Generell

Sebastian Nerz im Deutschlandradio-Interview

Deutschlandradio Kultur hat Sebastian Nerz, den Vorsitzenden der Piratenpartei, ausführlich zu dieser interviewt.

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Einer der Kernsätze stammt aber von einem der Journalisten:

Aber Herr Nerz, wenn ich mal unsere letzten Minuten Gespräch so Revue passieren lasse, merke ich einerseits, Sie wollen ganz anders sein als die etablierten Parteien im Politikstil. Wenn ich Ihre Sprache höre, höre ich die Sprache, die ich in Interviews, die wir mit anderen Politiker an dieser Stelle führen, auch komplett, und zwar fast 1:1. Und wenn es konkret wird, wenn wir konkrete Nachfragen stellen, dann höre ich auch die entsprechenden Worthülsen, dass das jetzt nicht zur Diskussion steht.

Also, irgendwie haben Sie doch schon relativ schnell gelernt, wie es läuft, oder?

It´s a feature?

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91 Kommentare
  1. die piraten sollten sich schleunigst einen neuen vorsitzenden holen, der die partei adäquat nach außen repräsentieren kann.

    was (und vor allem wie) marina weisband neulich auf der bundespressekonferenz von sich gegeben hat, fand ich deutlich eloquenter, durchdachter, konkreter und glaubwürdiger als dieses geflüstere von sebastian nerz.

    1. Ein Vorsitzender einer Partei hat die Aufgabe, die Partei nach außen zu vertreten.
      Das macht Sebastian Nerz ganz gut.
      Das Problem besteht vielmehr darin, dass die Piraten zu wenig Zeit dafür investiert haben ein wohldurchdachtes Programm auf Bundesebene zu entwickeln. Und darunter verstehe ich, dass man draüber nachdenkt, was für Folgen eine Beschluss hat, ob man die Folgen überhaupt absehen kann und wenn nicht, ob man das verantworten kann. Ebenso muss man überlegen, ob das wirklich fast alle Mitglieder mittragen können und auch ob das später die Wähler das der Partei auch abnehmen.
      Und natürlich muss man auch darüber nachdenken, welche Einfluss bestimmte programmatische Entscheidung auf die Zusammenarbeit mit anderen Parteien bedeutet, ansonsten kann man nämlich nichts umsetzen.
      Solange diese Partei das nicht macht, wird sie immer Vorsitzende brauchen, die die Partei besser aussehen lassen müssen als sie ist.

  2. Meine Rede. In der Nahbetrachtung sind die in Amt und Würden gesetzten Piraten zu großen Teilen inhaltliche Nullnummern.

    Selbst in Themenbereichen, von denen man eine konsistente Vorstellung gesellschaftlicher Neugestaltung aus Sicht einer digital geprägten Netzgesellschaft erwarten könnte, kommt eine Dampfplauderei, die die jeweiligen fachlich kompetenten „Netzmenschen“ außerhalb der Piraten oft schockiert (auch wenn viele das nicht so laut sagen).

    Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass es bei den Piraten das Bewusstsein gibt, dass es ein großes Potential einer weiterentwickelten Demokratie im digitalen Informationszeitalter gibt. Einige der Vorträge auf dem Denker-Kongress der Piraten, openmind 2011, waren inhaltlich richtungsstark.

    Ich will auch nicht in Abrede stellen, dass es einige kluge Menschen gibt, die sich, meist öffentlich eher still, den Piraten zugeordnet haben, weil sie bereits viel probiert haben und die Piraten eine frische Hülle darstellen, die gestaltet werden könnte.

    Aber wenn’s dann mal in der Küche ans Kochen geht, stehen die Piraten vor dem Herd und wissen nicht, was sie in den Topf werfen sollen (geschweige denn, wo das Feuer angeht).
    Und das kann ich nicht auf parlamentarische Unerfahrenheit zurückführen. Diesen Bonus ist, glaube ich, jeder bereit, der Piraten-MANNschaft zu geben.
    Es ist eine beleidigende inhaltliche Leere, die, besonders wenn man nachhakt, immer leerer erscheint und immer arroganter verteidigt wird.

    Europa- und Außenpolitik führt dieser Nerz ja an als einen der Bereich, wo es gerade Arbeitsgruppen gäbe.
    Ich habe mir diese Europa- und Außenpoltik-„Konferenz“ mal reingezogen. Es gibt einzelne Engagierte, wie Herr Urbach, deren Verdienst um eine so wichtige zivilgesellschaftliche Aktionsgruppe wie Telecomix sicher nicht zu bezweifeln ist. Dann ist es natürlich auch hübsch mal die ehemals grüne Panzer-Baer anzuhören und total beeindruckt zu sein (die hat ja schon mal „Politik“ gemacht). Aber das ist keine Art wie man ein Programm, eine Haltung einer Partei entwickelt.
    Gerade in der Außenpolitik, der ich Interessehalber seit meinem Studium verbunden geblieben bin, sind die „gefundenen Fragestellungen und Meinungsbilder“ geprägt von einer solch brandgefährlichen, oft geschichtsvergessenen Naivität, das ich mich innerlich vor Grausen abwende“.

    Die Asamblea bei den #Occupycamps ist zielorientierter als die Meinungsfindungsprozesse, die ich bei den Piraten beobachten durfte.
    Und dann, wenn ein Pirat kurz vorm Heulen ist, weil er merkt, das es da „Aber Hallo“ an Substanz fehlt, kommt der unvermeidliche Vortrag über das Allheilmittel Liquid Feedback und den Mythos Liquid Democracy – beide sind in ihrer dramatischen Geschichte innerhalb der Piraten-Demokratie auf netzpolitik.org ja zu genüge dokumentiert und diskutiert worden.

