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Anti-Zensur-Proteste in der Türkei

Im August soll in der Türkei eine neue Vorschrift der Regulierungsbehörde Bilgi Teknolojileri (BTK) in Kraft treten, die hauptsächlich mit Jugendschutz-Überlegungen begründet wird: Der Zugang zu Gewalt und Pornografie soll für Jugendliche verhindert werden.


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Ein Umgehen der Filter soll unter Strafe gestellt werden, über die geplante Filtertechnik gibt es bisher gesicherten keine Informationen. Ebenso wenige Erklärungen gibt es dazu, wie man sich die verschiedenen „Levels“ von Internet-Zugang vorstellt: ein bisschen, ein bisschen mehr und viel Zensur? Weiterhin plant die BTK noch, bestimmte Wörter in Domainnamen zu verbieten.

Netzsperren sind in der Türkei nichts neues. Wir erinnern uns, wie ganz blogger.com aus Urheberrechtsgründen gesperrt wurde, und dass YouTube gesperrt wird, weil es dort ein Video gibt, in dem Attatürk verunglimpft wird. Über 5.000 Seiten werden heute schon gesperrt. Umso wichtiger ist es, dass sich sich nun vehemente Proteste formieren.

In über 40 Städten gab es Proteste, den größten mit über 5.000 Teilnehmern in Istanbul. An Online-Aktionen beteiligten sich weit über eine halbe Million Menschen. Bei Hürriyet gibt es eine Fotogallerie der Proteste in Istanbul – und hier haben wir noch ein Video gefunden:

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6 Kommentare
  1. Da hoffe ich mal, dass sie mir nicht kommen, wenn ich wie gewohnt (und auch jetzt…) meinen VPN-tunnel benutze…

    Wenn 5000 stimmt, ist das echt schade, bei 15 millionen Einwohnern. Ich hoffe, es war in Wirklichkeit mehr… auch ich hatte vor, hin zu gehen, aber leider konnte ich nicht.

    Wer wer diese Straße kennt, sieht, dass sie durch diese Demo nicht viel voller geworden ist, die sieht immer so aus, vor allem an einem Sonntag warmen Sonntag wie gestern ;)

    Gruß aus Istanbul

    1. das stimmt so aber nicht ganz.
      die istiklal ist buchstäblich aus allen nähten geplatzt. als der anfang der demo in tünel angekommen, stand das ende noch immer am taksimplatz. die polizei musste die menge trennen, weil niemand mehr nachrücken konnte auf der istiklal. und wie unten schon erwähnt: 5000 kann nicht stimmen. ich hab hier mehr von 50.000 gehört, konnte es bisher aber noch nicht durch ne quelle bestätigen.

  2. Gut, dass die Leute das Problem erkennen, wahrnehmen und dagegen vorgehen wollen.
    Es ist sehr schade, dass die Politik bzw. die führenden Mächte nicht die Möglichkeiten erkennen die sich ihnen bietet, wenn es eine Informationsfreiheit gibt.

  3. ich lebe zur zeit in istanbul und bekomme alles hautnah mit.
    schwer auf englisch zu googlen, aber soweit ich weiß, waren es um die 50.000 menschen auf den straßen.
    wir haben ein projekt gestartet: banned words on revolting parties.
    über support und beteiligung würden wir uns freuen:
    http://tinyurl.com/yes-they-ban

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