Öffentlichkeit

Junge Union Berlin fordert Pornographieverbot

Während der Deutschlandrat der Jungen Union Deutschland am vergangenen Woche „Löschen statt Sperren“ gefordert hat, erklärt die Junge Union Berlin heute in einer Pressmeitteilung, dass sie die Einrichtung einer Netzzensur-Infrastruktur befürworten und gleich noch ein „effektives Pornographieverbot für Jugendliche“ anstreben: Junge Union Berlin: „Stoppt die Generation Porno! Wir fordern ein Pornografieverbot im Internet!“


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Es ist völlig unverständlich wie viele Politikerinnen und Politiker (auch der CDU/CSU) tatenlos bleiben. Anstatt mit aller Macht nach technischen Lösungen für die Eindämmung der Pornografie zu suchen, wird über die Meinungsfreiheit und Zensurfragen philosophiert. Dazu passt, dass eine interne BKA-Studie, die der Zeitung „Die Welt“ vorliegt, aufzeigt wie überfordert das BKA mit den derzeitigen Regelungen ist. Die Löschungsbemühungen bei Kinderpornografie-Inhalten bleiben völlig wirkungslos. Die Maxime „Löschen statt Sperren“ scheint nicht zu wirken. Wir haben als Junge Union auch lange gesagt, dass Sperrungen nutzlos, kontraproduktiv und zudem relativ leicht zu umgehen sind. Aber das Gleiche scheint für die Löschungsversuche zu gelten. Ein Umdenken muss her. Wir brauchen die Sperrung von kinderpornografischen Inhalten, wir fordern die Einrichtung wirksamer Altersbeschränkungen gegen die Porno-Welle aus dem Internet, wir fordern Aufklärungsprogramme für Eltern und Kinder. Ziel muss ein effektives Pornografieverbot für Jugendliche im Internet sein.

Update: OrderbyRand weist in den Kommentaren auf ein kleines Logikproblem in der Argumentation hin:

a: Sperren sind nutzlos
b: Löschen funktioniert nicht
c: Dann lieber sperren.

Lustig ist auch noch ein anderer Abschnitt aus der Pressemitteilung:

“Die Politik schaut zu wie die Jugendlichen zuschauen, wenn Filme mit fast unvorstellbarem Inhalt laufen. Pornografie ist immer frauenfeindlich, sie erhöht die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen gegenüber anderen Menschen und sie verdirbt die sexuelle Entfaltung”

Da werden sich erstmal die feministischen Filmemacherinnen nicht berücksichtigt fühlen, die Pornographie für Frauen machen (das gleiche gilt auch für schwule Filmemacher) und für den Kausalzusammenhang zwischen dem Schauen von Pornos und der erhöhten Gewaltbereitschaft möchte ich mal die wissenschaftliche Forschung sehen.

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116 Kommentare
  1. Man fühlt sich an Phil Connors erinnert, der jeden morgen 6 Uhr aufwacht und immer denselben Murmeltiertag erlebt.
    Nur handelt es sich nicht um possierliche Tierchen, sondern ehrgeizige Konservative, deren Erlebnis-Horizont offensichtlich nicht nur einen Tag, sondern Jahrzehnte hinterherhinkt.
    Und das mit Ansage, denn wer hätte geglaubt, daß nicht irgendwann der Aufschrei käme „Seht ihr, das funktioniert ja gar nicht. Wir wollen Sperren“.
    Irgendwo in einem Keller des Konrad-Adenauer-Hauses steht eine Volksverblödungsmaschine und beginnt wieder auf Hochtouren zu laufen. Falls sie jemals Pause gemacht hat.

  2. Ich kann ja immer nicht glauben dass die sowas ernst meinen.
    JU-Logik:
    a: Sperren sind nutzlos
    b: Löschen funktioniert nicht
    c: Dann lieber sperren.

    Schönes Beispiel, wie falsche Prämissen zu falschen Ergebnissen führen.

  3. Also meines Wissens sind Pornos erst ab 18, also eh schon Tabu für Jugendliche.

    Wie wäre es mal damit bestehenden Jugendschutz gescheit umzusetzen, anstatt neue Verbote zu schaffen, an die sich eh keiner hällt?

  4. Da sans ja, die geistigen Brandstifter und Zensurhanseln.

    Und wenn wir grad dabei sind, glei noch die Gewalt und diese Musik von den langhaarigen Bombenlegern auch noch verbieten.

    Weil da könnt ja jeder kommen. Und wenn dann jeder gekommen wäre, der kommen könnte, würd keiner mehr übrig bleiben, um zu kommen.

    Wenns nach denen ginge, müssten wir uns doch bei jedem einloggen ins Internet per Fingerabdruck identifizieren, dürften dann nur noch DE-Mails schreiben, die ihre Kumpels alle mitlesen würden und uns auf der Blümchenwiese Internet auftoben, solange wir nicht gegen Ilse Aigners Benimm-Polizei (natürlich angesiedelt beim BKA) verstoßen.

