärung offenbar instinktiv an die guten alten Institutionen wendet. Und je einfacher die Story, desto emotionaler wird sie dann angenommen: Irgendwer verdient irgendwo online Milliarden, die eigentlich den Künstlern zustehen, und die letzte Bastion Urheberrecht wird unter Instrumentalisierung einer Generation von Deppen-Jungendlichen gerade geschleift. Sorry Sven, den Blödsinn kann man „echt knicken“ …

Hier noch ein paar Links (Dank an Leonhard Dobusch) zu anderen Texten, die den Rant kritisch unter die Lupe nehmen:

161 Kommentare
  1. Gerade der letzte Part ist ein absoluter Knaller – vollkommener Realitätsverlust (wenn überhaupt jemals vorhanden gewesen) – ich schmeiß‘ mich weg :)

    1. das erste was ich bei dem typ dachte: Are you serious?
      Ich fass das einfach mal als unglaublich gutes getrolle auf ;) ansonsten müsste ich den typ morgen schon inner klapse anmelden ^^

    2. Sven hat Unrecht ! ES sind nicht alles Deppen, die youtube , Google, facebook und Co hinterherrennen!! Die macher dieser Seite, welche sich widerrrum mit anderen Seiten verlinken, um sich dann gegenseitig einer pseudorichtigkeit von UNsinnsaussagen zu bestätigen, verdienen ganz gut damit, Z.B mit “ Studien “ für irgendwelche Stiftungen oder Think Thanks ( nicht zu unrecht ahnt man die Sponsoren dazu….), oder auch mal gerne als redner irgendwo, mit satten Honorar. Ist doch ein einträgliches Business, das sei Ihnen auch gegönnt. Die Deppen kommen aber dann danach, indem Sie das wegschieben ( denn wissen werden sich dann wohl doch auch), und sich kostenlos für die Popaganda dieser üblen Firmen mißbrauchen lassen. Liebe Lobbyisten, liebe Deppen, besser steigt von Euren hohen Roß herunter,, und lasst Demut einkehren. Musiker, Autoren, Filmemacher haben zwar keine(Deppen?)Legionnen im Netz, aber einige tausend Jahre Übung, wie man mit Drohungen, Resitrktionen, Manipulation und Einschüchterung umgeht. Somit werden Sie locker Eure Shitstorm überleben, und Ihr werdet gar icht mehr umsetzen können. Denn einige Sache nsind ja druchaus vernüftig, überlegt nur mal, wer von den anderen nicht vernüftigen Unsinn profitiert.

  2. Ich bin für die Endlösung:

    Niemand schreibt mehr was, niemand erfindet mehr was, niemand macht überhaupt noch irgendwas, dann gibt es auch keinen Diebstahl. Wo nichts ist, kann man auch nichts stehlen.

    Der Motor der Historien und menschlichen Entwicklung war und ist es, etwas zu erfinden, um damit Geld zu verdienen, nicht etwa, um die Menschheit zu beglücken.

    Wenn es nach „alles für lau“ geht, dann wird sich niemand mehr anstrengen. Sollen es doch andere machen, wird das Motto sein. Oder anders: Wenn es für alle nur Freibier gibt, hat in Kürze keiner mehr was zu saufen. Es kann nicht alles für lau sein. Das hat es nicht mal in der Steinzeit gegeben. Irgendwann hat der Urmensch seine Werkzeuge verkauft. Wie frech und gemein von ihm, kann man sagen.

    Ich vermute eher, an diesem Zeitpunkt der Affe seinen Verstand eingeschaltet und der Mensch entstand. :-)

    1. Ja, aber genau das ist das Problem in unserer Gesellschaft: Das viele nur noch aus egoistischen Gründen etwas schaffen.

      Aber mal ganz davon abgesehen unterliegst du offensichtlich dem gleichen Miss- bzw. Unverständnis wie auch der Herr Regener.

      1. Jeder verdient Geld aus egoistischen Gründen. Ich damit ich mir, aber auch meinem Sohn, z.B. was zu essen kaufen kann. Alle gehen aus diesen Gründen arbeiten, es sei denn man wohnt noch bei Mutti.
        Die meisten Kreativen sind hoch ausgebildete Menschen, ob nun durch ein Studium oder durch Erfahrung in der Praxis. Jeder andere in dieser Gesellschaft darf mit seinem erworbenen Wissen und Können seinen Lebensunterhalt bestreiten, nur wir nicht? Womit willst will man das rechtfertigen?
        Was mich an dieser Diskussion am aller meisten stört ist, dass immer wieder behauptet wird, man täte uns Kreativen einen Gefallen, da wir ja sowieso nicht von unserer Arbeit leben können. Die Verwerter würden alles kriegen – also kann man den Urhebern das geistige Eigentum ja gleich ganz wegnehmen, der Schaden ist da sicher nur marginal und die großen kriegen eins auf die Mütze. Rechtfertigt hier bitte Enteignung nicht mit angeblicher Wohltätigkeit. Wir Kreative brauchen das Urheberrecht, es ist die Grundlage unserer wirtschafltichen Existenz, und ich höre hier nie einen Urheber danach schreien das Urheberrecht ab zu schaffen.
        Es mag sein, dass das Netz vieles möglich macht, aber nur, weil man etwas kann, ist es noch lange nicht in Ordnung. Offline würde niemand auf die Idee kommen, Besitz nach einer gewissen Zeit zum Allgemeingut zu erklären. Der Aufschrei und die Empörung wäre riesig. Wenn man so etwas im Internet durchsetzt, wird dieses Medium sehr schnell inhaltlich verarmen. Wo kein Geld zu verdienen ist, lässt das Interesse der Verwerter und auch meines, als Urheber, sehr schnell nach. Ich bin ja nicht bescheuert und verschenke die Früchte meiner Arbeit.
        Damit fände die Zensur, die alle so fürchten, auf eine ganz andere Art statt.
        Ich würde mir gut überlegen, ob ich das wollte.


      2. Es mag sein, dass das Netz vieles möglich macht, aber nur, weil man etwas kann, ist es noch lange nicht in Ordnung. Offline würde niemand auf die Idee kommen, Besitz nach einer gewissen Zeit zum Allgemeingut zu erklären.

        Dir ist schon klar, dass das Urheberrechtsgesetz dir selbst in seiner jetzigen Form kein Monopol für die Ewigkeit garantiert, oder?


        Wenn man so etwas im Internet durchsetzt, wird dieses Medium sehr schnell inhaltlich verarmen. Wo kein Geld zu verdienen ist, lässt das Interesse der Verwerter und auch meines, als Urheber, sehr schnell nach. Ich bin ja nicht bescheuert und verschenke die Früchte meiner Arbeit.

        Niemand kann das von dir verlangen, da gebe ich dir zu 100% recht. Wenn Künstler keinen Weg finden mit ihrer Tätigkeit Einkünfte zu erzielen, die sich mit ihren diesbezüglichen Erwartungen decken, dann werden sie etwas anderes machen (müssen).

        Du scheinst diese simple Tatsache als Drohung in Richtung des von dir wahrgenommen „Gegners“ verwenden zu wollen, aber das ist keine Drohung. Es ist bloß eine logische Konsequenz wirtschaftlich rationalen Handelns.

        Ein Leser

      3. Das Problem ist, dass ohne diese Allgemeingutwerdung sehr, sehr viele Dinge gar nicht erst entstanden werden. Stell dir mal vor, Edison hätte sich die Glühbirne patentieren lassen, Autos wären Patentwerk usw. etc., alles ohne Allgemeingutwerdung. Im echten Leben geschieht das bereits, aber nicht auf Besitz, sondern auf nichtmaterielle Ideen, und das m. E. noch sehr viel früher als derzeit im Urheberrecht. Die meisten Klassiker wären unter dem heutigen System illegal, weil Mozart eben auch geremixt hat.

    2. Warum ist diese Debatte so von Schwarz & Weiß denken bestimmt?

      Es geht um eine Reform des Urheberechts … nicht um dessen Abschaffung. Eine Erfindungshöhe braucht ihren Schutz und soll für eine gewisse Zeit exklusiv verwertbar bleiben.

      Doch warum z.B. Sven Regener für den knapp 20 Jahre alten genialen EOC Song „Weißes Papier“ heute noch Geld bekommen soll und 70 Jahre über seinen Tod hinaus, ist mir durchaus ein Rätsel. Selbst wenn er an diesem Song 6 Monate mit Aufnahmen und PiPaPo gearbeitet hat, sollte sich das ganze doch über die 20 Jahre gerechnet haben inkl. eines guten Gewinns.

      Wenn da heute aber ein junger Künstler ne Neuinterpretation von raus bringen will, geht dieser ganze Rechtewahnsinn/Urheberwahnsinn los.

      1. das stimmt nicht ganz. Einerseits haben frühere Werke nicht nur den Sinn, sich selbst zu refinanzieren, sondern sollen auch für den Lebensabend der Beteiligten noch was hergeben.

        Und für Leute, die was covern oder bearbeiten wollen, gibt es eingespielte Mechanismen über die Pressungsanmeldungen der GEMA und so. Es müssen den Newcomern dafür sogar die Rechte eingeräumt werden, das ist so vorgesehen und das ist eine der wenigen Stellen, an denen das althergebrachte System ganz gut funktioniert. Also was das angeht mal ausnahmsweise kein Rechtewahnsinn.

    3. Lies
      http://blog.koehntopp.de/archives/3154-Nicht-Urheberrecht-ist-das-Kernthema.html
      und versuche, den Grundgedanken zu verstehen.

      Niemand, wirklich niemand, der Geld verdienen will, kann mit Leute konkurrieren, die gar nicht die Absicht haben, mit ihrer Leistung Geld verdienen zu muessen.
      Je mehr es in Deinem bereich „fuer lau“ gibt, desto eher ist Dein Geschaeftsmodell von gestern. Und nein, niemand wird es retten.
      Lerne damit umzugehen oder mach den Gustav und fahr mit Deiner Droschke bis nach Paris.

    4. Du kapierst es nicht.
      Wenn jemand Scheiße ist, dann kann er doch nicht erwarten, dass dann seine Werke trotzdem gekauft werden. Nur die Besten überleben.
      Metallica, Rolling Stones, Aerosmith, die alle gibt es immer noch, trotz Filesharing, trotz youtube, trotz google, trotz CD-Kopien und trotz Cassettentausch in den 80ern.
      Andere hingegen (One-Hit-Wunder zum Beispiel), die es nicht schaffen, müssen sich dann was anderes suchen. Wahre Künstler bleiben bei ihren Künsten, egal ob sie damit Geld machen oder nicht.
      Aber es soll endlich jeder Künstler und Pseudo-Künstler da draußen begreifen, dass man für seine Werke nicht unbedingt entlohnt werden muss. Da sind einfach viel mehr Kriterien gefragt, bis ein Musik-Album gekauft wird.