    Ganz ehrlich, und ich meine das in voller Freundschaft zu der Idee der Piraten und der Achtung vor einigen Menschen innerhalb der Piraten, die ich persönlich kennenlernen durfte: Wenn das mit den Piraten so weitergeht, dann schaden die Piraten der Zukunft einer gerechten digital-ergänzten Informationsgesellschaft mehr als sie dazu beitragen können.

    Und diesen Schnurz von Parteivorsitzenden würde ich sowieso langsam mal kaltstellen. Der ist ja bei jedem Interview in Form, Rhetorik und Inhalt ein Desaster im Quadrat. Dann lieber den Lauer, der kann wenigsten mal fünf Sätze überlegt geradeaus reden und versucht wenigstens in all dem Inhaltsvakuum sowas wie eine originäre Piraten-Haltung zu zeigen.

    1. Jens macht es einem als Pirat nun beileibe nicht leicht, ihm zu folgen (pun intended). Den „Machst du es irgendwo besser?“-Reflex muss man erstmal runterwürgen; ohne irgendwo Rechenschaft ablegen zu müssen scheint es leicht, den Finger in fremde Wunden zu legen.
      Es lohnt sich trotzdem öfter mal. Ich habe also zwei Anmerkungen, die erste ist dreiteilig…

      Die Piraten sind zum großen Teil ein streitlustiger, mal mehr, mal weniger motivierter Haufen an Experten, die nicht in ihrem Fachgebiet arbeiten. Ich vermute, dass deshalb die Lösungssuche für dezentrale Beteiligungsprozesse etwas besser und die programmatische Arbeit schleppender läuft – bei selbst organisierten Gruppen ist es nicht so leicht, immer einen Polithistoriker, einen Juristen und einen Organisator dabei zu haben, von Fachexperten mal zu schweigen. Nun könnte man Einwerfen, dass wir nun einmal alles ehrenamtlich machen, mit Verweis auf die Occupy-Bewegungen wegwischen – aber die gibt es noch keine 6 Jahre in einer sich ständig entwickelnden und schubweise wachsenden Form. Wir brauchen auch nicht nochmals beweisen, dass wir große Kraft in kurzer Zeit aufbieten können.

      Nun sind aber unsere Mitglieder zwar punktuell in größeren Zahlen aktivierbar, aber nicht ständig tätig. Was keinem von ihnen, so sie denn auch nicht destruktiv tätig sind, zum Vorwurf gemacht werden kann. Aber es bedeutet in der Konsequenz, dass der Großteil der ständigen Arbeit von wenigen gemacht wird. Man muss bedenken, wie viel Zeit wir uns auf Parteitagen nehmen, die Mutigen von den Wahnsinnigen zu trennen, um sie dann ehrenamtlich den Vorstand einer Partei mit (damals) 12 000 Mitgliedern antreten zu lassen und damit die Mutigen und Fähigen in die Hände ihres eigenen Zeitmangagements im Kampf gegen den Burnout zu übergeben. Undankbarer Irrsinn! Dabei erwartet Bürger und Journalist schon von jedem, der nur am Infostand steht, dass Wiki auswendig zu kennen und jede Frage zu beantworten, als würde man täglich zwei Stunden lang Interviews geben.
      Aber dann leisten Leute wie unsere politische Geschäftsführerin umwerfende Auftritte, beweisen Resistenz und Kühnheit in einem Ausmaß, das jeden Kritiker umgehend als bornierten Querulanten verblassen lassen und jeden Mailinglistentroll mit einem Hauch verstand Ehrfurcht einflößen. Und ich habe jetzt noch nichts zu Alter und Berufserfahrung der Person gesagt.

      Um nun die Kurve zu kriegen: Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass Piraten immer weniger die Prinzipien klar sind, die mir noch 2009 im Wahlkampf als die einigenden Nenner der Partei schienen. Das Programm war dünner und trotzdem konnte man Menschen auf der Straße anhand von Prinzipien erklären, wie sich Piraten positionieren, ohne das ausformuliert auf totem Holz stehen zu haben.
      So erkläre ich mir auch, dass unser Grundsatzprogramm besser weg geht als die hübschesten Flyer, die wir aufbieten können. Mir wirkt es zudem so, als sei der Parteibasis die an den Piratenprinzipien geführte Argumentations- und Denkweise entglitten. Das geht so weit, dass von Vorständen die Definition von Werten gefordert wird – das muss man sich im Piraten-Kontext mal auf der Zunge zergehen lassen.
      Vielleicht ist die Mitgliederbasis zu breit gestreut, vielleicht sind die klaren Prinzipien von 2009 auch 2009 eigentlich schon nicht ausreichend gewesen. In jedem Fall befinden wir uns als Partei in der Not, mit philosophischem, und vielleicht auch historischem, Sachverstand nieder zu schrieben, was uns leitet – in einer Sprache, die der Bürger, der Pirat und der anspruchsvolle Kritiker versteht. Als Markierungen für die Startbahn, von der wir gerade abheben.

      Was Sebastian Nerz angeht, so haben wir ihn sicher für seine Fähigkeiten gewählt – aber vielleicht nicht als Erklärer und Kommunizierer zur Öffentlichkeit hin. Es ist offenbar nicht seine Stärke. Sein Stellvertreter, der Schatzmeister, der Generalsekretär und der und die Beisitzer/in arbeiten auf beeindruckende Weise und man sieht von außen davon so wenig, wie man vielleicht vom internen Wirken des Vorsitzenden sieht. Einen Berliner haben die Medien ja auch schon lieb gewonnen, der da seine Qualitäten ausleben kann. Wenn der Bundesvorstand seine Aufgabenverteilung prüfen würde, würde mich das freuen.
      Genauso, wie es mich freuen würde, wenn andere Bündnisse und Netzverfechter die Piraten als Freund verstehen und behandeln würden, der manchmal einen guten Ratschlag braucht – wie es ihnen selbst nicht anders geht. Demut schadet in dieser Debatte niemandem. Aber den Piraten ihren Beitrag bei der Veränderung dieser Gesellschaft abzusprechen oder anzudeuten, wir könnten am Ende mehr geschadet als beigetragen haben, weise ich als unverschämt zurück. Wir, die Netz- und Zukunftsverfechter, haben nun verschiedene Institutionen geschaffen, die alle eigene Zwecke erfüllen. Alle motivieren unterschiedliche Menschen zur Beteiligung. Vielleicht täte es gut, die gemeinsame Richtung klarer abzustimmen.

