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Datenjournalismus: Es braucht einen langen Atem

Ronnie Grob hat für die Medienwoche Christina Elmer zum Thema Datenjournalismus interviewt, die bei der dpa Redaktorin für Infografiken ist: «Es braucht einen langen Atem».


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Ein schönes ist das Elterngeld: Jedes Jahr verbreitete das Familienministerium Jubelmeldungen, dass es gut angenommen und auch von immer mehr Vätern beantragt werde, etc. Das statistische Bundesamt liefert dazu jeweils ein Datenblatt, auf dem steht, welche Sätze verteilt wurden und wie lange Elterngeld ausbezahlt wurde. Es stellte sich heraus, dass die Hälfte nur den Mindestsatz erhält, es sich dabei also um Studenten, Arbeitslose oder Geringverdiener handelt. Geplant war das Elterngeld aber, um ganz normal Beschäftigte dazu zu bewegen, eine Pause für das Kind einzulegen. Die meisten Väter beanspruchten das Elterngeld nur für ein paar Monate, die Mütter dagegen zum grössten Teil ein volles Jahr. Das stand zwar in den Daten drin, nicht aber in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Ein Kommentar
  1. Das Thema „Datenjournalismus“ ist bekanntlich seit einiger Zeit in Diskussion. Zu Recht, wie mir scheint. Allerdings braucht es ein bisschen mehr als einen langen Atem. Gerade was die Statistik anbelangt, muss ein Datenjournalist einerseits einen relativ grossen Zeitaufwand berücksichtigen (Wer zahlt das?). Andererseits benötigt er eine gehörige Portion mathematischer und statistischer Grundkenntnisse, um Statistiken richtig zu lesen, zu interpretieren und unter Umständen zu visualisieren. Nicht selten braucht es auch ein gewisses Mass an Talent oder Phantasie, um neue Zusammenhänge zu entdecken.

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