      Und vergleichbar mit anderen nicht-kreativen Branchen ist das nun ganz und gar nicht: Ein Bäcker wird auch weiterhin Brot backen und verkaufen können, wenn die Leute es kaufen. Und Menschen verhungern, wenn sie nichts essen. Das ist der Trumpf von Lebensmittelherstellern. Ich habe aber noch gar nicht erlebt, dass Menschen gestorben sind, weil sie keine Musik mehr gehört haben.

      Ich mache es daher immer so: wenn mir Musik gefällt, belohne ich den Künstler mit einem Kauf (leider kommt bei einem Album-Kauf ja nicht sehr viel beim Künstler an).
      Wenn mir aber ein Künstler so kommt wie der oben angegebene Regener, dann juckt es mich nicht mehr meine Brieftasche zu öffnen. Und bevor das jemand falsch versteht: seine Musik würde ich mir noch nicht mal mehr runterladen. Ich bin da konsequent. Dann gehe ich viel lieber zu den Amateur-Künstlern, die ihre Musik kostenfrei (z. B. bei Jamendo) vorstellen, denn dort kann man noch echte Musik erleben. Menschen, die das Internet als hilfreich erkannt haben, die youtube als Werbeplattform ansehen. Und wie geschrieben: wenn es mir gefällt, bezahle ich sogar dafür (obwohl es umsonst angeboten wird). Die anderen Musiker können mich dagegen mit ihrem Hass und Geifer mit ihrer Musik jagen.

      Danke dafür!

      1. Na ja, man kann zu EOC-Konzerten gehen – mach ich auch immer noch gern, das hat immer wieder was von „Weisste noch“ – und ich vermute, da bleibt fuer die Musiker mehr uebrig als wenn ich eine CD kaufe, bei der vor allem die Drecksaecke von der Musikindustrie verdienen.

        Aber wenn Herr Regener meint, dass wir Abschaum sind, weil wir auch mal was bei youtube nachsehen, dann werden wir ihn wohl nicht mehr behelligen.

    5. Bullshit!
      Dinge die die Menschheit voranbringen mache ich weil ich es will. Die langweiligen Dinge die den Alltagsbetrieb aufrecht erhalten, damit verdiene ich mein Geld.
      Und wenn es mir nur um’s Geld verdienen ginge: Der job mit dem Minimalaufwand um einen akzeptablen Lebensstil zu halten, möglichst ohne viel Anstrengung – und Innovation, sich einbringen, das ist Anstrengung. Nicht jeder ist so geil auf’s Geld wie du offenbar.

      1. P.S. Das ist gar nicht mal als angriff zu werten, aber man sollte nicht immer von den eigenen Einstellungen auf andere übertragen.
        Und genug wirklich große Innovationen wurden kaum aufgrund persönlicher Gier der jeweiligen Erfinder erschaffen.

  3. Was Sven Regener so für Rock’n’Roll hält…

    „Das einzig Wahre am Rock’n’Roll ist, dass wir jede Mark, die wir bekommen, selber verdienen. Die bekommen wir von Leuten, die sagen “Ja, das ist mir das wert. Ich geb’ 99 Cent aus für dieses Lied”. Das ist die Idee dabei.“

    1. „Rock ’n’ Roll (kurz für Rock and Roll) ist ein nicht klar umrissener Begriff für eine US-amerikanische Musikrichtung der 1950er- und frühen 1960er-Jahre und das damit verbundene Lebensgefühl einer Jugend-Protestkultur, bei der man 99 Cent für ein Lied bezahlt.“

      Quelle: Wikipedia

  4. die Videos die man sich ja auf element-of-crime.de ansehen kann verursachen auch Hosting- und Traffic- Kosten. Das zahlt wohl auch nicht Herr Regener selbst sondern eher „Universal-Music“, denn auf deren Servern is die Seite gehosted

  5. Ach Mensch! Seid doch mal nicht so schmallippig. Sven Regener ist ja nun wirklich weder ein Volldepp noch ein Arsch. Er will Musik machen und damit Geld verdienen. Und das wird zunehmend schwierig.

    Könnt ihr denn wirklich nicht verstehen, dass ihm da mal was durchbrennt? Ich finde seine Tirade definitiv unterhaltsam. Und einiges Wahres ist ja auch dran.

    Warum tun wir denn immer so, als wenn wir die Geschäftsmodelle von Google und Facebook verteidigen müssten? Die sind doch groß genug, um sich selbst zu verteidigen. Wieso soll es denn nicht möglich sein, dass ein Musiker selbst entscheiden kann, ob seine Mukke auf Youtube zu hören ist oder nicht? Ob er nun was davon hat oder nicht:

    Nur, weil jemand singt und Trompete spielt, gehört das Ergebnis doch nicht automatisch den Internet-Konzernen. Und selbst die Fans haben nicht das Recht zu verlangen, alles kostenlos zu bekommen.

    Ich finde, ein bisschen Verständnis sollte man da schon haben…

    1. Er will Musik machen und damit Geld verdienen. Und das wird zunehmend schwierig.

      Dass es zunehmend schwieriger für Regener wird, mit Musik Geld zu verdienen, bezweifelt niemand.
      Nur: Dass er anscheinend mit seinen Ergüssen am Markt vorbei produziert – anders ausgedrückt: Dass die Leute seine musikalischen Produkte zunehmend scheiße finden -, sodass nicht genug Geld reinkommt, ist nicht die Schuld des Internets. Auch dass er es nicht versteht, mit neuen Entwicklungen Schritt zu halten, ist nicht den Mechanismen anzulasten.

      Warum tun wir denn immer so, als wenn wir die Geschäftsmodelle von Google und Facebook verteidigen müssten?

      Hier hilft eine differenziertere Ansicht. Auch ohne Google und Facebook (beide dürften Regener übrigens in der Selbstdarstellung eher nützen als schaden, wenn man bedenkt, dass beide dabei helfen, Leute auf seine Webseite zu kriegen, vom Kauf von Theaterkarten für Produktionen wie „Neue Vahr Süd“ ganz abgesehen, für die er Tantiemen bekommt) würden die Musikkonzerne – die übrigens fleißig dabei helfen, dass Vertragskünstler in der Versenkung verschwinden (man frage mal bei Illegal 2001 nach, die jahrelang bei Sony kein neues Album veröffentlichen durften, ohne aus dem Vertrag gelassen zu werden…) – trotzdem darauf hinarbeiten, ein und dasselbe Produkt für jede Verwendungsart mehrfach zu verkaufen: Für den MP3-Player, CD, Mixtape im Auto etc. Weil Gewinnmaximierung ihr Job ist und sie eine bedingte Monopolstellung (= ein Künstler kann das gleiche Opus nicht bei verschiedenen Labels rausbringen; es gibt keinen Wettbewerb) besitzen.

      Nur, weil jemand singt und Trompete spielt, gehört das Ergebnis doch nicht automatisch den Internet-Konzernen.

      Nur, weil keine Sau mehr einen Trompetenspieler hören will, hat er nicht das Recht, die gleichen Einnahmen zu erzielen wie eine Band auf Platz 1 der Charts.

      1. laut wikipedia haben element of crime für ihr letztes album ihre zweite goldene schallplatte bekommen. das geldverdienen scheint für sven regener also eher leichter gworden zu sein als früher…

    2. Ich finde es absolut legitim, vom Musikmachen leben zu wollen, aber ein bisschen Verständnis von Seiten Regener vermisse ich völlig, nämlich dafür, dass viele Leute ihre Freiheit im Netz nicht auf dem Altar der Urheberrechtsdurchsetzung geopfert sehen wollen.

      Und mein Verständnis umgekehrt hält sich dann in Grenzen, wenn sich jemand, der ein ziemlich gutes Auskommen hat, als Robin Hood der (ja angeblich schon toten) Indie-Szene darstellt und dabei alle, die Google & Co’s Geschäftsmodell nicht aus denselben Gründen verteufeln wie er, als „nichts wert“ und „asoziale Deppen“ beschimpft, die ihm „ins Gesicht pinkeln“.

      Google und YouTube sind natürlich keine Samariter – „die Plattenfirmen“ und die GEMA aber auch nicht, und letztlich hat die musikalische Vielfalt in den letzten Jahren in großem Stil zugenommen. Die Einnahmen von Tantiemen im Online-Bereich legen in letzter Zeit auch kräftig zu, also muss ich sagen: Für Beschimpfungen gibt es nichtmal wirklich Anlass.

      1. Himmelerrgottsakranochamal,

        ich glaube, jeder hier findet es“absolut legitim, vom Musikmachen leben zu wollen“.
        Aber das gibt einem doch keinen Rechtsanspruch darauf – genausowenig wie ein Schriftsteller ein Anrecht darauf hat, gelesen zu werden oder ein Maler ein Anrecht auf eine Ausstellung und ein ewiges Ehrenstipendium des Goethe-Instituts hat. Und wenn das fuer einen – oder auch fuer 98% der Kuenstler nicht funktoniert, dann… ja, dann werden sie ihr Geld eben anders verdienen *muessen*. So, wie das die anderen 98% der Bevoelkerung auch muessen. Es ist nicht das erste Geschaeftsmodell, das stirbt, das geht schon seit der Pferdedroschke so, wie viele Hufschmiede sind in Berlin arbeitslos geworden im letzten Jahrhundert, und wie viele Kohlentraeger!

        Oder, kurz: Get a life!

    3. @eric: stimme dir zu, da ist schon hier und da Wahres dran

      @JJ Preston
      Nur, weil keine Sau mehr einen Trompetenspieler hören will, hat er nicht das Recht, die gleichen Einnahmen zu erzielen wie eine Band auf Platz 1 der Charts.
      Nur, weil keine Sau mehr dieses oder jenes hören will, bedeutet das sicher nicht, dass jeder mit der Kompostition ungefragt alles machen kann – und darum ging es.

  6. Also ich nehme aus diesen und ähnlichen Äußerungen von Künstlern mit, dass man sie eigentlich noch viel mehr abholen müsste, was wir uns denn genau vorstellen. Denn klar dürfte auch sein, dass ich ein Album schon das ein oder andere mal auf Spotify hören muss (7cent pro Song-Stream), bis da die 10€ rauskommen, die so ein Album kostet oder kosten sollte.

    Das ist eine ganz einfache Rechnung, die jeder Künstler aufmachen kann. Und da muss man auch eine Antwort drauf haben, wenn man das Urheberrecht reformieren will.