  3. Ich weiss natürlich das Markus die Piraten gerne ins lächerliche zieht. Seine HP wird ja nicht selten von der Blockparteien Presse hofiert. Irgendwo muss ja hier eine Schnittmenge sein. Mir sind die Piraten auf jeden fall sympatischer als alle anderen korrupten Blockpartein. Das sie nun nicht auf alle Fragen auch ene Antwort haben liegt alleine schon in ihren Werdegang begründet und den gibts ja nun nicht seit 60 Jahren. Also immer langsam mit den Pferden. Sie haben auf jeden Fall eine Chance verident.

  4. Das verwundert aber jetzt doch nicht wirklich, oder?!?

    Ja, ich denke, dass es ein Feature ist.
    Politik ist nichts für Philanthropen und Gutmenschen. Zumindest haben die an führender Position eine denkbar kurze Daseinserwartung, weil ihnen von machthungrigen Alphatieren bei offener Flanke ganz schnell der Garaus gemacht wird. Entsprechend muss man „mit den Wölfen heulen“. Wer offen und ehrlich ist, der ist das nicht sehr lange. So oder so.

    Die Grünen haben etwa zwanzig Jahre gebraucht, bis sie ihre Ideale verraten haben. Und ich hege kaum die Hoffnung, dass die Piraten es länger durchhalten.

  5. Wenn der Reiz des Neuen verfliegt, denn werden die New Kidz on the Block bald ganz schön nackig dastehen in unserer politischen Landschaft.

    Mein Tip: in ein zwei Jahren gibt’s die nicht mehr; die Hälfte ist zu den Grünen gegangen, ein Viertel zur FDP, und der Rest zu den anderen Parteien oder zurück ins Private.

      1. Och Kinners, wo er recht hat, hat er recht. Wir kritisieren die Piraten doch alle nur so stark, weil sie unser Hoffnungskind sind, von dem man mal was vernünftiges gerade in Netzpolitik erwartet im Gegensatz zu den Altparteien und gerade hier lassen sie sich jetzt die Butter vom Brot nehmen. Das ist halt schon zum heulen manchmal. Ist ja nett dass sie als vernünftig und nicht-chaotisch angenommen werden wollen, aber verdammt, manchmal muss man halt auch mal auf den Tisch hauen und das fehlt gerade etwas. So schräg die Animation an sich auch ist, der Anfang passt da gerade, so wird das gemacht: http://www.youtube.com/watch?v=b826IeOpa8k

        ;)

    1. @einheizfront: Sag mal, wo habe ich denn in dem Beitrag die Piraten diskreditiert? Mal auf den Gedanken gekommen, dass „It´s a feature“ meint, dass es ein Feature der Piraten ist, momentan noch nicht überall eine Position zu haben und daher gerade attraktiv für Menschen werden, die Politik mitzugestalten?

      Ich könnte ja auch einfach zukünftig darauf verzichten, überhaupt über die Piraten zu bloggen. Spart mir Lebenszeit, ich muss mir keine dämlichen Kommentare antun (in der Regel voller Verschwörungstheorien, warum ich die Piraten schlecht rede) und gut ist, oder?

  6. @ Markius Blockparteien ( CDU, SPD , FDP, Grüne) nennt man heute die Parteien ,weil sie alle im Gleichschritt maschieren ohne sich von den anderen zu unterscheiden.

    1. @heiner I feel sorry for you. Wenn du hier schon alte Kampfbegriffe neu belegen willst, dann muss das ein wenig charmanter und eloquenter passieren.

      Dein ödes NüffNüff ist einfach peinlich, sogar in all deiner Pseudonymität.

  7. Die politische Naivität und Ahnungslosigkeit von Sebastian Nerz kann man heute auch im Tagesspiegel bewundern:

    „Ich begebe mich jetzt auf sehr dünnes Eis“, sagte Nerz, aber „immer wenn wir über Israel und israelische Politik diskutieren“ schwinge „die Angst mit, als Nazi dazustehen oder den Holocaust zu relativieren. Eine wirklich sachliche Diskussion wird dadurch sehr erschwert.“

    Dünnes Eis kann sehr schnell brechen.

    1. Du hast es nicht verstanden. Er ist nicht naiv oder ahnungslos, sondern er weiss ganz genau, was er da sagt.

      Genau das ist doch das Problem: Niemand ist ehrlich, weil alle irgendwie glauben irgendein Eis ist irgendwo dünn. Das Internet hat dazu geführt, dass viele dieser cremeweissen Lügen enttarnt werden, die Anonymität führt dazu, dass viele Menschen endlich mal sagen, was wirklich Sache ist, und die Welt ist nicht untergegangen.

      Wenn alle mal ehrlich wären, was könnten wir (Menschheit) dann zusammen bewirken.

      1. @Ein Mensch

        Naja, du hast mit deinen Aussagen über das Web recht. Aber da haben wir ja schon in der Vergangenheit an anderer Stelle trotz Diskursfieber zueinander gefunden.

        Nerz macht aber trotzdem wenig Aussagen zur Sache, sondern eben hauptsächlich zur Begründung, dass eben nicht offen über eine Sache geredet werden kann, weil es viele reflexartige Vorurteile, Zuordnungen etc. gäbe/gibt.