    Im Ernst: Solche kleingeistigen Aussagen zeigen genau, warum das Zugangserschwerungsgesetz eine ganz ganz schlechte Idee ist.

    Generation Porno. Was für ein Schwachsinn.

  5. weia… da packt aber einer die ganz große Keule aus in der restlichen Pressemitteilung:

    „Die Politik schaut zu wie die Jugendlichen zuschauen, wenn Filme mit fast unvorstellbarem Inhalt laufen. Pornografie ist immer frauenfeindlich, sie erhöht die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen gegenüber anderen Menschen und sie verdirbt die sexuelle Entfaltung“

    *facepalm*

    Da will aber jemand ganz gehörig die Zeit zurück drehen in die 50er Jahre. Erschreckend nur, daß es in diesem Fall die junge Generation ist, nicht die alten verklemmten Säcke, denen schon immer die Sexuelle Revolution ein Dorn im Auge war.

  6. „Wir brauchen die Sperrung von kinderpornografischen Inhalten, wir fordern die Einrichtung wirksamer Altersbeschränkungen gegen die Porno-Welle aus dem Internet, wir fordern Aufklärungsprogramme für Eltern und Kinder. Ziel muss ein effektives Pornografieverbot für Jugendliche im Internet sein.“
    Zuerst mit Kinderpornographie winken, und das dann im gleichen Satz auf Pornografie ausweiten. Gibt es dazu eigentlich irgend welche Studien oder Begründungen, weshalb und in welcher Form Pornografie schädlich sein sollte? Denn wenn nicht dann sehe ich auch keinen Grund, sie zu verbieten. Oder wollen die sie einfach verbieten sich so etwas „nicht gehört“?

  7. Gab es da nicht vor kurzem im Schwabenländle nicht auch ein paar JU’ler, die mit Ihren Forderungen etwas sehr weit nach rechts abgedriftet sind?

  8. Dass ihr euch noch die Mühe macht, argumentativ auf die kruden Ergüsse der Jungunionisten einzugehen.

    Man sollte sie einfach unerwähnt lassen, die Jungs und Mädels sind wirklich nicht relevant. Das ist nur noch obskure Subkultur, geht da mal hin, wenn die sich treffen. „Normale“ Heranwachsende findet man unter denen nicht…

  9. Sind dann nach Ansicht der JU Berlin Schwulenpornos auch frauenfeindlich?

    Dieses Statement wäre sehr lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Und solche Leute wollen uns irgendwann regieren. Kaum 25, und mental schon in Rente. Obwohl, die 68er gehen ja jetzt in Rente, die waren da schon wesentlich weiter.

  10. Waren das nicht auch die Bengel von der Jungen Union, die vorgeschlagen haben, dass es Pornografie im Internet nur noch nach 22.00 Uhr geben soll?

    Übrigens sollen so „Killerspiele“ auch ganz dolle böse sein und voll gewalttätig machen… o.O Wie wär’s mit ’nem Verbot?

  11. *Die Juuuunge Unioooohoooon ist unsere Missioooohooooon …. *

    Mal im Ernst : Wundert sowas noch irgendwen hier ?

    „Wir sehen doch grade, dass das BKA mit dem löschen überfordert ist“ – klar, weil sie sinnlos Ressourcen darauf verpulvern, die Propagandatrommel für Zensur und VDS zu rühren, und weil sie es auch wahrscheinlich noch immer nicht richtig versuchen. Sicher, wenn man bei jeder gefundenen Kinderpornoseite erstmal zum Vorgesetzten geht, der Vorgesetzte dann einen Brief an den ausländischen Kollegen schreibt, der ausländische Kollege das dann von seinen eigenen, selbst überlasteten, Untergebenen prüfen lässt, und dann wahrscheinlich den Provider in seinem Land nach 3+ Monaten (weil das natürlich auf jedem Schreibtisch ertstmal ne Woche oder so liegt) mal irgendwann zur Löschung auffordert, dann kann das ja nicht funktionieren.
    Das ist natürlich ein super Gegenargument gegen löschen, solange man sich immer hinter dem Scheinargument versteckt, man dürfe ausländischen Providern keine Anweisungen zum löschen zustellen. Dass man das gar nicht muss, weil eine freundliche Bitte (die man ja sicher äussern darf) völlig ausreichen würde, macht man sich nicht klar. Das widerspricht auch dem guten alten deutschen Hierarchiegedanken. Die sollen uns keinen Gefallen tun, weil sie den Schund selbst nicht auf ihren servern wollen, nein, die sollen gefälligst unsere Anweisungen ausführen, und sich dabei möglichst tief verneigen. Sonst macht Polizeiarbeit ja auch gar keinen Spaß mehr.

  12. @ _Flin_

    Nee, die sind nicht frauenfeindlich, viel schlimmer: Guckst Du die, wirst Du S-C-H-W-U-L!!!!!

    Und in Zukunft müssen wir uns dann alle für die genauestens protokollierten Internetsitzungen mit der DE-Mail-Kennung einloggen und Partner und Partnerinnen erhalten ein monatliches Update über unser Surfverhalten von der Sittenpolizei frei Haus.