    1. so sehe ich das auch, möchte mich aber nicht als Google-Lobbyist beschimpfen lassen, nur weil sich die Vertriebswege und -modalitäten massiv ändern und ich dennoch nicht zustimme, dass eine immer weiter gedrehte Verschärfung des Urheberrechts die Lösung sein soll.

  7. Schreibt aber gute Bücher der Regener. „Herr Lehmann“ hat mir sehr gefallen. Das Buch habe ich kostenlos gelesen, weil ich es mir aus der Bibliothek ausleihen konnte. Gegen diese Kulturverächter will er vielleicht auch mal abranten.

    Aber im Ernst jemandem, der in erster Linie als Urheber spricht, höre ich doch allemal lieber zu als dem x-ten Verwerter-Lobbyisten. Daran, dass nicht-kommerzielles Kopieren ein Menschenrecht sein sollte, ändert das aber auch nichts.

    Und was soll das mit der Piratenpartei? Meint er Markenrecht?

    1. Also zum einen zahlen Bibliotheken auch brav für die Ausleihen an die VG Wort, insofern hat der Autor nicht nur was von der Anschaffung des Buches durch die Bib, sondern auch durch Ausleihe.

      Und außerdem ist hier m.E. Vorsicht geboten: Sicher hat Sven Regener irgendwo mehr Glaubwürdigkeit als ein Sony/BMG-Vertreter, der sich die Rettung der Kultur auf die Fahnen schreibt. Aber dieses Spielchen ist mehrbödig, denn den sich ach so ehrlich aufregenden Künstlern wird von den ihnen (vermeintlich) wohlgesonnenen Verwerterlobbys fortwährend eine einseitige Story verkauft, bis sie dann emotional richtig in Rage kommen. Und Sinn der Sache ist, dass alle denken „boah, wenn der tolle XY, dessen Lieder ich so liebe, sich so aufregt, dann muss da ja was dran sein“. Das funktioniert auch hier wieder ziemlich gut, jedenfalls belobigen die Interessenvertreter ihn gerade rauf und runter als einen, „der sich endlich mal positioniert“ – dass andere Künstler sich ganz anders positionieren, wird mal eben unterschlagen.

      Was mir dabei fehlt ist die kritische Distanz der Künstler zu ihren eigenen Dienstleistern wie Labels, Plattenfirmen und GEMA. Die hat Sven Regener offenbar überhaupt nicht und das macht den Rant ziemlich hohl. Ich kenne dagegen viele der angeblichen „Google-Lobbyisten“, die Google sehr kritisch sehen und deren Meinung ich darum deutlich stichhaltiger finde.

      1. Für Ausleihen wird auch eine Abgabe entrichtet? Wusste ich gar nicht…

        Natürlich ist es schön, wenn ein Urheber das Thema reflektiert betrachtet, aber im Gegensatz zu den Verwertern geht es ja tatsächlich um seinen Rechtsschutz. Die Verwerter haben natürlich Interessen, die sollen auch gehört werden, aber letztlich können sie nicht Rechte anderer auf ihre Bedürfnisse zuschneiden lassen. Und es ist eigentlich eine ziemliche Frechheit, dass sie es beständig versuchen.

        Aber ich glaube dennoch man muss hier mehr sehen, als einen Urheber, der zu unkritisch mit seinen Dienstleistern umgeht. Viele Urheber, die kommerziell verwertbare Werke schaffen, wollen unabhängig von den Verwertern das gegenwärtige Urheberrecht durchgesetzt sehen. Das scheint vorallem eine Frage des Gerechtigkeitsempfinden zu sein.

      2. Es macht tatsächlich den Eindruck, dass es die Taktik der Verwerter ist, möglichst viel Angst unter Künstlern/Urhebern zu schüren, damit die bereitwillig für sie in die Schlacht ziehen. Das funktioniert aber vor allem deswegen so gut, weil ein Großteil der kreativ Tätigen sowieso schon in äußerst prekären Verhältnissen lebt und empfindlich auf jede weitere Verschlechterung reagiert. Was spräche eigentlich gegen das Modell einer Netzkulturabgabe zwischen 5 und 10 Euro im Monat, die nach Klicks oder Downloads an die Urheber verteilt wird? (Dafür könnte man die GEZ abschaffen) Die Monopolstellung großer Netzanbieter würde damit unterlaufen und die Verhandlungsposition von Urhebern gegenüber Verwertern gestärkt.
        Solange nicht ein für die Künstler selbst attraktives Gegenmodell zu ACTA propagiert wird, muss sich keiner wundern, wenn sie sich lieber an dem Bißchen was sie noch haben fest klammern und wenn`s die GEMA selber ist.
        Ich versuche grade via FB eine kleine Umfrage unter Künstlern im RheinMain-Gebiet durchzuführen und stelle dabei fest, dass viele nicht wirklich sehen, wie es besser gehen könnte und sich rein emotional erst mal von Regeners Aussage eher angesprochen fühlen.
        https://www.facebook.com/groups/316466825073759/

        1. das ist der „Horoskop-Effekt“ (der in der Debatte genauso viel Schaden anrichtet wie die dämlichen Urheberrechts-Hasser): Alle fühlen sich davon irgendwie – und sei es nur emotional, aufgrund der „Authentizität des Wutausbruchs“ – angesprochen und denken „Ja, irgendwie ist da ja was dran“. Und schon ist die Debatte wieder in den ideologischen Graben gerutscht, so läuft das seit inzwischen Jahrzehnten.

      3. Naja, dann wäre es vielleicht endlich mal an der Zeit, diese politischen Machtspielchen hinter sich zu lassen und gemeinsam zu einer brauchbaren Lösung zu kommen. Was ich an der Kulturabgabenlösung so mag, ist, dass eine Verteilung unabhängig von Netzgiganten und Contentallianz (sind die auf Dauer noch zu trennen?) auch einen freien Fluss von Kulturgütern aller Art gewährleisten würde. Für jeden, auch z.B. den Arbeitslosen der „gebührenbefreit“ ist. Wie und an wen die Gelder verteilt werden enscheidet jeder Mensch, durch das was er sich anhört / liest oder ansieht.
        Für Künstler geht es nicht unbedingt darum, für ewig auf ihren Rechten zu sitzen. Die Schizophrenie besteht für den Urheber darin, dass er, ohne das viele Menschen seine Werke egal wie kennen und wollen, gar nicht in der Lage ist von seiner Kunst zu leben. Wichtig ist für einen Künstler etwas mehr Planungssicherheit in sein sowieso reichlich schwankendes Leben zu kriegen. Das steht einem möglichst freien Fluktuieren von Kulturgütern nicht wirklich im Weg. Zumindest dann, wenn man bereit ist sich zusammenzutun und sachlich über Lösungen nachzudenken.
        Mir ist durchaus klar, dass das Kultur-Flatrate-Ding auch seine nicht unerheblichen Umsetzungsschwierigkeiten hat. Aber bis jetzt ist es das für alle Seiten brauchbarste, das mir untergekommen ist. Sogar Verwerter könnten, zähneknirschend aber doch, damit ein Auskommen finden.

  8. „die Hilflosigkeit einer Künstlergeneration, die die Welt nicht mehr versteht und sich zwecks Welterklärung offenbar instinktiv an die guten alten Institutionen wendet“

    Herr Regener passt genau in diese Generation. Internet ist Konkurrenz, klar. Aber doch auch Chance. Und die eigene Unfähigkeit durch Rechte-Durchdrückung auszugleichen ist einfach nicht zeitgemäß!

  9. das video „der weisse [sic!] hai“ auf der website der band wird vermutlich in einem player angezeigt, für den die lizenzgebühren bezahlt wurden, denn die vom hersteller geforderte einblendung des produktnamens ist nicht zu sehen.

    .~.

  10. Man darf nicht vergessen, daß ein KK (krimineller Kim) nach eigener Aussage bereits in ein paar Monaten Haft 16 Kilo abgenommen hat.

    Sicher werden in US-Haft noch 87 Kilo abgespeckt. Gibt es bald ein Diät-Programm? Als Urheberin des Geschäftes (urheberrechtlich geschützt/Eintrag ist erfolgt) bekomme ich 60% der Einnahmen.

    Alles hat sein Gutes.

    1. Hm, so ganz unrecht hat der gute Mann ja nicht. Auch gemeinsam gemachte Kunst basiert grundlegend auf der Kreativität und den Inspirationen eines einzelnen. Wenn viele an dem gleichen Kunstwerk teilnehmen, ist das quasi eine Ebene höher; es ist eben ein Kollektiv aus Kreativität und Inspirationen.

      Selbst wenn man sich gegenseitig inspiriert, so passiert der kreative Prozess doch im Kopf des einzelnen und wird – so die Idee umgesetzt wird – vom anderen rezipiert.

      Wo Regener unrecht hat, ist seine Einschätzung der Heftigkeit und Größe der aufgrund der gegenseitigen Inspiration herrufbaren Kreativität. Das geht in meinen Augen soweit, dass die Leistung des einzelnen so stark in den Hintergrund tritt, dass nur noch das Kollektiv bzw. niemand mehr wahrgenommen wird. Betrachtet man beispielsweise die Wikipedia, so ist sie einfach nur „da“ und Autoren … naja, viele halt.

      1. es ist (leider) absolut aussichtslos, die Wertigkeit der Einzelleistung und der Inspiration/gemeinsamen Kreativität irgendwie in ein Prozentverhältnis zu setzen. Es geht letztlich drum, wer beliebt ist, wer ankommt, und wer nicht.

  11. Sven Regener hat im Rahmen eines Telefonats, in dem ihm offenbar der Kragen geplatzt (und im Affekt einiges durcheinandergeraten) ist, allein schon mit seiner Ehrlichkeit und Verve viel zur Debatte beigetragen. Jedenfalls viel mehr als die vielen, die seit Jahren mit unangenehmster Herablassung und Häme den Künstlern einen Idiotenstatus zuweisen, sobald die sich mal trauen zu erwähnen, dass sie sich vom Web womöglich *noch mehr* geneppt fühlen als vorher von der „Content-Mafia“. Sollen Künstler wie er jetzt also einfach mal aufhören? Oder besser gleich „sterben gehen“, wie ich auf Twitter lese? Das Label ‚uncool‘ hat Regener jetzt wohl weg — und das wusste er ja.