        Über den eigentlichen Punkt, den er im Tagesspiegel-Artikel, ohne Not neben der Mitgliedschaft von Ex-NPDler in den Piraten aufmacht, sagt er z.B. gar nichts. Behauptet aber, man solle Emotion aus der (im Interview nicht geführten) Israel-Debatte rausnehmen. Auf dieser Meta-Ebene benutzt er quasi den Reflex auf einen Reflex in der Israel-Debatte als Methode, um nichts „zur Sache“ zu sagen, aber dann doch irgendwie schon.

        Für diesen Punkt ist zweierlei festzustellen: Erstens kann man über die völkerrechtlich nicht anerkannte Besetzung der palästinensischen Gebiete durch Israel durchaus sachlich und mit einer bestimmten Wertehaltung argumentieren ohne sich Nazi-Vorwürfen (außer von den üblichen Verdächtigen) aussetzen zu müssen.
        Zweitens sind es aber eben genau bestimmte neu-rechte Bereiche in Deutschland, die mit der Behauptung, man könne nicht kritisch über Israel reden ohne sich diesem Verdacht auszusetzen, eigentlich die historische Verantwortung der Deutschen relativieren wollen. Wohlgemerkt, dies hat nichts mit dem eigentlichen Nahost-Konflikt zu tun, aber diese Argumentationslinie wird in Deutschland von neu-rechten Kreisen über diese Meta-Ebene gerne instrumentalisiert.

        Weiterer Punkt: Es ist schön, dass Nerz klarstellt, dass die Piratenpartei sich in ihrer Satzung vom Extremismus distanziert (das machen auch übrigens alle Neu-Rechten Kreise). Dann folgt allerdings eine Basta-Aussage, die in ihrer Umfänglichkeit dann doch diese von diesem neuen Piraten-Paradigma der Transparenz getragene Sympathie (auch von dir @Ein Mensch) bröckeln lassen könnte. Nerz sagt: „“Ob der davor in der NPD war oder nicht, ist VÖLLIG unerheblich.“ (Hervorhebung von mir) – Jeder Mensch kann und soll sich wandeln können, ein hehrer und zu verteidigender Grundsatz. Aber wir wollen nicht blauäugig sein. Manch einer wandelt sich, um im Herzen und den Gedanken der gleiche zu bleiben. Insofern ist die tatsächliche NPD-Vergangenheit eines Piraten in Breite und Tiefe zu betrachten. Nerz, dessen selbstbeschriebene Wandlung vom Konservativen zum – wie sagt er immer? – Sozialliberalen sicher ebenfalls eines tieferen Blickes wert ist, mahnt „in der Diskussion ein bisschen weniger Emotion“ an.

        Eine grundsolide und gerne auch piraten-frische Art der Aufklärung und nicht rhetorische Tricks aus der Kiste der neurechten Szene wären von einem Parteivorsitzenden sicher der überzeugendere Ansatz gewesen.

  8. netzpolitik.org? Wieso reiht ihr euch ein in die lange Reihe der Piraten-Basher in den Medien? Davon gibt es schon mehr als genug.

    Ihr hättet mindestens die Antwort von Nerz noch mit angeben müssen. Das wäre fair. So ist das leider Bild.de- oder SPON-Niveau oder sogar noch darunter.

    Ich bin überrascht, dass ausgerechnet ihr unsachlich gegenüber der Piratenpartei werdet. Vielleicht ist es das mediale Dauergebashe und ihr denkt, ihr müsst nun unbedingt mitmachen. Lasst das nicht einreißen, editiert am besten den Artikel und lasst sowas undifferenziertes nie mehr vorkommen. Das ist nicht nur unnötig, sondern schadet auch der Sache (=moderne Netzpolitik).

    1. Heul doch.

      „Die Sache = moderne Netzpolitik“
      Jetzt muss ich aber lachen.
      Was hat Netzpolitik mit Piraten zu tun?
      So auf der Ebene der gesellschaftlich gestaltenden Ideen und Konzepte?

      1. Was bist du? Ein verbitterter grüner Netzpolitiker, der heult, weil die Piraten dir dein Thema weggenommen haben?

        Es gibt nur eine Partei, die öffentlich als „Netzpartei“ wahrgenommen wird, das sind berechtigterweise die Piraten. Auch aufgrund ihrer Spezialisierung. Ihre modernen netzpolitischen Vorstellungen kannst du in ihren Programmen nachlesen. Die Piratenpartei hat bereits gestaltet, indem sie Diskussionen erzeugt, neue Konzepte liefert (Liquid Democracy), Reaktionen bei anderen Parteien auslöst und bald auch in Parlamenten Politik mitgestaltet.

      2. Du bist derjenige, der sich über „leere Worthülsen“ aufregt und dir fällt nichts besseres ein als das? Das ist ganz schön erbärmlich, wie schwach du auf eine sachliche Antwort reagierst. Aber ich hätte wissen müssen, dass auf deinen ersten Trollbeitrag hin nur weitere Trollbeiträge folgen würden. Im Sinne von „Don’t feed the troll“ musst du dich nun ohne mich vergnügen.

      3. @markus

        1) Warum sind die Piraten deiner Meinung nach keine Netzpartei?

        2) Wenn die Piraten deiner Meinung nach keine Netzpartei sind, soll das dieses Piratenbashing rechtfertigen wie du es hier gezeigt hast?

      4. Nur weil das der Nerz sagt, stimmt das noch lange nicht. Die Partei besteht aus mehr als nur einer Person. Der will sich nur vom alten Image lösen. Aber die öffentliche Wahrnehmung ist eine ganz andere und auch die Partei- und Wahlprogramme sprechen eine andere Sprache. Netzpolitik ist ganz klar ein Kernthema der Piraten und so wird sie auch wahrgenommen.