    Spätestens dann wandern wir in den Iran aus ;-)

  13. “Filme mit fast unvorstellbaren Inhalt”

    …aus meiner eigenen, schon länger zurück liegenden JU-Zeit (ja ich war mal Mitglied, Schande über mich…) kann ich im übrigen bezeugen, daß es dort jede Menge Leute gibt, denen a priori jegliches sexuelles Vorstellungsvermögen fehlt. ;-)

    Aber die Verklemmung scheint seitdem zugenommen zu haben. Hielt man sich früher bei solchen politischen Themen eigentlich eher bedeckt und äußerte sich *garnicht*, so scheint nun die Verteufelung alles Sexuellen, und zwar unter Gebrauch von Halbwahrheiten, Lügen und unhaltbaren Behauptungen dort Einzug zu halten. Und das i-Tüpfelchen ist halt anscheinend nun neuerdings, legale Erwachsenenpornografie wenn auch nicht in einem Atemzug, wohl aber in derselben Pressemitteilung mit Kinderpornografie in einen Topf zu werfen. Liebe JU-(Ex-)Kollegen, habt erst mal selber ein bisschen Sex, bevor ihr denkt mitreden zu können.

    Einfach nur ziemlich schwach für einen Verein, der sich als „Jugendorganisation“ sieht und eigentlich die Belange der jungen Generation vertreten sollte.

  14. Bei solchen Sätzen wie:

    „Anstatt mit aller Macht nach technischen Lösungen für die Eindämmung der [Hier böse Sache einsetzen] zu suchen, wird über die Meinungsfreiheit und Zensurfragen philosophiert.“

    läuft es mir kalt den Rücken runter. Meinungsfreiheit – unsinniges Geschwätz. Wer wagt es, sich um Meinungsfreiheit zu kümmern, während evtl. Heranwachsende anderen beim Bumsen zugucken können?

    Im Ernst, hier sieht man, auf welchem Weg wir sind: zum Totalitarismus des Gutmenschentums. Angefangen hat es mit Kinderpornographie, jetzt sind wir bei normalen Pornos. Glücksspiel kommt bestimmt auch bald noch mal. Als nächste Kandidaten tippe ich auf Online-Alkoholshops. Oder Lebensmittel, die machen ja dick.

  15. „Pornografie ist immer frauenfeindlich, sie erhöht die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen gegenüber anderen Menschen und sie verdirbt die sexuelle Entfaltung“

    …und außerdem kriegt man davon Rückenmarksschwund…

  16. Haha, die Aussagen sind lustig. Verklemmt, christlich, puritanisch und natürlich unrealistisch. Außerdem fern der Welt. Das Internet ist doch kein Dorf. Aber Fakt ist doch: Pornographie wird irre gut bezahlt, deshalb machen das die Darsteller. Und auch wenn es die junge Union vielleicht nicht glaubt, aber Pornostars wie Sasha Grey sind heute meist ihre eigenen Produzenten, die selbstbestimmt aussuchen, wie, was und mit wem sie drehen. Und das als Frau. Hui. Die lässt sich von dieser Christen-Prüderie bestimmt gerne „befreien“ und den Verdienst streichen :D

  17. Wieso versucht die Union Deutschland mit allen mitteln wieder Richtung Mittelalter zu schubsen?

    Naja zum Glück merken die Leute langsam was das für ein Haufen ist. An den Umfragewerten sieht man das die Vernunft langsam siegt.

    #CDU- #Union-

    1. @bundestrainer:

      Klar, aber 250 Dollar für einen Blowjob, 600 Dollar für Vaginalverkehr, 800 bis 900 für Anal und 1200 Dollar für DP ist trotzdem noch ok. Und noch lange Zeit mehr als in Ungarn am Kiosk zu arbeiten ;)

      Sonst würden die Mädels das nicht machen.

  18. Amüsant, die ganze Angelegenheit. Noch viel amüsanter die vielen lustigen Kommentare hier.

    Eine gute Mischung aus (1) die Aussagen mit Befremden wahrnehmen, und (2) am Ende doch nicht allzu ernst nehmen.

    Weiter so :)
    ta-ta
    E.

  19. Absolut lesenswert im Zusammenhang mit CDU und Sexualmoral:

    http://ludersocke.wordpress.com/2010/01/14/die-sexindustrie-in-deutschland/

    Zitat:

    „Erst Ende der 40er und in den 50ern entwickelte sich unter starker Einflussnahme der Kirchen – über die christlichen Parteien CDU/CSU auch auf die dementsprechende Gesetzgebung – eine zutiefst konservative Sexualkultur. Diese Vertreter einer rückwärtsgewandten, auf die Ehe und Familie ausgerichtete Sexualmoral, stammten aus den Kirchen, politischen Parteien, Medien und der Wissenschaft und propagierten Jungfräulichkeit bis zur Ehe und wandten sich vehement gegen Onanie und gegen die „Schmutz- und Schundliteratur“.“

  20. Komisch, ich dachte immer nur die ältere Generation sei, sagen wir es drastisch, verkalkt, aber dass auch die Junge Union so einen Quatsch veröffentlicht…

    Jetzt mal völlig im Ernst: Sind die doof?
    Also eigentlich bin ich der Meinung, dass das nicht so ist, aber anders kann ich mir das bald nicht erklären.