    Im PiratenWiki kann man sich umgekehrt ansehen, wie hart die Avantgarde der freien digitalen Wissensgesellschaft an Vorschlägen arbeitet, die Künstlervergütung fair zu regeln. Da liegen halt so ein paar Modelle herum, alles sehr skizzenhaft, wenig editiert. Über ein „natürlich sollen die Künstler bezahlt werden“ gehen die Statements im Grunde nicht hinaus. Ansonsten: Freundliches Achselzucken, amüsiertes Kopfschieflegen oder -schütteln. Es hat ja auch Zeit. Manche kapieren es halt nicht. Es wird sich in irgendeiner Zukunft sowieso von selbst ausmendeln, auf „darwinistischem“ Wege. Hauptsache, die Daten sind und bleiben da.

    Ich glaube, dass den Regener gerade auch diese neoliberale Gleichgültigkeit, diese willenslose Marktvergötzung und Selbstgerechtigkeit so aufregt. Die Quittung bekommt er nun aus allen Rohren, natürlich, kostet ja nichts. Wenn sich das alles aber einmal etwas gelegt hat, wird, glaube ich, zuallererst die Piratenpartei feststellen, dass sich die inhaltlichen Anspüche an sie erhöht haben.

    1. Und wer genau ist das neppende Web? Wir alle hier? Google? Twitter? (früher) MySpace? Oder doch gleich die kalifornisch-libertäre Weltverschwörung? Da kann ich mir unter der Content-Mafia doch deutlich mehr vorstellen. Eine Beschimpfung der Nutzer ist nun wirklich das Letzte, was irgendwas a) aussagt oder b) bringt.

      Und wenn man lang genug sucht, findet man bekanntlich _jedes_ Statement irgendwo im Netz, auch Hähme über Musiker. Wenn Regener wenigstens ein kleines Bisschen kritische Distanz zur Verwerterlobby gezeigt hätte oder etwas weniger Selbstgerechtigkeit demonstrieren würde: „Und wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden, auch mit Werbung in diesem Bereich, ja, und wir kriegen davon nichts ab.“ – sowohl falsch als auch präzise die Art Hilfstruppentum, die er anderen ins Gesicht schimpft.

      1. Was man sich unter ‚Content-Mafia‘ und ‚Verwertern‘ vorstellt, ist sicher definitionsbedürftig, individuell verschieden und (wie auch sonst alles alles) einem steigen Wandel unterworfen.

        Als Kampfbegriffe dienen diese Bezeichnungen momentan dazu, ein überholtes Publishing-Geschäftsmodell zu brandmarken. Sven Regener sieht (– so vermute ich –) Konstrukte wie Pirate Bay*, Megaupload und Firstload ebenfalls als Verwerter — und zwar als welche mit den, na sagen wir mal ‚unsichersten‘ Konditionen für die Künstler.

        Dass er die Nutzer beschimpft hat, wird ihm ganz sicher noch leid tun. Der Markt wird ihn dafür unzweifelhaft hart bestrafen. Mit dieser Genugtuung sollten dann auch die verletzten Nutzer wieder ruhig schlafen können; anderfalls bekäme der Vorwurf des „unangemessenen Weinens“ eine, wie ich finde, wirklich sehr seltsame Dimension.

        *Die „alten“ Beispiele jetzt mal nur wegen ihrer großen Bekanntheit

      2. ich glaube eher, dass er in Zukunft ständig auf irgendwelche Panels eingeladen werden wird. Außerdem mag doch keiner die Songs weniger, weil der Band Leader im Radiointerview ausfällig wird. Ich finde vieles von EoC ja auch nach wie vor gut (wenn’s nicht zu nölig-ungereimt wird). Und auch das mit dem „uncool“ ist weitgehend aus der Luft gegriffen. Jeder, der CC-Lizenzen einsetzt sagt letztlich „hier Urheberrecht und so“ und das gilt gar nicht als gestrig. Umso mehr halte ich die Haltung von S.R. zumindest was Rechtliches angeht für latent unseriös.

      3. Dass ein Ad-hoc-Wutausbruch eines Künstlers keine ‚rechtlich seriösen‘ Auskünfte hervorbringt, finde ich nun so überraschend nicht. Jeder weiß aber im Grunde genau, was Regener gemeint hat: Die Vergütung der Künstler geht — aus den verschiedensten Gründen und Motiven — eigentlich allen Parteien mit Ausnahme der Künstler am Allerwertesten vorbei. Es gibt da aber Klärungsbedarf. Den sieht, wenn man ihren eigenen FAQ Glauben schenken darf, auch die Piratenpartei.

        Statt das zu diskutieren, wird ein beachtlicher textlicher Aufwand getrieben, Regener in lauter Randaspekten bis aufs kleinste Komma misszuverstehen. Ihm sein Alter vorzuwerfen. Sein Werk zu dissen. Ein Beleidigungsproblem zum Kern der Sache zu konstruieren. Ihm den üblichen küchenpsychologischen Schrott anzuhängen („Sven Regener hat Angst“)

        Esdrängt sich da schon der Verdacht auf, dass das so geschieht, um die eigentlich wichtigen Fragen weiter und weiter und noch ein Jahr mehr unbeantwortet zu lassen: Wie soll die Künstlervergütung denn nun geregelt werden? Mit welchem Modell? Wo ist dazu eine tragfähige Antwort der Piratenpartei; sie sagt doch selbst, dass sie eine geben muss? Welchen Kulturbegriff — jenseits des allwissenden ‚Markts‘ — wollen wir uns künftig leisten?

        Es wäre sicher interessant, die allerklügsten der vielen klugen Blogger, die das Impulsinterview aus sicherer Zeitdistanz schriftlich und mit zehn offenen Recherche-Tabs vor der Nase „widerlegt“ haben, mit Regener und anderen Künstlern in einer Telefonkonferenz oder auf einem Panel zusammenzuschalten. Zum allseitigen Reality Check. Vielleicht wäre das der Auftakt zu einer ungeschminkten, schmerzhaften, ehrlichen, und vielleicht sogar zielführenden Debatte.

    2. jaja „nazikeule“, aber :S

      Tilo Sarazzin hat im Rahmen seines Buchs, in dem ihm offenbar der Kragen geplatzt (und im Affekt einiges durcheinandergeraten) ist, allein schon mit seiner Ehrlichkeit und Verve viel zur Debatte beigetragen. Jedenfalls viel mehr als die vielen, die seit Jahren mit unangenehmster Herablassung und Häme den Mitbürgern einen Idiotenstatus zuweisen, sobald die sich mal trauen zu erwähnen, dass sie sich von muslimischen Menschen womöglich *noch mehr* geneppt fühlen als vorher vom Staat. Sollen Politiker wie er jetzt also einfach mal aufhören? Oder besser gleich “sterben gehen”, wie ich auf Twitter lese? Das Label politisch inkorrekt hat Sarrazin jetzt wohl weg — und das wusste er ja.

      Im Arbeitskreisen der Linken kann man sich umgekehrt ansehen, wie hart die Befürworter der freien Gesellschaft an Vorschlägen arbeitet, die Sozialversorgung fair zu regeln. Da liegen halt so ein paar Modelle herum, alles sehr skizzenhaft, wenig editiert. Über ein “natürlich sollen die Menschen bezahlt werden” gehen die Statements im Grunde nicht hinaus. Ansonsten: Freundliches Achselzucken, amüsiertes Kopfschieflegen oder -schütteln. Es hat ja auch Zeit. Manche kapieren es halt nicht. Es wird sich in irgendeiner Zukunft sowieso von selbst ausmendeln, auf “darwinistischem” Wege. Hauptsache, die Einwanderer sind und bleiben da.

      Ich glaube, dass den Sarrazin gerade auch diese dogmatische Gleichgültigkeit, diese willenslose Sozialstaatsvergötzung und Selbstgerechtigkeit so aufregt. Die Quittung bekommt er nun aus allen Rohren, natürlich, kostet ja nichts. Wenn sich das alles aber einmal etwas gelegt hat, werden, glaube ich, zuallererst die Deutschen feststellen, dass sich die Anforderungen an sie erhöht haben.

      1. sry, ich hatte so ein strukturelles Dejavu. Etwa so als würde ich die Argumente aus anderen Diskusionen kennen, die einen Sachverhalt differenzierend auf der einen, und simplifizierend auf der anderen Seite, nicht ganz richtig darstellen und so im anschein von objektivität einen gewissen eindruck vermitteln. Wollte nur mal wissen, ob man die Worte austauschen kann und der Sinn erhalten bleibt. Und ja es geht. Fand das lustig, bemerkenswert und bedenklich.

      2. Oh ja. Und damit ja nicht genug. Als ich diese zu fast 100 Prozent fundierten textlinguistischen Methoden auf Sven Regeners Interview anwendete, zeigte sich, dass es ein genaues Abbild der Rede von Goebbels im Sportpalast ist! (Das Blogpost hier oben stellte sich übrigens als identisch mit der berühmten Ansprache Martin Luther Kings heraus.)

        Das ist doch bemerkenswert und (– geraunt –) bedenklich?

        (Na ja, komm. Die Sonne scheint. Versauen wir uns nicht den Tag mit Godwin…)

      3. Missversteh mich bitte nicht: Genau dergleichen Überlegungen beziehe ich da schon mit ein, wenn ich b e d e n k l i c h sage. Mein das im Wortsinn und nicht dem eines moralisch, vorwurfsvollen Nogoes. Hatte nicht den Eindruck, dass man Texte beliebig, ohne erkennbaren Unterschied im Aufwand in Hitler oder King Reden überführen kann. Ob politische Reden da besonders austauschfreudig (für Ausdrücke) sind, oder nur bestimmte Redegattungen muss ich nochmal bedenken ;)

        Und mit Godwin wollte ich uns keines wegs den Tag versauen. Daher schmunzelte ich eröffnent was von Nazikeule in Anführungszeichen. Allerdings Lese ich bei Sven Regeners Statement schon ziemlich stark eine Fürsprache zu Repressiver Propaganda raus, und ich bin mir auch nicht so sicher, ob man das einfach mit dem Bedarf von Rezipenten zur Erfüllung Godwins Gesetz psychologisieren sollte.

      4. äh, Moment mal: Wie kommt man jetzt von Regener zu Sarrazin? Übers Aufregen? Also von dem völkischen Dünnsinn des Herrn S. mal ganz abgesehen gibt es ein spontanes Kragenplatzen in Buchform (!) so wenig wie Deutsche ohne Migrationshintergrund.

      5. Durchaus klar John. Und das „Kragenplatzen in Buchform“ hätte ich umändern müssen in ein. „hat mal endlich gesagt, was gesagt werden musste.“ um die Fälle passend anzugleichen.
        Den strapazierten Sarrazin hab ich deshalb aus der Mottenkiste geholt, weil in diesem Fall besonders, dank einer begrüßenswerten journalistischen Sorgfallspflicht für Viele erschöpfend ersichtlich wurde, wie Halbwahrheiten bis Schwachsinn als Faktenlage verkauft wird. Sprich Propaganda funktioniert.

