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Kultusministerkonferenz verteidigt Schultrojaner

Spiegel-Online hat jetzt auch die Meinung unserer Bundesjustizministerin zum Schultrojaner. Interessanter Nebenfakt der Meldung ist ein Statement der Kultusministerkonferenz, die jetzt Leutheusser-Schnarrenberger die Vorteile der Schnüffelsoftware für unheimliche Onlinedurchsuchungen von Schulrechnern erklären wollen. Und zwar sind das diese guten Argumente:

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KMK-Generalsekretär Udo Michallik werde sich persönlich an die Ministerin wenden, um ihr Sinn und Zweck des Programms zu erklären, sagte eine KMK-Sprecherin. Ziel sei nicht die Überwachung der Lehrer, vielmehr sollten Schulen und Lehrer vor Raubkopien geschützt werden. Die Software habe den großen Vorteil, dass nicht jeder Lehrer einzeln mit der Verwertungsgesellschaft aushandeln müsse, ob er Lehrmaterial vervielfältigen dürfe oder nicht. Außerdem könne die Software verhindern, dass Lehrer unwissentlich gegen das Urheberrecht verstoßen.

Großartige Argumente, das klingt ziemlich einleuchtend. Durch die Schnüffelsoftware soll also nur ermittelt werden, wo unerlaubte Kopien auf Schulrechnern rumliegen, damit verhindert wird, dass Lehrer unwissentlich gegen das Urheberrecht verstossen? Die geplanten Disziplinarmaßnahmen gegen Lehrer, die dabei erwischt werden, schützen auch nur Lehrern und Schulen vor „Raubkopien“?

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23 Kommentare
    1. @murks: Wenigstens wurde mit einem Textbaustein geantwortet. Auf meine offizielle Presseanfrage vor rund zehn Tagen hab ich bis heute noch nicht mal einen Textbaustein bekommen. Das finde ich schon etwas arm.

    2. Sylvia Loehrmann…macht aber schön Werbung mit ihrem Wahlkreis :)
      besonders das bild von der Brücke, die nur leer befahren werden darf ^^
      weil man das gewicht der passagiere nicht einkalkuliert hat ;-)
      aber laut ihrer page will sie sowas ja fördern :~

      bzgl. ihres copy&paste auf abgeordnetenwatch…..kein kommentar >_>

  1. 1) Unabhängig davon, ob es das Ziel ist, werden die Lehrer überwacht.
    2) Eine Software, die Raubkopien ungenehmigte Digitalisate aufspürt, schützt nicht vor diesen.
    3) Die Software verhindert nicht die Verhandlungen mit Verwertungsgesellschaften.
    4) Eine Software, die unwissentliche Rechtsverstöße ermittelt, verhindert diese nicht.

    Kurz: Herr Michallik redet Unsinn. In Wahrheit vertraut die Politik unseren Lehrern nicht. Kein Wunder, wenn so kranke Gesetze erlassen werden und Politiker eher ein Ohr für Verleger als für Lehrer haben. Ohne Vertrauen aber gibt’s nur eins: Überwachung und Kontrolle. Selbst wenn die Kontrollsoftware zur Gattung der Trojanerartigen gerechnet werden muss, der Zweck heiligt die Mittel und sichert den Wohlstand der Verleger. Vielleicht auch den der Autoren. Da wäre ich mir aber nicht mehr ganz so sicher,

    1. zu 1):

      klar, und genau das soll ja der schutz sein.

      also: es wird überwacht, dies ist aber keine überwachung, weil sie dem zwecke des schutzes dient.

      der zweck heiligt die mittel, live und in farbe in ihrer kmk.

      .~.

      1. Yup, genau. Setzt sich offenbar als allgemeines politisches Prinzip durch:

        Volk: »Wir werden überwacht!«
        Staat: »Unsinn. Wir haben euch lieb. Wir wollen euch nur schützen!«

  2. Raubkopien sind bissig. Da sind schnell ein paar Fingerkuppen ab, und dann ist das Wehgeschrei groß. Es ist überfällig, daß die Kinder vor dieser Gefahr geschützt werden, und den Lehrern schadet das auch nicht.