    Jeder Mensch, der einigermaßen fit im Kopf ist bzw. halt nicht einen krass beschränkten Horizont hat, sollte doch bitte auch nach bestem Wissen und Gewissen handeln.
    Wo ist mein Fehler? Richtig – In der Politik darf man weder Wissen noch Gewissen voraussetzen. Schade!

    open mind for a different view

  21. Wie wäre es mal mit einer Aufklärungskampagne unter dem Motto „Sex kann auch Spass machen“ für die JUler und eventuell einer anonymen Hotline …?

  22. „verdirbt die sexuelle Entfaltung“

    Wie kann man sich das vorstellen? So eine hohle Aussage! Als gäbe es genau eine richtige Art wie man sich zu sexuell zu entfalten hat und alle anderen sind schlecht. Spucke ja, Urin nein, auf dem Rücken ja, auf dem Bauch nein, Blümchensex nein, Messdiener-Roleplay ja.

    Welche Art das zu sein hat bestimmt wahrscheinlich der Gott der Christlich Demokratische Union.

  23. Ach, die Jungunionisten. „Pornografie ist immer frauenfeindlich …“, haben die eigentlich bedacht, wie lächerlich sie sich machen, wenn sie Argumente vorbringen, die schon vor einem Vierteljahrhundert überholt waren? Nicht dass ich alle Forderungen nach feministischer Pornografie unterschreiben würde (einiges klingt da schon sehr formalistisch), aber zumindest mitbekommen sollte man auch in Reinicken- Wilmers- und Zehlendorf haben, dass bestimmte Diskussionen längst geführt werden:

    http://www.poryes.de/index.php?option=com_content&view=article&id=9&Itemid=11

  24. Wir haben als Junge Union auch lange gesagt, dass Sperrungen nutzlos, kontraproduktiv und zudem relativ leicht zu umgehen sind. […] Wir brauchen die Sperrung von kinderpornografischen Inhalten […]

    Ich hab’s. Das ist einfach Realsatire. Da macht sich die JU über die JU lustig. Anders kann ich mir das nicht erklären. *rotl*

  25. „Die Politik schaut zu wie die Jugendlichen zuschauen, wenn Filme mit fast unvorstellbarem Inhalt laufen.“

    die Politik schaut den Jugendlichen dabei zu wie sie Pornos konsumieren? Ich glaube dann sollte man die wegen Besitz von Jugendpornographischem Material verhaften, diese böse Politik!

    Ach ja, eine Stilblüte noch von der Seite, genauer unter ->Vorstand: Conrad Clemens, also der selbe der als Kontakt unter dem Artikel steht:
    „Der kreative Individualismus, der Berlin ausmacht, ist keine linke Strömung, sondern der Drang nach Freiheit und Selbstverantwortung, den kein staatliches Handeln befriedigen kann!“

    genau, ein Verbot der Pornographie dient nämlich nichts anderem als der Freiheit und Selbstverantwortung!
    Entschuldigung, aber dieser Typ hat die Weisheit echt nicht mit Löffeln gefressen.

  26. Wenn ich mich recht entsinne gibt es sogar eine ziemlich neue Studie, die genau das Gegenteil eines Anwachsens der Gewaltbereitschaft bei Pornokonsum zeigt.
    Das Problem ist wie immer dass hier komplett an wissenschaftlichen Grundlagen vorbei und nach eigenem Moralempfinden argumentiert und man muss wohl sagen auch polemisiert wird. Ich finde es echt zum kotzen dass man in der CDU so arrogant und reaktionär ist, dass man meint seine eigene Meinung überwiege wissenschaftliche Argumente.

    Dazu zwei links, leider ist das erste Paper selbst wie so oft nur Abonnenten zugänglich, aber vielleicht kommt man über seine Uni da ran:

    http://www.the-scientist.com/article/display/57169/;jsessionid=C0BB69BAB87DE1F51B6F3D2E231030EF

    http://books.google.ca/books?id=eHRlgNC4y2UC&printsec=frontcover&dq=Michael+Goldstein+and+Harold+Kant&source=bl&ots=mSPSZ98eNd&sig=i43xpKVKbL-d2nOPSJTJ7brC2dE&hl=en&ei=2lieS9bpCt358QbO_JS8Ag&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAYQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false

    In ersterer Studie wird auch gezeigt, dass eine strikte religiöse Erziehung mit der einhergehenden Verteufelung von Sex zu MEHR sexueller Gewalt führt.
    Aber all das wird sicher niemanden daran hindern weiterhin Un- und Halbwahrheiten zu verbreiten. Schade nur dass die Bildleserschaft sowas nur allzu gerne schluckt und so ein reaktionäres Gesetz durchaus Chancen haben dürfte.