  12. Eine kleine Korrektur zum Transkript:
    Ganz am Anfang heisst es ”aus Schierschandudel ” und nicht ”aus Schingschangdoodle”.
    Ist Plattdeutsch und bedeutet soviel wie ”aus reinem Übermut”. Auch wenn Regeners Statements nicht der Hit sind, vielleicht wird dieses nette alte Wort dadurch etwas bekannter.

  13. Regener hat die Sache exakt getroffen, und zwar auch in angemessener Schärfe. Diese winselnde Besserwissenwollerei, diese pseudointellektuellen Scheinwiderlegungen der selbsternannten „Netzelite“ sind angenehm leicht zu durchschauen.

  14. Nachdem ich heute den Sternenhimmel gesehen habe, bei klarer Nacht, weiß ich, daß unsere Ungezieferkloake niemanden interessiert.

    Jedenfalls nicht auf dieser Erde und auch nicht im Weltall.
    Sandkörner sind wichtiger als wir. Jede Blattlaus hat mehr Hirn.

    Schönes Wochenende in Frieden

  15. Ach ja, Sven Regener. Unser Vorzeigeintellektueller. Soll er sich doch bitte mit seiner Kneipenband – die er selbst ja als Rock’n’Roll bezeichnet – bitte auf’n Platz hinstellen und hinterher mit dem Hut rumgehen. Oder in die S-Bahn. Dann hat er ein ganz ehrliches, grundsolides Geschäftsmodell.

    Überhaupt – ich bin ja dafür, dass wir es wieder machen wie im MIttelalter: Jeder stellt sich mit seinem Produkt auf den Marktplatz und wenn es wer haben will bezahlt er dafür. Sven Regener bekommt ne schöne Bühne, Google wird bezahlt dafür, dass man eine Internetsuche ausführen kann, Youtube wird bezahlt dafür, dass man einen Film uploaden kann, besonders beliebte Filme müssen dann für die entstehenden Downstreamkosten höher bezahlt werden usw. Dann werden wir das Verhältnis mal sehen, wer einfach nur ein gutes Produkt hat, wer sich bereichern möchte und wer einfach nur jammern kann.

  16. wenn man die kommentare hier so liest bekommt man den eindruck die „netzelite“ verstehe mehr vom musikgeschäft, als die protagonisten selbst *g*

    1. wer auch immer die Netzelite hier sein soll – die Hörer sind (aus Sicht mancher: leider) auch Teil „des Musikgeschäfts“. Und so schrecklich viel muss ich davon außerdem nicht verstehen, um mich bei der Abwägung zwischen [Rechtsverschärfung zur besseren Durchsetzung von Monopolrechten] und [Erhaltung einer weitgehend ungeregelten Netzinfrastruktur] für das weitaus Wichtigere einzusetzen.

  17. Bitte! Hat eigentlich schon irgendwer das ganze Interview gehört? Ich persönlich finde dabei die größte Zumutung, dass nur dieser Teil rausgeschnitten erscheint. Die logische Folge: ACTA-Gegner wettern dagegen, Urheberrechtsinhaber (zumindest konservativere) schreien laut: „JA, endlich sagt das mal wer!“

    ABER: Das ist doch bitte nur ein kleiner Teil eines Interviews, das kann man so weder stehen lassen noch objektiv beurteilen, noch den Menschen Sven Regener danach beurteilen.

    1. leider kann ich in Berlin kein Bayern 2 empfangen und der online verfügbare Teil wurde vollständig dargestellt. Wenn jemand noch ’ne Quelle mit weiteren Teilen des Interviews weiß, höre ich mir das auch gerne noch an. Ich bezweifle allerdings, dass die Message von Sven Regener sich dann anders darstellt.

  18. Damit hätte ich von Regener nicht gerechnet! Hat jmd. eine gute Quelle, übersichtlich, einigermaßen vollständig, mit der man in allen zukunftigen Versionen irgendwelcher Alt-Urheberrechts-Fanatiker entgegentreten kann, die sich darauf berufen, dass die „Künstler“ im allgemeinen ja so denken wie Regener.
    Also ich meine so was wie eine Zusammenstellung von Meinungen und Statements von „Künstlern“ oder Zusammenschhlüsen solcher zum Thema modernes Urheberrecht.
    ???

    1. Erstens: denkt Sven Regener so? Oder polarisiert er einfach gerne? Oder hängt der Eindruck doch mit dem gewählten Ausschnitt zusammen?

      Zweitens: Mein realer Freundeskreis besteht fast ausschließlich aus „Künstlern“. Und das Weltfremdheits-Klischee hat schon was, Künstler sind meist höchstens so weit Internet-affin, als sie einen Facebook-Account haben. Den meisten Künstlern spricht Sven Regener tatsächlich aus der emotionalen Seele. Die Ausnahmen (und nur die) kann man gut im Internet finden, weil sie zusätzlich Web-Aktivisten sind.

      Schädlich finde ich an diesem Monolog von Sven Regener mit Pausenfüllern von Erich Renz entweder die Kontextfreiheit oder das miserabel geführte Interview. Optimistischweise tendiere ich zu ersterem.

      1. es ist ja ok, wenn man sich als hauptberuflicher Künstler a) nicht näher mit dem Netz und b) schon gar nicht mit dem ganzen Rechts-Zeugs befassen will. Dann sollte man aber auch nicht so vom Leder ziehen von Dingen, die einen nur lateral ärgern aber eigentlich nicht interessieren, und Leute zu Asozialen stempeln, die einen eigentlich auch nicht interessieren.

      2. Gerade das darf er aber finde ich eben doch. Ich hab mir in den letzten Tagen ein paar Interviews mit Sven Regener durchgelesen… und er hält seine oft genug polarisierende Meinung eben einfach nicht zurück. Warum sollte er auch, die Freiheit des Künstlers. Das umfasst die Freiheit auch mal emotional werden zu dürfen und auf politische Korrektheit zu pfeifen.

        Wenn ich mir das Online verfügbare Zeug anhöre ist es nur ganz einfach so, dass das auf mich wirkt, als würde Sven Regener auf eine Unterstellung oder Ähnliches reagieren, wenn auch vielleicht übertrieben. Das ändert natürlich nichts an der Message für die meisten Menschen, mir persönlich fehlt da aber der Großteil der Information vor allem um den Inhalt öffentlich zu kommentieren.

        1. Von mir aus kann er auf politische Korrektheit pfeifen. Wenn er aber auch auf inhaltliche Korrektheit pfeift, was er leider tut, dann bleibt als Mehrwert von solchen Äußerungen nur Polarisierung, wovon in _der_ Debatte wirklich schon genug vorhanden ist, und Zeitverschwendung bei Leuten, die das nicht ernsthaft so stehen lassen können (nicht nur mir geht das so, ich war ja auch nicht der Erste mit Blog-Post dazu). Aber vielleicht ist Letzteres ja gerade der Sinn der Sache, Leute zum Kommentieren provozieren damit sie solange schonmal nicht für Google lobbyieren gehen können – und man selbst kommt auch noch als ach so authentischer Alt-Rocker rüber.

          Den Auslöser nennt Regener doch selbst, nämlich die angeblichen Heerscharen von „asozialen Deppen“, die aufs Urheberrecht einen Dreck geben und die armen „Indie-Rocker“ „uncool“ finden, wenn die mal sagen „hier, Urheberrecht und so“. Und wenn so’n Mist als Ausschnitt ins Netz gestellt und von Verwerterlobbys hochgejubelt wird – sorry, dann darf man das auch öffentlich kommentieren und muss nicht die Schere im Kopf aktivieren, nur weil man EoC-Lieder eigentlich ganz gerne mag.

  19. Im 6/8 Takt, etwas Moll, eine wenig Dur. Mit angesoffener Hamburg Stimme zu singen.

    Wenn ich den Sven Regener so reden hör,
    dann denk‘ ich der hat einfach recht.
    Aber alles verdammen und auf früher stehen,
    dass ist einfach nicht echt.

    Tritaa, Tritaaa, Tralla, Tralla, Trallalla, Tra. (und dann: Lösungsorienttieres Posaunen Generationskonflikt Solo)

    http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_-ZS/_-rH5Axy/1abdba29-8e11-4b49-86c2-40e4b861dfc0_2.mp3

    PS: Sven Regener hat Google und Apple viel besser verstanden als einige andere hier. Einfach mal den letzten Teil hören. Darum steht er auf auch Apple obwohl es großer Mist ist. Darüber kommt er halt noch an Mircopayment.

  20. Ich hoffe, Element of Crime hat sich nicht bekannte Riffs für irgendeinen ihrer Songs „ausgeliehen“, wie es als Hommage nicht unüblich ist. Urheberrechtsverletzung. Ich hoffe, es liegen für jede Veröffentlichung im Netz immer alle Einwilligungen sämtlicher Personen vor. Fotografen, Texter, mitunter abgebildete Personen, Filmer. Ich hoffe, Element of Crime kennt sich sehr gut mit dem aktuell geltenden Zitatrecht aus – und berücksichtigt die gesetzlichen Regelungen immer.

    Vielleicht sollte sich Regener mal Gedanken darüber machen, bevor er irgendwelchen Unsinn absondert, der nicht grade dafür spricht, dass er sich zur Thematik eingehend informiert hat.
    Es ist zwar sein gutes Recht, generell gegen eine Reform des Urheberrechts zu sein; dann aber bitte mit Argumenten. Und vor allem nicht in der Weise, dass er irgendwo einen nicht existenten Konsens zu Lasten von Musikern ausmacht und diesen als unausgewogen angreift. Die Abschaffung des Urheberrechts ist bisher – soweit ich informiert bin – noch nicht lautstark öffentlich gefordert worden. Nicht einmal über die genaue Art der Reform gibt es einen Konsens.