  3. Liebe KMK, geben Sie doch mal den Tipp weiter. Vielleicht könnten wir dann in Deutschland die Software einfach auf jedem Computer installieren. Ach, was wäre ich als Bürger froh. Ich weiß ja nie, ob ich nicht versehentlich das Urheberrecht breche. Das bereitet mir schon seit Jahren schlaflose Nächte.

    Vielleicht kann Herr Althusmann das ja anschieben, der kennt sich ja mit dem Kopieren aus.

  4. Achtung, Ironie.

    Die KMK sollte fordern, dass Lehrenr keine Bibliotheksausweise mehr ausgestellt werden dürfen. Das sind doch alles notorische Raubkopiermörder. Die machen schließlich den ganzen Tag nichts anderes als das kostbare Wissen der Welt zu verteilen … Tzt.

  5. mal diesen bullshit beiseite. um die herren dr (?) uhl, ziercke, schünemann, s. kauder und alle anderen überwachungsvollspasten ist es die letzten wochen so verdächtig ruhig…..das kann nichts gutes bedeuten.

  6. Das Argument ist in der Tat großartig! Und ich habe dabei auch gar nicht das Gefühl, dass man uns schlicht und einfach versucht für dumm zu verkaufen, nur um die Interessen einer Lobby mit aller Macht durch zu pressen.

  7. Mein Gott das hysterische Geschreie hier ist ja kaum auszuhalten. Wer Lehrer kennt, weiß wie diese arbeiten, für den macht die Aussage oben durchaus Sinn.
    Man kann sich ja grundsätzlich darüber unterhalten, ob das Urheberrecht in Schulen vielleicht grundsätzlich keine Anwendung finden sollte oder ob es z.b. eine Kulturflatrate für Schulen geben soll.

    Solange aber die bestehenden Gesetze gelten, warum bitte soll -offen(!) und nicht im geheimen(!)- ein Arbeitgeber nicht prüfen dürfen ob auf seinen(!) Rechnern gegen geltendes Recht verstoßen wird.

    Dieses infantile „Trojaner!“-Geschreie (es spricht nichts dafür, das hier jemals eine versteckte Software geplant war!) ist wirklich eher Bildzeitungswürdig und echt peinlich.

    1. Wer redet denn von Arbeitgebern?
      Oder betrachtest du die Schulverlage als Arbeitgeber der Lehrer?

      Und wie kommst du auf die Idee, dass die Hardware den Schulverlagen gehört?

  8. ich glaub der Staat hat zu viel Geld übrig-.-‚ aber gut juhu noch nen Weg Steuergelder zu verprassen und noch ein schöner Punkt wir überfübren diese Lehrer wie sie unseren Kindern Wissen vermitteln das geht ja mal garnicht!!! UND von denen gibt es ja eh genug also paar in dem Knast dann simmo die auch los is doch alles positiv also nich so verklemmt Jungs umd Mädels (man beachte die Ernsthaftigkeit dieser Aussage!!!!)

  9. wenn jemand sagt, er wolle mich schützen, müssen wir über seine vorstellung von mir, meinen rechten und pflichten und meiner stellung in seiner vorstellung von gesellschaft sprechen.

    gelegentlich gibt es da unterschiedliche auffassungen.

    .~.

  10. Also ich habe bis jetzt schon einige Artikel ueber das Thema gelesen. Aber auf eine Frage fand ich bis jetzt (ebe ausser Spekulationen) keine Antwort: wie genau sollte das denn konkret funktionieren?

    Die Software muesste dann ja jedes moegliche Scan-resultat (inklusive der Moeglichkeit von OCR), also JEDES File (bmp, jpeg, txt, doc, pdf, etc, etc) analysieren. Haette die Software dann die Ansichten aller Seiten eines jeden Schulbuches gespeichert oder war etwa geplant, eine Kopie eines jeden Dokumentes an den Verlag zu senden?

    Das Schnueffeln waere dann nur das Eine gewesen.

    Was waere aber mit Dokumenten, die eben keine unrechtmaessigen Kopien dargestellt haetten? Uebertragung (=Kopieren) ohne Erlaubnis der Urheber?

    OT/Jetzt noch was ganz anderes:
    Wieso kann ich mit dem Firefox hier nicht mehr posten? Es kommt immer eine Fehlermeldung von WordPress?

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