        Aber ich entnehme dem Zitat, dass das deine Meinung ist.

        1. @noch kein Pirat: Meiner Meinung nach trifft „Netzpartei“ die Piraten ganz gut, ich verstehe auch nicht, warum man sich davon distanzieren sollte. Als „Grundrechtspartei“, was ja die Alternative sein soll, sehen sich auch FDP und Grüne (Mal abgesehen davon, dass die öffentliche Meinung hierzu jeweils eine andere sein kann). Das ist also kein Alleinstellungsmerkmal, wie es „Netzpartei“ wäre.

      5. @Noch kein Pirat:
        Du hast Recht was die Wahrnehmung angeht, Piraten=Netzpartei, ja!
        Aaber, vieles der aktuellen Kritik (und zwar auch von Seiten die eigtl. Piraten-nah sind und eben genau die üblichen Netzthemen vertreten) richtet sich eben genau auf die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung da draussen – und auch hier, das Netz wünscht sich doch dass die Piraten auch als starke Netzpartei auftreten – diese Wahrnehmung also auf der einen Seite und dann die Leere und das Herumgewiesel gerade bei aktuellen Netzthemen, wie insbesondere dem Staatstrojaner, aber auch anderem. Da sind andere Parteien eindeutig an den Piraten vorbeigezogen, bzw. die Piraten fordern auch nicht mehr als die Etablierten (soweit jedenfalls der sich nach aussen ergebende Eindruck). Siehe dazu auch fefe und f!xmbr nur so als zwei bekannte Beispiele.

        Btw. dazu gehört natürlich auch, dass der Nerz das momentan so sagt wie oben zitiert, das halte ich so auch für falsch, imho müsste er sagen „nicht nur eine Netzpartei“. Das ist die gleiche Diskussion wie beim Namen, „oh nein damit stellen die uns in eine Ecke, wir wollen doch aber als „richtige“ Partei angesehen werden … „. Das sollte man wie beim Namen mittlerweile ja auch einfach mal als Stärke akzeptieren!
        Das ist ja so als würden die Grünen sagen, „nein wir sind keine Umweltpartei, wir sind eine Grundrechtspartei!“ oder meinetwegen noch „Nachhaltigkeitspartei“.

      6. @markus: Ich würde Grundrechtspartei grundsätzlich schon für richtig halten, weil es ja auch um die Erhaltung der Grundrechte – speziell, aber eben nicht nur – im Netz geht. Nur eben auch primär eine Netzpartei, aus dem Netz entstanden, primär mit Methoden des Netz arbeitend und mit dem Netz als besonderem Pflegekind. Natürlich haben die Piraten auch mehr an Vorstellungen, und da finde ich Grundrechtspartei nicht falsch, die Netzpartei zu leugnen ist der Fehler. Das eine ist ja kein Gegensatz zum Anderen.

      7. @Noch Kein Pirat

        Sachlich?

        Okay, dann bekommst du jetzt eine ’sachliche‘ Antwort auf deinen Versuch einer Kommunikation zwischen 18-19 Uhr:

        „Grüner Netzpolitiker“ — Bin ich nicht.

        „Piraten haben mir ein Thema abgenommen“ — Haben sie nicht. Ich bin, obwohl kein hauptberuflicher Politikmensch quasi täglich in Real-Life-Foren, -Workshops, -Podien innerhalb und außerhalb des angeführten Themenbereiches gestaltend und diskursiv unterwegs.

        „aufgrund ihrer Spezialisierung werden sie als Netzpartei wahrgenommen“ — Ich zitiere mal @zeitweise „Im Internet geht’s nicht ums Internet“ und es geht den Piraten um gesellschaftliche Veränderung durch digitale Werkzeuge – oft gerne auf die Worte „Direkte Demokratie“ und „Liquid Feedback“ reduziert.

        Dazu: Direkte Demokratie ist keine Erfindung der Piraten. Und um ihre praktisch-organisatorischen, sozialpsychologischen, kulturellen oder politischen Implikationen hat sich noch kein Pirat umfassend öffentlich gekümmert. In einem eurer Kernbegriffe seid ihr fast alle naive ignorante Amateure! (Ich weiss da seid stolz, aber das würd‘ ich mir an eurer Stelle nochmal überlegen.)

        Ebenso gibt es außerhalb der Piraten zigtausend Gruppen und Tools, die partizipative und kollaborative Prozesse mit und durch das Internet erfolgreich organisieren und vorleben. Im Gegensatz dazu ist Liquid Feedback innerhalb der Piratenpartei, zumindest in einer beta-Version, grandios gescheitert und umstritten. Zu eurem legendären „Wiki“ lass mich verkürzt sagen – das geht den Weg vieler Firmen-Wikis: Man ist stolz es zu haben, kaum einer benutzt es und wenn dann auf eine Art, die ich unter „Kollektivem Autismus“ subsumieren würde.

        „Liquid Democracy“ als neues gesellschaftliches (Gestaltungs-)Konzept der Piraten. —- Laughing Out Loud. Weder eine knackige Kurzdefinition noch eine ausformulierte politisch-programmatische Beschreibung liegt vor. Eure Unbescheidenheit kotzt mich an!

        „die moderne Netzpolitik kann ich in den Programmen nachlesen“ — Erstmal spannend, dass man bei euch immer alles selbst nachlesen muss. Anscheinend wisst ihr selbst nichts über euch, wenn das wiki gerade mal offline ist.
        Stell‘ dir vor es gibt Menschen, die benutzen keine Wikis um zu verstehen, die machen ganz was anderes – halt dich fest – Die reden miteinander!!!! Jeder, der mich auf das wiki verweist, ist ein inhumaner digitaler Erkenntnisweg-Dogmatiker! So f.o.a.d

        „Piraten-Bashing“ Wo macht Markus das denn bitte? Dieser Schnurz von Piratenvorsitzender reitet sich doch selbst in die Sch**** – Da muss man nur zugucken. Den muss man nicht stossen, der fällt von selbst.
        Hast du dir überhaupt das lange Interview auf der deutschlandradio-Website durchgelesen? Ist mit so einem Hyperlink von Markus oben im Artikel verknüpft. Trau dich! Klick mal drauf!