  21. Live Musik zu machen ist richtige Arbeit, bei der Lebenszeit drauf geht. Üben, Touren etc. Das kostet viel Zeit (während einer Tour ist man immerhin 24 on the Job und nicht dort, wo man zu Hause ist). Da bleibt dann nach Steuern ein Stundenlohn, der bestimmt nicht mehr üppig ist. Da macht CD verkaufen natürlich mehr Spaß. Doch das alte Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr, selbst die ganz Großen müssen on Stage, wollen sie ihren Lebensstandard halten.
    Heute kann man für wenig Geld eine CD produzieren, CC-lizenzieren und weltweit anbieten: http://www.amazon.co.uk/gp/product/B00782OMJS/ref=dm_sp_alb/279-4196276-4513947
    Das ist alles kein Problem. Was wirklich zum Problem wird, ist der Zugang zu den etablierten Medien und die Möglichkeit, Musik über diese zu verbreiten. Denn dann gibt es auch Geld dafür, egal ob mit GEMA oder CC-Lizenz. Für Musik, die Im Internet vertrieben wird fehlt eine entsprechende Regelung. iTunes und co kopieren lediglich das Geschäftsmodell des bisherigen Vertriebs physischer Tonträger auf den Online Marktplatz.
    Das Urheberrecht müsste als solches wieder ein Recht der kreativ gestaltenden Urheber selbst werden und nicht, so wie es gegenwärtig der Fall ist, ein Inkassorecht des monopolisierten Kulturvertriebs. Dazu gehört natürlich, dass Künstler ein Bewusstsein dafür entwickeln, ihren Marktplätze selbst zu organisieren, d. h. ihre Auftrittsmöglichkeiten, den Tonträgerverkauf und das Airplay.

    1. schon, aber das Selbstorganisieren macht Arbeit, die sich der Mensch als bequemes Wesen gerne sparen möchte. Wahrscheinlich bräuchte es eine neue Generation von Labels/Plattenfirmen, die anders funktionieren als die alte Schule.

      1. Das seh ich auch so. Nur wer soll für die „neue Generation von Labels/Plattenfirmen“ stehen, wenn nicht die Künstler selbst. Da muss halt der „Mensch als bequemes Wesen“ mal in die Puschen kommen. Ansonsten bedeutet „Bequemlichkeit“ deligieren von Arbeit, die dann immer teuer erkauft werden muss.

  22. Sven Regener und ein Großteil der Musikindustrie sind Geistige Dinosaurier ,unfähig sich neuem Anzupassen .
    Die immer noch ihre alten Tröge wollen aus denen es sich so lange hervorragend hat Leben lassen .
    Musikalische Droschkenkutscher, die meinen sie hätten das Urheberrecht auf musikalische Fortbewegung und nur durch Acta usw. sei ihr finanzielles überleben gesichert .
    Traurig, viele Künstler verspielen ihre Freiheit ihr eigen Erschaffenes direkt an Konsumenten zu verkaufen.
    Dabei geht es auch anders http://bandcamp.com/
    http://wikipedia.msn.de/wiki/Bandcamp

    1. Wenn es so tolle Angebote gibt, warum lädt sich denn dann Hinz und Kunz das Zeug einfach umsonst aus dem Netz runter?

      Und warum sollen es z.B. Musiker hinnehmen, wenn ihnen irgendwelche Konsumgeile den Vertriebsweg vorschreiben wollen?

      1. also ich lad mir schon lang nichts mehr einfach irgendwo runter. Die Zukunft gehört mutmaßlich eh den Streams und da lässt sich mit etwas Geschick _garantiert_ genauso gutes Geld verdienen wie mit altbekannten Vertriebswegen.

  23. Herr Regener möchte sich doch bitte mal in eine VWL-Vorlesung setzen.
    Die Zeiten haben sich geändert, die Bedürfnisse der Konsumenten haben sich geändert, die Nachfrage hat sich schlicht und einfach geändert!
    Und die Musikindustrie weigert sich der neuen Nachfrage ein entsprechendes Angebot gegenüberzustellen. Sowas nennt man einen Strukturwandel. Das gab es schon öfter, im Großen, wie im Kleinen. Zur Zeit erleben wir auch einen Strukturwandel von der Industriegesellschaft hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Da nützt das Jammern auch nix. Alte Jobs gehen verloren, neue entstehen. Wer sich an die neuen Bedingungen anpassen kann, gehört zu den Gewinnern, wer als ewiggestriger den alten Zeiten hinterhertrauert, kann sich bald beim Arbeitsamt melden.
    Künstler, die das Internet als Chance nutzen um für sich zu werben und um neue Vertriebsmöglichkeiten auszuprobieren werden uns auch morgen noch erhalten bleiben. Künstler, die sich wünschen die Welt würde noch wie vor 20 Jahren aussehen werden fluchend und kreischend untergehen. Ich sehe die derzeitigen Bemühungen der Contentindustrie als das letzte zucken eines sterbenden. Ein Strukturwandel lässt sich nicht so einfach stoppen. Das mussten auch schon ganz andere einsehen.

  24. Das passiert also wenn man Wissen schützt. Künstler lassen sich unwissend (freiwillig?) vor den Karren einer Industrie spannen, deren Kunstbegriff im wesentlichen aus Vermarktungschance und Umsatz besteht. Und polemisieren dann, dass Fans ihrer Musik (!) mehr Schaden anrichten als eine traditionell parasitäre Industrie, die nicht von irgendwoher als hartes, ja ‚asoziales‘ Business gilt und eben nicht nur aufgrund weltumspannender, fast kostenfreier Verteilungskanäle ihre Daseinsberechtigung verloren hat.

    Aber ein Rufselbstmord durch Fanverhöhnung ist wohl auch im Rahmen künstlerischer Freiheit.. geistige Eigentümlichkeit as usual.

    Geist kann nur von Unbeteiligten als Eigentum betrachtet werden, die nicht beGEISTert sind und deshalb auch nicht begeistern können. Von beseelen ganz zu schweigen. Der Schutz von Wissen ist das Streben nach Macht, mithin die Unfähigkeit zu lieben.

    1. naja, diese gescholtene Industrie erbringt/erbrachte ja durchaus Leistungen für die Künstler – sicherlich für Newcomer nur mit Hürden und oft mit der Gegenleistung, dass sie kräftig ins Künstlerische reinregiert und alles zur Mainstream-Soße geglättet haben, aber die Plattenfirmen haben vorfinanziert, Promo organisiert und Inkasso veranlasst. Ich kann verstehen, dass gerade die etablierten Kreativen das nicht so einfach aufgeben wollen. Trotzdem lass ich mich nicht als Google-Lobbyist beschimpfen, weil ich gerne Sachen auf YouTube ansehe.

  25. Besonders krass find ich das youtube-GEMA-Beispiel. Als ob Google für jeden youtube-Klick(=Videodatei hosten und übertragen) Geld vom User bekäme. Im Gegenteil: Google muss dafür zahlen! Nicht viel aber bei Milliarden Abrufen läppert sich schon was zusammen. Über eine Beteiligung an den konkreten Werbeeinnahmen pro Video kann man diskutieren, aber nicht über ungelegte Eier.
    Abgesehen davon, dass youtube einen enormen kostenlosen Werbeeffekt hat, für diejenigen die dort sind.
    Alles in allem: Herrn R. scheint ein Konzept wie Cwf+Rtb völlig fremd zu sein. Die Zeiten wo man mit einer „Nummer 1“ reich werden konnte sind, eben definitiv vorbei. Das ist wohl für alle Künstler aus dem letzten Jahrtausend, die Kunst mit Lizenz zum Geld drucken gleichsetzen schwer begreiflich. Dinosaurier vor der KT-Grenze … Zeit kleinere Brötchen zu backen.

    1. klingt ja fast so, als würde der gemeinnützige und wohltätige Verein Youtube e.V. Miese machen, wenn nicht der edle Google e.V. finanziell aushelfen würde…

      Mann, Mann, Mann… Youtube ist hochprofitabel!
      Der Großteil der Inhalte wird von ehrenamtlich tätigen Nutzern erstellt und hochgeladen.
      Google ist zudem schon lange Zeit selbst Service-Provider (z.B. http://www.google.com/tisp/ ), da werden die Kosten nur „umgeschichtet“, bzw. kommen an anderer Stelle von selbst wieder rein.
      Hauptsache das Geld bleibt im Konzern.

      1. also das ist ja nun Stochern im Nebel. Niemand hier im Thread kann wissen, wie/ob YouTube profitabel ist und wie das wo in die Google-Konzernstrategie reinspielt. Fest steht aber, dass sie einen Heidenaufwand mit Content-ID betreiben, ein Partnerprogramm haben und durchaus bereit sind, für GEMA-Musik zu bezahlen. Mag sein, dass sie da permanent Pokern um die Kosten zu drücken, aber das ist was ganz anderes als was Regener sagt, und das Bashing der Nutzer als „asoziale Deppen“ ist nur lächerlich.

  26. Ich habe soeben alle meine EoC Cd und mp3 aussortiert und gelöscht. Ich könnte ne wieder die Musik dieser Band hören, ohne Mr. Regener vor mir zu sehen, wie er so argumentiert.
    Ich bin selbst Musiker und kann seinen Groll verstehen, aber aus Groll einen hahnebüchenen Troll zu drehen und diesen auch noch öffentlich zu erzählen, lässt mich sehr zweifeln!

  27. Ich glaube eher das die Leute, die bei You Tube, die Videos als MP3 runterladen, um sie umsonst auf ihrer Festplatte oder woanders abzuspielen, diesen Artikel hier garnicht lesen, denn sie brauchen die Songs nicht kaufen, nicht als CD oder online. Und ich glaube schon, das das Verhältnis Original gegen Kopie seit dem Internet, gegenüber von früher sich verschoben hat. Das bedeutet, das der Künstler weniger Einnahmen hat.

  28. Hallo!
    Mit kurz über 60 bin ich mit seit 1999 mit dem PC im Netz. Als Konservativer habe ich Einiges illegal kopiert und nichts dafür bezahlt – obwohl andere Menschen viel Zeit und damit Geld in das Programmieren gesteckt haben.
    Nichts gegen die Jungen – aber das Internet pp. erwirkt (sehr) oft den Eindruck fast Alles ist kostenlos. Durch die Anonymität – man klaut ja keine LPs mehr bei Karstadt wird meiner Einschätzung nach viel mehr kopiert und genutzt – ohne dafür zu zahlen.
    Die Technik geht einfach zu schnell, als dass man für die „Schaffenden“ ein ehrliches Vergütungsmodell auf den Weg bringt.
    Dass Großbetriebe, seien es Stromkonzerne, Gema, Plattenindusrie den „kleinen Menschen“ schon immer ausgebeutet haben ist eine Binsenweisheit.
    Ich kenne Herrn Regner und seine Musik überhaupt nicht, aber sein Film „Ausfahrt Bremen Vahr o. ä.“ lief Gestern zum zweiten Mal im Fernsehen – und der gefiel mir! Ich nehme an, für die erneute Ausstrahlung hat er über unsere GEZ-Gebühren auch etwas erhalten.
    Dieser Eintrag ist anonym – weil Konservative bei den Linken oft in die Pfanne gehauen werden.
    2012-03-26_Sommerzeit-Sonntag-Umstellung… ,micki‘

    1. sehr coole Idee!

      habe mir den Song gerade legal von youtube runtergeladen…

      hu? sowas geht?
      kann doch gar nicht sein!!!
      legal Songs von Youtube runterladen…

      Danke Ecofan!
      :)

  29. Vielleicht sollten Sie lieber irgendwo anrufen, wo man ihnen erklärt das ein Open Source Computerprogramm mit einer weltweiten Millionenfachen Zielgruppe sich vielleicht anders finanzieren kann als ein (independent) Künstler mit paar tausend Fans. Kann man als Programmier nicht auch entscheiden ob man was open source macht oder nicht? Bei einem Song kannst du auf jeden Fall nichts mehr entscheiden sobald er digitalisiert ist. Das ist weder gut oder schlecht. Das ist einfach so. Trotzdem ist das ein ganz anderer Schnack.
    (Leben die Leute die diese Programme machen nur good will ihrer Konsumenten oder woher kriegen die das Geld?) Auf jeden Fall ist ihre süffisante und herablassende Art ist wirklich unangemessen da ihr Vergleich überhaupt nicht funktioniert. Wie kommen Sie den überhaupt drauf das Regner etwas gegen open surce hat nur weil er mit Musik Geld verdienen will Abseits von Almosen und staatlicher Subvention? Das ist doch eine Unterstellung um Ihrem Feindbild gerecht zu werden und ihn als antiquierten Sack darzustellen.