  27. Ich habe erst heute einen Beitrag/Transskript einer Radiosendung gelesen, dass Leute, die an etwas glauben durch belegbare Fakten für das Gegenteil sich in ihrem ursprünglichen falschen Glauben sogar bestärkt fühlen.

    Muss etwas mit der Verdummung der Menschheit zu tun haben. Beispiel (kein Bashing, nur zur Veranschaulichung):

    Person A: Apple sagt sie haben nichts falsch gemacht.

    News: Consumer-Report zeigt Konstruktionsfehler am iPhone

    Person A: Wenn Apple sagt sie haben nix falsch gemacht, dann muss der Consumer-Report von Apple Gegners bezahlt worden sein

    Greetz,
    GHad

  28. Nur eine kleine Ergänzung: Mit christlich hat das Ganze Nix zu tun. Ein Christ ist per Definition ein Nachfolger (Anhänger) von Jesus Christus. Und das ist etwas anderes als ein Anhänger von Josef Kardinal Ratzinger oder Bischof Mixta.

    Allerdings ist die Verwechslung weder unüblich noch erstaunlich. Insbesondere, da sich die beiden C-Parteien im Namen christlich nennen, aber dabei nicht Christus, sondern eine humanistisch-Abendländische Kultur vertreten, die letztendlich den Menschen zum Gott erhebt und damit das Gegenteil von Christus behauptet.

    Ansonsten stimme ich mit dem Artikel sowie den Kommentaren durchaus überein. Es ist zum Heulen, was uns inkompetente Möchtegern-Herrscher so Alles aufzwingen.

    1. Seit wann hat die CDU auch nur entfernt etwas mit Grundüberzeugungen des Humanismus zu tun? Die vertreten doch in aller Regel das genaue Gegenteil.

  29. Ich persönlich fordere ein Romantikfilm-Verbot für Jugendliche. Die Darstellungen sind unrealistisch, verführen zu einem höchst oberflächlichen Miteinander und Reduzieren Männer auf hübsche Fassaden ohne Innenleben, die lediglich als Resonanzboden für die weibliche Seelenschau dienen.

  30. Warum sollte man sich in der Argumentation auch von der Logik behindern lassen? Der Typ ist super, wenn das ein Wissenschaftler sein will (als Promotionsstudent), dann wundert mich nichts mehr.

    Also, weiter so, mit solch überzeugenden Argumentationsketten reicht es bestimmt bald für den Bundestag. :)

  31. „Pornografie … verdirbt die sexuelle Entfaltung”
    – Ich lach mich krumm, vor lauter Fixierung auf Film, Foto und andere voyeuristische Möglichkeiten vergessen die jungen Kerle heute, ihre Mädels flachzulegen, dabei haben die sich so darauf gefreut ….
    Leider dauert es statistisch viel zu lange, bis diese Sorte Leute mangels Vermehrung ausgestorben ist.

  32. Zwei auffällige Punkte:

    Ich frage mich, ob die Junge Union jetzt einfach nur neidisch ist, daß die Politik bei „fast unvorstellbarem Inhalt“ zuschaut und sie nicht.

    Und wenn die Inhalte für die JU samt und sonders nur „fast unvorstellbar“ sind, dann hat sie wohl eine recht schmutzige Phantasie. So prüde können sie dann doch nicht sein.

  33. Mein Vorschlag: Die Junge Union sollte sich, ganz im Sinne von George Orwells „1984“, umbenennen in „Junioren Anti-Sex-Liga“. Das fände ich doppelplusgut.

  34. für den Kausalzusammenhang zwischen dem Schauen von Pornos und der erhöhten Gewaltbereitschaft möchte ich mal die wissenschaftliche Forschung sehen

    Die C?U und damit auch die JU sind Ausgründungen der Katholiken. Da nach wissenschaftlicher Argumentation zu verlangen ist bestimmt schon Blasphemie :)

  35. ohne Pornos würde der durchschnittliche JU’ler niemals erfahren wie ne nackte Frau aussieht… zumindest nicht vor der Ehe… ;-)

    Also schneiden sie sich mit soetwas ins eigene Fleisch :D

  36. >>Dazu passt, dass eine interne BKA-Studie, die der Zeitung „Die Welt“ vorliegt, aufzeigt wie überfordert das BKA mit den derzeitigen Regelungen ist. Die Löschungsbemühungen bei Kinderpornografie-Inhalten bleiben völlig wirkungslos.<<

    Hat nicht vor einiger Zeit mal ein Blogger versucht, Kinderpornographie löschen zu lassen, und damit erstaunlich große Erfolge erzielt? Ich finde es gerade nicht, aber hab sowas in Erinnerung. Dann scheint das BKA wohl irgendwas falschzumachen.

  37. Ich habe soeben mit Conrad Clemens gesprochen, um mich über die Authenzität der Pressemitteilung zu unterhalten. Teilweise kam ja die Frage auf, ob sie es erst meinen und ob deren Webserver gehackt wurde.

