Demokratie

Tauss teilt aus: Kleines “Who is Who” zur Internetenquete

Zugegeben, ich fand die Idee eines „Who is who“ schon beim Gesprächskreis Netzpolitik der SPD interessant. Ich wollte einfach wissen, wer da diskutiert. Und vor allem, mit welchem Background. Diesbezüglich ist das „Who is who“, das man auf der offiziellen Netzplattform der SPD findet, ja leider etwas dünn. Meinen Plan, hier bei Netzpolitik.org eine Liste mit Homepage- und/oder Blog-Adressen der GK-Teilnehmer zu veröffentlichen, habe ich dennoch verworfen. Gerade gegenüber den in der Runde aktiven Privatpersonen fand ich eine Veröffentlichung falsch und unangemessen. Zu mehr als einer Twitterliste konnte ich mich letztendlich nicht durchringen.

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Bei der frisch eingerichteten Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ schaut das natürlich anders aus. Bei den 17 Mitgliedern der Enquete handelt es sich schließlich um Berufspolitiker. Auch die 17 Sachverständigen, die zum Teil bereits feststehen (u.a. Markus für die Grünen, Constanze Kurz vom CCC und Annette Mühlberg von ver.di für die Linke und – zumindest laut TelepolisAlvar Freude vom AK Zensur für die FDP?), werden sich Fragen nach Background und Qualifikation gefallen lassen müssen. Allerdings würde ich bei einem Dossier/bei der Bewertung einzelner Personen nie nie nie so weit gehen wie Jörg Tauss von der Piratenpartei in seinem Blog:

Nüchternes Fazit  zu Beginn: Offensichtlich schwarzgelbe Spielwiese für viele Bundestagsneulinge, ein Reha- Camp für Martin Dörmann, viele selbstständige IT- Berater dabei und ein unsäglicher Vorsitzender.

Bitte hier entlang: „Who is Who zur Internetenquete“

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13 Kommentare
  1. @Tharben: Siehe Markus. Telepolis schreibt das, ich wunderte mich. Ich schätze mal, dass Alvar das gleich/später richtig stellen wird, wenn er wieder Netz hat ,)

    Update: Ach, das ist alles viel lustiger. Details dann nächste Woche. Ich darf aber schonmal bestätigen, dass Alvar nicht von der FDP bestellt wird.

    Update, 31.03.: Die versprochenen Details gibt es nun u.a. bei Fefe.

  2. Whut?! Alvar für die FDP?!

    Bei Freude und SPD muss ich schon schlucken. Aber FDP? Weia. Auch noch unter der Hand. Gee! Das geht nicht gut. :)

    @Jo Danke für den Hinweis. Wenn Tauss‘ Blog nur nicht so schlecht lesbar wäre.

  3. Elegantes Beispiel der Polemik. Denn zu behaupten, man würde sich nie trauen, eine Aussage zu tätigen, um sie dann zu zitieren, ist fast so gut, wie sie zu tätigen. Man denke nur an die vielen Politiker, die immer wieder behaupten, ihren Konkurrenten um Stimmen bestimmte Dinge nie(!) unterstellen zu wollen, und genau dieses tun.

    Allerdings: ich lese das Blog sehr gerne und finde (fast) alle Beiträge sehr lesenswert. Insofern: danke für die viele Mühe, die Ihr Euch macht.

    Gruß
    sirio

  4. Wobei zu Tauss Bemerkung eventuell wichtig ist seinen Kommentar weiter unten zu beachten:
    [quote]NotPeeSee: Selbstverständlich. Ich habe in meiner ersten Legislaturperiode in der Enquete als ein Neuling viel gelernt und mich sehr engagiert. Aber wenn man es nur der 2. und 3. Reihe und den Neulingen überlasst, kommt nichts dabei raus. Da können dann die “Alten” in den Fachausschüssen blockieren. Also müssten von denen welche mit ins Boot geholt werden.

    Dass dies nicht erfolgte, unterstreicht meine Einschätzung dieser Enquete. Ich bin schon früher skeptisch gewesen, was die Wirkung dieser Enquete anlangt. WENN sie politisch Schlagkraft haben soll, sucht man sich einen starken Vorsitzenden und macht einen Mix aus erfahrenen und unerfahrenen Leuten. Macht man dies nicht, beweist man damit, dass man es tatsächlich nicht richtig ernst meint. Es geht also nicht um “Meckern” ;) [/quote]

    Hätte er vielleicht noch in den Artikel direkt einbringen sollen:)

    1. @vera: Der Spam-Filter hat sich heute Nacht wohl verselbstständigt und einen Haufen Kommentare aussortiert, die ich gerade erstmal aus den Untiefen von WordPress befreien musste.

  5. @vera: Sagen wir mal, Tauss‘ liegt, bei allem Respekt, mit der Einschätzung „Spielwiese für Bundestagsneulinge“ wohl nicht ganz falsch. Das kann man den „Neulingen“ – und da haben wir das nächste Problem meiner Nörgelei – aber schwerlich zum Vorwurf machen (Vgl. „Piraten in der SPD“ und sonst wo …). Auf den anderen Seite scheint mir Tauss‘ Frage, warum die Enquete nicht ausgewogener besetzt ist, würde man sie tatsächlich ernstnehmen, durchaus berechtigt.

    Zu welchen Effekten inbesondere die sich abzeichnende starke Einbindung zivilgesellschaftlicher „Sachverständinger“ in die Enquete oder an anderen Stellen führen wird, wird sich auch zeigen müssen. Als grenzenloser Optimist hoffe ich natürlich, dass es mehr als eine Beschäftigungstherapie bzw. das Wegparken nerviger Kritiker wird. Auf der anderen Stelle sehe ich schon jetzt viel Energie durch Reibung verpuffen.

    Für mich als Aussenstehenden ist aber vor allem interessant, wie sich die Kommunikation der Beteiligten untereinander verändert, je stärker sie im politischen Betrieb eingebunden werden. Und was das betrifft, bin ich nicht sicher, ob die bereits jetzt bemerkbare Schwächung des zivilgesellschaftlichen Potentials durch die neuen Möglichkeiten aufgewogen wird. Andererseits, wenn man sowas wie einen Generationswechsel in der Politik will, muss man da wohl durch.

    Vielleicht wird’s ja ein Überaschungserfolg against all odds ,)

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