Datenschutz

Diskussion: Constanze Kurz vs. Julia Schramm

Gestern diskutierten Constanze Kurz vom CCC und Julia Schramm von der Spackeria beim WDR5-Funkhausgespräch über „Facebook, Google, Staat & Co. – Wie viel Privatsphäre brauchen wir?“

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Facebook kennt unsere Freunde und Vorlieben, vielleicht auch die politische Einstellung, und oft sogar unseren Tagesablauf. Google speichert, auf welchen Seiten wir surfen, und Amazon, welche Bücher und Filme wir mögen. Während Datenschützer dazu aufrufen, mit den eigenen Daten zurückhaltend umzugehen, hat sich eine Bewegung gebildet, die Datenschutz in Zeiten des Internets gar nicht mehr für möglich hält. Die Datenschutzkritiker wollen stattdessen eine Gesellschaft, in der es kein Nachteil ist, wenn z.B. bekannt wird, welche Krankheit jemand hat. Auch der Staat wird wahrscheinlich bald wieder speichern, mit wem wir telefonieren und mailen, wann wir wie lange im Internet sind. Deshalb wollen wir wissen: Wie viel Privatsphäre braucht der Einzelne in der modernen Gesellschaft?

Hier ist die MP3.

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22 Kommentare
  1. Manchmal zweifle ich an den Diskussionen, nicht nur an Argumenten sondern an den Schwerpunkten.

    Wenn über Mobbing geredet wird, dann muss auch über Werte gesprochen werden. Und über Verantwortung des Betreibers einer Plattform. Aber gemobbt wird ja nicht wegen Facebook.

    Der wichtige Punkt, der in den meisten Diskussionen kaum gehandhabt wird ist, dass Organistationen mit den Daten andere Dinge machen können als private Personen. Ein Unternehmen oder der Staat hat mehr Möglichkeiten und mehr Macht um diese Daten zu nutzen. Dazu ist die Verbindung der Daten mehrerer Benutzer oft interessanter als die Details des Einzelnen.
    Der Staat, Facebook und Co. haben mit diesen Sammlungen Möglichkeiten und Ziele die sich nicht jeder Nutzer vorstellen kann.

    Der gute Mann von der CDU kann ja gerne viel Nettes über den Staat sagen. Aber die Realität trennt zwischen kirchlicher Mitgliedschaft und religiösem Glauben und so kann man zwischen der Staatsangehörigkeit und den staatlichen Organen unterscheiden.
    Ich als Deutscher, ich als in Deutschland lebender Mensch kann das Land lieben aber dem staatlichen Handeln kritisch gegenüberstehen. (Ich muss es sogar aus Verantwortung.)
    Vergleiche mit der DDR interessieren mich nicht.

    Hat die Post in der Vergangenheit auch die Adressaten gespeichert? Kann man fragen wenn es um die Speicherung von Anrufen oder Emailempfängern geht.

    Frau Schramms Standpunkt ist eigentlich kein Standpunkt. Es ist alles eine spannende Geschichte, aber freiwillig. (was ja stimmt.) Wo liegt ihr Standpunkt? Dass Daten wenigstens effizient gesammelt werden sollen? Das es dann doch Datenschutz in bestimmten Bereichen geben muss.
    Kein Standpunkt ist auch in Ordnung. Nur, woher die Aufmerksamkeit?

    Was mir von Seiten der Datenschützer etwas fehlt ist der Gegenentwurf. Gegen Vorratsdatenspeicherung kann man sein, aber beim Thema Google, Facebook usw. muss man auch selber Vorschläge liefer was erlaubt ist, was nicht erlaubt ist usw.

  2. Um es nochmal deutlich zu machen: Julia Schramm mag wohl Mitglied der Piratenpartei sein, jedoch vertritt die Piratenpartei in keiner Weise den Post Privacy Standpunkt von Frau Schramm. Sie spricht hier persönlich für sich, nicht im Namen der Piratenpartei. Leider wird zu Anfang der Debatte suggeriert, als würde sie als Vertreterin der Piratenpartei auftreten. Das ist definitiv nicht der Fall.

    1. Kann sein, das Fr. Schramm nur für sich und die Spackeria spricht. Tatsache ist jedoch auch, das Fr. Schramm Direktkandidatin der Piraten in NRW war. Nun stellt sich die Frage, welche Meinung Fr. Schramm denn als Kandidatin der Piraten vertreten hat. Die der „Prä-Spackeria“ oder die der Piraten? Wo hört die Meinung von Fr. Schramm auf, und wo fängt die Meinung der Piraten an? Auch darf man hinterfragen, wie in einer Partei, die sich so für den Datenschutz einsetzt, jemand wie Julia Schramm zur Führungsriege gehören kann. Die Piraten haben sich u.a. mit dem Ziel des Datenschutzes gegründet. Verwunderlich, wie da eine Direktkandidatin sich so schnell davon entfernen kann.

      1. Direktkandidaten gehören nicht zur Führungsriege. Direktkandidatenwahlen sind vom Gesetz her so geregelt, dass im Wahlkreis eine Wahl ausgerufen wird. Unter Umständen gibt es außer dem Direktkandidaten kein Mitglied. Außerdem sind Direktkandidaten schwer zu bekommen, da nimmt man was man bekommen kann :D Dann müssen nur noch Unterschriften der Bürger aus dem Wahlkreis gesammelt werden.

        Insofern sind Direktkandidaten eher durch die Bürger als durch die Partei berufen. Das ist auch gut so, weil so auch ungeliebte Personen Direktmandate erreichen können. Nur ein Einschub zur Demokratie :)

  3. ich würd gern mal wissen wollen wie Spackeria definiert wird. Ich kann maximal mit dem Begriff Spack oder Spacken etwas anfangen. Aber selbst ist die Definition etwas umfangreicher.
    Hab leider grad zu „Spackeria“ nichts gefunden. Danke.