        „editiert am besten den Artikel und lasst sowas undifferenziertes nie mehr vorkommen“ —- Hör mal, du kleines Piraten-Schnürzi, wenn Markus hier eine redaktionelle Entscheidung trifft, dann ist das seine Sache, wenn dir nicht gefällt, was die Welt über deine lächerliche Kindergarten-Partei erzählt, dann solltest du dir vielleicht mal an die eigne Nase fassen und drüber nachdenken, ob andere nicht etwa aus pösen pösen Verschwörungsabsichten Dinge sagen, sondern weil sie eine andere und vorallem ausdifferenzierte und begründbare Meinung haben.

        Ich habe mich bemüht, in meinem obigen ersten Kommentar höflich zu bleiben, aber mit so erbärmlich geistesschwachen Möchte-Gern-Weltveränderern kann man nur klar und deutlich umgehen.
        Mach, dass du wieder hinter deinen Monitor kommst und verschone die Welt mit deinen Unreflektiertheiten.
        Pyseudonyme Flachpfeife.
        JETZT kannst du mich Troll nennen.

      8. @Noch Kein Pirat

        Was machst du hier? Glaubst du, wenn du hier den Aufstand probst, bezweckst du irgendetwas? Das hilft niemanden. Weder netzpolitik.org, den Piraten oder dir selbst. Arbeite lieber mal konstruktiv, oder lass es einfach. Aber geh den Leuten nicht auf den Zeiger. Trolle braucht keiner.

      9. Sag mal Jens, wurdest du als Kind zu oft verprügelt? Ich lese dies zumindest aus der Form deiner Kommentare raus. Man spürt förmlich den Schmerz in dir.

      1. Du bist bestimmt so ein Typ der sich in diesen versiftten System so richtig wohl fühlt. Kann ich mir sehr gut bei dir vorstellen das du deine zusammen geklauten Privilegien nicht abgeben mächtest.

      2. bitte lieber heini, mach mich schlau,
        sag mir was ich nicht sehe.

        ich werde alle meine privilegien von mir werfen,
        wenn ich deine wahrheit schau.

        bitte, heini, bitte.

      3. Stimmt, ich finde der Jens Best ist so voll Mainstream, bestimmt Investmentbanker oder PR-Berater, so’n Systemsklave. ;-)

        Heiner, mach mal einen Grundkurs Internetsuche (Recherche würde Dich noch überfordern).

        Mann, Mann, Mann

  9. Danke für diesen Blogbeitrag und die nachfolgenden Kommentare, die einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt des Autoren liefern. In Zukunft werde ich die Artikel auf Netzpolitik.org sehr viel kritischer lesen und hinterfragen als bisher.

  10. Boah ey. Wenn man sich hier die Kommentare durchliest, bekommt man Sympathien für das, was die NDR-Panorama-Redaktion vor Tagen gebloggt hat: http://panorama.blog.ndr.de/2011/10/15/piratenpartei-humor-ist-wenn-man-trotzdem-lacht/

    Der Autor dieses Artikels hat doch nicht auf die Piraten eingeschlagen, sondern lediglich ein Interview verlinkt und eine markante Stelle zitiert. Ist das nicht mehr gestattet? Distanzieren sich hier alle nölenden Piraten-Sympathisanten von den Aussagen ihres Chefs? Oder was soll das hier?

    Fremdschämen.

      1. Warum soll der Autor Recht haben? Das glaubst auch nur Du, aber wahrscheinlich wählst Du eh nicht die Piraten, sonst würdest Du nicht so einen Unsinn von Dir geben!

  11. Warum werden hier immer die Piraten kritisiert? Ich finde das eine Frechheit. Endlich mal eine Partei, die die Wahrheit sagt und Ihr redet sie nur schlecht! Ich werde dieses Blog nicht mehr lesen.

    1. Hörmal @Blaubär – der einzige, der hier die wahrheit sprechen könnte ist der @heiner auch „heini“ genannt – der rückt mit der blöden wahrheit aber bis jetzt nicht raus.

      Wahrheit – Das ausgerechnet so digital-erfahrene Menschen wie netzpolitik.org Leser, wie du bist heute einer warst, mit diesem so ewig unfertigen Begriff so unsorgsam umgehen. Dat versteh‘ ich nich‘

      Lass uns weiter zusammen auf heini warten – da kommt noch was Großes, oder zumindest was in Großbuchstaben – Ich hab‘ da so ’ne Ahnung.

  12. Für manche Sympathisanten muss man sich echt schämen. Ihr schadet nicht nur der Partei selbst, sondern der ganzen netzpolitnischen Bewegung. Ihr sorgt unnötig für Streit, und haltet alle nur auf. Könnt ihr nicht einfach verschwinden? M(

    1. Ich glaub ja nicht, dass alle die Kommentatoren mit ‚…Pirat…‘ im Namen tatsächlich Anhänger der Partei sind.
      Das sind Leute, die gerne mit Klischees über Piraten spielen. Da muss man einfach drüber stehen.

    1. Ja genau das habe ich mich auch gefragt. Ich habe das komplette Interview gelesen und kann den Vorwurf vom Deuschtlandradio nicht nachvollziehen. Deshalb verstehe ich den Sinn dieser Diskusion auch nicht.