    1. „Bei einem Song kannst du auf jeden Fall nichts mehr entscheiden sobald er digitalisiert ist.“

      nun ja, der Musiker kann sich aber z.B. entscheiden, den Song NICHT zu digitalisieren, z.B. nur auf Vinyl rauszubringen (wie damals, als der Rubel noch rollte), oder auf Kassette – übrigens zwei Medienträger, die sich mit zunehmender Benutzung selbst zerstören (Kratzer, Sprünge, Bandsalat, Entmagnetisierung), also optimal eigentlich… oder?

    2. ein Computer-Programm ist im Netz genauso schlecht wieder „einzufangen“ wie eine digitale Musikdatei und ein Programmierer bekommt keine Tantiemen aus Airplay und Co. Aber darum geht’s bei meinem Hinweis auf den JW Player nicht, sondern um den Widerspruch zwischen [Schimpfen auf die, die (angeblich) ein striktes Beharren auf Verbotsrechten für gestrig halten] und [selber Open-Source-Produkte einsetzen].

      Mir ist schon klar, dass Sven Regener die Seite höchstwahrscheinlich nicht selbst gebaut hat und ihm das alles herzlich egal ist.

      1. die programmierer verlassen sich darauf, dass sie mit dienstleistungen um ihr kostenloses produkt herum etwas verdienen können. zusammen mit dem wert, den die kommunikation mit ihren zahlenden und nicht zahlenden kunden bringt, wird das produkt in vielen fällen sehr gut und sehr bekannt. bei herrn wijering funktioniert das schon lange recht gut. der ist auch nicht als abmahnfetischist bekannt und verzichtet sicher auf manche lizenzgebühr, um seine supporter nicht zu vergrätzen.

        noch etwas:

        musiker fixen keine bugs. kunst war bisher meist wie schiffsbau: irgendwann musst du dich entscheiden, dass das werk fertig ist, gibst ihm einen schubs und dann muss es alleine schwimmen können. nix mit „release early, release often“. nix mit „please let me know what did or didn’t work for you“. kommunikation mit dem kunden ist in der kunst in aller regel ein verkaufsgespräch. oder ein lamento.

        auch wenn wir heute für jeden geschmack eine passende lizenz finden können: die kollaborationstechniken der freien und open source software sind noch nicht in den künsten angekommen.

        aber wissen sie was: ich freue mich trotzdem darauf. und zum rotwein passt doch auch tom waits.

        .~.

  30. Hier wird gerade so getan, als wären „Künstler“ die letzten Vollidioten, die den Schuss nicht gehört haben und nun ihre hochpriviligierte Stellung verlieren, die ihnen bis vor kurzem ein automatisches Auskommen bescherte. Dabei ist das Quatsch. Sich den Künsten zu widmen war schon immer hochriskant, und inzwischen sollen sich eher andere Berufsgruppen ebenso daran gewöhnen, die gleichen Risiken wie Künstler zu tragen, anstatt dass die miese Situation der Künstler verbessert würde.

    Man kann Kunst und Kultur nicht mit Lebensmittelhandel oder Kohlebergbau oder auch Software vergleichen. Wer das tut und noch dazu behauptet, kulturelle Arbeit habe neben der Erwerbsarbeit kostenlos geleistet zu werden, überlässt den Konzernen, welche an Schlüsselstellen mediale Funktionen sitzen, die Definitionsmacht über Wirtschaft UND Kultur. D.h, Medienkonzerne bestimmen, was Wirttschaft ist und was Kultur ist. Und wenn man sich zum Beispiel Googles Geschichte von Kunstprojekten und Kunstförderung anschaut, kommen einem die Tränen, so primitiv ist das. Dabei bedienen sich gerade die Internetkonzerne in der Kunst entwickelter und ausgearbeiteter Mechanismen der Partizipation und kombinieren sie mit medienindustriellen Methoden. Als Kunst definieren sie einen lustigen Grafikeffekt, oder fahren gleich die totale Retroschiene mit Ölfarben und Gitarren.

    Somit muss man sich halt fragen lassen, ob jeden Monat eine lustig gezeichnete Version des Google-Logos, ein OK GO-Video als Technikdemo für irgend einen Video-Dekoder und ein virtueller Durchgang durch Museum mit 300 Jahre alten Gemälden genug Kultur ist. Falls ja, dann kann man so Typen wie den Regener geteert und gefedert in den Ruin entlassen und ein bisschen am Google-Earth-Globus drehen und auf dem iPad herumtatschen. Dabei handelt es sich allerdings bestenfalls um eine Karrikatur von dem, was Kultur leisten kann.

    Natürlich hat Regener einigen Unsinn gesagt. Damit ist er jedoch auch nicht schlechter als diejenigen, die den Künstlern genau so keine Alternative bieten können, teilweise sogar von Künstlern fordern, sie sollen mehr Drogen nehmen und gefälligst verschuldet sterben, weil alles andere wäre ja nicht authentisch.

    1. Man findet bekanntlich jedes noch so dämliche/unpassende Statement dazu im Netz, wie sich Künstler gefälligst die Kugel geben oder gesalzen legen oder mehr Drogen nehmen sollen. Aber darum geht’s hier genauso wenig wie um die Pauschal-Verteidigung zerstörerischer Geschäftsmodelle von Apple, Google, Facebook und Microsoft. Egal wie sich „das Business“ oder die Kunst oder die Musikwelt entwickeln mag (hier wird einem ja auch gleich vorgeworfen, dass davon doch nur die Künstler was verstehen – komischerweise stehen vor der Bühne immer Normalmenschen und sind auch Teil des Spiels) und ohne Künstlern den Ärger zu missgönnen, dass nicht mehr alles so toll läuft mit den früher so einträglichen Tonträgern … es geht einfach nicht an, dass alle Nutzer neuer Netz-Technologien pauschal zu Deppen und Künstlern-ins-Gesicht-Pinklern erklärt werden, während gewisse Industrien fleißig versuchen, das Netz zwecks Urheberrechtsdurchsetzung auf Kosten egal welcher Freiheiten unter Überwachung zu stellen.

  31. kann es sein, daß die „künsteler“ immer reich wein/werde wollen?
    die glauben daß sei ein natürliches recht auf reichtum haben. und die plattenfirmen auch.
    sollen sie doch ihre CDs für 5€ verkaufen und flime für 7€ oder so, dann würden sicher mehr menschen ihr zeug auch wirklich kaufen. 18€ für eine musik CD is eine frechheit!
    und dann wundern die sich?
    früher wurden nicht so viele „künstler“ so reich wir unserer tage.
    der musiker war meist ein eher ärmlicher künstler, der durch bars und so getingelt ist.
    heute wollen sie alle in der villa wohnen und dicke karren fahren.
    und das sehen die als ihr gutes recht?
    ich bin ja der meinung, daß ich gerne für gute musik zahle. aber es soll auch bezahlbar bleiben!

    und es ist nicht so, daß ein musiker jede CD einzeln aufnimmt. es wird kopiert! und das kostet auch der plattenfirma nix.
    ich finde wenn ein künstelr ein jahreseinkommen von ca. 50k € hat, kann er doch zufrieden sein. nein, die wollen mehr und mehr! bekommen den hals nicht voll genug. und die firmen auch nicht. für jeden ton wollen die was haben.

    hey! geheimnis:
    wir müssen für unser geld echt arbeiten und haben nicht alle ein einkommen von 50k€ /jahr

    also, was wollen die eigentlich?

  32. Zum Thema Radiohead und pay-what-you-like:

    Falls das Album „In Rainbows“ gemeint sein sollte, dazu sagt die Wikipedia (Achtung, so’n komisches Projekt mit freigegebenen Inhalten):

    „Zum finanziellen Erfolg dieser Strategie gibt es keine offiziellen Angaben. Das Unternehmen comScore beobachtete das Verhalten von knapp 1000 Besuchern der Radiohead-Website, von denen etwa 62 Prozent nichts für das Album bezahlten. Eine Onlineumfrage unter 3000 Personen ergab dagegen, dass zwei Drittel für den Download gezahlt hätten. In Medienberichten war von insgesamt ca. 1,2 Millionen Downloads des Albums von der offiziellen Seite die Rede. Die Band dementierte, dass die in den Medien genannten Zahlen zutreffen.“

    … und die Englische Variante sagt:

    „In early October 2007, a spokesman for the band reported that „most people [paid] a normal retail price with very few trying to buy [the download version] for a penny“ and that most fans had preordered the discbox. Citing a source close to the band, Gigwise.com reported that by the day of its online release, the album had sold 1.2 million copies. The claim, however, has been dismissed by band manager Bryce Edge as „exaggerated“. According to an Internet survey conducted by Record of the Day of 3,000 people, about one-third of people who downloaded the album paid nothing, with the average price paid being £4.“

    Eher unwahrscheinlich, dass das alles nur Nebelkerzen von irgendwelchen „Urheberrechtsangreifern“ sind. Ich empfehle auch mal einen Blick auf die Einträge zu „Total payments:“ unter http://www.humblebundle.com/

    Ansonsten … immer schön in die Tüte k***en

  33. tja wer zahlt denn für einne downlaod freiwillig
    wenn er auch gratis zu haben ist? einer von 100
    oder eienr von 1000?
    ist das wirklich eine grosse zukunft wenn musiker urlaub nehmen
    müssen um auf tournee zu gehen weil per cd verkauf gar nichts mehr geht?

    http://thelongwaydown.de

    1. Aber wer soll den bei einem wachsenden Musikmarkt die ganzen CDs kaufen, wenn das Einkommengefälle weiter wächst und der größere Teil davon sich in präkeren Lebensverhältnissen befindet oder diesen entgegensteuert?