    Kurzzsammenfassung: Die meinen es so.
    Langfassung: http://bit.ly/9tL9FC

    Viele Grüsse, @Karpfenpeter

  38. Falls es noch keiner der 70 Kommentatoren vor mir gesagt hat: Schön, dass die JU in der Mitteilung auch schön noch Kinder(!)pornografie zur „normalen“ Pornografie beimischt. Totschlagargument, eben…

  39. Meine Meinung: TV und Internet runterfahren, zeitliche Beschränkung auf eine Zeit von 18 bis 23 Uhr.

    ISP Sperren von Porn, Crime und Games Portalen.
    Weiterhin Einwahl nur mit IPv6 / E-Perso + User ID und dann wird sich alles alleine regeln.

    Werdet sehen, in Zukunft wird weniger gesurft und die Volksverblödung nimmt ab. Denn der meiste Mist kommt leider aus TV und Internet.

  40. na ganz so unrecht, scheinen die jung-unionisten nicht zu haben

    vielleicht sind onlinepornos sogar für eines der schlimmsten übel unserer tage verantwortlich….

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sexfilme-machen-konservativ/1802102.html

    andererseits,
    so nett das auch klingt pornos zu verbieten
    und „vom iran lernen heißt siegen lernen!“

    denke mal nicht dass da der großteil der CDU stammwählerschaft so glücklich drüber sein wird

    http://www.welt.de/vermischtes/article3322010/Konservative-sind-die-groessten-Pornogucker.html

  41. @Die Welt ist garnicht so:

    Das Interview lässt keine Fragen mehr offen.

    Die Thesen dieses ominösen Conrad Clemens sind unqualifizierte welt- und technikfremde Gehirnfürze, für die er nicht einen Hauch eines handfesten Beweises hat.

    Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt.

    Aber das hat ja Zensursula auch schon getan. Herr Clemens steht somit in bester Parteitradition. Und mit Traditionen hat es ja die Union – am liebsten jene repressiv-verklemmten der 50er Jahre und der Kaiserzeit, wenn man sich das Gedankengut dieses „Nachwuchspolitikers“ mal auf der Zunge zergehen lässt.

  42. Es gibt Momente, für die könnte „ROFLMAO“ erfunden worden sein – dies ist einer davon.
    Die JU würde gut dran tun, dies als Hack der Website abzutun…

    @erlehmann – danke für den Screenshot :-)

  43. @Marc, deswegen habe ich das ja auch als Allererstes gefragt. Aber vielleicht ist der Typ ja einer von den Yes Men?

    Gerade hat er übrigens angerufen und — insofern ich das richtig verstanden habe — um Löschung des Interviews gebeten. Qualifiziert mich das bereits für das Sascha-Lobo-Shitstorm-Abzeichen mit Eichenlaub?

  44. Ich habe nicht alle 79 Kommentare gelesen, aber für die JU eine super Idee:
    Man konnte ja ein Gesetz machen, dass man in D erst ab 18 Jahren einen Internetanschluß / Mobilfunkvertrag abschließen kann. Dann wäre ein Volljähriger ja irgendwie verantwortlich.
    Zwar nicht die allerletzte Lösung, aber zumindest schonmal ein Anfang.

  45. Natürlich gefährdet Pornos schauen die sexuelle Entwicklung. Wer kennt nicht die unzähligen jungen Männer, verdorben von Kontakten zu Pornofilmen, die mit 12, 13, 14 Jahren damals noch auf den LANs getauscht oder amüsiert angeschaut wurden?
    Ganz klar: Diese Leute sind pervertiert und konnten niemals eine vernünftige sexuelle Entwicklung durchmachen. Früher war alles besser. Da ist man noch ins Militär eingetraten und hat mit 16 plündernd und brandschatzend seine erste Frau vergewaltigt. Da war eine vernünftige sexuelle Entwicklung noch möglich.

    [Wer Ironie findet, darf sie behalten]

  46. Ha ha, der Volkswartbund mit seiner „Aktion Saubere Leinwand“ kehrt zurück… Nur anders.

    Das war zu einer Zeit, als in Schrobenhausen der Herr Stadtpfarrer angeblich noch das Rohrstöckchen auf Schülerhintern sausen lassen durfte, um ’schmutzige Gedanken‘ zu vertreiben.
    Die Pfaffen selbst beanspruchten die Hoheit, über ’sexuelle Aufklärung‘.
    Das Ergebnis ist auch der JU seit kurzem bekannt…

  47. Richtig, es muss eine Zensur für diese Angebote geben. Darum fangen wir gleich bei mal bei denen an, die es fordern.
    Jedem Mitglied der jungen Union ist es ab sofort, bei Strafe verboten, auch nur ein einziges Angebot dieser Art zu nutzen. Bordellbesuche dieser Mitglieder werden ebenfalls unter Strafe gestellt. Aber das müssen wir ja eigenlich nicht machen, denn das C steht ja für christlich und Christen machen sowas ja eh nicht. Die leben in einer sittlichen Welt und Gelüste sind ihnen fremd.