  13. ich kann das hier nicht ganz nachvollziehen markus.
    es wäre doch ganz schön, wenn du mal konstruktiv erläutern würdest, was dich an den piraten momentan stört, anstatt dich hinter einer solchen floskel eines journalisten zu verstecken.

    im gegensatz zu diesem beitrag wäre das dann nämlich sogar hilfreich… auch wenn dann evtl. noch mehr leute in den kommentaren rumjammern werden.

  14. Ach wie toll, Jens Best darf mal wieder in bester Trollmanier einen vom Leder ziehen. Nicht, dass hier noch sachlich diskutiert wird. Na Hauptsache, er hat Spaß.

    1. don’t feed!
      Es verhindert ja keiner dass man dennoch sachlich argumentiert, und der haupteintrag oben war schon sehr unsachlich gestartet, da ging nicht viel Niveau verloren…

  15. Ja,ja, Piraten und Kritik. Das geht doch nicht!!!11!

    Also, ich als Nichtpratin halte von einem Sebastian wird-der-auch-mal-so-alt-wie-er-aussieht Nerz nichts, doch ich muss mich schon wundern wie Piratenmitglieder, die ihn nunmal wählten mit ihm umgehen. inhaltliche Kritik? nein; er muss aushalten ständig für jeden Satz, den er sagt angeblufft zu werden, sagt er nichts auch, er wird ausgelacht usw. Wenn aber Leute von aussen wie oben Jens Best die Partei kritisieren gibt es Haue.

    Hoffnungen an diese junge, neue Partei, die sehr wohl gute Leute hat, sind längst passee. Wenn ihr mit Euerm Kindergarten so weitermacht, seid ihr schneller da wo andere Parteien jetzt stehen als ihr Netzneutralität sagen könnt.

    So, das war doch mal unsachlich von mir. Weiter mit Heiner, ich warte…

  16. Weder auf Markus noch auf die Idee der Piraten lasse ich etwas kommen!

    Seit Jahr und Tag lese ich netzpolitik.org. Markus trägt grün, und seit jeher transportiert er die Ideale der Piraten.

    Bisher können Piraten wenigen so sehr vertrauen wie Markus. Ihm geht es um die Sache. Immer, wenn er seinen Finger in die Wunde legt, wünsche ich, dass ich es besser könnte. Also bitte.

  17. @markus
    Ich lese ja regelmäßig hier auf dem Blog und denke Du bist erfahren genug um zu erkennen was hier ^^ gerade auf deinem Blog versucht wird. Auch meine Aussage spielt keine Rolle da ich mich auch Jens, Sabine, kein Pirat oder doch schon Pirat nennen hätte können.
    Ich hoffe Du lässt dich auf solche Spiele nicht ein das stünde Dir sehr schlecht.

  18. Ich finde es völlig in Ordnung von Markus diesen Teil des Interviews zu zitieren. Wenn ich als Vorsitzender einer Partei zu inhaltlichen Fragen keine Antworten geben möchte, was völlig in Ordnung ist, dann gebe ich so lange keine Interviews. Lieber eine Zeit lang Schweigen als Politikersprech.

  19. „Wie es läuft“ lernt man recht schnell. Es läuft so, daß wenn man als Politiker etwas konkretes sagt einem die Worte im Mund herumgedreht werden, Sätze aus dem Zusammenhang gerissen werden usw.
    Daran kann die Piratenpartei nichts ändern. Das ist allerdings auch etwas was man der Piratenpartei ankreiden muss: Sie tut so als sei es die Schuld der Politik bzw. der „etablierten Parteien“ das nur leere Worthülsen und Phrasen abgesondert werden. Es ist aber Schuld der Medien die jede Gelegenheit nutzen ein unbedachtes Wort auf die Goldwaage zu legen und eine Schlagzeile daraus zu machen, oder Inhalte der Schlagzeile wegen nur in Bruchstücken wiederzugeben. Da bleibt dann z.B. von einem komplexen Steuerreformvorschlag der aus Änderungen bei einem Duzend Steuern nur „Partei X will Mehrwertsteuer eröhen“ übrig.

  20. Das Grundgesetz für sich in Anspruch nehmen wollen, aber keine Kritik ertragen können – viel Spaß Piraten!
    Man muss sich schon über Inhalte streiten können, ohne dass immer sofort beleidigt und verschwörungstheoretisch aufgeheult wird ohne sich in der Sache zu äußern. Die Zersetzungsmechanismen stehen der Partei erst noch bevor. Also: Ein bissi mehr Ausgeglichenheit wäre echt angezeigt in Zeiten, in denen echte Probleme in Ermangelung belastbarer Positionen noch gar nicht aufgetaucht und die Medien noch total gutwillig sind.

      1. Lol. Anscheinend ist bei den vernünftigeren Piraten inzwischen angekommen in welches Licht die Piratenpartei durch die Kommentare ihrer Sympathisanten gerückt wird. Jemand hat im Piratenwiki einen Ratgeber für das kommentieren im Internet veröffentlicht.

        https://wiki.piratenpartei.de/Kommentieren

        Ob es was helfen wird? Bei so manchem Protagonisten habe ich meine Zweifel.

  21. Wundert mich, dass hier alle über Sebastian reden, wenn Markus doch die forsche Frage des Journalisten zitiert hat. Einerseits könnte man die Frage schon recht frech finden, aber die Sendung heisst „Tacheles“ und alle Fragen darin sind recht schonungslos gestellt, und andererseits ist der Eindruck verständlich.

    Ob ein Politiker keine konkrete Antwort gibt, damit er nach der Wahl nicht als Lügner dasteht, weil er dann plötzlich all die unpopulären Dinge tut, die ihm den Wahlerfolg gekostet hätten – oder ob er die Antwort nicht gibt, weil die Partei tatsächlich basisdemokratisch ist und er tatsächlich nicht riskieren kann, sich aus dem Fenster zu lehnen wo es keine Beschlüsse gibt, das kann in den Ohren eines Aussenstehenden, sei es ein Journalist oder anderer Zuhörer, verdammt ähnlich klingen.