      Wieviel Euro im Monat gibt wohl ein Hartz IV Empfänger für Musik aus? 50€ von 450€, 10 oder gar nichts und wieviel ist das Umgerechnet in CD Verkäufe?

      Der kleinere Teil, bei dem sich der Wohlstand sammelt wird sich Cd’s kaum doppelt kaufen. Da wirkt das Konzept vom Exklusivkonzert für die besser Verdienenden noch erfolgsversprechender, als die Finanzierung über den Musikverkauf, wenn man keine bedenken am allregulierenden Markt aufkommen lassen möchte.

  34. Die Haltung des OttoNormal Sharing is Caring Verherrlicher, alles gratis zu wollen(Steuern würde ja auch keiner freiweillig zahlen wenns den Fiskus nicht gäbe) , clasht mal wieder an die Altrockerhaltung Money for nothing, Chicks for free mässig für eine CD noch 15 Euro zu kassieren.

    Irgendwo dazwischen liegt die Realität, und die liegt bei ungefähr 6-10 Euro / 1000 Downloads, siehe Rapidshare, Oron, etc..
    oder 0,6 Cent / Stream siehe Spotify/Youtube

    Wertschöpfung ist eben auch eine Kunst die bezahlt werden wil

    Aber lieber Mr Element of Crime,kotz doch bitte auch mal die Altherrenriege der Gema an, die kassieren und verteilen für eine Kunst , die schon lange nicht mehr gebraucht wird, deren schlecht verteilten Amigomillionen würde einigen Künstler auch schon etwas weiterhelfen

  35. die gema zahlt an musiker deren musik auch tatsächlich im radio gespielt wird
    wenn im formatradio eben nur gröhnemeier phil collins usw
    gespielt wird ist das ein anderes problem

  36. Es ist wirklich unglaublich, mit was für einer Mischung aus Arroganz und Unwissenheit die ja angeblich so liberalen Verfechter des „reformierten“ Urheberrechts sich hier ausbreiten.
    Wenn ein Musiker einen Song schreibt, ist dieser sein Eigentum – fertig. Ohne seine Einwilligung muss er es mit niemandem auf der Welt teilen – es ist alleine seine Entscheidung, ob er es für sich behält, es kostenlos mit anderen teilt oder aber ausschließlich verkaufen will. Insofern gibt es keinen Unterschied zu materiellem Eigentum, außer dass es bei geistigem Eigentum eben sehr viel schwerer ist, es zu schützen. Dadurch wird es aber keinesfalls weniger schützenswert.
    Ich bin alles andere als ein Reaktionär, genauso nutze ich das Internet und schätze die Möglichkeiten, die dieses mir bietet. Aber: ich unterstütze jedes Wort von Regeners „Wutrede“ – nicht nur aufgrund meines Musiker-Daseins, sondern auch dank meines ganz normal ausgeprägten Gerechtigkeitssinns.

  37. @huber, die Gema kanalsiert mehre hundert Millionen

    Das Fatale und deshalb sind die deutschen Rechteverwerter besonders konservativ und beharren auf etwas versteinerte Positionen , ist dass die Gema eigentlich größtenteils öffentlich rechtliche Gelder rumjoggelt, also Gelder von öffentlich rechtlichen Sendern, Geräterherstellern etc

    Die Auswertungs und Verteilungsmechanismen der Gema sind vollkommen untransparent, wahrscheinlich veraltet und weil da viele alte Herren ihren Kuchen abschneiden, soll das auch nicht so schnell geändert werden…

  38. Copyright. Ich kann Sven Regener nur beipflichten.
    Es ist einfacher Copyright zu verstehen, wenn man handfeste Beispiele hat. Das ist wie mit dem Ozonloch- sehe ich nicht, also gibts das nicht- Punkt.
    Herr Regener hat aber Beispiele genannt und es ist so, wenn ich ein Patent der Industrie verletze wird mir das Fell über die Ohren gezogen.
    Beispiel: ich baue mit meinen Frenden eine cooles, superschnelles, geiles Motorrad und klebe den Stern vom Daimler oder BMW Emblem meines Vaters drauf, weil ich schön protzen will, dass geht nach hinten los. Da stehen die Anwälte der beiden Unternehmen ganz schnell auf der Matte und das kostet mich mächtig Kohle. Und wie er sagte. Genau die Partei, die gegen das Urheberrecht wettert würde mir das Fell über die Ohren ziehen lassen von ihren Anwälten, wenn ich ebenfalls eine Piraten Partei würde und auch noch ihr Logo und ihre Farben benutze. Wozu haben die denn einen Namen und ein Logo. Wiedererkennungswert- Marktwert. Viel Stimmen, viel Geld.
    So sieht es aus und ungestraft ins Geldsäckel fassen, lassen die sich garantiert nicht.
    Ach ja, der Konsument will neue Musik, neue Bilder, neue Spiele und neue Bilder und ohne geistige Arbeit geht dies gar nicht. Und geistige Arbeit ist auch Arbeit.

    1. ich will hier nicht zu weit ausholen, aber genau an dieser Art Betrachtungsweise wird das Problem deutlich:

      Urheberrecht
      Patentrecht
      Markenrecht
      … haben zwar alle „irgendwie was mit immateriellen Dingen zu tun“, sind aber aus gutem Grund getrennte Materien.

      Darum bitte nicht wieder abrutschen in juristisch schiefe Vergleiche zwischen …
      – Regeners „Beispielen“ (Urheberrecht; er nennt allerdings echte eigene Beispiele nur sehr vage/in Andeutungen und kommt gg Ende des Rants auf Rechte an Computerprogrammen, die innerhalb des Urheberrechts nochmal ein besonderer Bereich sind),
      – einem schnellen Motorad (ggf. Patentrecht),
      – das vielleicht noch supergeil aussieht (Geschmacksmusterrecht)
      – und einem drangeklatschten Mercedesstern (Markenrecht, das mit Abstand am wenigsten mit Urheberrecht zu tun habende von allen Genannten).

      Nur soviel: Markenrechte sind potenziell endlos und da hat auch niemand was gegen, weil es niemanden wirklich einschränkt. Beim Urheberrecht ist Letzteres schon wesentlich mehr der Fall, darum läuft es (zumindest theoretisch) irgendwann nach dem Tod des Autors mal ab. Und beim Patentrecht ist aufgrund der physikalisch-technischen Gesetze der Spielraum noch enger, darum läuft es schon nach spätestens 25 Jahren ab.

      Wenn ich also irgendwo einen Mercedesstern draufpacke oder das Logo der Piraten verwende, hat das so gut wie gar nichts mit den Urheberrechtsdebatten zu tun, die seit 3 Jahrzehnten schwelen. Auch aus dem Grund ist Regeners Anfall so inhaltsschwach, wenn auch emotional irgendwie begründet.

  39. „Gut, dass sich in dieser Welt noch jemand an die großen Fragen wagt und eine Anstrengung gedanklicher Natur unternimmt ohne Geld.

    Gut auch, wenn man so wie wir keinen Dank dafür erwartet und sich selbst nicht lobt, weil man bescheiden und genüsam gar nichts will als noch ein Bier.“

    (Element of Crime, „Alle vier Minuten“)

  40. Herr Lehmann spricht mir aus der Seele (bin selber Urheberkünstler & sich abmühendes Eichhörnchen). Wir brauchen das Bewusstsein, dass jemand als Urheber einer Sache respekliert werden muss, was sich auch in Geld niederschlägt. Bitte Leute, die Ihr Euch über Regener aufregt: Lasst das mal an Euch ran zum Behufe der Aufdeckung, wo Ihr selber Eure absolut blinden Flecken habt! M.E. liegen die in der politischen Denke & in der Tatsache, dass die moderne Netzgemeinde kein Feeling für die zivilisatorischen Leistungen hat, von denen eine das Urheberrecht ist. Und solang mir nicht einer schlüssig widerlegt, dass Regener recht hat mit seiner Polemik gegen Leute, die sich ihre Apps Copyrighten lassen, braucht mir keiner kommen. Old School nannte das Heuchelei….

  41. Ich wollte mir ja die Aussagen durchlesen um mir selbst meine Meinung bilden zu können, aber nach den ersten 5 Sätzen musste ich kapitulieren.
    Sowohl die Sprache, als auch der Satzbau, sind schlimmer als das was HipHopper absondern.
    Jemand, der sich selbst als „Künstler“ bezeichnet sollte zumindest seine Muttersprache so weit beherrschen, dass er sich vernünftig ausdrücken kann.

  42. Schöner Leserbrief in der Titanic Mai 2012 an Sven R.
    „Autor“ und „Frontman“ Sven Regener!
    Mit Ihrer Wutrede gegen diese Runterlader mit ihrer gemeinen Umsonst-Mentalität haben Sie mächtig Wirbel erzeugt. Wir wollten aber zur Sicherheit noch mal nachfragen: Der Name der Band, der Sie seit Ewigkeiten vorstehen, lautete der nicht irgendwie so linksautonom und voll evil „Element of crime“? ROFL Titanic
    Hab ich nix hinzuzufügen. Auch die alten beginner-scheiben könnte man für Herrn Eißfeld/Delay ja noch mal anhören…. keine und so. Bald erklärt uns der feine Herr bestimmt auch, dass Grenzen ganz wichtig sind für unsere Wirtschaft, usw. usf. aber alles noch schön mit hiphopper attitude
    Erinnert sich noch wer an „Klau mich“ von B. Baumann? :o)

  43. Ich glaube ja das Herr Regener vor kurzem ein Gespräch mit seiner Plattenfirma hatte bei der die Bosse der Plattenfirma ihm tränenreich mitteilen mussten das sie aufgrund der horrend zurückgegangenen Umsätze wegen der illegalen oder kostenlosen Downloads seiner Musik ihm seine Tantiemen kürzen mussten… nur um kurz danach die Flasche Schampus zu öffnen und zu feiern das Herr Regener darauf reingefallen ist.

    An seiner Stelle wäre ich dann auch sauer auf die ganzen YouTube-Hippies. :D

    Das ist natürlich nur meine private, persönliche, selbst zusammgestrickte Version der Ereignisse ohne den geringsten Bezug zur Wirklichkeit… wie passend, oder? ;)

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