    1. Spacken + Schickeria (fehler?)

      ist das nicht ein Bayernfanclub?

      -eria ist eine Institutionalisierung (wie Pizza -> Pizzeria; cafetería usw.).
      Verkaufen die Spacken?

      Aber da ist mal eine Frage. Kommt das aus dem Spanischen?

  4. wenn dann aus Italien XD . zeige- und mittelfinger zum daumen führen und vor der brust halten, dabei „spackeria“ laut aussprechen. — ich war auch etwas verwirrt, dass sich eine von der piratenpartei da hinsetzt und „post privacy“ lebt. ich war nur verwirrt, dass spackeria (was ja ein negatives wort sein soll) mit der PP in verbindung gebracht wird. in dem fall passt es, wie julia schramm es argumentiert. constanze kurz bringt es den punkt. ein volk in sippenhaft nehmen zu wollen, für eine statistik die keine erfolge vorzuweisen hat ist bösartig. die brd-regierung ist bockig und voller neid dass unternehmen wie facebook, myspace solche daten besitzt.
    ich bleib gespannt und setze mich aktiv dafür ein dass vorratsdatenspeicherung unnötig bzw. gesetzeswidrig ist. folgende frage, ich hab in einer budestagsitzung jemanden von der CDU sagen hören, dass Vertragsstrafe droht, wenn die Vorratsdatenspeichung nicht aktiv ist. Zahlt die BRD denn schon diese Vertragsstrafe?

    1. ich hatte nur kurz gegooglet (oh nein) und da war was mit der wortendung -ería im spanischen.

      Kann da jemand aufklären wo die Endung ihren Ursprung hat.

  5. Also wenn ich lese „Constanze Kurz vom CCC und Julia Schramm von der Spackeria“, muss ich doch etwas lachen: Die beiden Organisationen irgendwie auf eine Stufe zu stellen, mutet etwas komisch an. Der Verein einerseits, der dieses Jahr 30 wird und als Instanz akzeptiert, wenn auch manchmal umstritten ist, und andererseits der kaum 3 Monate alte Irgendwie-Verbund mit Webseite und Twitter (uiuiui!) von wenigen, meist verwirrten Menschen, die eigentlich nur das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom miteinander teilen. Weil kaum jemand mit Verstand ernsthaft meint, dass Privatsphäre und Datenschutz auf konzeptueller Ebene überholt wäre, stürzen sich die Medien auf die Spackeria.

    Die Redakteurin erzählte gestern beim Kölsch nach der Veranstaltung, dass Julia Schramm nur gefragt worden wäre, weil der Bundestag Sitzungswoche hatte und keiner nach Köln reisen wollte. Der WDR hätte ansonsten ein „hochwertigeren Gesprächspartner“ vorgezogen. Man, musste ich meine Gesichtszüge kontrollieren, um nicht allzu doll zu fazialpalmieren. :)

    Übrigens, da sprach auch noch ein CDU-Mensch.

  6. Komisch, die wissen gar nichts von mir. Ich fühle mich nicht angesprochen. Das „Wir“ bin jedenfalls nicht ich.

    Woher das wohl kommt?? Grübel……

    Ups, ich weiß es, irgendwas mache ich richtig.

    Peer

  7. Boah, der CDU Mensch, da bekomm ich schon wieder ne Gänsehaut wenn ich sowas höre.

    Und dann zu dem „Argument“ wo ist denn der Unterschied ob ich meine Daten nun Freiwillig an Google gebe oder der Staat danach fragt. Ich finde ein gutes Gegenargument ist, das ich bei der freiwilligen Sache immer die Möglichkeit habe mich selber zu Anonymisieren.
    Mir sind z.B. mehr FB Profile aufgefallen, die offensichtlich nicht den Richtigen Namen enthalten, als ich es vorher vermutet hätte.

  8. Boah ist dieser CDU Typ ein Brechmittel!

    Es geht ja wohl bei VDS wohl kaum darum zu unterstellen dass der Staat etwas böses möchte sondern es geht darum dass diese Daten am besten gar nie erfasst werden sollte, weil die Gefahr zu groß ist, dass sie in falsche Hände geraten.

  9. Ich möchte mal eine Lanze für Julia Schramm brechen. Natürlich wirkt es befremdlich, wenn man die post-privacy-Spackos gegen eine Institution wie den CCC und eine sehr reflektierte und in solchen Dingen erfahrene Constanze Kurz antreten lässt. Da ist mindestens eine ganze Liga unterschied dazwischen, was dem Panel dann doch auch etwas die Aussagekraft nimmt. Dennoch ist es wichtig, dass jemand in dieser heutigen Zeit mit der Öffentlichkeit und öffentlichen privaten Daten experimentiert und nicht nur Gefahren und Repression sieht, sondern auch Möglichkeiten. Privatheit, Öffentlichkeit, Datenschutz. Alles Dinge die auch mit der Zeit gehen sollten und ggf. neu verhandelt werden müssen. Fallbeispiele helfen da.

  10. Ich bin überrascht. Nähmlich darüber, dass Frau Kurz und der Moderator noch ernsthaft Faru Schramm zuhören. Sie redet ohne Struktur, ohne Logik, ohne Wissen und zieht vollkommen unpassende Vergleiche. Ich hätte das Interview abgebrochen.

    Der CDUler vertriit zwar nicht meine Ansicht, kann aber immerhin argumentieren.

    Frau Kurz ist kompetent wie immer. Sie hätte mehr Sprechzeit verdient.

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