    Semantisch sind da Welten in dem Unterschied drin, das eine ist strategische Intransparenz, das andere ist hoher Respekt vor der Basisdemokratie. Somit ist diese Fragestellung nur ein Kundtun des Journalisten, wie sehr er die Piratenpartei immernoch nicht verstanden hat.

    Nun habe ich also in Ruhe die Sendung angehört, damit ich sicher bin zu wissen wovon ich rede, und muss feststellen, Sebastian Nerz hat nichts falsch gemacht. Freundlich und geduldig versucht er immer wieder den Paradigmenwechsel zu erklären, der mit den Piraten Einzug findet.

    Dass das nicht leicht ist, merke ich daran, dass nach 2 Jahren Piraten in der Öffentlichkeit immernoch soviel Unklarheit herrscht. Manche werden es wohl erst begreifen, wenn die Piraten an der Regierung sind, wie dramatisch anders diese politische Kultur ist, bei der special interest ausgehebelt ist und alle Entscheidungsmacht von Tausenden von Mitgliedern ausgeht.

    Es ist nicht vollkommen neu, wir alle wissen, dass die Grünen bis Ende der 80er Jahre Basisdemokratie zu leben versucht hatten, 1998 dann aber wurden sie zur Partei wie alle anderen, bei der gewählte Politiker Dinge taten, die an der Basis kein Schwein wollte. Dies ist bei den Piraten eben systemisch nicht drin, weswegen das Wort Betriebssystem zwar cheesy ist, aber nicht falsch.

    Man kann Sebastian vorwerfen, dass er von Nähe der Politiker am Bürger schwurbelt, was in der Tat eine Floskel ist, die wir seit Jahrzehnten von jeder Partei hören. Der Unterschied ist aber, bei den Piraten ist es keine Floskel. Es funktioniert so.

  22. Wann setzt sich bei den Medien endlich die Erkenntnis durch, dass es kein innovativer Intervieweinstieg mehr ist einen Piraten auf seinen Mangel an klassischen Piratenutensilien (Holzbein, Hakenhand, Augenklappe, Goldzahn oder -ohrring, Papagei auf der Schulter) anzusprechen? Leider litt danach mein Genuss des Interviews an plötzlicher akuter Abschaltung, weshalb ich an dieser Kontroverse auch nicht teilnehmen kann.

  23. Das Interview ist nicht schlecht und man sollte es mal kurz „ideologiefrei“ betrachten.

    Die Interviewer fragen immer neue Fragen und gehen selten auf vorher gesagtes ein, also es gibt keinen echten Dialog. Dies hört man auch heraus, wenn Nerz dann unterbrochen wird, weil die Interviewer schon die nächste Frage drücken.

    Genau das gleiche passiert mit der von markus benannten Kernsätze – es ist zusammenhanglos und man hört wieviel Spaß der Interviewer hat, dass er einem Politiker jetzt mal (endlich) diese Frage stellen kann.

    Und auch GENAU DAS macht Piraten aus, selbst wenn man es es jetzt wieder angekreidet bekommt.

  24. Jeder, auch „netzpolitik.org“ hat eine politische Meinung. Diese wird immer in der einen oder anderen Form zum Ausdruck gebracht. Wenn ich mir das Zitat ohne die entsprechende Antwort anschaue, komme ich nicht umher mir meinen Teil zu denken.
    Auch hier wird bewusst Meinungsbildung betrieben. Das ist auch OK. Ich für meinen Teil mache das ja auch.
    Was ich aber schlimm finde ist, dass viele Menschen denken das ein Blog frei von der Meinung und der politischen Anschauung seines Betreibers ist.
    Wann wacht ihr endlich auf?
    Jeder auch „netzpolitik.org“ hat eine politische Meinung. Diese wird immer in der einen oder anderen Form zum Ausdruck gebracht. Wenn ich mir das Zitat ohne die entsprechende Antwort anschaue, komme ich nicht umher mir meinen Teil zu denken.
    Auch hier wird bewusst Meinungsbildung betrieben. Das ist auch OK. Ich für meinen Teil mache das ja auch.
    Was ich aber schlimm finde ist, dass viele Menschen denken das ein Blog frei von der Meinung und der politischen Anschauung seines Betreibers ist.
    Wann wacht ihr endlich auf?
    Was das Interview angeht muss ich sagen, dass die Art der Antworten durch die Art der Fragen bedingt ist. Und wenn die Herren die das Interview geführt haben sagen, das die Antworten die selben sind, die sie von den sogenannten etablierten Politikern bekommen, sollten sie mal ihre Fragestellung überdenken!

    just my 2cents

  25. ROFL. Was habt ihr denn gegen den großen Vorsitzenden. Immerhin gibt dieser keine Interviews in rechtsradikalen Magazinen, weil er in einem Seminar beigebogen bekommen hat, dass in Schweden die Piraten dort einen Haufen Stimmen aus dem braunen Sumpf bekommen haben. Diesen Fortschritt hin zur FDP 2.0 sollte man mal anerkennen. Mit der Zivilisierung der pöbelnden Anhängerschaft, die offensichtlich das Netz größenwahnsinnig als ihr Bierzelt ansehen, dauert es auch bei anderen Parteien etwas länger. Aber auch hier gibt es Hoffnung: Nach gefühlten 50 Jahren hat selbst die CSU erkannt, das dröge Männerbünde out sind und immerhin sich mit einer Frauenquote an die Frauenförderung herangerobbt. Mal sehen ob die Piraten in 50 Jahren einsehen, dass die Macht der Schwänze eine Grenze hat ;)

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