    Mal ganz ehrlich, was bilden sich die jungen Schnösel überhapt ein? Die meisten Anbieter von Erotik sind doch schon im Ausland, die wurden doch schon vertrieben und können im Ausland in aller ruhe arbeiten. Freunde von der jungen Union, auch wenn ihr es nicht glauben wollt aber an der Erotikindustrie hängen Arbeitsplätze und Existenzen. Hört auf mit Euren verlogenen und weltfremden Forderungen und seht das es dafür einen Markt gibt. Auch wenn der erste Abschnitt in meinem Text eher mit Ironie geschrieben wurde, so ist der untere Teil sehr ernst gemeint.

    Gruss, ein Anbieter der schon im Ausland arbeitet.

  48. ….schon irre……ich verzeihe es mir heute noch nicht das ich die vor Jahren mal gewählt habe………..

    Warum kommen nicht mal Sätze wie Präventation, Gespräch, Aufklärung…anstatt Verbote……aber wie sagte grad ein Freund zu mir: Damit findet man keine Wähler – daher dieser Verlogenheit mit dem Deckmantel Jugendschutz.

    Was für eine Politik da oben – irre!!

    Mal gespannt wenn ab 1.1. der neue JmstV los geht:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,699833,00.html

    den die CSU/CDU noch weiter verschärfen will…

    P.S.
    Carls Weblog..einfach nur Klasse.

  49. Wow, interessant wie viele sich darüber aufregen, das gefordert wird das Pornographie im Internet mit einer funktionierenden Alterbeschränkung versehen wird (also etwas, dass es in jeder Videothek gibt).

    Da stellt sich die Frage, ob hier echte Freigeister ihren Unmut ausdrücken oder nur ein paar arme Kerle, die Angst haben, dass man sie ihrer einzigen sexuellen Betätigung beraubt…

  50. @Filmhass

    Es ist auch interessant dass bei bestimmten Themen wie z.B. Sexualität jede objektive Diskussion durch unpassende Unterstellungen untergraben wird.

    Geht es um Kindesmissbrauch ist jeder Kritiker ein Mittäter, geht es um Pornographie ist jeder Kritiker ein einsamer Versager, der auf normalem Weg keinen Sex hat.

  51. Auch wenn ich mit der JU und Konsorten nichts anfagen kann … aber …

    Wie selbstverständlich es hier allen ist, dass Youporn eine ganz tolle Errungenschaft ist, die allen Kindern und Jugendlichen selbstverständlich zur Verfügung stehen sollte, das finde ich schon krass.

    Zum Glück kann man sich Alkohol und Zigaretten nicht aus dem Netz herunterladen, sonst würdet ihr vermutlich auch fordern, dass das natürlich ohne Alterbeschränkung für alle möglich sein muss. Wär ja sonst Zensur.

  52. Naja, vielleicht ist es gar nicht so schlimm, wenn Kinder auch mal einen Porno sehen. Vor noch gar nicht so langer Zeit war es nur natürlich und auch kaum andrs möglich, dass Mama und Papa es inmitten ihrer zahlreichen Kinderschar trieben. Und, hat das den Kindern vielleicht geschadet? Na gut, es gibt die Union, aber sonst?

    Wenn den Kindern beigebracht wird, dass da nur nach Drehbuch gefickt wird, und nur deshalb, weil damit eine Menge Leute Geld verdienen, werden sie das schon zu relativieren wissen. Sie schauen ja auch Superman im Fernsehen und glauben deswegen noch lange nicht, dass sie jetzt fliegen können. Mit ein bisschen Nachhilfe können auch Kinder Realität und Fiktion recht gut auseinander halten.

    Sex und sexuelle Triebe sind eine ganz natürliche Sache. Nur, wer daraus ein ekliges Verbrechen macht, muss zwangsläufig wegen eben nicht unterdrückbarer Triebe daraus vom schlechten Gewissen und Schuldgefühlen, die man tunlichst Anderen zuweist, bis hin zu Psychosen alles Mögliche entwickeln. Wenn den Kindern beigebracht wird, Sex ist pfui bä, eklig, unerwünscht, und dann zum „Beweis“ die schlimmsten Hardcore-Pornos angeführt werden, ist es kein Wunder, dass die Kinder das irgendwann glauben. Triebe haben sie trotzdem. Auch Mädchen. Also fühlen sie sich ständig schuldig. Sowas resultiert dann eben entweder in einer konservativen Fassade, hinter der das Doppelleben versteckt wird, oder man geht das andere Extrem. So ähnlich wie das mal Wilhelm Busch formuliert hat: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert“.

    Im Gegensatz zu Alkohol und Zigaretten vreursachen Pornos keine körperlichen Schäden.

  53. @Siegfried: Die glauben Kinder seien so reif wie sie und könnten die Erwachsenenwelt verstehen und durch schauen wenn ihnen nur alles erzählt wird …
    Es ist schlimm wenn Kinder Pornos sehen, denn ihre Sexualität muss sich noch entwickeln. Und sie können lange nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. So glauben Kinder lange dass ihre imaginären Freunde echt sind. Erst später ‚wächst es sich aus‘. Es ist unverantwortlich Kinder Pornos zu zeigen oder generell Videos die nicht ihrem Alter entsprechen.
    Es stimmt: Pornos verursachen keine körperlichen Schäden, dafür psychische.

  54. Ich habe mir alle Kommentare durchgelesen und wollte eben noch einwerfen: ist es nicht so, dass nahezu jeder Mann (und auch sicherlich ein Teil der Frauen) bereits einen Porno gesehen hat?! Ist es nicht auch so, dass nahezu jeder Mensch masturbiert?
    Offenbar haben die JUler auch schon mal einen porno gesehen, schließlich sollte man solche mitteilungen nicht ohne Vorkenntnisse herausgeben. Ich denke im jungen Erwachsenenalter ist an Pornos nichts schlimmes, einfach da sie durch die damit zusammenhängende Masturbation auch einen gewissen körperlichen Ausgleich schafft. Des weiteren wissen 18-25 jährige doch zumeist schon aus eigener Erfahrung, dass Pornos eben auch nur FILME sind, also doch nur weniges der Realität einspricht.

    Erschreckend finde ich es teilweise jedoch schon, wenn ein 12 jähriger, der meinetwegen erst kürzlich n feuchten Schlafanzug hatte, wie ein alter Hase vor diesen Streifen sitzt. Als ich in diesem alter war (was erst 8 Jahre her ist) war es sehr wild, wenn man nach 24h DSF gesehen hat ;D.

    Zur Frauenfeindlichkeit: ich bin selbst eine Frau und sehe mir ab und zu etwas auf youporn an. Wenn eine Frau sichtlich Schmerzen hat oder recht unsanft behandelt wird, schalte ich weg.

  55. @Sascha: Hmmm ja, bei Kindern, die Superman für real halten, halte ich allerdings Pornos auch für unangebracht. Zumindest die sogenannten Hardcore Pornos.

    Andererseits, wenn der liebe Bergdoktor es mit seiner Sissy im Heu treibt, so als eine Scene von vielen Anderen, was sollte hier die sexuelle Entwicklung behindern oder stören? Klar, Bergdoktor ist kein Porno. Aber diesen „Jugendschützern“ geht es doch darum, den Kindern wie den Erwachsenen weis zu machen, dass jede Form von Sex irgendwas Schlimmes ist. Und ich glaube, _das_ behindert die sexuelle Entwicklung der Kinder wesentlich mehr.

    Ich erinnere mich noch daran, wie vor noch gar nicht so langer Zeit mal Janet Jackson bei einem öffentlichen Auftritt ein Busen aus dem Kleid gerutscht war. In den USA war das Wochenlang ein Skandal, und die „Jugendschützer“ haben aus dieser Mücke eine ganze Elefantenherde gemacht. Was lernen die Kinder daraus? Weiblicher Busen sichtbar ist irgendwas ganz Schlimmes.

    Ähnliches lernen die Kinder aus den Reaktionen ihrer Eltern, wenn die Kinder zufällig mal einen Softporno sehen. Da wird wieder aus einer Mücke ein Elefant gemacht, und die Welt geht unter. Anstatt dass man die Kinder einfach mal in Ruhe darüber reflektieren lässt, wird das zu einem Kapitalverbrechen gemacht, das schlimmer geächtet wird als Mord. Ich finde, rund um das Thema Sex ist so Einiges völlig entgleist.

  56. Wie das geforderte „Killerspiele“-Verbot eine müßige Diskussion. Selbstverständlichen sollen Pornos im Netz nicht verboten werden. Das allerdings Kinder und Jugendliche so leicht an solche Inhalte kommen können, empfinde auch ich als nicht unproblematisch. Eigentlich läge es nun in der Pflicht der Erziehungsberechtigten, dafür Sorge zu tragen, dass Kids sich nur angemessene Inhalte ansehen, jedoch ist dies leider oft nicht der Fall, sei es, da Eltern kaum Kenntnisse über das Internet (oder Computer) haben oder sich schlicht nicht dafür interessieren.
    Gäbe es eine Reglementierung, die funktioniert, wäre ich durchaus dafür. Vorstellen kann ich mir das aber nicht.

  57. @MK: Zustimmung. Das Problem ist, dass die meisten Eltern mit diesem Thema heillos überfordert sind. Gefragt wären hier daher Schulen und Medien. Ich befürchte allerdings, die sind auch etwas überfordert. Eine Lösung habe ich dafür nicht.

    Verbote andererseits sind nicht nur wirkungslos, sie verschlimmern die Probleme nur. Verbote sind definitiv keine Lösung.

    Sollte Irgendjemand eine Idee haben, wie man Kindern resp. Jugendlichen „Sexualkompetenz“ beibringen kann…

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